Verzweigung
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„Verpiss dich, Tigerschlampe.“
Er lehnt sich über die Maschine und legt eine Hand auf Karolinas Arm.
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Ende dieses Zweigs
Er lehnt sich über die Maschine und legt eine Hand auf Karolinas Arm.„Raus aus meinem Kino!“„Tut es nicht. Hau ab und bleib weg.“„Verpiss dich.“„Fotze.“„Bitte“, sagt er ganz leise zu deinem Rücken.„Scheiße“, er deutet auf sich selbst, „Fliege.“ Er deutet auf dich. „Ich bin sicher, dass du wiederkommst.…„Ja, ja, ist mir klar. Aber ich beobachte dich!“„Da bin ich mir sicher. Wirst hier rumschwirren wie die Schmeißfliege, die du bist.“„Denk daran, was ich gesagt habe, ja? Sei vorsichtig.“„Hoffentlich geht’s dir 'prächtig', Tigerfotze“, spuckt er.„Ja.“
„Ich habe alles gehört, als du sie abgewiesen hast. Ich hab verdammt noch mal gewusst, dass du 'nen Scheiß tun würdest.“
„Vielleicht tue ich noch 'nen Scheiß, also pass auf.“
„Raus aus meinem Kino!“
„Tut mir leid.“
„Tut es nicht. Hau ab und bleib weg.“
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„Verpiss dich.“
„Tu das verdammt noch mal nicht“, flüstert er.
Karolinas Brust hebt und senkt sich. Ihre blauen, hauchdünnen Augenlider zucken.
Sie schläft zum ersten Mal seit Monaten, vielleicht Jahren, richtig. Eure Stimmen werden sie nicht aufwecken.
„Karolina wird schon. Du musst ihr vertrauen.“
„Ich vertraue dir nicht!“
Karolina reckt sich und dreht sich um. Sie vergräbt ihr Gesicht in der Seite seines Oberschenkels.
Seine Finger fahren reflexartig durch ihr Haar. Stumpfe Nägel, die sanft über ihre Kopfhaut kratzen.
„Red ihr das aus. Auf dich hört sie.“
„Mach weiter. Viel Spaß dabei, ohne sie 'aufzublühen'.“
„Das werde ich verdammt noch mal nicht und das weißt du auch.“
Karolina wimmert im Schlaf.
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„Willst du, dass ich bettle?“ Er zischt vor Wut. „Muss ich kriechen? Was zur Hölle muss ich tun?“
„Sag 'bitte'.“
Er starrt dich an – ausnahmsweise ist er sprachlos.
Etwas in ihm zerbricht.
„Komm schon. Sag 'bitte'.“
„Bitte.“
„Wow, ich hätte nicht gedacht, dass du es wirklich tust.“
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Seine Augen folgen dir, als du dich abwendest.
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Strähnen ihres langen, dunklen Haars fallen zwischen seinen Fingern hindurch, als er seine Hand wegzieht.
„Fotze.“
Umdrehen. Anhalten. Gnade.
„Bitte“, sagt er ganz leise zu deinem Rücken.
„Dein Vater wäre so enttäuscht.“
Du sagst nichts. Du gehst einfach.
„Ich bin mir sicher, ihr kriegt das irgendwie geregelt. Ich muss gehen.“ [Du gehst.]
„Lass sie sich einfach ausruhen.“ [Du gehst.]
„Vielleicht kannst du ja einen Film daraus machen.“
„Ich will keinen Film machen. Ich will Karochka.“
„Ich denke, das sollte Karolina selbst entscheiden.“
„Du weißt, wofür sie sich entscheiden wird!“
„Ich kann es versuchen. Aber ich glaube nicht, dass sie das tun wird.“
„Sie wird sterben. Das weißt du, oder?“
„Ich brauche sie.“
„Tust du nicht! Ich weiß es! Sie hat mir gesagt, dass du einen ganzen Trupp hattest. Hol dir stattdessen die.“ Er schüttelt den Kopf. „Ob die sterben, ist mir scheißegal.“
„Das ist eine Sache zwischen dir und K, nicht meine.“
„Nein, es ist nicht deine Sache, es ist deine Schuld.“
Du sagst nichts.
„Was?“
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„Du handelst doch mit Tonträgern, kannst du mir irgendetwas hierzu sagen?“ (Du zeigst ihm die rote Disc.)
„Ultra Violeta, heilige Scheiße. 'Du, aber aus einem Traum' ist allerdings unveröffentlicht – entweder hast du musikalisches Gold gefunden oder jemand spielt dir einen Streich.“
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„Lass mich zu Karolina. Ich kann ihr helfen.“
„Auf keinen beschissenen Fall.“
Jetzt hat er ein bisschen Angst vor dir.
„Ich bin nicht wegen der Arbeit hier, ich will nur K. sehen.“
„Versuch den anderen Ansatz, ich hör die Glöckchen läuten. Die Kraft der Freundschaft zieht bei mir nicht, weil ich keine Freunde habe.“
„Es ist mir scheißegal, wie cool die geheimen Sachen sind, die du machst. Es ging ihr richtig mies, jetzt ist es etwas besser, aber immer noch beschissen. Wenn sie dich sieht, müssen wir vielleicht wieder ganz von vorne anfangen.“
Unter seiner selbstironischen Fassade schlummert etwas Ernsthaftes – einfühlsam, liebend, hoffnungsvoll.
„Es ist mir scheißegal, wie cool die geheimen Sachen sind, die du machst. Es ging ihr richtig mies, jetzt ist…„Das kannst du dir in den Arsch schieben. Dein Ehrenwort ist keinen Scheiß wert.“„Ich bin der Sohn von Nestor dem Herrlichen, glaubst du ernsthaft, du köderst mich mit krank? Ich habe mehr…„Du antwortest ehrlich? Bisschen spät, findest du nicht?“ Er dreht seinen kleinen Roller. „Es geht ihr gerade…
Und darunter schlummert der Teil, der unbedingt alle grausamen Einzelheiten dieser Geschichte hören will.
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„Es ist im Allgemeinen keine gute Idee, 'nein' zu mir zu sagen. Ich komme damit nicht gut klar.“
„Ich erzittere in meinen beschissenen Tennisschuhen für 600 Sol.“
„Das ist ziemlich kontrollierend von dir.“
„Ich kontrolliere ja nicht sie, sondern dich. Woher soll ich wissen, dass du nicht hier bist, um sie wieder in irgendeine kranke Scheiße reinzuziehen?“
„Das bin ich nicht, großes Indianerehrenwort.“
„Das kannst du dir in den Arsch schieben. Dein Ehrenwort ist keinen Scheiß wert.“
„Die Kränkeste. Lass mich rein, dann erzähle ich dir mehr darüber.“
„Ich bin der Sohn von Nestor dem Herrlichen, glaubst du ernsthaft, du köderst mich mit krank? Ich habe mehr kranke Scheiße gesehen als zehn von deiner Sorte. Das würde dich umhauen.“
„Ehrlich gesagt hatte ich das vor – aber jetzt weiß ich, dass sie in Schwierigkeiten steckt, und will ihr einfach nur helfen.“
„Du antwortest ehrlich? Bisschen spät, findest du nicht?“ Er dreht seinen kleinen Roller. „Es geht ihr gerade etwas besser, aber wenn sie dich sieht, müssen wir vielleicht wieder von vorne anfangen.“
„Du hast recht, ich hab's verkackt. Ich bin hier, um die Sache wiedergutzumachen.“
„Ach ja? Woher soll ich wissen, dass du nicht hier bist, um sie wieder in irgendeine kranke Scheiße reinzuziehen?“
„Dr. Hugo hat mich gebeten, nach seiner Tochter zu sehen.“
„Wieso, hat er unsere Adresse vergessen? Hat er Angst vorm alten Septimus? Angst davor, dass ich ihm sage, was für ein beschissener Vater er ist, ich wette drauf.“
Ein bisschen Gewicht hat das noch.
„Also gut. Scheiß drauf. Geh halt und sieh selbst, was deine 'Mentorschaft' ihr angetan hat. Erzähl alles schön brav Dr. Papi.“
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„Wie kann ich mit ihr reden? Sie ist völlig verkabelt.“
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„Erst drohst du mir und dann bittest du mich um Hilfe, ja? Stürmst in mein Kino, machst mich zum Obst und dann verlangst du meine Unterstützung? Pah, also gut. Aber nur, weil ich Angst habe, dass du das sonst wieder machst.“
„Unten rechts auf der Konsole gibt es einen Knopf mit der Aufschrift 'VERBINDEN'. Den musst du drücken.“
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„Heilige Scheiße, Tigerschlampe. Unten rechts auf der Konsole gibt es einen Knopf mit der Aufschrift 'VERBINDEN'. Den musst du drücken.“
„Was zur Hölle ist das da hinten alles?“
„Hast du dir alles schön angesehen? Deinen Spaß gehabt?“
„Das ist überhaupt nicht spaßig für mich. Ich werde von Selbstverachtung aufgefressen.“
„Ja, so sollte es sein.“
„Sie ist mit jeder Menge diabolischer Geräte verdrahtet.“
„Nichts daran ist diabolisch, das Zeug ist krass. Es kann Träume, Raubkopien, mehrteilige DAUs und Video-Wiedergabe mit 576p.“
Keine Spur von überheblicher Selbstsicherheit – nur ehrlicher Stolz.
„Karochka hat die Maschine selber gebaut. Schau dir mal die Zeichen auf der Ausrüstung an – die sind alle von ihr. So etwas sollte nicht mal möglich sein.“
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„Hast du meine Karolina zu einem Augmentoiden gemacht?“
„Also erstens ist sie meine Karolina. Und zweitens ist das alles verdammt noch mal ihre Maschine. Ich mach hier gar nichts.“
Ich zeige diesem schlaksigen Arschloch, dass wir es ernst meinen.
Sieh auf dieses Arschloch herab und zeig ihm, dass er unter uns steht. Die Gäng ist gewaltig.
Septimus bemerkt den Blick in deinen Augen und verändert seine Haltung, sodass sein Gewicht auf seinem hinteren Fuß ruht.
Ein Backpfeifengesicht. Es schreit nach deiner Faust.
Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass jemand ihm auf diese Weise droht.
„Was? Was glotzt du mich so an? Du willst dir doch keinen beschissenen Kampf mit mir liefern.“
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Du ziehst deine Waffe.
„Wow! Hey, immer langsam mit den jungen Pferden, Tigerschlampe. Ich wusste nicht, dass du so tickst. Scheiße. Also gut. Beruhig dich.“
„Ich will weder dir noch K schaden. Lass mich durch.“ (Du steckst die Waffe weg.)
„Alles klar, die Botschaft ist angekommen, hängt ganz zentral an der Infotafel in meinem Hirn.“ Er hebt beide Hände.
„Nur eine Sache, ja? Ehe du nach hinten gehst. Steck mir diese Knarre in den Mund. Und entsichere sie. Ich will nur wissen, wie sich das anfühlt.“
Hmmm. Eine leckere Waffe.
Speichel? In deinem Lauf? Wer weiß, wo dieser Mund überall war?
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Du steckst ihm die Waffe in den Mund.
Er schließt die Augen, als der Lauf seine Lippen passiert. Du spürst, wie die Anspannung aus seinem Körper weicht.
Ein Psychologe würde das vielleicht als Nebeneffekt der Tatsache beschreiben, seit frühester Kindheit das Ziel gewalttätiger Ablehnung gewesen zu sein.
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„Ich hoffe, da unten ist alles schlaff.“
„Mhm.“ Er zieht sich zurück und blinzelt. „Warum musstest du den Moment ruinieren? Scheiße. Nein, das kannst du nicht kaputt machen. Davon werde ich wochenlang zehren. Geh ruhig, Karochka ist da drin. Ich werde aber zuhören, also keine komische Scheiße.“
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„Mhm.“ Er zieht sich zurück und blinzelt. „Warum musstest du den Moment ruinieren? Scheiße. Nein, das kannst…„Scheiße, Tigerschlampe.“ Er blinzelt und zieht sich zurück. „Mir war ja klar, dass du irgendein Freak sein…„Beweg dich, beweg dich. Blöde Korinthenkackerin. Scheiße.“„Ach was zur Hölle. Zeig halt mit einer Waffe auf ihn, alles cool, droh, ihn zu erschießen – aber wenn es ihm…
„Das reicht.“
„Wie fühlt es sich an, zu sterben, Baby?“
„Hmmm“, stöhnt er in den Lauf, „Hmmhmm.“
Der Stoff seiner viel zu großen Shorts bewegt sich.
„Scheiße, Tigerschlampe.“ Er blinzelt und zieht sich zurück. „Mir war ja klar, dass du irgendein Freak sein musstest. Aber keine kranke Scheiße mit Karochka, ja? Sie ist da drin.“
„Hier kommt das Flugzeug.“ (Du steckst ihm die Waffe in den Mund.)
