Verzweigung
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„Ist da hinten in der Hütte irgendwas Interessantes?“ Er lächelt dich an.
Stolz. Er will, dass du weißt, dass er dich beim Betreten der Hütte beobachtet hat und dass das, was du darin gesehen hast, sein Werk ist.
Fragmente der Szene strömen blitzartig auf dich ein:
Die Winkel des Mundes zittern, während sie machtlos gegen die Lumpen anzittern, die sie ausfüllen und den Schrei in seiner Kehle ersticken.
Ein Nebel aus Angst-Chemikalien hängt in der Luft, die bereits mit dem Gestank von Urin und dem metallischen Geruch von Blut geschwängert ist.
„Ja. Ich habe deine Arbeit bemerkt.“
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„Ach, wirklich? Und? Dein Urteil?“
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„Ich hätte Teil davon sein sollen. Nicht meine Statisten.“
Alternative Formulierung
„Ich hätte Teil davon sein sollen. Nicht Ignatz.“
Alternative Formulierung
„Ich hätte Teil davon sein sollen. Nicht Ignatz. Nicht Karolina.“
Alternative Formulierung
„Ich hätte Teil davon sein sollen. Nicht Karolina.“
„Keine Sorge, wir alle werden unsere Gelegenheit erhalten. Wahrscheinlich schon bald.“
Er unternimmt keinen Versuch, die Schuld von sich zu schieben oder zu leugnen. Er nimmt alles auf sich wie einen Erdrutsch.“
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Der Einsatz wurde auf den Tisch gelegt, das Spielfeld vorbereitet.
Jede Sekunde, die du weiterhin mit ihm redest, riskiert eine größere Blöße.
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„Es gibt noch ein paar Dinge, die ich mit dir besprechen will.“ (Zurück.)
„Ja?“
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„Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber ich erfreue mich bester Gesundheit.“
„Zumindest soweit du weißt.“
Seine Augen dringen durch einen umgekehrten Rauchschleier.
„Manchmal wünschte ich, ich würde an einer tödlichen Krankheit leiden.“
„Wirklich?“
Seine Augen scheinen sagen zu wollen, dass er dir da behilflich sein könnte, wenn du es wirklich willst.
„Irgendwas, das mich aus dieser Welt kickt und mir verpasst, was ich verdiene.“
„Ich fürchte, meine Krankheit kickt nicht. Es ist eher ein dahinschwinden. Nicht gerade geeignet, wenn man sich nach einem großen Finale sehnt.“
„Der auffälligste Teil ist diese neue Feinfühligkeit für den Tod.“ Er lächelt.
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„Aha, wie ist das denn so?“
„So viel zum Thema Gespür.“
„Andererseits … ist Gesundheit ja auch keine Garantie für ein langes, glückliches Leben. Im einen Augenblick ist man hier, im nächsten …“ Er schnipst mit den Fingern. „Fort.“
Zeitgleich mit seinem Fingerschnippen bricht auf der anderen Seite der Welt ein junger Mann, der gerade seinen Geburtstag feiert, durch ein Aneurysma zusammen.
„Dieses ganze Gerede über den Tod mag ich nicht wirklich, ich habe gerade einiges um die Ohren.“
„Keine Sorge, ich habe keine Macht über Leben und Tod … nur ein neugewonnenes Gespür dafür. Ich bin ein Seher, wenn man so will.“
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„Soll das eine Drohung sein? Irgendwie klingt das wie eine Drohung.“
„Lass dich davon nicht runterziehen. Die nächste Person, die du ansprichst, liegt bestimmt im Sterben.“
„Danke, das glaube ich auch. Wir sind am richtigen Ort, um sie zu finden. Die, die so unheilbar sind, wie man selbst …
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„Ganz genau, ich liege im Sterben. Wie aufmerksam von dir.“ (Du lügst.)
„Das dachte ich mir …“
Seine Pupillen weiten sich. Seine Blutgefäße müssen mit einem beschleunigten Puls mithalten.
