Verzweigung
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Die Sprechanlage glänzt völlig entblößt im Tageslicht.
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Du ziehst die Plastikfolie ab.
Sie rollt sich unter deinem Fingernagel auf, bevor sie in einem einzigen, unversehrten Stück abgeht.
Großartig.
In dem makellosen Metall siehst du deine Reflexion.
Du betrachtest dein auf dem Kopf stehendes Ich.
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Du bemerkst, dass das aufgrund deiner Kopfbedeckung nicht möglich ist. Dein Gesicht ist ein Geheimnis, das du sogar vor dir selbst hütest.
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Du bemerkst, dass das aufgrund deiner Kopfbedeckung nicht möglich ist. Dein Gesicht ist ein Geheimnis, das du…Natürlich. Niemand darf deine Schutzfolie abziehen.Nichts als ein Kanalbett und einem lauernden grünen Monster.Wie der Blick in den Flurspiegel auf dem Weg zu einem Date. Das machst du auch, bevor du Melita anrufst,…Und was war unter dem Plastik? Du, wie es sich herausstellt.Es hat sich gut angefühlt. Man muss sich Dopamin holen, wo man es kriegen kann.
Du hast jedes Mal das Bedürfnis, deine Reflexion zu betrachten, wenn du an einer gespiegelten Oberfläche vorbeikommst.
Auf der Bühne muss man immer sein Äußeres wahren.
Natürlich. Niemand darf deine Schutzfolie abziehen.
Ich schau nur mal hinter mich.
Nichts als ein Kanalbett und einem lauernden grünen Monster.
Du wirfst deine Haare zurück.
Wie der Blick in den Flurspiegel auf dem Weg zu einem Date. Das machst du auch, bevor du Melita anrufst, obwohl du weißt, dass sie dich niemals sehen wird.
Dabei ging es nur um das Plastik.
Und was war unter dem Plastik? Du, wie es sich herausstellt.
Warum habe ich das Bedürfnis, das zu tun?
Es hat sich gut angefühlt. Man muss sich Dopamin holen, wo man es kriegen kann.
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Du drückst die Taste 'CALL'.
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Nichts geschieht. Das Licht ist aus, niemand ist nachts hier.
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Unter deinen Füßen durchleidet der Gefangene einen schrecklichen Albtraum.
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Oder man lässt einfach jemanden im Dunkeln tappen.
Versuche es noch mal während der Öffnungszeiten.
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Die Kontrollleuchte springt an.
„Hallo?“
Ein dünnes Rauschen ohne Antwort.
„Antworte!“
Mehr Stille. Da könntest du auch versuchen, Kontakt mit einem entfernten Sonnensystem aufzunehmen.
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Du gibst auf. (Zurück.)
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Die Kontrollleuchte bleibt ein paar Sekunden lang an, bevor sie in der Stille erlischt.
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Die Kontrollleuchte springt wieder an.
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Mit einer gewissen Aufregung, wie du feststellst.
„Kann ich dir helfen?“
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„Kann ich dir helfen?“Verzweigung 68Verzweigung 80Verzweigung 104Verzweigung 110Verzweigung 119Verzweigung 134Verzweigung 162„Oh. Merveilleux.“„Die bin ich.“Sie gibt der Gäng die Schuld, weil die Schlampe Edging mit einer Plastikfolie betrieben hat. Kranker Scheiß.Urlaubs-Telefonfreundin. Beanspruchen.
„Das hier ist der Noscorrentes Review, oder?“
„Genau, das sind wir.“
„Ich würde gerne meine Poesie einreichen.“
„Ah, großartig. Ich mache die Tür auf. Un moment.“
Du bist drin – jetzt reiß dich zusammen. Spiel die Poetinnen-Rolle bis zum Abwinken.
Gute Poeten hören mehr zu als sie sprechen.
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Ende dieses Zweigs
Gute Poeten hören mehr zu als sie sprechen.Poesie ist einfach. Halte dich kurz und vage. Sprich in Reimen.Verabschiede dich von jeglicher Logik. Du begibst dich in die Höhle der Poeten.„Bonne journée.“ Die Sprechanlage verstummt und das Licht daran geht aus.Die entblößte Sprechanlage glänzt, als du dich abwendest.Du lässt die Sprechanlage so zurück, wie du sie vorgefunden hast.
Poesie ist einfach. Halte dich kurz und vage. Sprich in Reimen.
Du bist drin – als Poetin. Lass sie nicht glauben, dass du irgendetwas anderes bist.
Verabschiede dich von jeglicher Logik. Du begibst dich in die Höhle der Poeten.
„Ich bin hier, um eure scheiternde Zeitschrift mit meinen Versen zu retten.“
„Wir haben eine kleine, aber sehr treue Leserschaft … wir würden unsere Zeitschrift nicht als 'scheiternd' bezeichnen … aber wenn du etwas einreichen möchtest, lasse ich dich gern rein.“
„Ist die Sprechanlage neu?“
„Tatsächlich, ja. Wir sind nicht gerade öffentlich, also ist das eher eine kleine Sicherheits–“ Sie wird erneut von Rauschen unterbrochen.