„Hmmm. Hm.“ Er schließt die Augen. „Hmmm.“
„Nein. Beweg dich.“
„Beweg dich, beweg dich. Blöde Korinthenkackerin. Scheiße.“
„Was? Igitt, nein.“
„Ach was zur Hölle. Zeig halt mit einer Waffe auf ihn, alles cool, droh, ihn zu erschießen – aber wenn es ihm gefällt, das ist dann ein Schritt zu weit. Du bist doch krank, Alte.“ Er schüttelt den Kopf. „Karochka ist da hinten, aber keine komische Scheiße mit ihr, klar?“
„Beweg dich.“ (Du hältst ihm die Waffe ins Gesicht.)
„Ist ja gut, ich sage ja, dass es gut ist. Du hast mich besiegt, Scheiße.“ Er grinst.
„Nur eine Sache, ja? Für den armen kleinen Septimus? Den armen, geschlagenen, unterlegenen Septimus? Steck mir diese Knarre in den Mund. Und entsichere sie. Ich will nur wissen, wie sich das anfühlt.“
„Ja, das bin ich.“
„Okay, gut. Also … Scheiße.“
Er wippt leicht auf den Fußballen und denkt über einen Kampf nach.
„Scheiße! Also gut, verdammter Mist, du kannst rein, aber … ich höre zu, ja? Keine komische Scheiße.“
„Danke.“
„Pff, klar.“
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„Ich tue, was ich will.“
„Ja, ja, du hast gewonnen, bist ein richtig harter Kerl. Wir müssen uns nicht die Slow-Mo-Wiederholung ansehen.“
„Ich will das nicht, aber ich werde es tun.“
„Tja, nun. Ich will das auch nicht. Also … Scheiße.“
Du sagst nichts und schlägst ihn einfach.
Deine Faust findet seinen Kiefer. Knochen auf Knochen. Die dünne Schutzschicht aus Haut kann nichts gegen das ausrichten, was sich darunter befindet. Er rudert überraschend anmutig zurück.
Er steckt nicht zum ersten Mal so einen Schlag ein. Nicht mal ansatzweise.
Das hast du davon, du Nutte!
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Du versuchst, dich vor ihm aufzubauen, aber irgendetwas in deinem Körper wehrt sich dagegen und schreckt davor zurück, eine so jämmerliche Gestalt einzuschüchtern.
„Ich will dir nicht wehtun.“
„Und das wirst du auch nicht, dafür hast du nicht die Eier. Die Titten meine ich. Was auch immer Frauen halt so haben.“
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Wieder lehnt dein Körper sich auf. Es ist, als würde man ein Kaninchen zwischen einem Bulldozer und seinem Bau stehen sehen. Zu einfach. Zu tragisch.
„Wie wäre es mit 10 Sol?“
„Ich bin doch kein Zuhälter, der die Aufmerksamkeit seiner Frau für 10 beschissene Sol verkauft!“
„Ich bin hier, um zu helfen.“
Er ist ein erwachsener Mann, der sich wie ein Teenager kleidet und verhält. Unter all der schützenden Angeberei und dem Geschwafel gegen das System ist das meistgehasste Kleinkind in Portofiro machtlos.
Er kann ihr nicht helfen. Er ist müde.
„Niemand in diesem Beruf bleibt auf lange Sicht ganz richtig im Kopf. Das ist eine Art Übergangsritual.“
„Hast wohl viel Zeit damit verbracht, die Leute, die du reingeritten hast, aus der Scheiße zu ziehen, was? Im Laufe deiner langen, ruhmreichen Karriere als fouineur de merde?“
Eine alte, abwertende Bezeichnung für Spione.
Das muss er aufgeschnappt haben, als sein Vater eine seiner typischen Reden geschwungen hat.
„Du sagst doch andauernd, es sei meine Schuld. Dann lass mich auch die Verantwortung dafür übernehmen.“
„Du wusstest doch, dass sie am Ende sein würde, als sie hierherkam. Auch wenn du nicht wusstest, wie es dazu gekommen ist.“ Er schüttelt den Kopf. „Sie redet die ganze verdammte Zeit von dir, das weißt du doch auch?“
Andauernd?
„Nur als kleine Vorwarnung, ich habe alles versucht. Blumen, Stimulanzien, Gras, die Missionarsstellung, ein Armband mit ihrem Namen … nichts hilft.“
Scheiße, er hat wirklich alles versucht.
„Sie ist da hinten, sieh mal, ob du mit ihr reden kannst. Aber wenn du ihren Zustand schlimmer anstatt besser machst, komme ich dich holen, kapiert?“
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Dieser schlaksige Schwachkopf hat keine Ahnung, was du und K durchgemacht haben. Gepflegte Hände, kerngesunde Knie und ein kerzengerader Rücken – er musste keinen Tag seines bequemen Lebens leiden.
„Du verstehst nicht, was in Karolina vorgeht. Du hast das nicht selbst erlebt – ich schon.“
„Oh! Ach, stimmt ja, tut mir leid.“ Er bläht die Nasenflügel. „Ich bin ja nur ein verweichlichter reicher Junge, ein verwöhnter Bengel, natürlich kann ich das nicht begreifen. War mir entfallen!“
Er schlägt sich mit der flachen Hand gegen die Schläfe und das mit ziemlicher Wucht.
„Du hast deine Freundin sicher schon oft in den Armen gehalten, wenn sie nachts schreiend aufgewacht ist, ja? Wenn sie schwitzt und ins Bett macht und kotzt, weil sie so sehr weint?“
Die Gäng kann sich zusammenreißen – wahrscheinlich übertreibt er, damit du ein schlechtes Gewissen hast.
„Klingt, als würde es weit über das hinausgehen, womit du fertig wirst.“
„Ja, ja! Aber wir kriegen es hin!“ Sein Kopf zuckt in einem manischen Nicken. „Wir kommen zurecht, verdammt noch mal!“
„Du weißt also, wie es ist, mit einer Spionin zusammen zu sein? Einerseits willst du allen erzählen, wie hardcore sie ist, aber andererseits darfst du's keinem erzählen. Also sehen alle anderen nur, wie verdammt kaputt sie ist, wenn sie sie ansehen.“
Das ist nicht deine Schuld. Die Risiken waren eben vorhanden. Das ist nicht deine Schuld.
Deine Schuld. Irreparabel. Am Arsch.
Er stellt die Beine weiter auseinander und nimmt eine Haltung ein, in der er den Türrahmen so weit wie möglich ausfüllt. Eine Barriere zwischen dir und Karolina.
Du willst sie? Dann brich durch.
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„Es tut mir leid … so schlimm ist es? Das habe ich nicht gewusst …“
„Ja ist es, verfickt noch mal.“
„Das ist okay, ich weiß, wie es ist, wenn man durchdreht. Wenn sie eine Therapie braucht, kann ich ihr helfen. Ich hatte unzählige Therapiestunden. Die werde ich einfach kopieren.“
„Verpiss dich. Glaubst du, ich hätte meine Zeit bei den Seelenklempnern nicht abgesessen? Das bringt überhaupt nichts.“
Scheiße. Das klingt mies. Ein tragischer Tag für die Gäng.
„Du hast Karolina dazu angestiftet, Raubkopien anzufertigen?“
„Deine Vision ist extrem engstirnig. Diese Fälscherei, so mies sie auch ist, ist nur Phase eins – Psycho-Marktforschung und Kapitalbildung.“
Übersetzung: Sie haben weder Ideen noch Geld.
„Okay, ich spiele mit. Was ist Phase zwei?“
„Original-Features, du offensichtliche Schlampe. Septimismo Productions. Skkkkkrrrt.“ Er macht ein Geräusch, während er das Mini-Skateboard über seinen Ellbogen grinden lässt.
„Ich werde diesen Laden verdammt noch mal auch auf Vordermann bringen. Ein echtes Studio draus machen. Hier werden ständig Produzenten, Groupies, Mönche und so ne Scheiße rumhängen.“
Die Vorstellung der ewigen Abhäng-Session im Studio ist in seinem Kopf deutlich lebendiger als jegliche 'Produktion', die dort jemals stattfinden könnte.
„Dann kommt Phase drei: Jugendbewegungen, eine 24/7-Partyszene, Streetwear-Labels, gutes Koks.“ Ein reflexartiges Schniefen.
„Das klingt echt ambitioniert.“
„Na los, sag schon, dass du nicht glaubst, dass ein Stück Scheiße wie ich das hinbekommt.“
„Und Karolina ist mit diesem Plan einverstanden?“
„Sie ist der verdammte Kopf dahinter. Sie ist der Herz-Gehirn-Kleber, der alles zusammenhält.“
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„Karolina hat mir erzählt, dass ihr gemeinsam an einem Skript arbeitet?“
„Skripte.“ Er betont das 'e'. „Mehrere.“
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„Was sind deine Einflüsse?“
„Das Leben, Tigerschlampe. Unsere gemeinsame, unerklärliche Sucht nach Melancholie, die mondänen Stiche des Menschseins, der eine oder andere Hauch von Gefahr und der Schauder der Sünde …“
„Dämlicher Übermut, frei von Zurückhaltung und Geschmack … wundersame Einblicke in die unsichtbare Welt!“
„Und, du weißt schon, andere Filme und solche Kacke.“ Er kratzt sich am Kiefer.
„Wie weit seid ihr?“
„Wir stecken bis zum Hals in der Vorproduktion. Wir haben eine Konzepttafel. Wir visualisieren. Ich habe ein paar Mixtapes am Laufen, um das auditive Milieu abzustecken.“
Sie haben noch kein Wort geschrieben.
„Weißt du, ich schreibe selbst.“
„Ach ja?“ Er schaut dich über seine Sonnenbrille hinweg an. „Was für ein Genre?“
„Poesie. Unveröffentlicht.“
Alternative Formulierung
„Poesie. Meine Arbeit wird bald in einem prestigeträchtigen lokalen Magazin veröffentlicht.“
„Oh, die Balaclava-Bitch ist eine verschissene Vers-Meisterin.“ Er wedelt mit der Hand hin und her, als würde er einen Zauber wirken.
„Wenn das eine Einladung zu einem Feature sein sollte, Anfrage abgelehnt. Karochka und ich sind exklusiv.“
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„Entschuldigungskarten.“
„Soll das irgendein trauriger Witz sein? Weil mich das für dich echt traurig macht, nicht, weil es ein guter Witz wäre.“
„Spionage.“
„Cool. Kann ich dein Zeug mal lesen?“
„… Vielleicht.“
„Was hat es mit den Siegeln da hinten auf sich?“
„Krass, oder? Runenskript. Uralt. Keine Ahnung, wo sie den Scheiß her hat.“
„Glaubst du an den ganzen Hui-Buh-Quatsch?“
„Ich glaube, dass sie denkt, dass der Hexen-Scheiß funktioniert, das reicht mir.“
Vielleicht ist das alles nur in ihrem Kopf. Vielleicht liegt wirklich neue Energie in den Kabeln … Jedenfalls passiert irgendwas, und das ist echt abgefahren.
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„Sie lässt sich auf mächtige Magie ein. Das könnte gefährlich sein …“
„Ein bisschen Salz, ein paar Schlenker in den Schweißnähten und ein paar Haare. Und ich weiß nicht mal, ob die Haare irgendwas Okkultes sind, oder ob sie nur einen Teil von sich in das Ding miteinbringen will. Ihr riesiges, furchtbares, blinkendes Baby.“
„Inwiefern ist sie der Kopf des Ganzen?“
Alternative Formulierung
„Wie genau ist K der Kopf des Ganzen?“
„Ich besorge ihr die Videos und die Platten, sie konvertiert die Formate, fertigt die Kopien an, nimmt Anpassungen vor …“
„Cool.“
„Und sie hat sich das alles selbst beigebracht. So richtig cool.“
Ein Hoffnungsschimmer. Vielleicht ging es ihr auch ohne dich gut. Vielleicht hat sie sich selbst gefunden.
„Und … was genau machst du?“
„Sobald Karochka fertig ist und die Datenträger sich auf der örtlichen Hardware abspielen lassen, verkaufe ich sie zurück an den Basar.“ Er macht eine auslandende Geste in den Raum hinein. „Und zu Hause sorge ich für die At-mo-sphä-re.“
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„Woher bekommst du die Materialien?“
„Ich hab 'ne Abmachung mit den Bootsleuten.“ Er zieht die Nase hoch.
Ein feiner Nährstoffkreislauf schließt sich und die Kultur verdaut sich selbst.
„Dann kennst du bestimmt Tempo del Sur.“
„Nur dem Namen nach. Der große Fisch ist Petres Problem, nicht meins.“
Er hat keine Ahnung davon, wie viele Bereiche seines Lebens du berührt hast.
Karolina hat ihm nie erzählt, dass Tempo ebenfalls einer deiner Statisten war.