Die erste echte Reaktion, die du ihm entlocken konntest.
„Erzähl mir mal … wie stellst du dir deinen Abgang vor?“
„Wahrscheinlich als einen Augenblick voller Reue.“
„Das ist aber schade, bedenkt man die Menge an Leben, die du verbraucht hast.“
„Ich wollte aber eher wissen, was du denkst, woran du sterben wirst.“
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„Wahrscheinlich durch eine Kugel im Kopf.“
„Ah … eine, die du selbst dort platzierst oder eine, die den Weg dorthin ohne deine Zustimmung findet? Obwohl, nein, sag es mir nicht. Das würde alles kaputt machen.“
Für einen kurzen Moment fällt er aus seiner Rolle.
Er genießt das. Wie ein Sommelier, der Noten von Eiche und Kirschholz bemerkt, lässt er diese bestimmte Todesart seinen Mundraum ausfüllen.
„Und hat das in dir die gleiche Art von … Achtsamkeit ausgelöst?“
„Ich bin gewissermaßen eins mit dem Tod.“
„Dann verrate mir bitte – wie sieht er an mir aus?“
„Wie dein Tod aussieht?“
„Ja. Deinen habe ich gesehen – aufkeimend, unfertig, bitter …“
„Wenn du ähnlich sensibel bist, würde ich gerne erfahren, was die Eigenschaften meines Todes sind. Betrachte mich mit einem einfühlsamen Blick und sage mir, was du siehst.“
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„Ich sagte doch bereits, dass ich nichts an dir spüre.“
„Tja. Dann bist du vielleicht doch nicht eins mit dem Tod. Aber das macht nichts.“
„Nicht wirklich.“
„Wie schade. Es ist wirklich bemerkenswert, diese … Bruderschaft zu spüren. Als gehörte man zu einer großen Familie, weißt du?“
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„Ich glaube nicht, dass du dem Tod so nahestehst, wie du glaubst.“
„Und dennoch ist diese Situation entstanden. Ich habe dich gesehen und gefragt, ob du im Sterben liegst, und du hast es bestätigt.“
Was als Lüge ausgesprochen wurde, könnte inzwischen eine Halbwahrheit sein.
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„An einer Herzkrankheit.“ (Du lügst.)
„Ah … Da hatte ich mit etwas … Exotischerem gerechnet. In deinem Alter …“
„An Krebs.“ (Du lügst.)
„Ich habe nie behauptet, krank zu sein. Ich glaube nur, dass ich bald sterben werde.“
„Ah, ja, ja. Deshalb wirkte etwas seltsam. Wie eine tödliche Krankheit … und doch ganz anders.“
„So, wie ich alles tue: ohne Reue. Und ich werde jemanden mitreißen.“
„Mörderischer Mut. So kann man es auch machen.“
LANGSAMER VERFALL IST ETWAS FÜR ZÖGERLICHE DEMOKRATEN. ERST WIRD DER LICH AUSGESCHALTET, DANN FOLGT DAS MARTYRIUM.
„So, wie ich auch meine Auftritte hinlege – im leisen Bewusstsein meiner eigenen Unbedeutsamkeit.“
„Ja, ich erwische mich auch oft dabei, wie ich über diese Dämmerfragen nachgrübele.“
„Du klingst nicht wie jemand, der im Sterben liegt.“
„Nun, es wird noch eine Weile dauern, bis ich tatsächlich abtrete, aber vielleicht werde ich schon bald gar nicht mehr wissen, was eine Person ist.“
„Corticobasale Degeneration. Das ist bei Männern in meinem Alter wirklich selten, weißt du?“
Ein Fachbegriff für eines der vielen Leiden, die bis vor ein paar Jahrzehnten noch unter im hohen Alter sterben gefallen wären.
„Was ist das?“
„Schwer zu sagen. Es wurde mir schon unzählige Male erklärt, aber die Worte scheinen einfach zu verschwinden. Zu viel medizinisches Fachchinesisch.“
„Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich nicht mehr in der Lage bin, Zahlen zu dividieren.“ Er lächelt.
