Entscheidungen
39Die Toilette hängt immer noch an der Wand über der Bar, ein echt cooler Platz – eine Erinnerung an die Keramikpanik von 1983.
Eine Baarkeeper-Spionin – perfekt, um zu beobachten und Fragen zu stellen. Ihre Tarnung muss extrem sein.
Ihre Augen ruhen nicht einmal auf dem Carabinero, wenn er mit ihr spricht.
Ihre Augen ruhen nicht einmal auf dem Carabinero, wenn er mit ihr spricht.
Tja, sie ist die Barkeeperin aus dem Beschlagenen Spiegel.
Du servierst die Getränke.
In der leeren Bar kann deine Aufmerksamkeit keinen Halt finden. Sie gleitet von einem Punkt zum anderen, als würde sie über eine gefettete Arbeitsplatte gleiten.
Gnädigerweise besteht sie nicht auf deinem Namen. Sie kennt ihr Publikum.
Das geht sie nichts an, das ist nicht ihr Problem.
Sie räuspert sich vor deiner nächsten Frage.
Du nimmst Bestellungen entgegen.
Du waschst ab.
Du wischst ab.
Da du nichts anderes zu tun hast, wandert dein Blick natürlich zu den bunten Flaschen hinter der Theke.
„Noch einer deiner Freunde?“
„Hat keinen gegeben.“
„Hast du schon mal gekellnert?“ Sie blickt zu den Kunden hinüber, dann zu dir.
„Hast du das nicht alles schon gesehen? Dachte du warst hier früher Stammgast?“
„Hallo noch mal. Was darf es sein?“
„Hallo noch mal. Was darf es sein?“
„Das habe ich dir schon gesagt …“ Sie hebt ihre Finger, um sie wieder aufzuzählen. „Der Bootleg-Basar. Pitol-Trakt. Kulturpalast. Und die Wunder-Hotline.“
„Ich habe gesehen, dass du mit deinem Freund gesprochen hast.“ Sie nickt in Richtung des Mannes am Ecktisch.
„Du gehst schon wieder?“
„Hauptsächlich trinken und herumfummeln.“
„Gute Reise.“ Sie blickt nicht von ihrer Arbeit auf.
„Also, bist du hier, um deinen Freund zu treffen?“
„Groß, schmutziges blondes Haar. Ein alter Stammgast. Er sagte, ihr seid in der gleichen Branche tätig.“
„Groß, schmutziges blondes Haar. Einzelgängerisch – nichts für ungut. Er sagte, ihr seid in der gleichen Branche tätig.“
„Danke, dass du den Fernseher repariert hast. Sehr nett von dir.“
„Der, den du 'noch nie gesehen' hast.“
„Bis der andere Typ kam. Danach hockte er nur noch zusammen und quasselte.“
„Was darf es sein?“ Ihre Stimme hallt in der fast leeren Bar wider.
„Du scheinst hier eine Menge seltsamer Männer zu treffen.“
„Du stellst eine Menge Fragen über diesen Mann.“
„Du bist wieder da.“ Sie schaut dich misstrauisch an.
„Kommt mir bekannt vor.“
„Ich dachte, du meintest, du warst früher Stammgast?“
Wunder-Hotline – wie die Karte in PSEUDOPODs Hosentasche. Es ist ein Telefonsex-Ding.
An der Bar hat Lucia ihre Ohren mit den Händen zugehalten. Alle Gäste haben sich zu euch umgedreht.