„– Maßnahme. Tut mir leid, ich muss mich noch daran gewöhnen.“
Die Sprechanlage sieht teuer aus, die Störung deutet auf ein gebäudeweites System hin. Nichts an dieser Sicherheitsmaßnaheme ist 'klein'.
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Folgende Orte benötigen Sicherheitssprechanlagen: Geschlossene Wohnanlagen. Regierungsgebäude. Gefängnisse.
„Wofür wird dieses Gebäude genutzt?“
„Désolée. Wenn du das nicht weißt, solltest du vermutlich nicht hier sein.“
Sehr vage. Fast schon … geheimnistuerisch.
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„Vielleicht sollte ich das schon. Das weiß ich erst, wenn du es mir verrätst.“
„Netter Versuch. Aber das mache ich nicht. Eine Frage der Sicherheit.“
Das ständige Rauschen verbirgt sämtliche Änderungen an ihrem Ton.
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Du scheinst einen guten Grund zu brauchen, um hier zu sein. Zum Glück bist du versiert in Sachen umgekehrter Psychologie.
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Für irgendjemanden muss sich diese Tür öffnen, sonst gäbe es keine Sprechanlage. Sie muss dir nur verraten, für wen.
„Ich wollte mich nur umsehen.“
„Leider akzeptieren wir keine 'Umsichten'.“
„Ich gehe wohin auch immer ich will, Sprechanlage. Du kannst mich nicht aufhalten.“
„Ich glaube, die Tür ist fürs Aufhalten zuständig.“
Du öffnest die Tür.
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Mal sehen, womit wir arbeiten können: ihr Ton, die ausländischen Eigenarten, mangelndes Wissen über Technologie, homosexuelle Schwingungen …
Nicht zu vergessen, der Mangel an Industrie rund um das Gebäude, ein grundlegendes Gefühl von wenig Rummel.
Wirkt … 'künstlerisch'.
Ja. Es ist eine Art kulturelle Fassade. Versuch es damit.
„Ich würde mich gern in kreative Gefilde wagen. Man hat mir gesagt, hier wäre ein guter Anfang dafür.“
„Bist du eine Poetin?“
Poesie, sehr gut. Lesegruppen finden nicht in derartigen Büros statt, also eher:
„Eine Poetin, ja. Nehmt ihr gerade Einreichungen an?“
„Die Zeitschrift nimmt natürlich Einreichungen entgegen …“
Poesiezeitschrift. Volltreffer.
Natürlich. Wenn eine Industrie ausstirbt, werden die Gebäude in Büros für dieses zeitgenössische, zweckmäßige Gefühl umfunktioniert.
„Vielleicht solltest du besser reinkommen. Ich mache auf.“
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Mal sehen, womit wir arbeiten können: ihr Ton, die ausländischen Eigenarten, mangelndes Wissen über Technologie, obwohl diese offensichtlich Teil ihres Jobs ist …
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Ja, du wirst hier wohl etwas Anschauungsmaterial brauchen. Du hast nichts.
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Scheiß drauf. Hast du schon versucht, einfach höflich zu fragen?
„Könntest du bitte die Tür öffnen?“
„Ich weiß deine Manieren zu schätzen, aber nein, das kann ich nicht. Nicht, ohne guten Grund.“
Schlampe.
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„Ich wäre wirklich dankbar, wenn du mir Zutritt gewähren würdest.“
Fest verschlossen … Direkt am Wasser … Es gibt nur eine Erklärung:
Alternative Formulierung
Fest verschlossen … Direkt am Wasser … Sogar mit einer Unterwasser-Tür. Es gibt nur eine Erklärung:
„Ist das das Hauptquartier der Delfingilde?“
„Das was, bitte?“
„Spreche ich mit einer Stellvertreterin oder einem echten Delfin?“
„Du sprichst mit einer menschlichen Frau.“
„Wenn du nur hier bist, um meine Zeit zu verschwenden – lass es bitte.“
Wie funktioniert die Sprechanlage unter Wasser?
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„Man lässt mich nur nicht rein, weil ich sonst eure Flossen sehen könnte.“
„Ist das wieder so ein Scherzanruf? Genau deshalb haben wir uns die Sprechanlage angeschafft …“
Du klickst in die Sprechanlage wie ein Delfin.
„Du hast eine schöne Stimme.“
„Danke.“ Kurzes Rauschen. „Das hat noch nie jemand zu mir gesagt.“
Das haben sie. Viele Leute haben das.
WAS IST DAS HIER, DIE FREUNDSCHAFTS-SPRECHANLAGE? SIE IST DIR IM WEG, DURCHBRICH IHRE VERTEIDIGUNG.