„Schwer zu sagen. Es wurde mir schon unzählige Male erklärt, aber die Worte scheinen einfach zu verschwinden.…„Meine Krankheit kickt nicht wirklich. Es ist eher ein dahinschwinden. Nicht gerade geeignet, wenn man sich…„Wirklich?“ Sein Lächeln verrutscht nicht um einen Millimeter.„Wie dem auch sei. Der Tod – zumindest mein eigener – kommt mir noch immer eher abstrakt vor.“„Nur für meine direkten Nachfahren, würde ich mich jemals fortpflanzen.“„Keine Sorge, ich verstehe es auch wirklich überhaupt nicht.“
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„Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich nicht mehr in der Lage bin, Zahlen zu dividieren.“ Er lächelt.„Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich nicht mehr in der Lage bin, zu dividieren.“„Ich gebe zu, dass das Wissen zu Beginn eher abstrakt ist. Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich…„Tja, nun, ich bin noch weit entfernt vom Sabber-Stadium. Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich nicht…
„Du kannst nicht … dividieren?“
„Selbst die einfachsten Rechnungen sind zu hoch für mich. Nenne mir zwei Zahlen und ich könnte dir nicht einmal sagen, welche größer ist.“
„Dafür bin ich inzwischen wirklich gut darin geworden, andere zu erkennen, die unter dem gleichen Zustand leiden wie ich.“
Die letzte Zuflucht eines schwindenden Intellekts. Während er sich auf seine Auslöschung vorbereitet, fokussiert er sich auf den Tod als Zustand und Thema.
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„Im Augenblick? Und später?“
„Idiotie, Paralyse und Tod.“
Der Hauch der Überalterung weht durch dieses Lied. Das Schlaflied eines verfallenden Körpers.
„Autsch.“
„Klingt nach einer wilden Fahrt.“
„Ja. Leider werde ich aufgrund der beschriebenen Wirkungen nicht in der Lage sein, alle Einzelheiten mit dir zu teilen.“
„Also eigentlich nicht anders als bei jedem anderen auch?“
„Ja. Nur etwas schneller.“ Er lächelt.
„Nein. Das ist doch lächerlich.“
„Nichts an mir wirkt sonderlich überzeugend auf dich?“
„Nichts. Überhaupt nichts. Ich durchschaue dich.“
„Tja. Wie schade. Und dennoch sind wir hier.“ Sein Blick ist unbeirrbar.
Er fordert dich heraus, weiter an ihm zu zweifeln.
„Jedenfalls wird es noch eine Weile dauern, bis ich tatsächlich abtrete, aber vielleicht werde ich schon bald gar nicht mehr wissen, was eine Person ist.“
Irgendetwas erkennst du unter all seinen Schichten, aber die Form ist zu vage, um sie zuzuordnen.
„Der Anzug. Der ist sehr überzeugend.“
„Danke. Eine gute Seite bleibt mir also noch.“ Sein Blick ist unbeirrbar.
„Diese gelassene Ausstrahlung ist wirklich gut, widerspricht aber etwas dem Ich-sterbe-an-einer-seltenen-Krankheit-Ansatz.“
„Danke. Das werde ich mir für meine Wiedergeburt merken.“ Sein Blick ist unbeirrbar.
„Du klingst so gleichgültig.“
„Meinst du das auf emotionaler Ebene, oder zeige ich noch nicht genug Spuren des neurologischen Verfalls?“
„Auf emotionaler Ebene.“
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„Du auch.“
„Ich bin froh, dass es etwas gibt, das mich aus dieser Welt kickt.“
„Wirklich?“ Sein Lächeln verrutscht nicht um einen Millimeter.
„Meine Krankheit kickt nicht wirklich. Es ist eher ein dahinschwinden. Nicht gerade geeignet, wenn man sich nach einem großen Finale sehnt.“
„Ich glaube nicht an Mitleid oder Milde. Insbesondere nicht einem selbst gegenüber.“
„Wirklich?“ Sein Lächeln verrutscht nicht um einen Millimeter.