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„Nur, damit du's weißt. Tempo ist tot. Das Weinende Auge hat ihn getötet.“
„… Scheiße.“
Alternative Formulierung
„Sie haben den großen Fisch kalt gemacht?“ Er leckt seinen Mundwinkel. „Scheiße.“
„Auf dem Basar heißt es, dass alle in Gefahr sein könnten. Wie kommt es, dass du davon nichts weißt?“
„Ich bin eben nicht gerade sehr beliebt, okay?“ Er hebt die Augenbrauen. „Diese eine reizbare alte Kuh redet nicht mal mit mir.“
„Hast du ihn gut gekannt?“
„Nur seinen Namen. Habe aber von Petre ziemlich viele Beschwerden über ihn gehört.“
„Nur, damit du's weißt. Tempo ist tot. Das Weinende Auge hat ihn gewangt.“
„Du bist also die Quelle für Petres gesamten Warenbestand?“
„Für die Sachen, die man auf der hier verbreiteten Hardware auch abspielen kann, ja. Das Originalformat ist für Leute, die sich ihre Musik lieber ansehen – wir sorgen dafür, dass man sie sich auch anhören kann.“
„Petre hasst es, aber die meisten Träger, die er tatsächlich verkauft? Die sind von uns.“
Er ist wirklich stolz auf das, was er hier gemeinsam mit Karolina aufgebaut hat.
„Mir war nicht klar, dass Petre irgendetwas verkauft.“
„Ne. Er hat den Geruch seiner eigenen Fürze zu gern … aber eigentlich ist er kein übler Kerl.“
Eine der wenigen Personen, die er als so etwas wie einen Freund bezeichnen würde.
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„Weiß er, dass eigentlich Karolina die ganze Arbeit macht?“
„Natürlich weiß er das. Niemand würde glauben, dass ich das mache.“
„Moment mal, wer ist Petre?“
„Ein Musikverkäufer auf dem Bootleg-Basar. Keinen Geschmack, aber er ist kein übler Kerl.“
„Karolina hat gesagt, du bist ein Experte in diesen Dingen – Filme und Musik.“
„Ja, Karochka hat mir richtig geilen Scheiß gezeigt. Und ich ihr richtigen Müll.“
„Kennst du Victory Slap? Die Edgemetal-Band?“
Ob du die Band kennst? Du hast sie ihr gezeigt.
„Ja, natürlich. Ich habe K diese Band erst gezeigt.“
„Bäh.“ Er verzieht das Gesicht. „Dannvergissesdirekt.“
„Wie auch immer. Mit den Luzianern, den wenigen hiesigen Angeboten und allem anderen …“ Er fuchtelt in Richtung der Vielzahl von Kisten im Kino. „Die Auswahl ist endlos.“
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„Filme. Welche sollte ich mir ansehen?“
„Kennst du 'Tödliche Totgeburt'? Geht um einen Assassinen-Fötus. Mit einer kleinen Babyknarre. Mehr muss man nicht sagen.“
Alternative Formulierung
„'Eisenblüten' I, III und V. Es sei denn, du willst die schlechten sehen, dass beschränkt dich auf II und IV.“
Alternative Formulierung
„Es gibt da diesen einen Film, den Karochka total feiert, wie hieß der noch? 'Tage der Kumquat'? Hat vor ein paar Jahren einen Haufen Auszeichnungen abgeräumt.“ Er zuckt mit den Schultern. „Nicht mein Ding, aber ich weiß nicht, ihr seid ja beide Frauen.“
Alternative Formulierung
„'Raubtier' hat ziemlich reingehauen. Keine Dialoge, nur Geballer, Geprügel und Sex. Den kann ich echt wärmstens empfehlen.“
Alternative Formulierung
„Äh … vor 'ner Weile haben sie 'nen Film über meinen alten Herren gemacht, der kam im Fernsehen.“ Er kratzt sich am Hinterkopf und weicht deinem Blick aus. „War ziemlich beschissen. Rolando und ich wurden zu einer Figur zusammengefasst. Der Kinderdarsteller war nicht mal gut. Weißt du was, den solltest du vielleicht besser nicht gucken.“
Alternative Formulierung
„Oh, hast du 'Four-Man Orgy' gesehen? Ein Haufen Literaten auf Dienstreise treibt es richtig wild. Echte Fickszenen. Zwei der Männer sind eigentlich Frauen …“ Er denkt kurz nach. „Eigentlich, verdammt, das war vielleicht doch ein Porno. Ist aber trotzdem gut.“
Alternative Formulierung
„Das war's, Tigerschlampe. Der Knochen ist abgenagt. Mehr hab ich nicht.“
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„Kannst du mir eine Band empfehlen?“
„Estrella Distante feat. Monsieur Dyspepsia. Richtig krasse, strahlende Beats.“ Er nickt nachdrücklich.
Alternative Formulierung
„Cloven Hoof.“ Er hält sich zwei Finger wie Teufelshörnchen an den Kopf.
Alternative Formulierung
„Bertha & Berthold. Ein Kehlsänger-Duo aus Ansaunne. Alles a cappella und manchmal führen sie live auf der Bühne einen Aderlass auf. Mit Blutegeln.“
Alternative Formulierung
„Das Mass Starvation Orchestra. Richtig geile Harmonien, aber ficken kann man dabei trotzdem nicht.“
Alternative Formulierung
„Jackoff.“ Er zieht die Nase hoch. „Alles in einem Wort.“
Alternative Formulierung
„Da ist dieser Typ, der öffentliche Mitsing-Sessions veranstaltet und sich Tommy Baby nennt. Unklares Geschlecht. Total kahl. Vielleicht sogar ein echtes Kleinkind … aber er ist so was wie zwei Meter groß.“
Alternative Formulierung
„Liebe Güte, geh Petre damit nerven, ja? Nimmst mich hier aus.“
„Genug davon.“ (Zurück.)
„Okay.“
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„Hm, nein. Sind die cool?“ (Du lügst.)
„Mega. Sie überarbeitet ein paar Aufnahmen, die sie 91 in einem Keller aufgenommen haben – legendär. Man kann hören, wie der Bassist mit den Zähnen knirscht.“
„Natürlich kenne ich die, du stumpfsinnige Hohlbirne. Jeder kennt Victory Slap.“
„Tja, nun, dann solltest du dir mal die Aufnahmen aus dem Keller anhören, die sie gerade überarbeitet. Man kann hören, wie der Bassist mit den Zähnen knirscht.“
„Hast du noch weitere Empfehlungen für mich?“
Er deutet auf die vielen Kisten – frag ruhig. Er ist in seinem Element.
„Hast du manchmal Angst, dass du damit ins Visier der Behörden gerätst?“
„Zum Beispiel …?“
„EMTERR.“
„Oh, die große, böse Kulturblockade oder so was? Lass mich mit dieser Pussy-Scheiße in Ruhe.“
„Carabineros, GMs, wer auch immer … Bei dieser Scheiße werden sie genauso klatschnass wie alle anderen.“
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„Das Weinende Auge.“
„Nein, weißt du, ich halte mich von diesem Sturmhauben-Quatsch fern, also lassen mich die Luzianer in Ruhe. Das ist ganz normales Geschäft.“ Er reibt sich heftig die Nase.
„Sie haben deine Freundin bis zur Katatonie gefoltert und du machst dir keine Sorgen?“
„Es ist ja nicht so, als würden wir die beschissenen Boote fahren, ja?“ Er leckt sich den Mundwinkel. „Hier ist sie in Sicherheit. Natürlich ist sie das.“
Diese Möglichkeit ist ihm noch nie in den Sinn gekommen. Jetzt wird er den Gedanken daran nicht mehr los.
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Diese Möglichkeit ist ihm noch nie in den Sinn gekommen. Jetzt wird er den Gedanken daran nicht mehr los.„Scheiße, die sollten uns bezahlen.“„Sei mal ehrlich, Tigerfotze, die würden mich allein wegen meiner Herkunft in die Minen schicken.“ Er zuckt…Und die Nachfrage ist groß. Größer als jemals zuvor.
„Du bist ein wichtiger Teil des luzianischen Wirtschaftsmotors. Du bist ein Marktmacher, Septimus.“
„Scheiße, die sollten uns bezahlen.“
„Wären das hier die Volksrepubliken, wärst du schon längst im Arbeitslager.“
„Sei mal ehrlich, Tigerfotze, die würden mich allein wegen meiner Herkunft in die Minen schicken.“ Er zuckt mit den Schultern. „Jedenfalls ist die kulturelle Leistung vom Superbloc eher dürftig.“
„Du bist ein Werkzeug ihrer Strategie des kulturellen Sieges. Im Grunde bist du selbst ein Techno-Faschist.“
„Eins muss man wissen. Alle wollen diesen Scheiß. Angebot und Nachfrage sind überzeugender als jeder Geheimpolizist mit seinen Nippelklemmen.“
Und die Nachfrage ist groß. Größer als jemals zuvor.
„Was ist mit dem Azzurri-Mob?“
„Die sind nicht mein Problem. Sie wollen den Basar. Das, was er ist, nicht die Sachen, die dort gehandelt werden.“
Ein solches Verbrechersyndikat wird irgendwann bei ihm auf der Matte stehen. Erst ganz freundlich. Dann bewaffnet.
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„Genug von deinen kulturellen Ambitionen.“ (Zurück.)
„Okay.“
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„Wirklich dumm. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“
„Nicht dumm. Verachtenswert. Du wirst schon sehen.“
„Und das hat irgendwas mit K zu tun?“
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„Ich habe noch ein paar Fragen zu eurem kulturellen Unternehmen.“
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„Du sagst 'Unternehmen' dazu? Das ist mal Sturmhauben-Scheiße.“
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Er gestikuliert mit einer langfingerigen Hand in deine Richtung – 'Red weiter.'
„Schalten wir ein paar Gänge zurück. Was war das mit diesem Fanclub für Nestor?“
„Das war ganz offensichtlich verdammter Sarkasmus. Jeder hasst den Alten.“ Er schiebt seine Sonnenbrille runter, um dich ungläubig anzustarren. „Ist das dein Ernst?“
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Augen: blutrot.
Nach der Preisgabe dieser Information hat ein Teil von ihm sich entspannt. Ein Teil der Vorführung ist beendet.
„Ich bin sein jüngster Spross. Der letzte. Numero siete. Das meistgehasste Kleinkind in Portofiro. Wusstest du das nicht?“
Alternative Formulierung
„Ich bin Septimus, sein jüngster Spross. Der letzte. Numero siete. Das meistgehasste Kleinkind in Portofiro. Wusstest du das nicht?“
Verzweigung
„Wie wird man denn zum 'meistgehassten Kleinkind'?“
„Kennst du das Plakat, das man früher überall gesehen hat, auf dem Nestor das Baby im Arm hält? Das bin ich. Ich bin das Baby.“
Das Bild aus Nestors 64er Kampagne ist eher berüchtigt als berühmt. Der Diktator hält ein Baby im Arm, dessen Gesicht durch Nestors ersetzt wurde. Selbst den Schnauzbart hat man ihm verpasst – 'Soy Nestor'.
„Ich kenne das Poster. Das Baby hat einen Schnurrbart.“
„Ja, weil sie Papas Gesicht über meins geklebt haben. Clevere Fotomanipulation.“ Er nimmt eine Pose ein und ahmt das Kleinkind nach. „'Soy Nestor'!“
„Ist Nestor mittlerweile nicht bestimmt 110 Jahre alt? Bei deiner Geburt wäre er mindestens 60 gewesen.“
„Richtig steinalt, ja. Aber die Spermien sind stark.“ Er nickt bedächtig. „Wahrscheinlich werde ich ewig leben.“
Er nimmt nicht an, älter als 40 zu werden.
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Du kneifst die Augen zusammen und versuchst, das Bild der Gestalt, die du im Kulturpalast gesehen hast, mit diesem schlaksigen jungen Idioten in Einklang zu bringen.
Die gleiche Nase. Die gleichen dunklen Augen. Völlig andere Körperhaltung.
Du kneifst die Augen zusammen und versuchst, das Bild der Gestalt, die du im Kulturpalast gesehen hast, mit…Du kneifst die Augen zusammen und legst in Gedanken das Bild von Nestor auf seinem T-Shirt über die Gestalt…Du kneifst die Augen zusammen und legst in Gedanken das Bild von Nestor, das du schon hunderte Male auf…
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Du kneifst die Augen zusammen und versuchst, das Bild der Gestalt, die du im Kulturpalast gesehen hast, mit…Die gleiche Nase. Die gleichen dunklen Augen. Völlig andere Körperhaltung.Mit den gefärbten Haaren, den spindeldürren blassen Beinen und dem in seinem Gesicht klebenden spöttischen…Du kneifst die Augen zusammen und legst in Gedanken das Bild von Nestor auf seinem T-Shirt über die Gestalt…Du kneifst die Augen zusammen und legst in Gedanken das Bild von Nestor, das du schon hunderte Male auf…
Mit den gefärbten Haaren, den spindeldürren blassen Beinen und dem in seinem Gesicht klebenden spöttischen Dauergrinsen fällt es schwer, eine Ähnlichkeit mit dem stolzen, Schnurrbart tragenden Anführer zu erkennen.
