Verzweigung
Versuchen wir, es zu vergeigen?
Was?
Was, „was“? Mit diesem planlosen Herumgehampel ist Schluss.
Das Gefängnis. Es ist direkt unter den Füßen der Gäng.
Verzweigung
Du schaust dir die Schreibtische an.
Schlicht, unauffällig, übersät mit Papieren und Büchern. Die Art von Schreibtischen, die man hier erwarten würde.
Die Beine sind am Boden festgeschraubt. Welche Art von Lyrikzeitschrift macht so was?
Die Schränke auch.
Verzweigung
Du wirfst einen Blick auf die Redakteurin.
Die junge Frau ist in ihre Arbeit vertieft.
Die kleine Scheinheilige. Die Gäng kann sie nicht ausstehen.
Ihr Blick verweilt auf dem Dokument vor ihr, aber er ist gezwungen. Sie will dich im Auge behalten.
Verzweigung
Was ist mit der Chefredakteurin?
Die Frau steht da, als gehöre sie hierher.
Sie scheißt sich in ihre teuren Hosen und merkt es nicht einmal. Die zweitgrößte Närrin im Raum.
Verzweigung
Du schaust dir den Boden an.
Die Dielen sind gut gepflegt. Flache, sich kreuzende Kratzer zieren die Oberfläche.
Haben wir vergessen, wie Kratzspuren aussehen? Einige äame Schweine wurden hier durchgeschleift.
Mist. Das hätte ich fast übersehen. (Abschließen.)
Nee, die Gäng hätte das nicht zugelassen. Wir treten vor. Wir passen auf unsere Leute auf. Immer.
Aber warum jetzt?
Ich kann nicht aufhören, verdammte Fragen zu stellen, auch wenn die Antwort unangenehm ist.
Ich will es wissen.
Denn wenn die Gäng das versaut, landen wir wieder im Gefrierschrank. Wir sagen uns jeden Tag „nein“. Keine Pillen. Keine Kugeln. Keine Rasierklingen.
Wenn es wieder passiert, zieht die Gäng den Stecker – sofort. Wollen wir das?
Nein.
Gut. Immer daran denken: Die Gäng handelt gemeinsam. Jetzt wachsam sein oder du wirst erwischt.
Verzweigung
Ende dieses Zweigs
Auf keinen Fall.
Vergiss es. Machen wir weiter.
Immer.
Pssst, ich bin am Ermitteln.
Und was für einen beschissenen Job die Gäng macht.