„Okay, alles klar.“
„Wie dem auch sei. Der Tod – zumindest mein eigener – kommt mir noch immer eher abstrakt vor.“
„Ich fürchte, ich habe mich ausgeweint.“
Ein anderer, gelatineartiger Film belegt die Oberflächen seiner vorstehenden Augen. Niemals Tränen.
Die Drüsen sind schon vor einer Ewigkeit verkümmert. Die Zunge schnellt regelmäßig hervor, um die Sphären zu befeuchten.
„Wie sieht es auf neurologischer Ebene aus?“
„Da bin ich noch in der Phase der schrulligen Symptome. Irgendwann – niemand kann genau sagen, wann – wird es sehr plötzlich sehr schlimm werden.“
„Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich nicht mehr in der Lage bin, zu dividieren.“
„Gut. Ich würde meinen eigenen Tod auch nicht beweinen.“
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„Ach, das weißt du doch erst, wenn es so weit ist, oder?“
„Ich gebe zu, dass das Wissen zu Beginn eher abstrakt ist. Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich nicht mehr in der Lage bin, Zahlen zu dividieren.“
„Bist du dir da ganz sicher?“
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„Auf neurologischer Ebene.“
„Tja, nun, ich bin noch weit entfernt vom Sabber-Stadium. Im Augenblick bedeutet es vor allem, dass ich nicht mehr in der Lage bin, Zahlen zu dividieren.“
„Ist das ansteckend?“
„Nur für meine direkten Nachfahren, würde ich mich jemals fortpflanzen.“
„Du lügst doch. Komm schon, was hast du wirklich?“
„Keine Sorge, ich verstehe es auch wirklich überhaupt nicht.“
„Wie kommst du drauf, dass ich im Sterben liege?“
Alternative Formulierung
„Woher weißt du, dass ich bald sterben werde?“
Alternative Formulierung
„Warum denkst du, dass ich im Sterben liege?“
„Nenn es einen mitfühlenden Blick … Eine Verbundenheit mit Dingen, die einem selbst ähnlich sind.“
Sein Blick ist in etwa so einfühlsam wie ein medizinisches Gerät aus der Massenfertigung.
Hat er wirklich etwas an dir bemerkt oder versucht er nur, dir Angst einzujagen?
Der Geruch des nahenden Todes umgibt dich. Vielleicht nicht deinen eigenen.
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„Komm schon. Es muss doch irgendwelche Anzeichen geben, auf die du achtest?“
„Ein Humpeln oder einen Kolostomiebeutel kann jeder entdecken. Für die Beobachtungen, von denen ich spreche, braucht es einen aufmerksameren Blick.“
Er scheint dafür geboren zu sein, andere zu beobachten.
„Gestern zu Beispiel habe ich ein kleines Mädchen gesehen. Sie lächelte und wirkte in jeder Hinsicht fröhlich und gesund – aber trotzdem habe ich sofort und ohne jeden Zweifel gewusst, dass sie zu meiner Art gehört.“
„Wirklich?“
„Natürlich. Sie ist schon tot, da bin ich sicher.“
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„Und? Was hatte sie?“
„Woher soll ich das denn wissen? Das ist doch keine Frage, die man einem Kind stellen würde, oder?“
Er beobachtet nur. Das ist seine Natur.
„Ist das so dein Ding, andere Sterbende aufzuspüren?“
„Man könnte wohl sagen, dass es mein Ding ist, schätze ich. Zumindest ein Nebending.“
„Orte wie dieser sind wirklich gut. Diejenigen, denen nicht mehr viel Leben bleibt, sammeln sich oft in der Nähe von Schreinen, Kirchen … und Aero-Tram-Haltestellen“
Die Wartezimmer des Lebens.
