Ignatz
Entscheidungen
73Ein einsamer Werkzeugschuppen hoch über der Stadt, mit einer zersplitterten Tür in den Angeln. Eine weiße Katze hinterlässt blutige Abdrücke im Schnee …
Hätte diesen Drink mit ihm haben können …
Hätte vernünftig sein können, diesen Drink auf das Handwerk zu nehmen.
Hätte auf die Katze trinken sollen.
Du wusstest, dass er hierherkommt. Hättest diesen einen letzten Drink haben können.
Meint sie Ignatz?
Wie erklärst du dir sonst, dass ein Hafenäffchen aus Portofiro es geschafft hat, in die engsten kreise des Weinenden Auges zu gelangen?
Du hast ihn ja selbst gefragt – wem sollte EMTERR die Details der geheimen Abkommen überhaupt veräußern? Und was könnten sie dadurch gewinnen?
Ignatz hatte recht. Dieser Idiot hatte die ganze Zeit über Gold in seinem Mantel versteckt.
„Er sieht aus, als würde er es auf dem Boden ablassen.“ Sie betrachtet seinen bewusstlosen Leib voller Besorgnis.
„Das muss ich jetzt aufräumen.“ Sie deutet mit einer verächtlichen Geste auf Ignatz' zusammengesackte Gestalt.
„Seltsame Saufkumpane hast du.“
Ein Gerät, mit dem das Innenleben der Seele abgebildet wird, ein Wunderwerk aus Licht, Glas und Chemikalien, das die am besten gehüteten Geheimnisse aufzeichnen kann …
Andererseits weiß die Katze alles über den Mond, und hat sich einfach mit der Sinnlosigkeit abgefunden, derartige Konzepte einfacheren Gemütern zu vermitteln.
Die Vibrationen, die aus dem Inneren der Katze kommen, finden in den Spitzen deiner Finger Widerhall, der deinen Arm hinauf und dein Rückenmark hinabsteigt, bevor er sich durch die Flüsse und Seitenarme deines Nervensystems verliert.
„Da bist du wieder, Hershel.“
„Ich kann nicht glauben, dass du so etwas unterstellst, Hershel. Ich besitze einen Ehrenkodex. Vielleicht könntest du dir auch einen zulegen.“
„Das hast du wohl gebraucht.“
„Es ist in Ordnung, das zu fürchten, was man nicht versteht, in diesem Fall meine hochqualifizierte Expertise und rohe Kraft, aber Hershel: Warum unterstellst du erneut so eine Sache?“
„Hershel, normalerweise würde ich das alles unter Verschluss halten, aber nachdem du und ich uns schon so lange kennen und total cool miteinander sind und jetzt zusammenarbeiten, kann ich dir alles darüber sagen …“
„Im Ernst, Hershel? Ich muss dich das fragen: Hat die Oper irgendwas mit deinem Kopf angestellt? Bist du jetzt komplett durch? Verwirren dich meine Metaphern?“
„Das ist sehr interessant, Hershel. Aber wir haben einen Job zu erledigen.“
„Diese Katze ist ihr eigenes Tier, frei von den Zwängen der Gesellschaft und Eigentumsrechten.“
„Die hast mich schon drei Mal des Mordes bezichtigt, Hershel. Du musst in den Brückenjahren ziemlich viel getrunken haben.“
HAHA. DER BETRUNKENE FASCHIST KANN ES NICHT LASSEN, ALL IHRE GEHEIMNISSE PREISZUGEBEN.
Er hat da etwas angedeutet.
Er dreht seinen Kopf unendlich langsam grob in deine Richtung.
NUTZE DIESEN GESCHICHTSTRÄCHTIGEN MOMENT, UM UNS DIESEN HOCHRANGIGEN TECHNO-FASCHISTEN EIN FÜR ALLE MAL VOM HALS ZU SCHAFFEN.
Wessen Katze ist das?
Du hast wirklich Glück, dass der Maestro dir den Rücken freihält.
„Ah … Hershel …“ Er dreht sich ganz langsam zu dir um.
„Kann ich auch … 'ne Tasche haben? Oder wo waren wir … Ah. Auf den Beruf … alte Freundin.“
„Was ein Zufall, dich hier zu sehen, an unserem alten Treffpunkt. Hast du mich vermisst, Hershel? Oder bist du hier … um mir wieder wehzutun?“ Er seufzt.
„Gut, dass ich diese Katze gestohlen haben, Hershel … Ich glaube, ohne sie hättest du nie mit mir geredet. War das nicht extrem … vorausschauend von mir?“
„Hershel … hast du dich also doch noch entschlossen, dem Beruf Ehre zu machen?“, fragt er und schaut dabei an dir vorbei.
„Hershel … ist das nicht wunderbar? Alte Freunde … die gemeinsam feiern … es betrübt mich, dass du mir kein Kryptonym verleihst, aber … das Leben geht weiter.“
„Ich wollte noch sagen, dass ich dein Kryptonym für mich … nicht gerade herausragend finde … 'IGNUTZ'. Ich habe auch eins für dich … 'IGNORANT'.“
„Ich wusste … dass du zu mir aufschaust. Der Name IDOL … so, wie ich zu dir.“
„INTERVAL und Hershel … klingt gut … aber bitte nenn mich Ignatz …“
„Wir haben über die Katze gesprochen … oder? Ein wundervolles Tier … ja.“
„Na sieh einer an … wenn das mal nicht meine zuverlässigste Statistin ist, direkt aus Ignatz' Talentschmiede.“ Er spricht verwaschen.
„Warum gehst du … andauernd … hast du eine Tasche oder so … warum … erzählst du mir nichts?“
„Du … du bist zurück, Hershel.“
„Ich bin nicht diejenige, bei der du dich entschuldigen musst. Ich erinnere dich nur daran, Operantin, dass dies immer noch eine freie Stadt ist. Wir haben das Recht, jedem unsere Dienste zu verweigern.“
„Ich erinnere dich nur daran, Fräulein Wichtige Agentin, dass dies immer noch eine freie Stadt ist. Wir haben das Recht, jedem unsere Dienste zu verweigern.“
„Ja, das kann ich mir vorstellen. Ich erinnere dich nur daran, Operantin, dass dies immer noch eine freie Stadt ist. Wir haben das Recht, jedem unsere Dienste zu verweigern.“
„Du bist eine sehr grausame und dumme Frau.“ Sie schiebt dir das Päckchen zu. „Ich erinnere dich nur daran, Operantin, dass dies immer noch eine freie Stadt ist. Wir haben das Recht, jedem unsere Dienste zu verweigern.“
Er blickt erst über eine Schulter, dann über die andere und geht in Richtung Ausgang.
Er blickt erst über eine Schulter, dann über die andere und geht in Richtung Ausgang.
Er blickt erst über eine Schulter, dann über die andere und geht in Richtung Ausgang.