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Du kneifst die Augen zusammen und legst in Gedanken das Bild von Nestor auf seinem T-Shirt über die Gestalt des schlaksigen jungen Idioten vor dir.
Du kneifst die Augen zusammen und legst in Gedanken das Bild von Nestor, das du schon hunderte Male auf verblassten Wandgemälden gesehen hast, über die Gestalt des schlaksigen jungen Idioten vor dir.
„Das beweist gar nichts. Vielleicht wurdest du als Stunt-Baby angeheuert.“
„Um kleine Babysaltos mit meinen dicken Babybeinchen zu machen? Ha, schön wär's.“ Er schüttelt den Kopf. „Aber nein, ich wurde aus meinem eigenen Babyfoto herausgeschnitten. Kranke Scheiße.“
„Vielleicht warst du zu hässlich für das Kampagnenposter.“
„Das bin ich immer noch, oder? Richtig potthässlich.“ Er wirbelt seinen Roller herum. „Aber entstellt bin ich kaum, Baby. Ich habe nur alles in Frage gestellt.“
„Noch nie gesehen.“
„Unglaublich. Das ist echt berühmter Scheiß.“
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„Ich bin nicht von hier, mit der örtlichen Politik kenne ich mich nicht aus.“
„Ja, das ergibt Sinn. Ich muss ganz allein dafür sorgen, dass du mich hasst.“
Die Ablehnung anderer Leute ist eine warme Decke, deren Kratzen er gut kennt.
„Ich weiß, dass du Fragen über mich und den Alten hast.“ Er baut sich auf. „Frag.“
Die Ablehnung anderer Leute ist eine warme Decke, deren Kratzen er gut kennt.„Sieht das hier so aus, als hätte ich Verbindungen zur Regierung? Ich wurde abgeschnitten, der blutende Sack…DER VATER IST GEFLOHEN. DER SOHN MUSS AN SEINER STATT BUSSE TUN, EIN GENETISCHER SÜNDENBOCK.„Jetzt werd dir mal einig, Tigerschlampe. Bin ich jetzt ein Idiot oder nicht?“„Sei nicht so komisch, Alte.“
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„Ich verstehe immer noch nicht wirklich, wer Nestor war. Gib mir eine Geschichtsstunde.“
„Bei ihm lief es so: Er hatte ne kleine Revolution. War ein Weilchen 'Kamerad Nestor', dann 'Presidente Nestor', am Ende dann 'Oberanführer Nestor'. Hat sich mit der Bank eingelassen. Hatte ein paar echt gute Deals, dann ein paar echt schlechte Deals. Hat viele Leute verschwinden lassen.“
Nestor war bei deinem letzten Besuch bereits entmachtet worden. Das gestürzte Regime kanntest du schon.
Klar, das könntest du als Ausrede für deine Ignoranz nehmen. Oder du könntest einfach zugeben, dass die Hershel von vor fünf Jahren irgendwie noch egozentrischer war als die von heute.
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„Wie konnte er so lange an der Macht bleiben?“
„Na ja, es hat geholfen, dass er die Carabineros in der Tasche hatte.“ Er zuckt mit den Schultern. „Aber sogar die hatten ihn irgendwann satt.“
„Was war dann sein Untergang?“
„Autoritarismus ist cool, solange die Wirtschaft läuft. Wenn die Schulden, die man in der ganzen Entwickelten Welt angehäuft hat, plötzlich anklopfen, nicht mehr so sehr.“
„Die Kosmonauten in die Luft zu jagen, hat auch nicht geholfen.“
„Du meinst Projekt AUTONOMÍA.“
„Oh, ja. Papas großes Vermächtnis. Das sollte seine Art von „fickt euch und schaut mich an“ an den Rest der Welt werden. Stattdessen wurde er gefickt, und zwar richtig.“
„Wo ist dein Vater jetzt?“ (Abschließen.)
„Ich verstecke ihn nicht hier im Kino, falls die Frage darauf abzielt. Ich habe keine Ahnung, wo er ist. Glaubt man den Leuten, ist er tot.“
Ein Schorf auf seinem Herzen, den er nie ganz abheilen lassen kann.
„Was glaubst du, was mit ihm passiert ist?“
„Illegales Altersheim für gemeine alte Wichser, nehme ich an. Tagsüber entlocken sie ihm vermutlich mit Hypnose alle möglichen Staatsgeheimnisse.“
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Du hebst zwei gekreuzte Finger.
„Ja, scheiß auf ihn! Es gibt offensichtlich kein Grab, das würde sonst regelmäßig so richtig verunstaltet werden!“
„Tut mir leid. Das muss schwer sein.“
„Es ist“, er lässt den Roller kreisen, „wie es ist.“
„Warte, was ist mit den Kosmonauten?“
„Projekt AUTONOMÍA. Papas großes Vermächtnis. Das sollte seine Art von „fickt euch und schaut mich an“ an den Rest der Welt werden. Stattdessen wurde er gefickt, und zwar richtig.“
Tatsächlich wurde Portofiro 'gefickt', als die Wirtschaft hier zusammenbrach und EMTERR mit ein paar weiteren Paketen zur 'Stabilisierung' hineingrätschte, die ihren Griff um den Hals der Stadt nur noch enger machten.
„Das alte Silo ist immer noch auf dem Pitol-Trakt. Ein riesiges Loch im Boden. Eine Mega-Metapher für die ganze Nestorismo-Erfahrung, weißt du?“
„Das war genug Geschichte.“
„Ich kann nicht glauben, dass du das alles noch nicht wusstest. Du bist ein richtiger Höhlenmensch. Das ist der Hammer.“
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„Wie ist es so, der Sohn eines Diktators zu sein?“
„Die Leute hassen mich, Alter. Ist total bekloppt.“
„Ich kann jede Menge Geschichten erzählen – vermenschlichende, tragische, kranke Scheiße, was auch immer die Leute hören wollen.“
„Okay, gib mir etwas Vermenschlichendes.“
„Als ich dem Alten gesagt habe, dass ich Filme machen will, hat er die beste Kamera gekauft, die es auf dem freien Markt gab, und mich zu seinem 'Minister für interne Telekommunikation ernannt'. Ich musste knapp zwei Jahre durch die Villa rennen und wacklige Filme für ihn drehen.
„Irgendwo hab ich das Zeug noch.“ Er kratzt sich nachdenklich an der Wange. „Vielleicht mache ich irgendwann mal ein Musikvideo draus.“
Fast zwei Jahrzehnte später macht er sein Zuhause immer noch zu einem Film. Eine Liebe, die nie gestorben ist.
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„Tragisch, bitte.“
„Fangfrage! Sie sind alle tragisch.“ Er grinst.
„Krass. Legen wir los.“
„Papi hat den Kindern vor öffentlichen Auftritten ein bisschen Koks verabreicht, damit wir große Augen hatten und vor der Kamera schön patriotisch aussahen. Ich habe so viel davon geschnieft, bevor ich zehn war, dass die Klatschpresse mich 'Septum-us' genannt hat.“ Er schnieft und reibt sich die Nase.
Sensorische Erinnerung.
„Standen dein Vater und du euch nah?“
„Ha! Hahaha!“
Falsches Lachen vom Band.
„Neeeein.“
„Ist dein Nachname Nestor? Oder war das sein Vorname?“
„Nur Nestor, Baby. Ist 'n Mononym. Nombre numero uno.“
„Also bist du 'nur Septimus'.“
„Septimus der Herrliche, wenn du unartig bist.“ Hinter seiner Sonnenbrille siehst du den Schatten eines Zwinkerns.
Er kann dem Vergleich mit seinem Erzeuger nicht entkommen, also hat er sich ganz der Nabelschnur ergeben – sie ist ihm Schlinge wie Rettungsleine.
„Außerdem klingt 'Septimus Nestor' echt beschissen. Die Silben passen nicht.“
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„Hat sich dein Vater etwa für seine Herkunft geschämt oder so?“
„Im Leben nicht. Die Familie hat gute Arbeiterwurzeln, die bis zum verfickten Grundgestein reichen. Abuela hat ihn direkt in der Fabrikhalle rausgepresst, platsch. Geschrei, Seide, die ganze Nummer.“
„Wo wir gerade bei Ein-Wort-Namen sind: Was hältst du von 'CASCADE'?“
„Ist das dein Spion-Name?“ Er denkt darüber nach und beäugt dich von Kopf bis Fuß. „Mach mal den Mund auf. Zeig mir deine Beißerchen.“
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„Warum willst du meine Zähne sehen?“
„Fenster zur Seele. Mach auf.“
„Ganz sicher nicht.“
„Auch gut, dann mach eben auf Geheimnisvoll. Wirst sehen, ob ich 'nen Fick drauf gebe.“ Er zuckt mit den Schultern.
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„Aaah.“ (Du machst den Mund auf.
Er stellt sich auf die Zehnspitzen und linst in die feuchte, dunkle Höhle deines Mundraums.
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„Wie bist du auf KINDRED gekommen?“
Ein Name, den er gar nicht kennen dürfte.
KINDRED. Du hast die Bedeutung des Kryptonyms heruntergespielt, als sie dich eines nachts mal angetrunken danach gefragt hat. Da sei nichts dabei, meintest du nonchalant. Es sei einfach der erste Name gewesen, der dir eingefallen war. Das war nicht mal gelogen – es war wirklich der erste gewesen. Nur hast du ihn auch so gemeint.
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„Das geht dich nichts an.“
„Na gut, erzähl's mir halt nicht.“ Er stellt sich wieder auf die Fersen.
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„Ich brauchte ein Wort, das mit K anfängt. Mehr steckt nicht dahinter.“
„Lügnerin.“ Er stellt sich wieder auf die Fersen.
„Sie hat mich an mich selbst erinnert.“
„Igitt, na gut, erzähl's mir halt nicht.“ Er stellt sich wieder auf die Fersen.
„Wäre cooler, wenn man noch einen Artikel voranstellen würde. 'Die' CASCADE.“
Völlig falsch. Ein Zeichen für einen verkorksten kreativen Geist.
„Was ist 'Nestorismo'“?
„Was auch immer Papa zu einem beliebigen Zeitpunkt darunter verstanden hat.“ Er zuckt mit den Schultern. „Angefangen hat er als Kommunist, dann hat er einen Seitensprung gemacht, als er Kohle von EMTERR brauchte. Zurückgedreht hat er sich, als er die Nationalisten-Karte ausspielen wollte, 'zum Teufel mit den ausländischen Geldhaien'! Und so weiter und so fort.“
OPPORTUNISMUS DER EXTRAKLASSE.
„Aber ich hänge mehr dem Septimismo an, klar? Mach, was auch immer du verdammt noch mal willst, es werden dich so oder so alle hassen.“
„Wie genau entwickelt das das Konzept weiter?“
„Ist genau wie mit Glocken und 'nem aufgemotzten Motor. Ich weiß halt, was ich tue.“
„Was denkst du denn, warum ich all diesen heißen Scheiß habe? Raubkopien, neue Bands und all das?“
Sein Vater hat einen ganzen Stadtstaat geführt. Das will er auch tun, nur ohne all die Arbeit mit Wahlen, Regieren oder Beliebtheitswerten.
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„Ich habe versucht, die Zahl der Hasser zu verringern. Deshalb habe ich mich so oft entschuldigt.“
„Eine Hasser-Mami presst alle paar Minuten einen neuen kleinen Hasser raus. Wie die Karnickel.“ Er ahmt grob nach, wie ein Kind aus dem Mutterleib gerissen wird. „Nur Weicheier entschuldigen sich.“
„Hasser gehören an die Wand gestellt.“
„Nein, das wäre Nestorismo.“ Er rümpft die Nase. „Septimismo will kuscheln, nicht ficken, verstehst du?“
Das Verhalten eines Schlappschwanzes.
