Verzweigung
Du trittst über die Schwelle in eine Erinnerung. Dieser Ort – diese Bar – das Zentrum der gefrorenen Welt.
Alter Schnaps und die Überreste des sauren Dufts aus Körpergeruch und Bleiche. Sanftes gelbes Licht fällt durch halb geöffnete Jalousien. Das Poltern der Eismaschine und ein rauschender Fernseher.
Genau so, wie du ihn in Erinnerung hast.
Der Beschlagene Spiegel.
Die Lieblings-Absteige von Quisachs örtlichem Pelota-Team und deren Anhängern sowie einer gewissen in Ungnade gefallenen Spionin der Operanten-Dienststelle.
Damals warst du noch die alte CASCADE. Vor deinem Versagen, vor der Schande, vor der Verzweiflung.
Verzweigung
Du bemerkst, wie dein Daumen von allein über die zahlenlose Visitenkarte reibt, die du bei deinem Double gefunden hast.
Verzweigung
Du atmest es ein.
Abgestandene Luft füllt deine Lungen. Der Geschmack ist vertraut.
Schatten aus einer anderen Zeit bewegen sich unendlich lang über das uralte Holz und pökeln es in Nostalgie.
Verzweigung
Vielleicht weiß irgendjemand hier, was es mit diesem 'Wunder' auf sich hat.
Du schaust zur Barkeeperin. Eine junge Frau, die du nicht erkennst – dunklere Haut und sandiges Haar umspielen sanft einen finsteren Blick.
Das Beste an diesem Laden ist, dass er jede Nacht die ganze Nacht geöffnet hat. Die Türen stehen dir immer offen – wie auch jetzt.
Verzweigung
Ende dieses Zweigs
Ich trinke nur einen Schnaps, um der alten Zeiten willen.
Dein Blick fällt auf das Regal voller staubiger Flaschen hinter der Bar.
Vielleicht sollte ich ein andermal wiederkommen.
Die Bar läuft nicht weg. Sie wird auch dann noch den widerlichen Hausschnaps servieren, wenn der Rest von Quisach längst im Meer versunken ist.