„Hast du wirklich.“
„Das hört man wirklich gern, so aus dem Nichts … durch diesen kleinen Lautsprecher vor mir.“
„Du hast auch eine schöne Stimme.“
„Das sagst du auch nicht nur so?“
„Nein, tue ich nicht.“
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„Aber glaub bloß nicht, dass ich dir deinen Plastik-Übergriff verziehen habe.“
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„Das sagst du doch nur so.“
„Nein, wirklich nicht.“
„Siehst du mich durch dieses Ding gar nicht?“
„Nein, es gibt keine Kamera. Nur deine Stimme und meine Fantasie.“
„Das merke ich. Ich habe da so ein Ding mit Stimmen.“
„Das war Sarkasmus. Du hast eine der schrecklichsten Stimmen, die ich je gehört habe.“
„Oh. Okay.“ Eine lange Pause. „Das kann ich leider nicht ändern.“
„Das Rauschen tut dir wirklich einen Gefallen.“
„Ich habe es verstanden, ja. Danke für die Kritik.“
GERN GESCHEHEN.
„Doch, kannst du. Es ist deine Stimme. Sprich höher oder tiefer oder sprich überhaupt nicht …“
„Ich hab das Plastik abgezogen.“
Aus der Sprechanlage tönt totes Rauschen.
„Das Plastik … auf der Sprechanlage?“
„Ganz genau.“
„Barbarisch.“
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Erster Treffer: CASCADE.
„Könntest du das vielleicht ersetzen?“
„Das Plastik?“
„Ja. Vielleicht lässt es sich ja wieder anbringen.“
Du siehst auf das zerknitterte, klebrige Plastik in deiner Hand.
Durchsichtig und grotesk, wie abgestoßene elektronische Geckohaut. Es wird nie wieder Haut sein.
„Tut mir leid. Das Ding ist nicht zu retten.“
„Das hat mir den Tag versaut.“
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„Du hast Glück, dass du so eine schöne Stimme hast.“
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„Lässt es sich nicht.“
„Du klingst sehr überzeugt.“ Ein Seufzen. „Wie tragique.“
„Die Sprechanlage?“
„Nein, das Plastik. Vielleicht lässt es sich ja wieder anbringen.“
Wirklich aufgebracht.
„Ich konnte nicht widerstehen, tut mir leid.“
„Du hattest nicht das Recht, dieses Plastik abzuziehen.“
„Ehrlich gesagt, ist es ziemlich komisch, dass ihr das nicht schon gemacht habt.“
„Das habe ich mir als kleine Belohnung aufgehoben. Und du hast es ruiniert.“
„Das wäre alles, danke.“ [Du gehst.]
„Bonne journée.“ Die Sprechanlage verstummt und das Licht daran geht aus.
Mit einem gewissen Misstrauen, wie du feststellst.
Das Licht der Sprechanlage springt wieder an.
„Ja?“
„Ich bin's noch mal.“
„Oh. Merveilleux.“
„Ist da dieselbe Person, mit der ich zuvor gesprochen habe?“
„Die bin ich.“
Alternative Formulierung
„Du vergisst schöne Stimmen ziemlich schnell, was?“
Alternative Formulierung
„Die bin ich. Mit einer der schlimmsten Stimmen, die du je gehört hast, wenn ich mich recht entsinne.“
„Schlechte Nachrichten. Das Plastik lässt sich nicht wieder anbringen.“
„Das bricht mir das Herz.“
„Tut mir wirklich leid.“
„Es kommt nur so selten vor. Wie oft hat man im Leben die Chance, das Plastik von etwas Brandneuem abzuziehen? Und du hast mir das genommen.“
Sie gibt der Gäng die Schuld, weil die Schlampe Edging mit einer Plastikfolie betrieben hat. Kranker Scheiß.
„Das ist auch eine geisteskranke Bitte. So funktioniert abziehbares Plastik nicht.“
„Klingt so, als würde ich nie die Chance bekommen, es herauszufinden.“
Die Kontrollleuchte springt an.
„Hallo?“
Ein hohes Fiepen aus dem Lautsprecher. Nach einer Sekunde bricht eine Stimme durch das Rauschen.
„Funktioniert es? Hörst du mich?“
„Ja, laut und deutlich.“
„Oh, das ist gut. Ich bin mir nie sicher, ob ich den richtigen Knopf drücke …“
Eine melodische Stimme, die dich an im Zeitraffer blühende Blumen denken lässt.
Urlaubs-Telefonfreundin. Beanspruchen.
„Nicht wirklich, könntest du vielleicht die Tür aufmachen?“
„Tut mir leid, ich kann nicht einfach 'die Tür aufmachen'. Dafür ist dieses Ding ja da. Ich muss wissen, was du hier willst.“
Wenn ich genauer drüber nachdenke … (Zurück.)
Du entfernst dich. [Du gehst.]
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Die entblößte Sprechanlage glänzt, als du dich abwendest.
Du lässt die Sprechanlage so zurück, wie du sie vorgefunden hast.
Die Sprechanlage glänzt in den Schatten.
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Die Sprechanlage wirkt unter ihrer Plastikfolie sehr gemütlich.
Häute sie. JETZT.
Auf der Sprechanlage ist ein Plastikschutzfilm angebracht. Am unteren Rand glänzt ein eingeprägter Knopf in Form eines Delfins.
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Ein weiteres Gerät mit dem Renotel-Logo. Und dazu noch frisch installiert.
Es stärkt die äußere Verteidigung.
Zieh das Plastik ab. Jetzt.
Erst kürzlich installiert.