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„Spürst du sie nicht? Die tiefe Verbundenheit zur Welt der Unheilbaren?“
„Ich spüre gar nichts.“
„Überhaupt nichts? Eigenartig. Trotzdem habe ich dich direkt bemerkt.“
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Jetzt. Richte den einfühlsamen Blick gegen ihn. Finde heraus, was er hat, das du ebenfalls haben willst.
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„Ja, nein, ich spüre sie auch. Die Resonanz. Irre.“
„Ich frage mich, was es ist, das wir beide gespürt haben. Rätselhaft.“ Er raucht lächelnd und wackelt bedeutungsschwer mit den Augenbrauen.
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„Du behauptest, du lägest nicht im Sterben und das glaube ich dir. Aber ich spüre eine so starke natürliche Resonanz, dass ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, dass du nicht auch zur Bruderschaft der Verdammten gehörst …“
„Ich spüre gar nichts.“
„Überhaupt nichts? Das ist besorgniserregend. Vielleicht solltest du das untersuchen lassen, es könnte ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt …“
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„Verdammt bin ich, aber im Sterben liege ich nicht.“
„Ah, ja, das würde es erklären.“
„Ja, nein, ich spüre sie auch. Die Resonanz. Irre.“
„Ich frage mich, was es ist, das wir beide gespürt haben. Rätselhaft.“ Er raucht lächelnd und wackelt bedeutungsschwer mit den Augenbrauen.
„Vielleicht spürst du dein eigenes, verzweifeltes Bedürfnis, eine emotionale Bindung aufzubauen.“
„Ja. Vielleicht.“ Er raucht unbeeindruckt weiter.
„Allerdings hast du meine Frage noch nicht wirklich beantwortet … liege ich richtig mit der Annahme, dass wir gleich sind?“
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„Ich glaube nicht, dass du irgendetwas in mir gesehen hast. Du hast einfach ins Blaue hinein geraten.“
„Das ist schon in Ordnung. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein, schließlich ist magisches Denken ein frühes Anzeichen der neurologischen Verfalls.“ Er lacht leise und nur für sich selbst.
„Sprechen wir über was anderes.“ (Zurück.)
„Warum nicht?“ Er nimmt einen weiteren Zug und die Glut huscht die schrumpfende Zigarette hinunter.
Du betrachtest ihn mit einem einfühlsamen Blick.
Du versuchst, die Verbundenheit mit dem Tod heraufzubeschwören, von der dein Gegenüber spricht, und betrachtest ihn: Seine unerschütterliche Präsenz, seine rhythmischen Züge an der Zigarette. Du suchst nach Anzeichen der Krankheit, die ihn verzehrt …
Plötzlich bricht die Erkenntnis über dich herein. Viel einfacher und tödlicher als jede Krankheit.
Er ist ein Statist.
Genauer gesagt ist er einer der Statisten deiner Feinde.
Du betrachtest deinen Feind noch mal genauer.
Hat man es einmal bemerkt, ist es offensichtlich – er ist kein einfacher Statist. Sondern ein hochrangiger Operant für das Weinende Auge.
Gut ausgebildet. Mit Blut an den Händen. Ohne jede Erfahrung mit der Kälte des Gefrierschranks.
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Daraus folgt noch ein weiterer Schluss, halb gefolgert, halb instinktiv …
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Die Hütte …
Der gefasste Mann war schon lange vor dir hier, am frühen Morgen. Er hat gearbeitet. Und währenddessen lag der gleiche unbeirrbare Ausdruck auf seinem Gesicht.
Die Winkel des Mundes zittern, während sie machtlos gegen die Lumpen anzittern, die sie ausfüllen und den Schrei in seiner Kehle ersticken.
Der Tag hat noch gar nicht begonnen und schon sind seine Hände klebrig vom Blut deines einstigen Statisten.
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Ignatz …
Karolina …
Eine Hand wischt unsanft das Erbrochene weg, das dein Gesicht bedeckt. Als dein Blick klarer wird, erkennst du das Gesicht, das im Traum nur verschwommen zu sehen war.
Das war er. Du hast seine Stimme bisher nicht erkannt.