„Wo sind deine Geschwister?“
„Primus, Afonso, Nestor II, Caetano, Nestor III, und Rolando.“ Er zählt sie ganz neutral auf. „Tot, im Exil, tot, bei der Bank, tot, mit einer Mätresse in Tallicho.“
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„Hätte Rolando nicht Sextus heißen sollen?“
„Ja, haha, sehr witzig. Das wär aber nicht gut angekommen, der Alte hatte in dem Jahr eine konservative Phase.“
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„Wie sind deine Brüder gestorben?“
„Durch Barbiturate, einen Unfall beim Fallschirmfliegen und einen Onkel, in der Reihenfolge.“
„Einen Onkel?“
„Proculus Festinius Pompolussa, Papas schlechtester General. Er hat Nestor III in den Kanal gestoßen, während dieser gerade Geld auf Pferde setzen wollte.“
„Ertrunken ist er auch nicht, er ist gestorben, weil er im Wasser Rattenpisse eingeatmet hat. Hat sich 'n Pissevirus eingefangen und eine Woche lang aus allen Körperöffnungen geblutet.“
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„Ah, ja. Mein Beileid.“
„Jetzt tu nicht so, als wüsstest du, wovon ich rede. Das ist echt 'ne miese Nummer.“
„Dann bist du als Einziger noch in Portofiro?“
„Als letzter angekommen, als Einziger geblieben. Die Letzten …“ Er wedelt mit einer Hand vor seinem Gesicht herum. „Werden die Ersten sein.“
„Was ist denn mit deinen 'Onkeln' los?“
„Jepp. zwölf Stück und alle waren Papas Generäle. Sie haben mir alles beigebracht, was ich über die Welt weiß, weil Papa ein Fossil war und zu tun hatte.“
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„Was ist mit deiner Mutter?“
„Was soll mit ihr sein?“ Er blinzelt dich an. „Sie ist nicht weiter wichtig – austauschbar. Sperma trifft Ei und neun Monate später erblickt man einen kleinen Scheißer.“
DAS DYNASTISCHE VERMÄCHTNIS WURDE VERGEUDET! NEPOTISTISCHE DUMMHEIT UND FALSCHE VORSTELLUNGEN VON GENETISCHER ÜBERLEGENHEIT.
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„Genug von deiner Familie, Septimus.“ (Zurück.)
„Willst du nicht weiter darauf herumreiten? Ich wette, du könntest mich zum Weinen bringen.“ Er schiebt die Unterlippe vor.
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„Die ganze Sache hat dich bestimmt ziemlich kaputt gemacht.“
„Total. Irreparabel. Ich bin ein armes kleines Würmchen und daran ist nur Papa schuuuld.“ Er wirft dir ein verschmitztes Lächeln zu. „Aber stell dir mal vor, wie langweilig ich wäre, wenn dem nicht so wär.“
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„Okay, genug von Nestor.“ (Zurück.)
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„Gut.“
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„Entschuldige, aber wer bist du?“
„Septimus.“ Er gestikuliert in der verfallenen Lobby umher. „Du bist hier in meinem Wohnzimmer.“
Ein Name, kein Kontext, als müsstest du ihn schon kennen.
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„Ich bin in einer offiziellen Carabinero-Angelegenheit hier.“
„Aaah, verstehe.“ Er wippt begeistert auf seinen Absätzen. „War ich etwa ein böser Junge? Wird die furchteinflößende Frau von der Polizei mich jetzt bestrafen?“
Er ist sich absolut sicher, dass du keine echte Polizistin bist und spielt nur mit, weil er selbst es witzig findet.
Wahrscheinlich hält er dich für eine Stripperin.
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„Ich erlege Ihnen eine Strafe von 100 Sol für die sexuelle Belästigung einer Beamtin auf. Her mit dem Geld.“
„Hmm, eine bisschen Amtsmissbrauch finden wir immer gut. Richtig klassisch. Heiß.“
Er kramt einen Schein aus seinen Shorts hervor und winkt dir damit zu.
„Das Geld ist mir scheißegal. Ich geb dir 50 und du kannst mir Handschellen anlegen, wenn du willst.“ Er hebt die Augenbrauen. „Oder hat Cesar dich geschickt? Der alte Sack kann sich nie merken, wann ich Geburtstag habe.“
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„Das Geld ist mir scheißegal. Ich geb dir 50 und du kannst mir Handschellen anlegen, wenn du willst.“ Er hebt…„Das hier ist ein Privatgrundstück. Zeig mir entweder einen Durchsuchungsbefehl oder verzieh dich, Officer.“„Komm schon, die Carabineros interessieren sich 'nen Scheiß dafür, was wir mit den Platten veranstalten. Was…„Haha! Ganz genau, ich habe es gekauft. Geld ist mir scheißegal!“
„Ich muss mich hier nur einmal umsehen.“
„Das hier ist ein Privatgrundstück. Zeig mir entweder einen Durchsuchungsbefehl oder verzieh dich, Officer.“
„Mir wurde mitgeteilt, dass in diesem Kino illegale Raubkopien gezeigt werden.“
„Komm schon, die Carabineros interessieren sich 'nen Scheiß dafür, was wir mit den Platten veranstalten. Was willst du wirklich hier?“
„Sie haben dieses Gebäude illegal besetzt.“
„Du denkst also, ich wär hier eingebrochen, weil der Laden echt mies aussieht, ja? Ist 'n richtiges Drecksloch, ja?“ Er grinst. „Falsch! Ich habe dieses Drecksloch gekauft!“
„Haha! Ganz genau, ich habe es gekauft. Geld ist mir scheißegal!“
„Ich ermittle im Fall einer vermissten Person. Mir wurde mitgeteilt, dass eine junge Frau mit Namen Karolina hier lebt?“
Das Wippen hört augenblicklich auf.
„Das klingt nicht so, als wären da Ermittlungen nötig. Sie wissen doch scheinbar ganz genau, wo sie ist.“
„Beantworten Sie die Frage. Ist sie hier?“
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„Das ist sie. Und ich bin Septimus, ihr Freund.“ Er beugt sich vor und kneift die Augen zusammen. „Wer fragt denn da? In welcher Beziehung stehst du zu Karolina?“
„Das geht nur mich und K etwas an. Wo ist sie?“
„Das ist sie. Und ich bin Septimus, ihr Freund.“ Er beugt sich vor und kneift die Augen zusammen. „Wer fragt…„Ach, Scheiße. Ja, ich bin Septimus. Der Alte hasst mich verdammt noch mal, oder? Gut für ihn, guter…„Scheiß auf Septimus' Roller. Alles klar, Frau Spaßpolizistin.“ Er beugt sich vor und seine Augen verengen…
„Möööp, falsch. Versuch's noch mal.“
„Eine alte Freundin.“
„Das ist sie. Und ich bin Septimus, ihr Freund.“ Er beugt sich vor und kneift die Augen zusammen. „Wer fragt…„Möööp, falsch. Versuch's noch mal.“„Ach, Scheiße. Ja, ich bin Septimus. Der Alte hasst mich verdammt noch mal, oder? Gut für ihn, guter…„Scheiß auf Septimus' Roller. Alles klar, Frau Spaßpolizistin.“ Er beugt sich vor und seine Augen verengen…
Verzweigung
„MÖÖÖP. Neuer Versuch, los, los.“
„Ich war ihre Vorgesetzte, bei so einem Projekt.“
„Das ist sie. Und ich bin Septimus, ihr Freund.“ Er beugt sich vor und kneift die Augen zusammen. „Wer fragt…„Möööp, falsch. Versuch's noch mal.“„MÖÖÖP. Neuer Versuch, los, los.“„Möööp, falsch. Versuch's noch mal.“„Ach, Scheiße. Ja, ich bin Septimus. Der Alte hasst mich verdammt noch mal, oder? Gut für ihn, guter…„Scheiß auf Septimus' Roller. Alles klar, Frau Spaßpolizistin.“ Er beugt sich vor und seine Augen verengen…
„Scheiße. Ich kenne dich. Du bist diese 'Mentorin', oder? Aus der Zeit, als sie die Uni geschmissen hat?“
Alternative Formulierung
„Scheiße. Ich wusste doch, dass du kein echter Bulle bist. Du bist diese 'Mentorin', oder? Aus der Zeit, als sie die Uni geschmissen hat?“
Sein Tonfall verändert sich, als er sich deiner Identität bewusst wird. Er wird vorsichtig, eine Spur von Neugierde, direkt an der Grenze zu abweisend.
„Das könnte sein.“
„Scheiße.“ Er kneift die Augen noch weiter zusammen. „Du bist zurück.“
Die Aufregung in seiner Stimme wird von seinem Ärger nicht ganz überspielt.
„Du kommst ihr nicht einmal in die Nähe. Seit sie in deinen Sturmhauben-Quatsch verwickelt wurde, ist sie nicht mehr dieselbe.“
Verzweigung
„Moment mal, was hat K dir über mich erzählt?“
„Nicht viel, zu deinem Glück. Nur kleine Geschichten, Sachen, die du gesagt hast. Und das alles, wenn sie total besoffen ist, übrigens.“ Er dreht seinen Roller. „Aber ich weiß, dass ihre depressiven Phasen ungefähr zu der Zeit angefangen haben, als du weggegangen bist.“
„Seit dem Verhör meinst du?“
„Seit sie gefoltert wurde, du stinkende Hexe. Von diesen luzianischen Arschlöchern in Stücke gerissen. Vom Weinenden Auge.“
Verzweigung
„Seit sie gefoltert wurde, du stinkende Hexe. Von diesen luzianischen Arschlöchern in Stücke gerissen. Vom…„Nein, verdammt noch mal, das tue ich nicht. Sie wurde gefoltert, du stinkende Hexe. Von diesen luzianischen…„Was auch immer es war, weswegen sie gefoltert wurde, du stinkende Hexe. Von diesen luzianischen Arschlöchern…
Eszti wollte dir nicht nur weh tun – sie hat die Wahrheit gesagt.
Für manche Spione ist ein Verhör eine Chance, sich zu beweisen. Für andere ist es ein fernes Ufer, von dem aus sie dir zwar zuwinken, das sie aber nie wieder verlassen können.
Du hast einen alten Hasen mal sagen hören, dass die Gefolterten sich in eigenen Sphären bewegen.
„Sadistische Scheiße, ja? Richtige Scheiße. Von der Sorte, die wiederkommt und dich nachts so richtig fickt.“ Die nasale Stimme zerrt dich zurück in das alte Kino.
„Du hast meine Freundin verrückt gemacht – also, sie ist trotzdem cool sie ist verdammt noch mal hardcore, aber du solltest dich beschissen fühlen, du Schlampe. Sie trägt Narben, die deine sein sollten.“
Verzweigung
„Ich hatte keine Ahnung. Ich muss sie sehen.“
Alternative Formulierung
„Du hast recht. Ich hätte an Ks Stelle sein sollen.“
„Ich sollte dich mit Nippelklemmen an eine Autobatterie anschließen. Du hast Glück, dass ich ein verdammtes Weichei bin.“ Sein Bein zuckt von oben nach unten.
Die dunkle Vergangenheit seiner Freundin fasziniert ihn und macht in gleichzeitig wütend.
„Ich sollte dich mit Nippelklemmen an eine Autobatterie anschließen. Du hast Glück, dass ich ein verdammtes…„Karolina ist völlig sauber und du bist eine blöde Schlampe. Wofür ich normalerweise zu haben wäre.“ Sein…„Halt diiirekt wieder die Fresse.“ Sein Bein zuckt auf und ab.„Sie hat überhaupt nichts verkraftet. Überlebt hat sie, aber es war verfickt knapp.“ Sein Bein zuckt auf und…
Er wurde mit einer geboren. Viel mehr weiß er nicht darüber.
„Karolina ist hinten bei der Ausrüstung für die Raubkopien – aber zu dem Bereich hast du keinen Zutritt.“ Das Grinsen verschwindet von seinem Gesicht. „Halt dich fern von ihr.“
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„Vielleicht haben sie sie durch eine Doppelgängerin ersetzt. Hast du ihre Körperöffnungen auf Käfer überprüft?“
„Karolina ist völlig sauber und du bist eine blöde Schlampe. Wofür ich normalerweise zu haben wäre.“ Sein Bein zuckt auf und ab.
„Sie wusste, worauf sie sich einließ.“
„Halt diiirekt wieder die Fresse.“ Sein Bein zuckt auf und ab.
„Was ist das Leben schon anderes als eine lange Reihe von Befragungen? Ich bin mir sicher, dass sie das schon schaffen würde.“
„Sie hat überhaupt nichts verkraftet. Überlebt hat sie, aber es war verfickt knapp.“ Sein Bein zuckt auf und ab.
Alle Systeme fallen aus. Ein kurzer, aber kompletter Ausfall.
Tu nicht so überrascht. Das Netzwerk ist kaputt, das war klar.
„Da musst du mich mit jemandem verwechseln.“
„Nein, verdammt noch mal, das tue ich nicht. Sie wurde gefoltert, du stinkende Hexe. Von diesen luzianischen Arschlöchern in Stücke gerissen. Vom Weinenden Auge.“
„Was soll 'Sturmhauben-Scheiße' bitte sein?“
„Was auch immer es war, weswegen sie gefoltert wurde, du stinkende Hexe. Von diesen luzianischen Arschlöchern in Stücke gerissen. Vom Weinenden Auge.“
„Seit wann?“
„Ne, ich bin zu cool für eine Mentorschaft.“
„Jupp, du bist es definitiv. Das ist genau die Sorte Müll, die sie meinte, dass du labern würdest.“ Er kneift die Augen noch weiter zusammen.
„Wie geht es ihr denn so?“
„Nicht besonders gut, was du verdammt noch mal wissen würdest, wenn du hier gewesen wärst.“ Er starrt dich an, als könne er direkt in deine Seele blicken.
