Entscheidungen
44Du verwandelst dich erneut in einen psychischen Nebel, doch dein Angriff kommt nicht gegen seine Schar an verstörender Lust an.
SCHLUSS MIT DIESEN DEVIATIONISTENGERÄUSCHEN.
Nicht aufhören —
Mit geschlossenen Augen verweilt der junge Mann in seiner erotischen Fantasie.
Hass. Verachtung.
Seine Abwehr ist undurchdringbar! Die Gäng bricht wie Wellen an einer steinigen Küste.
Es wäre sehr viel einfacher, sich ein stimmiges Bild von diesem Mann zu machen, wenn da nicht diese … Bewegungen wären.
Überlegenheit. Verachtung.
Der schlaksige junge Mann vollführt weitere unromantische Dinge mit seinem Telefonhörer.
Der Name. Der ihn zum Reden gebracht hat.
Es gibt keinen Zweifel: Das hier ist der „Junior-Vermittler“, den Oskar Metamoto erwähnt hat.
INAKZEPTABEL. DIE REPRÄSENTANTIN DES VOLKES WIRD NICHT BEHINDERT WERDEN.
Der junge Mann sieht dir misstrauisch hinterher.
Wo sind wir? Wie sind nirgendwo. Unsere Gäng ist zu Staub zerfallen.
„Abgabetermine, ja. Ich habe einige verpasst.“ Der junge Mann keucht in den Telefonhörer wie ein Hund. „Ich brauche das Gefühl, als sei dies ein wirklich schlechtes Quartal für mich gewesen …“
„Haben Sie das gehört?“ Er senkt seine Stimme und legt eine Hand vor den Hörer. „Überhaupt nicht mein Typ.“
„Heißt das, Sie werden mir … bei Schatten-Banking … eine gute Beurteilung geben?“
„Heißt das, Sie werden mir … bei der Mirzäischen Botschaft … eine gute Beurteilung geben?“
„Heißt das, Sie werden mir … beim Handelsbüro … eine gute Beurteilung geben?“
„Es ist schwer zu glauben, aber die Lücke scheint sogar noch breiter zu werden, während wir uns hier unterhalten!“
„Ich habe Sie einmal ganz höflich gefragt. Jetzt warten Sie verdammt noch mal, bis Sie dran sind!“
„Wenn ich wollte, dass Sie — dass Sie mich a-anfassen.“ Der junge Mann schluckt. „Wo würden Sie mich anfassen? Würde es w-wehtun?“
„Meine Güte … der Anzug dieser Frau … diese Farben würden jede Frau, die finanziell weniger gut aufgestellt ist, umbringen.“
„Liegt wahrscheinlich an den ganzen Abreibungen, die Sie ihm verpassen. Wenn Sie jetzt nichts dagegen haben, einige von uns arbeiten hier!“ Er hält eine Hand über den Hörer.
„Schhh, da ist sie wieder. Meine Stalkerin.“
„Schhhhhhhhhhhhh!!!!“
„Faaaaast … daaaaa.“
„Was … ist das …“
„Was, Sie bedrohen mich schon wieder? Nach Ihrem letzten versuchten Angriff wäre ich mal lieber nicht so selbstbewusst.“
„Was, Sie bedrohen mich schon wieder? Die Tiere in diesem Scheißloch respektieren einzig und allein Gewalt. Keine Ahnung, warum wir überhaupt versuchen, hier irgendwas zu verbessern.“
Ein paar Meter entfernt schnauft und schwitzt der wohlgekleidete junge Mann, während er ins Münztelefon flüstert; die Telefonschnur hat er noch immer um den Hals gewickelt.
„Tiere. So sind allerdings die meisten Piloten drauf. Wir schulden dir mindestens einen Drink, weil du diesen Tele-Geier losgeworden bist – hier.“ Ein Schnapsglas rutscht über den Tisch auf dich zu.
„Ich habe keine Ahnung, wie du den Geier vom Telefon wegbekommen hast, Mirzäa, aber wir schulden dir einen Drink.“
„Ich habe keine Ahnung, wie du den Geier vom Telefon wegbekommen hast, aber du kannst mir glauben, wenn ich sage, dass wir in deiner Schuld stehen.“ Der alte Mann blickt dich mit unverhohlener Dankbarkeit an.
„Wir alle sind Fremde auf dieser Insel, Mirzäa. Warum setzt du dich nicht zu uns?“
„Ich hab keine Ahnung, was du mit dem alten Geier angestellt hast, aber er sieht zur Abwechslung richtig traurig aus.“ Der alte Pilot hebt sein Glas in deine Richtung.
Du hast ihn.
Ein gestresster, flüssiger Junior? Das kann nur dieser hoffnungslose Narr sein, der der Sex-Hotline verfallen ist.
Die Selbstbefriedigung des denkenden Mannes.
„Er ist total am Ende, Mann.“
Die Beschreibung passt zu dem jungen Mann, der sich verzweifelt an die Wunder-Hotline klammert. Vielleicht gibt es da noch mehr zu erkunden.
Die nun verlassene Telefonzelle steht halb in einen Betonsockel eingelassen, ihr Gehäuse verwittert und stumpf.
Du hast ihn reden gehört, du kennst seine arrogante, schnelle Art zu reden – er täuscht das Stottern nur vor, als Teil seines Rollenspiels.
„Eine Frage an Ihre sogenannten 'Feinde' von EMTERR. Die, mit denen man Sie bereits gesehen hat.“