Und er trug das gleiche, unbeirrbare Lächeln im Gesicht, als er Karolina die Hand in den Rachen rammte.
Seine Hände sind klebrig vom Blut deines Statisten.
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Wenn Karolina erfährt, dass er hier ist, war es das für deinen Trupp. Du darfst nicht zulassen, dass sie ihm begegnet.
Er wird Karo begegnen und ich kann nichts dagegen tun …
Im besten Fall verlierst du die Kontrolle über deine Statistin und sie setzt zu irgendeiner schlecht durchdachten Racheaktion an. Im schlimmsten Fall …
Verliert deine Statistin die Kontrolle über sich auf völlig unvorhersehbare Weise.
Die spektakuläre Explosion psychischer Kapseln mitten auf der Bühne. Tausende Monate voller Albträume, die sich auf einen Schlag entladen.
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Weiß er auch, wer ich bin?
Du schaust deinen Feind an, auf der Suche nach Antworten. Du erhältst ein hämisches Grinsen.
Er hat es von Anfang an gewusst.
Und wenn du entdeckt wurdest – dann wurden deine Statisten es ebenfalls.
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Weiß er auch, wer ich bin?
Wenn wir erwischt wurden, warum passiert uns dann nichts?
Im Geiste gehst du die Möglichkeiten durch.
Euch passiert sehr wohl etwas. Ihr spürt den Schmerz nur noch nicht.
Mein Trupp ist am Arsch. Ich habe sie wieder in eine Falle geführt …
Dann befreie dich aus der Falle.
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Atme.
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Was soll ich mit dieser Information anfangen?
Was kann ich überhaupt damit anfangen?
SCHALTE DEN GROSSEN LICH DES TECHNO-FASCHISMUS AUS.
„Also …“ (Weiter.)
„Ja? Du starrst mich jetzt schon eine ganze Weile mit einem äußerst wahrnehmenden Ausdruck an.“
Er weiß es, aber möglicherweise weiß er nicht, dass du das weißt. Diesen winzigen Vorteil kannst du dir vielleicht sichern.
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„Ich habe deine Arbeit in der Hütte gesehen.“
„Ich weiß, dass du Karolina gefoltert hast.“
„Ah … zumindest bist du besser informiert, als wir dir zugetraut hätten.“
Die widerstrebende Anerkennung deines Gegners ist das höchste Kompliment, auf das du hoffen kannst.
„Vergiss es.“
„Hat das ganze Gerede über den Tod dich verängstigt? Liegt es daran?“
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„Du bist einfach so wunderschön.“
„Bist du sicher, dass das das Wort ist, nach dem du suchst?“ Er lächelt dich an.
„Wie ist die Lage in La Luz?“
„Gut, gut.“ Er kommt nicht einen Moment aus dem Takt.
Er unternimmt keinen Versuch, die Schuld von sich zu schieben oder zu leugnen. Er nimmt alles auf sich wie einen Erdrutsch. Umfassend und ohne Reue.“
„Allerdings habe ich gehört, dass sich vielleicht bald Einiges ändern wird.“
Du sagst nichts.
Er lächelt und erwidert dein Schweigen und deinen Blick.
Ein Genie, wenn es darum geht, Schmerzen zuzufügen.
Er war direkt vor meiner Nase. Deshalb bringe ich meinen Freunden den Tod …
Er war direkt vor meiner Nase. Deshalb bringe ich meinen Freunden den Wang …
Das macht keinen Unterschied. Nur noch jemand, der ausgeschaltet werden muss.
Er ist aus demselben Grund hier wie ich.
Du starrst ihn mit einem Blick an, der ihm bis ins Innerste der Seele vordringen soll, doch er schaut dich einfach unbeeindruckt, gelassen und gefasst an.
„Ja?“ Ein Lächeln wandert über seine ruhigen Züge.
„Ich habe den Eindruck, dass du nicht ganz ehrlich mit mir bist.