„Möööp, falsch. Versuch's noch mal.“
„Hast du gerade was von einem Rave gesagt?“
Alternative Formulierung
„Ich hab auf dem Basar gehört, dass hier früher Raves stattgefunden haben.“
Alternative Formulierung
„Veranstaltest du da hinten einen Rave?“
„Das hast du verpasst, Süße, bist etwa …“ Er wirft einen Blick auf eine nicht vorhandene Armbanduhr. „Achtzehn Monate zu spät. Blöd für dich, es war der Wahnsinn.“
„Warum hast du aufgehört?“
„Ich bin neue Wege gegangen, hab neue Ideen ausprobiert. Im Kino läuft jetzt die nächste große Sache.“
Daher ist es gesperrt. Weshalb er hier den Wachhund vor dem Samtvorhang spielt.
„Was ist denn die nächste große Sache?“
„Kulturelle Megatonnage.“
Er führt das Ganze nicht weiter aus.
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„Schön, wie auch immer. Ich wollte eh nicht mit dir feiern.“
„Lügnerin. Jeder will mit Septimus feiern.“ Er schnaubt.
„Glaub mir, wenn noch Platz dafür wäre, würde ich was arrangieren und wir würden dieses Gespräch auf der Party fortsetzen. Aber! Das ganze Kino wird gerade für die nächste große Sache gebraucht.“
„Wozu habe ich denn dann das ganze Ecstasy mitgebracht?“
„Oooh! Her damit.“
„Nö. Meins. Will feiern.“
„Nur gucken, nicht anfassen.“ (Du zeigst ihm dein E.)
„Ah. Wunderschön.“ Er betrachtet die Drogen in deiner Handfläche sehnsüchtig.
„Du leitest einen Fanclub für einen ehemaligen Diktator im Exil?“
Alternative Formulierung
„Ich wusste nicht, dass es Fanclubs für alte Diktatoren gibt.“
„Offensichtlich nicht, jeder hasst den Alten.“ Er schiebt seine Sonnenbrille runter, um dich ungläubig anzustarren. „Ist das dein Ernst?“
„Ich hab noch mehr Fragen zu Nestor.“
„Immer raus damit.“
„Warum bist du in einem alten Kino?“
„Weil's geil ist.“ Er steckt eine Hand in seine Hosentasche. „Das hier ist der Mittelpunkt des verdammten Pentagramms und die Kreide klebt noch an den Fingern. Portofiros ganze Wirtschaft in einem Gebäude – das ist die Raubkopie-Fabrik und du bist ein Eindringling.“
„Ich möchte einen Film anschauen.“
„Dann geh auf den Basar und kauf dir einen, ich bin kein beschissener Projektorenwarter.“
Das Vorhängeschloss an der Tür bricht leicht. Staubkörnchen in der Luft, ein Niesen, eine Taschenlampe, die durch den abgedunkelten Raum leuchtet – abgenutzter Samt, verblasste Plakate, ein zerbrochenes Glasfenster an der Kasse.
In diesem Kino wurde seit fast sechs Jahren kein einziger Film mehr gezeigt. Es war schon geschlossen, als du das letzte Mal in Portofiro warst. Es stand leer und wartete auf einen neuen Inhaber.
Im Kino ist es kalt. Der junge Mann mit der Taschenlampe zieht sich die Jacke bis zum Hals hoch und nickt vor sich hin. Hier ist es.
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Das Vorhängeschloss an der Tür bricht leicht. Staubkörnchen in der Luft, ein Niesen, eine Taschenlampe, die…Im Kino ist es kalt. Der junge Mann mit der Taschenlampe zieht sich die Jacke bis zum Hals hoch und nickt vor…Verzweigung 615Verzweigung 620Verzweigung 623Verzweigung 627Verzweigung 634Verzweigung 645Verzweigung 657„Als wir die Talente noch hier hatten, hatten wir auch 'n paar Teppiche und so'n Zeug. Jetzt sind wir nur…Verzweigung 685
„Ihr produziert nichts eigenes, sondern fertigt nur Raubkopien an? Schwach.“
„Du hältst dich für kultureller als mich? Ich bin Kultur. Ich habe gerade erst ein richtig mieses Musikvideo produziert. Das würde deinen Verstand übersteigen.“
„Mies heißt also … dass es gut ist?“
„Ja, Oma. Es heißt, dass es richtig ranzig ist.“
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Schlecht ist gut, gut ist schlecht und alles ist Scheiße. Alles klar.
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Wenn mies und ranzig gut sind … ist 'Oma' dann eine Beleidigung oder ein Kompliment …?
„Ich sehe hier keine Videos drehenden Musiker.“
„Die sind losgezogen, um sich nach Drehorten umzusehen, und noch nicht zurückgekommen. Typisches Musiker-Verhalten. Wahrscheinlich lassen sie sich irgendwo von Groupies die Löcher lecken.“
„Un, Deux, Schmutzsynth-Duo, garantierter neuer Hit – 'Go-Go To The Beach'. Ich kenne mich aus. Garantierter Hit.“
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„Wie auch immer. Viel Glück bei der Kultur.“
„Ich brauche kein 'Glück'.“ Er lässt seinen Roller zuschnappen.
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„Wer ist Karochka?“
„Mein Mädel. Das Herz der ganzen Unternehmung. Eine richtige verdammte Visionärin.“
Und auffallend unsichtbar irgendwo in einem Hinterzimmer versteckt.
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„Hier sieht es aus wie auf einer Müllhalde.“
„Willkommen bei der Kultur. Wir sind Schrott und schrotten alles, die Halden-Gesellschaft, prä-ironische Ironie.“
„Was ist prä-ironische Ironie?“
„Das Wissen darum, dass alles die Scheiße von Morgen ist. Alles, was ich anfasse, wird direkt zu Scheiße. Das ist Kultur. Hör mal.“
Er beug sich vor, hält den Roller empor und dreht das Vorderrad.
„Das Wissen darum, dass alles die Scheiße von Morgen ist. Alles, was ich anfasse, wird direkt zu Scheiße. Das…„Nein, aber Kultur ist, beim rumalbern mit einem kleinen Roller eine beschissene Zeit zu haben. Kultur ist,…„Noch kultureller kann es gar nicht werden. Ich bin der Prä-Kritiker, der Guru der Ironie. Du hasst mich?…
Es macht 'ffffff'.
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„Kultur ist kein kleiner Roller.“
„Nein, aber Kultur ist, beim rumalbern mit einem kleinen Roller eine beschissene Zeit zu haben. Kultur ist, ein richtiges Arschloch zu sein, dass seine Zeit damit verbringt, Tricks mit einem Spielzeug zu üben. Hör mal.“
„Ich weiß mehr über Kultur als du.“
„Noch kultureller kann es gar nicht werden. Ich bin der Prä-Kritiker, der Guru der Ironie. Du hasst mich? Hast recht, ich bin ein Stück Scheiße, aber du hasst auch die Kultur. Sie wurde un-ter-wan-dert, beschmutzt. Hör mal.“
„Dieser Ethos der Scheiße klingt spannend. Erzähl mir mehr darüber.“
„Kultur ist wie ein großes beschissenes Tier, ja? Tiere müssen fressen. Alles, was sie fressen, wird verdaut. Wenn es am anderen Ende rauskommt, sieht ein teures Sternemenü genauso aus wie eine frittierte Garnele.“
„Wenn etwas konsumiert werden kann, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu Scheiße wird.“
„Also gefallen dir die Sachen nicht, die du raubkopierst?“
„Falsch! Alles ist so schlecht, dass der Kreis sich schließt und es gut wird.“
ER HAT EINEN WEG GEFUNDEN, ZYNISMUS UND AUFRICHTIGKEIT MITEINANDER ZU VERBINDEN. DIESE METHODE SOLLTE ERFORSCHT WERDEN.
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„Warum sollte man dann irgendetwas erschaffen?“
„Nun für den verdammten … Prozess, ja? Nicht für das Produkt.“
„Es ist ein schönes Gefühl, zu kochen und zu essen, um bei der blöden Metapher zu bleiben.“
„Mit was für 'Talenten' habt ihr denn gearbeitet?“
„Mit allen, du Spaßvogel. Pearl Sabre, WAPPO, MegaVoid … sie haben Schlange gestanden, damit ich ihre Videos produziere. Alle wollten mich.“
Musiker. Elektro-Künstler.
Die Art von Leuten, die überkomplexe 9-minütige Epen für die Zielgruppe der Leute in den Zwanzigern mit erweitertem Horizont produziert.
„Was braucht man, um Regie für ein solches Musikvideo zu führen?“
„Vibes, was sonst? Man muss die richtigen Leute finden, die richtigen Drogen … nicht alle Titten wippen gleich und das wüsstest du, wenn du ficken würdest.“
„Ich hab an einem eigenen Film gearbeitet – der Titel war Sonic Doom. Aber die Dreharbeiten wurden nie begonnen.“
„Ich konnte keine Hauptdarstellerin finden. Eine, die die Oben-Ohne-Szenen wirklich gelebt hat. Dieses eine Mädel wär gut gewesen, Hayley, aber ich hab ihr aus Versehen 'ne Essstörung verpasst.“ Er zieht eine Grimasse und zuckt mit den Schultern.
„Ich hab an einem eigenen Film gearbeitet – der Titel war Sonic Doom. Aber die Dreharbeiten wurden nie…„Erdrückend! Also habe ich mich befreit, die Nabelschnur durchgeschnitten, überall Gebärmutterschleim…„Ich hab die ganze Scheiße von mir geworfen und bin allein in See gestochen. Nur ich und ein Surfbrett auf…
Verzweigung
„Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Leute deine Kunst brauchen … die Bürde ist zu schwer.“
„Erdrückend! Also habe ich mich befreit, die Nabelschnur durchgeschnitten, überall Gebärmutterschleim verteilt und bin meinen eigenen Weg gegangen. Hab 'n eigenes Filmprojekt gestartet. Der Titel war Sonic Doom! Wär echt 'ne Verschwendung gewesen. Die Dreharbeiten haben nie begonnen.“
„Was ist passiert?“
„Ich hab die ganze Scheiße von mir geworfen und bin allein in See gestochen. Nur ich und ein Surfbrett auf dem Tsunami der Kultur. Hab 'n eigenes Filmprojekt gestartet. Der Titel war Sonic Doom! Wär echt 'ne Verschwendung gewesen. Die Dreharbeiten haben nie begonnen.“
Verzweigung
„Ich wollte dich etwas anderes fragen …“ (Zurück.)
„Klar, quetsch alles aus mir raus.“
Verzweigung
Verzweigung
Verzweigung
„Okay, cool.“ (Zurück.)
„Ist es das? Pfff.“
Verzweigung
„Ich habe die Ausrüstung gesehen. Beeindruckend.“
„Natürlich ist die beeindruckend, Karochka hat sie selbst gebastelt. Sie hat den Grips, ich hab das Gesicht.“ Er zeigt dir ein fürchterliches Grinsen. „Stell dir mal die offizielle Fassade vor, mit Rezeption und Glitzer in der beschissenen Lobby.“
Wer ist Karochka?
Eine Nachmittagsveranstaltung – rote Plüschteppiche, die matten Glasscheiben des Ticketschalters werfen warmes, orangefarbenes Licht zurück.
„Als wir die Talente noch hier hatten, hatten wir auch 'n paar Teppiche und so'n Zeug. Jetzt sind wir nur noch das, was du hier siehst. Und es geht uns damit sehr viel besser.“
„Ist das Anfertigen von Raubkopien nicht ein Verbrechen?“
„Bist du 'n beschissener Bulle? Ha, ich weiß, dass du keiner bist, die geben sich nicht mit Säcken wie mir ab. Raubkopien halten die Kultur am Leben, musst du wissen.“
Alternative Formulierung
„Ich wusste, dass du kein echter Bulle bist, die geben sich nicht mit Säcken wie mir ab. Raubkopien halten die Kultur am Leben, musst du wissen.“
„Ich sehe hier keine Ausrüstung für das Anfertigen von Raubkopien.“
„Die ist natürlich hinten.“ Er spuckt aus. „Das hier ist die offizielle Fassade, der Empfang, die beschissene Lobby voller Glitzer.“
„Kann ich ein paar Discs kaufen?“
„Wir sind ein Großhandel, kapiert? Wir beliefern den Basar. Quatsch da einen der Verkäufer an den Ständen an oder so.“
Das erklärt die Pappkisten in der Lobby des Kinos.
„Ich will noch mehr über Raubkopien sprechen.“
„Na klar willst du das.“ Er leckt sich die Lippen.