„… Hast du den?“ Ganz langsam hebt sich eine Augenbraue.
„Ja, den habe ich.“
Er lächelt und lässt deine Worte in der Luft hängen, fügt ihnen aber nichts hinzu.
Verzweigung
„Ja, was ist denn?“
„In dir steckt mehr, als man auf den ersten Blick sieht, 'Sterbender'.“
„Das ist die neurodegenerative Erkrankung. Aber keine Sorge –“
„Bald wird sie deutlich zu sehen sein.“
Verzweigung
Du betrachtest deinen Feind.
Er schiebt sich eine dunkle Haarsträhne hinters Ohr und zieht langsam an seiner Zigarette.
Verzweigung
„Wir sehen uns auf der Bühne.“ [Du gehst.]
„Wir stehen längst darauf. Und ich sehe dich ganz deutlich.“ Er atmet den Rauch durch die Nase aus und wendet sich ab.
Verzweigung
Verzweigung
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Ende dieses Zweigs
„Tja, viel Glück.“ [Du gehst.]
„Dir auch. Ich hoffe, du findest, wonach du suchst.“ Er lächelt dich an und lässt wie ein Drache Rauch aus seinen Nasenlöchern aufsteigen.
Du sagst nichts und bewegst dich. [Du gehst.]
„Wir sehen uns.“ Rauch steigt ihm aus der Nase, während er dir nachsieht.
Verzweigung
Verzweigung
„Zähle die dir bleibenden Stunden. Wir sehen uns bald.“ [Du gehst.]
„Das versuche ich zu vermeiden. Sie sagen immer, in meinem Zustand sollte man positiv denken.“
Verzweigung
In letzter Sekunde auch noch die kleinste Chance auf Verschwiegenheit verspielt. Du bist jetzt in jeder möglichen Hinsicht ohne Deckung.
„Wir sehen uns auf der Bühne.“ Er nickt dir zum Abschied zu.
„Ich halte eigentlich nicht viel von Folter, aber für dich werde ich eine Ausnahme machen.“
„Ach, wirst du das?“ Unbeeindruckt.
„Heute ist der letzte Tag deines Lebens.“
„Ein Eilverfahren! Wunderbar.“
„Du kranker Scheißkerl.“
„Wie emotional. Das ist auf der Bühne nicht gut, weißt du? Es macht … angreifbar.“
Verzweigung
„Nichts. Rein gar nichts.“
Der Mann lächelt dich an und zieht ein weiteres Mal an seiner Zigarette.
Verzweigung
Verzweigung
„Ja?“ Dein Feind wirft dir einen gespielt gelangweilten Blick zu.
Verzweigung
„Ja?“ Der Mann wirft dir einen gelangweilten Blick zu.
„Schöner Tag heute.“ Der Mann nickt dir zu.
„Die Frage wirkt jetzt vielleicht etwas seltsam, aber … bist du möglicherweise krank?“ Er nimmt einen langen, knisternden Zug.
Verzweigung
Diese Stimme. Aus irgendeinem fernen Winkel deiner Erinnerungen weht sie dir zu.
Das Gesichtsarchiv liefert keine Treffer, aber die Stimme …
Woher kenne ich sie?
Aus Karolinas Albträumen.
Eine Hand schlägt das Erbrochene weg, das dein Gesicht bedeckt. Zwar ist er in Albtraum nur undeutlich zu sehen, aber er starrt dich ruhig lächelnd an.
In seinem Blick liegt eine natürliche Intensität. Die Augen, die dich einschätzen, verrichten ihre Aufgabe kalt, unverhohlen und mit ehrlicher Neugier.
Er trägt das gleiche unerschütterliche Lächeln.
„Stimmt etwas nicht? Ich wollte nur wissen, ob du unheilbar krank bist. Tut mir leid, wenn dich das vor den Kopf stößt …“
Verzweigung
Das ist er. Du sprichst mit dem Mann, der deine Statistin eigenhändig gefoltert und ihren Geist zerstört hat.
Verzweigung
Sie kommt mir vor wie aus einem Traum …
Nicht aus einem Traum. Aus Karolinas Albträumen über die Folter.
Eine Hand schlägt das Erbrochene weg, das dein Gesicht bedeckt. Zwar ist er in Albtraum nur undeutlich zu sehen, aber er starrt dich ruhig lächelnd an.
Der Klang seiner Stimme ruft ein tief verwurzeltes, instinktives Unbehagen hervor.
In seinem Blick liegt eine natürliche Intensität. Die Augen, die dich einschätzen, verrichten ihre Aufgabe kalt, unverhohlen und mit ehrlicher Neugier.
Wollte er statt 'krank' … vielleicht 'krass' sagen? Wie du und deine Truppe?
Verzweigung
„Das stimmt – die Frage ist wirklich seltsam.“
„Tut mir leid“, sagt er, obwohl es ihm kein bisschen leid tut.
„Ich liege im Sterben, weißt du? Seitdem habe ich einen gewissen … Blick für unheilbare Krankheiten entwickelt.“ Ein Lächeln tänzelt über sein Gesicht.
Dieser Mann ist kerngesund. Irgendetwas stimmt mit ihm allerdings ganz und gar nicht.
„Ich liege im Sterben, weißt du? Seitdem habe ich einen gewissen … Blick für unheilbare Krankheiten…„Ganz genau. Und seit ich von meinem bevorstehenden Tod erfahren habe, habe ich ein gewisses … Gespür für…„Seit ich von meinem bevorstehenden Tod erfahren habe, habe ich allerdings ein gewisses Gespür für unheilbare…„Ich für meinen Teil werde ohne jeden Zweifel sterben und seit ich von meinem bevorstehenden Tod erfahren…
Er liegt nicht im Sterben, er ist längst tot.
Verzweigung
„Eine Art Gespür?“
„Ja. In neun von zehn Fällen liege ich richtig. Ein glücklicher Sieger.“ Er blinzelt langsam.
Krank bist du nicht, aber der Tod umgibt dich von allen Seiten. Vielleicht ist das das Gleiche.
Er strahlt tiefgreifende Gleichgültigkeit aus.
„Also, wie sieht's aus? Bist du ein weiterer unheilbarer Fall oder nicht?“
„Und du denkst, dass ich ebenfalls im Sterben liege?“
„Ich habe nur gefragt.“ Er lächelt dich unschuldig an. „Aber ich habe so meinen Verdacht.“
„Nein … Warum?“
„Es tut mir wirklich leid, aber … ganz sicher?“
„Das Leben ist eine Krankheit, an der wir alle leiden.“
„Oh, da bin ich absolut deiner Meinung. Aber einige von uns werden sich länger damit herumschlagen müssen als andere.“
„Ich werde in, ach … drei oder vier Jahren davon geheilt sein, wenn man den Ärzten Glauben schenkt.“
„Moment, du wirst in drei oder vier Jahren sterben?“
„Ganz genau. Und seit ich von meinem bevorstehenden Tod erfahren habe, habe ich ein gewisses … Gespür für unheilbare Krankheiten entwickelt.“ Ein schnelles Lächeln.
„Glückspilz.“
„Ach, irgendwann haben wir alle Glück …“
„Seit ich von meinem bevorstehenden Tod erfahren habe, habe ich allerdings ein gewisses Gespür für unheilbare Krankheiten entwickelt.“ Ein Lächeln tanzt über seine Züge.
„Ärzten sollte man grundsätzlich keinen Glauben schenken. Die meisten von ihnen sind verrückt.“
„Sie sind die Ingenieure des Lebens und des Todes, das muss eine Berufskrankheit sein. Allerdings liegen sie auch oft richtig.“
„Ich für meinen Teil werde ohne jeden Zweifel sterben und seit ich von meinem bevorstehenden Tod erfahren habe, habe ich ein gewisses Gespür für unheilbare Krankheiten entwickelt.“ Ein Lächeln tanzt über seine Züge.