Verzweigung
„Ich habe deine vermissten Musiker im Kulturpalast gefunden.“
„Die haben den bestimmt zerlegt, oder? Orgien und all so'n Scheiß.“
Verzweigung
„Sie müssen da verschwinden, aber sie weigern sich.“
„Sie haben sich dem Vibe zu sehr verschrieben, ja? Sag ihnen, Papa Septimus hat gesagt, sie sollen nach Hause kommen. Ich hab 'ne miese Nummer für ihr Video vorbereitet. Richtig fürchterlich. Schmutzsynth durch und durch.“
Verzweigung
„Eigentlich verhalten sie sich ziemlich ruhig.“
„Wahrscheinlich nur ironisch.“
Verzweigung
„Ich hab sie zum Gehen überredet, sie werden bald wieder hier sein.“
„Verschwendung! Danke, dass du mich über ihre Bewegungen auf dem Laufenden hältst, Tigerschlampe.“
Verzweigung
„Sind sie noch nicht wieder hier?“
„Ne, aber sie sind eben Herumtreiber. Irgendwann werden sie schon aufkreuzen.“
„Warst du 66 bei der Parteiversammlung?“
„Für wie alt hältst du mich eigentlich?“
Oh! Treffer! Da hast du einen Nerv getroffen. Jetzt nicht nachlassen, bohr tiefer.
Du bist doch selbst auch so eitel.
Du zuckst mit den Schultern.
„Ich bin erst 30, kapiert?!“
32
„Kleinkinder waren nicht eingeladen.“
Verzweigung
„Keine Ahnung … in den 40ern?“
„Da bricht doch Polaris in Tränen aus, ich bin erst 30, kapiert?!“
„Alterslos.“
„Sehr richtig. Das sind die Nestor-Gene, ja? Ultra-Lange Telomere sorgen dafür, dass mein Arsch knackig und mein Gesicht makellos sind, während ich mein drittes Jahrzehnt in diesem Drecksloch beginne.“
„Du hast recht, das haut rein mathematisch betrachtet nicht hin.“
„Natürlich hab ich recht. Scheiße … Da bricht doch Polaris in Tränen aus.“ Er fährt sich nervös durch das seidige, gefärbte Haar.
Graue Haare mit 25, eine Erinnerung an den Barbier, der zweimal die Woche vorbeikam, um Papi den Bart zu stutzen … für so eine Kleinigkeit sind zwei Stunden schon lang …
Die Erkenntnis einer weiteren sorgsam gepflegten Lüge in einem Leben voll von solchen.
„Dieser Ort steckt voller Geister. Also … Phantom-Erinnerungen.“
„Klar. Lass mich raten: Nestor war da – komplett aus Ektoplasma und so?“
Das Übernatürliche lässt ihn völlig kalt.
„Ich habe einen Geist deines Vaters erschossen.“
„Ja, ja. Das ist uns allen schon so gegangen.“ Er zeigt mit zu einer Pistole geformten Fingern auf dich. „Der Alte will einfach nicht sterben.“
Verzweigung
„Ich habe gesehen, wie dein Vater ein paar … Geistergeschäfte erledigt hat. Privat.“
„Weil er wieder bei offener Tür geschissen hat? Ja, das hat er manchmal gemacht.“
„Ich habe ein fehlgeschlagene Verschwörung aufgedeckt, Nestor in die Luft zu jagen.“
„Verdammt, noch eine? Der Alte ist einfach untötbar oder so was. Ich glaube, es gab drei solche Versuche, ehe ich laufen konnte.“
Er bewundert die Widerstandskraft des alten Mannes tatsächlich, aber da ist auch eine Spur Verachtung erkennbar.
Verzweigung
„Ich dachte nur, das würdest du vielleicht gern wissen. Falls du ihn wiedersehen willst.“
„Ich wünschte, die würden den Schuppen endlich abreißen.“
„Genug von ihnen …“ (Zurück.)
„Ist auch egal. Mein Video wird ihre Karrieren retten.“
Verzweigung
Verzweigung
Verzweigung
„Ich verlange, dass du anerkennst, dass ich ficke.“
„Ha! Da hab ich einen Nerv getroffen, was? Komm mit 'ner Ische her und tu es vor meinen Augen. Liefer dem guten Septimus eine Show, dann erkenne ich das auch an.“
„Warum eine Frau?“
„Weil das heißer ist, ding-ding-ding.“
Er zielt mit seiner Fingerpistole und durchlöchert dich mit eingebildeten Kugeln.
Verzweigung
„Du kennst mich doch gar nicht. Vielleicht komme ich mit 'nem Typen her.“
„Oooh, das glaube ich nicht. Fotzenlecker erkennen einander.“ Er zwinkert dir zu.
Dir läuft es kalt den Rücken herunter.
„Ich habe gehört, Karolina könnte her sein. Ist sie da?“
„Du musst der Freund sein, den Dr. Hugo um jeden Preis nicht als solchen wahrhaben wollte.“
„Ach, Scheiße. Ja, ich bin Septimus. Der Alte hasst mich verdammt noch mal, oder? Gut für ihn, guter Instinkt, ich bin ein verdammter Clown.“ Er beugt sich vor, die Augen zusammengekniffen. „Wer bist du denn? In welcher Beziehung stehst du zu Karolina?“
„Fick dich und deinen kleinen Roller. Wo ist Karolina?“
„Scheiß auf Septimus' Roller. Alles klar, Frau Spaßpolizistin.“ Er beugt sich vor und seine Augen verengen sich zu Schlitzen. „Wer fragt denn? Was bist du für Karolina?“
„Wir sehen uns.“ (Du gehst.)
„Scheiße“, er deutet auf sich selbst, „Fliege.“ Er deutet auf dich. „Ich bin sicher, dass du wiederkommst. Brumm, brumm, brumm, du blöde Kuh.“
Verzweigung
„Was stellst du dar, Portofiro in den frühen 80ern? Haha!“
„Nestor interessiert mich eigentlich einen Scheißdreck.“ (Zurück.)
„Du siehst wirklich nicht so aus, als würdest du für die Regierung arbeiten.“
„Sieht das hier so aus, als hätte ich Verbindungen zur Regierung? Ich wurde abgeschnitten, der blutende Sack des Bullen.“
„Warum hassen dich die Leute?“
„Die verabscheuen mich. Ist total absurd, Alter. Leute kommen her, nur um mir zu sagen, dass Papa die Hinrichtung ihrer Großmutter angeordnet hat und sie die Leiche immer noch nicht gefunden haben. Als wär das meine Schuld.“
DER VATER IST GEFLOHEN. DER SOHN MUSS AN SEINER STATT BUSSE TUN, EIN GENETISCHER SÜNDENBOCK.
„Auf mich wirkst du wie ein netter, normaler Kerl.“
Verzweigung
„Jetzt werd dir mal einig, Tigerschlampe. Bin ich jetzt ein Idiot oder nicht?“
„Sei nicht so komisch, Alte.“
„Vergiss K mal kurz, ich möchte noch ein bisschen mehr über Nestor reden.“
„Du versuchst, das Thema zu wechseln, was? Willst du mich umschmeicheln? Na gut.“ Er schnaubt.
Mit diesem Ansatz fühlt er sich viel wohler.
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„Ich hab noch mehr Fragen zu Nestor.“
„Eine Sache noch – Ich habe deine Musiker im Kulturpalast gefunden …“
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„Wegen deiner Musiker im Kulturpalast …“
„Was für kranke Scheiße führen die Kleinen denn im Schilde?“ Er grinst.
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„Ich gehe mit Karolina reden.“ (Du gehst.)
„Ja, ja, ist mir klar. Aber ich beobachte dich!“
„Ich komme wieder.“ (Du gehst.)
„Da bin ich mir sicher. Wirst hier rumschwirren wie die Schmeißfliege, die du bist.“
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„An was ist sie da um Himmels Willen angeschlossen?“
„Oooh, sie ist viel zu schlau für dich, was? Du hast keine beschissene Idee, was sie da gebaut haben könnte, nicht wahr?“
„Ich gebe dir einen Tipp – guck dir die Scheiß-Zeichen an, nicht die Hardware.“
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„Karolina geht es wirklich nicht gut.“
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„Hast du sie etwa abgestöpselt?“
„Nein.“ (Du lügst.)
„Verdammte Scheiße. Ich höre ihr Wimmern doch bis hierher.“
Die Muskeln seiner sehnigen Waden spannen sich automatisch an.
Lauf zu ihr.
„Du bist echt eine eiskalte Schlampe, weißt du das?“
Er ist beeindruckt und beängstigt davon, was du alles tun wirst, um zu bekommen, was du willst.
Verzweigung
„Ja. Sie ist jetzt wach.“
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„Was zur Hölle ist da drin los? Was hast du mit ihr gemacht?“
„Ich habe gar nichts gemacht, lass mich in Ruhe!“
„Erzähl mir keine Scheiße, ich höre ihr Wimmern doch bis hierher.“
„Ich habe ihr nur beim Träumen zugesehen.“
„Du hast sie schlafen geschickt? So richtig schlafen?“
Die Muskeln seiner sehnigen Waden spannen sich automatisch an.
Lauf zu ihr.
„Ja, aber Teile des Traums haben gefehlt. Es war seltsam.“
„Das ist kein Traum, sondern ein Albtraum.“
„Schläft sie sonst nicht? Nie?“
„Nein, das macht sie nur fertig. Die Maschine übernimmt das Träumen für sie, beschäftigt ihren Kopf und hält die Albträume fern.“
„Ich hab es dir doch verfickt noch mal gesagt. Sieh, was du ihr angetan hast.“
„Du hast keine Ahnung, wovon du redest.“
„Doch, habe ich, verfickte Scheiße. Sie weigert sich, mir die ganze Geschichte zu erzählen, aber ich weiß genug, um zu wissen, dass es deine Schuld ist.“
Und er wird hinter dem Vorhang stehen und jedes Wort anhören, dass du mit ihr wechselst, wenn du sie das nächste Mal weckst.
„Ich lasse dich zu ihr, weil ich weiß, dass sie das wollen würde. Und ich werd dich nicht anlügen und behaupten, ich wär nicht verdammt neugierig. Aber wenn du ihr wehtust, bekommst du die volle Onkel-Behandlung – dass das klar ist.“
Und er wird hinter dem Vorhang stehen und jedes Wort anhören, dass du mit ihr wechselst, wenn du sie das…„Du bist so selbstgerecht!“ Er lacht ein schrilles, unangenehmes Lachen. „Scheiße, das ist wild. Die…Er wird die Bilder davon, wie seine Liebste ausrastet, garantiert irgendwann in einem Musikvideo verwenden.Das ist Inspiration, Baby.
Verzweigung
„Es ist nicht meine Schuld, was mit Karolina passiert ist.“
„Du bist so selbstgerecht!“ Er lacht ein schrilles, unangenehmes Lachen. „Scheiße, das ist wild. Die Verdrängung lässt sich nicht mehr messen.“
„Du schließt sie den ganzen Tag in einem halb-komatösen Zustand an eine Maschine an und willst mir die Schuld dafür geben?“
„Das ist ihre Maschine. Sie hatte die Wahl zwischen der Maschine und dem Schreien vor Albträumen, selbst, wenn sie wach war. Es war wie in einem beschissenen Horrorfilm.“
Er wird die Bilder davon, wie seine Liebste ausrastet, garantiert irgendwann in einem Musikvideo verwenden.
Das ist Inspiration, Baby.
„Auf dich wird sie hören – kannst du sie für mich überzeugen, zu träumen?“
„Ach, ich soll sie für dich also feucht machen, damit du ihr deinen Schwanz reinschieben kannst? Verpiss dich.“
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„Ich dringe nicht zu ihr durch. Kannst du mir helfen?“
„Hast du die Ohren nur zur Deko? Nein, verfickt noch mal!“
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„Die Onkel … Behandlung?“
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„Papas Generäle wussten, wie man's macht, Tigerschlampe. Sie wussten, wie man Leute fertig macht.“
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„Jep. Ich habe 12 Onkel und alle waren Generäle für Papa. Die wussten, wie man's macht, Tigerschlampe. Sie wussten, wie man Leute fertig macht.“
„Ich hab sie.“ (Du zeigst ihm die Figur.)
„Scheiße.“
Er streckt die Hand nach der Figur aus, dann überlegt er es sich anders. Die Hand sinkt wieder herab.
„Du bist dir deiner Sache ja verdammt sicher. Glaubst du wirklich, dass das funktioniert?“
„Furcht, Hoffnung – und Eifersucht.
„Ja.“
„Jedes Wort, das deinen Mund verlässt, ist gelogen, oder? Du erinnerst mich an meine Onkel. Scheiße.“
„Ich warne euch: Wenn es auch nur ein bisschen seltsam wird, mache ich euch beiden den Stecker raus.“
Verzweigung
„Nein.“
„Ja, klar. Scheiße.“
„Ich muss es versuchen.“
„Klar … ja. Musst du das? Nein. Nichts anderes hat funktioniert.“
„Ich habe die Figur gefunden.“ (Du zeigst sie ihm.)
„Ach Scheiße.“
Verzweigung
„Weit weg vom Tierladen kann sie nicht sein. Ich werde danach suchen.“
„Dass sie einmal wegen deinem Mist gefoltert wurde, hat dir nicht gereicht. Jetzt willst du auch noch zuschauen? Ein kleiner abgedrehter Filmabend? Du bist einfach nur krank.“
Noch kann er seine Neugier in Zaum halten. Solange die Alternative wäre, ihr wehzutun.
„Dass sie einmal wegen deinem Mist gefoltert wurde, hat dir nicht gereicht. Jetzt willst du auch noch…„Was zum Teufel … ah. Okay, ich bin nicht in die verdammte Tierhandlung gegangen. Einmal gefoltert zu werden…„Natürlich nicht! Einmal gefoltert zu werden hat gereicht. Sie muss diesen Mist nicht noch mal durchmachen.…
Sie ist seine wahre Gäng.
„Ich habe nicht nach der Figur gesucht und du solltest es auch nicht tun. ist verdammt gefährlich.“
Verzweigung
„Meinst du, wir sollten sie für sie suchen?“
„Dieser Affe war verrückt.“
„Was zum Teufel … ah. Okay, ich bin nicht in die verdammte Tierhandlung gegangen. Einmal gefoltert zu werden hat gereicht. Sie muss diesen Mist nicht noch mal durchmachen. Nicht für dich.“
„Du hast gar nicht danach gesucht, oder?“
„Natürlich nicht! Einmal gefoltert zu werden hat gereicht. Sie muss diesen Mist nicht noch mal durchmachen. Nicht für dich.“
„Also hast du Karolina angelogen, als du meintest, du hättest die Figur gefunden.“
„Ja. Habe ich. Und du? Dieses 'fortgeschrittene kognitive Manöver', das du ihr beigebracht hast, stinkt doch nach Scheiße. Ein beschissenes Placebo.“
Er will, dass du sagst, dass es kein Placebo ist. Er will, dass es hilft.
„Kein Quatsch. Das ist eine bewährte Technik.“ (Du lügst.)
„Aaah, 'getestet', ja? Dann war Karochka dein beschissenes Versuchskaninchen?“
Er hat sich ausgemalt, wie sie eine Art super-geheimes Training für Spione absolviert: Dokumente mit einer kleinen versteckten Kamera fotografieren. Lernen, sich in einer Menschenmenge unsichtbar zu machen. Mit verbundenen Augen Waffen auseinandernehmen.
Lächerlich. Die Gärtnerei hätte KINDRED niemals angenommen – einhundert Faktoren hätten sie disqualifiziert.
Zu weich. Zu nett.
„Sie war die perfekte Kandidatin. Ihr Einfühlungsvermögen war herausragend.“ (Du lügst.)
„Ich wusste es!“
Verzweigung
„Ich würde sie nie etwas versuchen lassen, dass ich nicht selbst schon getan habe.“ (Du lügst.)
„Lüüügneriiin.“
„Ich hätte nicht gedacht, dass sie wirklich versucht, sie einzusetzen.“
„Das war ganz schön dämlich von dir. Wenn mir jemand eine geheime Psychotechnik beibringen würde, würde ich die bei jeder Gelegenheit einsetzen. Und ich wurde noch nie von irgendwelchen Knilchen entführt.“
„Es ist eine Theorie, was es nicht unbedingt zu einer Lüge macht.“
„Du verteidigst dich mit Wortklauberei? Das ist erbärmlich.“
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„Ich habe gelogen. Das hätte ich nicht tun sollen. Lerne aus meinen Fehlern.“
„Als ob das überhaupt möglich wäre. Ich war es nicht, der sie so gebannt hat.“
„Das hier ist etwas völlig anderes. Versuch nicht, die Situationen zu vergleichen.“
„Recht hast du, wir sind beide erbärmlich, bravo, du bist ein beschissenes Genie.“ Er applaudiert sarkastisch.
„Vielleicht hast du recht.“
„Natürlich habe ich das. Du hast doch gesehen, wie sie war. Sie ist verdammt schlau, ja? Sie hat einen Weg gefunden, ihr Hirn zu beschützen. Warum sollte man das jetzt kaputt machen?“
„Ich werde darüber nachdenken.“
„Gut.“
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„Ich werde die Figur finden.“
„Fick dich.“
„Ich werde diese Figur finden und ihr sagen, dass du sie angelogen hast.“
„Sie kann nur aufhören, sich vor diesen Erinnerungen zu fürchten, wenn sie sich ihnen stellt.“
„Das weißt du nicht. Sie ist hundertmal schlauer als du. Ich wette, sie ist auch eine bessere Spionin. Vielleicht bist du nur eifersüchtig, weil dich noch nie jemand foltern wollte.“
„Der war gut. Ich wurde gerade erst von EMTERR gefoltert.“
„Was, haben sie dich mit einer Feder gekitzelt? Dich ein bisschen verprügelt? Kinderkram.“
Er hat wochenlang gesagt. Das Weinende Auge hatte Karolina wochenlang.
Vielleicht fehlen ihr Finger. Zehen. Sie könnte alle möglichen Verstümmelungen in dem Sarkophag aus Schals und Pullis verstecken, in den sie sich gehüllt hat.
Sie haben ihr alles genommen. Ihren Körper, ihre Familie. Die Sicherheit ihres eigenen Geistes.
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„Nun, Karolina hat entschieden, was sie will.“
„Du bist eine dreckige Schlampe, weißt du das?“
IHM FÄLLT KEIN KONTER EIN. KINDRED WIRD DIE LETZTE RICHTERIN IN DIESER SACHE SEIN.
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„Wegen Karolinas Kosmonautenfigur …“
„Verdammte Scheiße, du hast doch nicht ernsthaft vor, nach dem Ding zu suchen?“
Abweisend. Misstrauisch. Unendlich neugierig.
„Jetzt sei mal ehrlich: Warum bist du mit Karolina zusammen?“
Ein seltener, langer Moment des Schweigens seinerseits. Er betrachtet dich genau.
„Was meinst du damit, Tigerfotze?“
„Sie sieht in dir nichts und niemanden außer dir selbst.“
„Netter Gedanke. Sie weiß genau, was ich bin.“ Über seine Sonnenbrille hinweg sieht er dich an. „Ganz genau.“
Verzweigung
„Netter Gedanke. Sie weiß genau, was ich bin.“ Über seine Sonnenbrille hinweg sieht er dich an. „Ganz genau.“„Ich bin kein Rätsel.“ Er schnaubt. „Und sie auch nicht. Wenn man sie richtig kennt.“„Als ob das bei dir anders wäre.“ Er schnaubt. „Du bist auch kein allzu großes Rätsel.“„Tja, dann hoff mal schön weiter, Tigerschlampe.“
„Sie ist ein noch größeres Rätsel als du.“
„Ich bin kein Rätsel.“ Er schnaubt. „Und sie auch nicht. Wenn man sie richtig kennt.“
„Du findest ihre Verletzlichkeit anziehend.“
„Als ob das bei dir anders wäre.“ Er schnaubt. „Du bist auch kein allzu großes Rätsel.“
„Ich hatte gehofft, du würdest es erklären. Ich rate nicht gerne blind drauflos.“
„Tja, dann hoff mal schön weiter, Tigerschlampe.“
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„Ich gehe jetzt.“ (Du gehst.)
„Denk daran, was ich gesagt habe, ja? Sei vorsichtig.“
Verzweigung
„Bis später.“ (Du gehst.)
„Hoffentlich geht’s dir 'prächtig', Tigerfotze“, spuckt er.
„Ich muss los.“ (Du gehst.)
„Ja.“
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„Was nun?“ Er führt einen Kickflip mit dem Miniatur-Roller aus.
Verzweigung
„Fick mich doch, die Nervensäge ist schon wieder da. Was nun?“ Er schnippt das Rad seines Miniatur-Rollers an.
„Du schon wieder. Sie wollen immer noch mehr.“ Er dreht den Miniatur-Roller um seinen Finger.
Alternative Formulierung
„Du schon wieder. Was soll dieser Aufzug?“ Er dreht den Miniatur-Roller um seinen Finger.
Alternative Formulierung
„Die Bullin ist wieder da. Sie wollen immer noch mehr.“ Er dreht den Miniatur-Roller um seinen Finger.
Verzweigung
Der drahtige Mann zieht einen handtellergroßen Spielzeugroller aus der Tasche wie ein Schnappmesser und vollführt einen doppelten Salto damit. Dann sieht er dich an und wartet auf eine Reaktion.
Unfassbare Fingerfertigkeit. Verschwendet auf unterste, unangenehme Ödheit.
„Hey, Tigerschlampe, was geht?“
Licht an. Auftritt von links: der nach Aufmerksamkeit gierige Schurke, der sich vor jedem Publikum in Szene setzt.
Verzweigung
Karo datet diesen Trottel? Nein. Niemals.
„Cool.“
„Falsch! Du denkst, das wäre ein beschissener kleiner Roller, ja? Ein Finger-Roller?“
„Wenn er beschissen ist, warum spielst du dann damit?“
„Weil ich nicht beschissen bin.“
„Was willst du überhaupt hier?“ Er lässt den Roller um den Griff rotieren. „Bist du ein Fan von Nestor oder zieht dich nur mein Vibe hierher? Ich komm mit beiden Varianten klar.“
Alternative Formulierung
„Was auch immer du hier suchst, ich erkenne, dass du 'ne Frau bist.“ Seine blutunterlaufenen Augen sind hinter der Sonnenbrille geweitet. „Bist du wegen des Nestor-Fanclubs hier? Oder wegen meiner Vibes?“
Alternative Formulierung
„Was willst du überhaupt hier?“ Er lässt den Roller um den Griff rotieren. „Bist du wegen des Raves hier? Ein Fan von Nestor? Oder zieht dich nur mein Vibe hierher? Ich komm mit allen Varianten klar.“
Alternative Formulierung
„Das Leder steht dir. Was willst du überhaupt hier?“ Er lässt den Roller um den Griff rotieren. „Bist du ein Fan von Nestor oder zieht dich nur mein Vibe hierher? Ich komm mit beiden Varianten klar.“
Alternative Formulierung
„Was willst du überhaupt hier?“ Er lässt den Roller um den Griff rotieren. „Bist du ein Fan von Nestor oder zieht dich nur mein Vibe hierher?“ Er wackelt mit den Augenbrauen. „Werde ich jetzt verhaftet?“
Alternative Formulierung
„Was willst du überhaupt hier?“ Er lässt den Roller um den Griff rotieren. „Bist du ein Fan von Nestor oder zieht dich nur mein Vibe hierher? Willst du aus dem Regen raus? Vielleicht bist du ja auch auf der Suche nach Feuchtigkeit.“
Alternative Formulierung
„Was willst du überhaupt hier?“ Er lässt den Roller um den Griff rotieren. „Bist du ein Fan von Nestor oder zieht dich nur mein Vibe hierher? Ich komm mit beiden Varianten klar.“ Er unterdrückt ein Gähnen.
„Weil ich nicht beschissen bin.“„Wenn das auch nur ansatzweise der Wahrheit entspricht, sind wir noch mehr am Arsch, als ich dachte.“„Du dachtest, ich wär ein beschissener Schwachkopf? Zum Piepen!“Seine Stimme hallt in der ehemals glamourösen Lobby wider.Die Echos füllen den leeren Raum auf eine abartige Art und Weise. Das hier war mal ein Ort.Du tapst nicht. Du schreitest, anmutig wie ein Schaumkuss oder eine Rothirschkuh.Plötzlich wirst du dir deiner Beine nur allzu bewusst. Du wankst ein wenig und weißt nicht, wie du dein…
Verzweigung
Oberanführer Nestor, auch (ursprünglich ernsthaft, inzwischen ironisch) bekannt als 'Nestor der Herrliche', war von 28 bis 80 der politische Anführer Portofiros, ehe er endlich endgültig ins Exil geschickt wurde.
„Ich erkenne Coolness, wenn ich sie sehe, und das ist ein cooler Roller.“
„Wenn das auch nur ansatzweise der Wahrheit entspricht, sind wir noch mehr am Arsch, als ich dachte.“
„Ich habe das nur gesagt, weil ich dir für mental zurückgeblieben halte.“
„Du dachtest, ich wär ein beschissener Schwachkopf? Zum Piepen!“
„Erbärmlich.“
„Korrekt!“ Er grinst schief. „Deine Beobachtungsgabe ist erstaunlich.“
Seine Stimme hallt in der ehemals glamourösen Lobby wider.
Die Echos füllen den leeren Raum auf eine abartige Art und Weise. Das hier war mal ein Ort.
„Ich ficke. Wer behauptet, ich würde nicht ficken?“
„Dein Gesicht. Und dein tapsiger Gang.“
Du tapst nicht. Du schreitest, anmutig wie ein Schaumkuss oder eine Rothirschkuh.
Plötzlich wirst du dir deiner Beine nur allzu bewusst. Du wankst ein wenig und weißt nicht, wie du dein Gewicht verteilen sollst.
Du verdrehst die Augen.
„Ne, ich mach nur Spaß, das war Spaß. Aber ziemlich mies, was? Ich bin ein Stück Scheiße, falls es dir entgangen sein sollte.“
So einen kleinen Fingertrick könntest du locker selbst abziehen, wenn du wolltest.