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Rotanevs Schrein steht ungestört unter seinem abgenutzten hölzernen Vordach.

Zeilen 79
Gesprächsbeginn

Verzweigung

1

Verzweigung

2
Rotanevs Schrein steht ungestört unter seinem abgenutzten hölzernen Vordach.

Alternative Formulierung

Du betrittst Rotanevs Schrein auf der Suche nach Zuflucht vor dem grauen Regen.

Alternative Formulierung

Du betrittst Rotanevs Schrein auf der Suche nach Zuflucht vor dem schneidenden Küstenwind.

Alternative Formulierung

Rotanevs Schrein ist in das kalte Licht des silbernen Mondes getaucht.

Verzweigung

4
Du schaust dir die Opfergaben an.
Einige Gläubige haben Fotografien von Geschäftsfassaden und Bänder zurückgelassen. Bei genauerem Hinsehen entdeckst du Verbände, symbolische Augenbinden, die Verfolger fernhalten sollen.
Die ganze Szene wird von einem Klotz aus Holz überblickt. Einmal mag die Statue mit großer Sorgfalt geschnitzt worden sein, doch jetzt ist Rotanev nur noch angedeutet – mausartige Ohren, vor sich hält er einen Sack. Einige Leute haben Münzen in die Ritzen in seinem Holz gesteckt, die Glück bringen sollen.
Wer hinterlässt all diese Sachen?
Abergläubige Geschäftsleute. Flüchtlinge und Auswanderer. Wildschweinjäger. Jungen, die in Mädchen verknallt sind, die einen auf schwer zu haben machen.
PersonalismusSW 10
Und Mädchen, die von Jungen in Ruhe gelassen werden wollen.
PoetikSW 9
Alle endlosen Kreisläufe sind eine Form der Jagd. Sucht, Angst, Eroberung. Die Verfolgung, die Flucht.

Verzweigung

12
StaatsmachtSW 10
DER GESCHÄFTSMANN HÄLT SICH SELBST FÜR EINEN JÄGER. DAS IST NICHT EINFACH WARENFETISCHISMUS, DAS IST ARBEITSFETISCHISMUS, DIE HÖCHSTE FORM DES WAHNS.
Was gibt es hier noch?
Der Schrein wartet geduldig auf deine Fragen.

Verzweigung

16
Was hat der denn so weit hier draußen zu suchen?
'Hier draußen' war mal ein richtiger Ort, ehe er dem Erdboden gleichgemacht wurde, um Platz für Nestors Weltraumprogramm zu schaffen.
VerschränkungSW 10
Hier, das Fundament eines Hauses – zwei Frauen mittleren Alters packen darin stumm Möbel zusammen, die ihrer Mutter gehört haben.
Sie werden eine Kerze in diesem Schrein entzünden, ehe sie gehen. Für ihren Geist.
BlaupausenSW 9
Die Opfergaben auf diesem Schrein sind eine Mischung aus alt und neu – wobei die neueren Dreingaben zahlenmäßig unterlegen sind.

Verzweigung

22
Du bedienst dich an den Geld-Opfergaben.
Ein 5-Sol-Schein flattert im Wind umher und du schnappst ihn dir.
PoetikSW 10
Blasphemie.
Und vielleicht noch die eine oder andere Münze …
Du ziehst eine Münze heraus, die in einem Riss des hölzernen Engels-Götzen steckt.
InstinkteSW 12
Schänderin. Das jagt dir einen kranken Schauer der Aufregung durch die Knochen.
Der Wind wird stärker und peitscht durch das spitze Seegras. Einen Moment lang glaubst du, weit vom Ufer entfernt einen Wal singen zu hören.

Verzweigung

30
Danke, Rotanev. (Zurück.)
Du bietest Rotanev die gefriergetrockneten Kosmonautenrationen dar.
Du holst das Päckchen hervor. Seine Verpackung knistert bei deiner Berührung.
„Rotanev, nimm diese Opfergabe an …“
Du steckst das Päckchen zwischen zwei Bilderrahmen fest. Ein Foto zeigt quietschende Kinder, die an einem sandigen Strand Muscheln sammeln. Das zweite ist eine Einwegkamera-Aufnahme von zwei Männern, die grinsend die Leiche eines Ebers hochhalten.
InstinkteSW 9
Der perfekte Platz.
„Möge ich die Vergebung finden, nach der ich suche.“
Die Brise, die dir über die Wangen streicht, wird wärmer.
Die Hüllen verlassener Gebäude knarren um dich herum, ein Chor aus rostigem Metall und Wind.
SensorenSW 10
Irgendwo auf einem entfernten Hügel heult ein wilder Hund. Deine Nase füllt sich mit dem hasenhaften Geruch der Angst.

Verzweigung

41
„Möge meine Aufgabe nicht durch plötzliche, rätselhafte Komplikationen behindert werden.“
Obwohl du allein bist, überkommt dich plötzlich ein Gefühl des Wissens – ein Bewusstsein für alle Kreaturen in der Nähe, für alle Augen, die auf dich gerichtet sind.
„Möge ich den Kram meiner Feinde zu Klump hauen.“
Plötzlich spürst du neuen Elan in deinen Schritten. Es kommt dir vor, als könntest du losrennen und stundenlang weiterlaufen.
„Möge ich das Ziel erreichen, das mir bestimmt ist.“
Du blinzelst und für einen Moment kommt dir die Welt um dich herum ein wenig klarer vor: Objekte, Gerüche, Geräusche.
Nein, doch nicht. [Zurück.]
Du steckst den kleinen Gegenstand zurück in deine Tasche.

Verzweigung

50
Du betest zu Rotanev.
Du verlagerst deine Haltung, unsicher, wohin du den Blick wenden sollst, während die Augen hunderter Fremder dich aus ihrer gerahmten Ewigkeit heraus beobachten.
PoetikSW 9
Du stellst dir vor, alle Kerzen wären entzündet, der Schein ihres gemeinsames Lichtes würde sich im Vordach spiegeln und ihre Wärme würde die Kälte vertreiben.
SensorenSW 11
Der Geruch von Wachs.

Verzweigung

55
Du betest für dich selbst.

Verzweigung

57
Deine Worte haben nicht so viel Gewicht wie beim ersten Mal. Ihre Bedeutung ist in der Schwebe.

Verzweigung

59
Der Wind trägt deine gemurmelte Litanei davon.
Graue SubstanzSW 12
Zwischen dir und dem Stern liegen Lichtjahre – wenn diese Anrufung ihn erreicht, wird deine Jagd längst vorbei sein.
„HOLOCENE …“
Was gibt es noch zu sagen? Seine Jagd war erfolgreich, aber er war seine eigene Beute.
„Es tut mir leid, dass ich dich zurückgelassen habe.“

Verzweigung

65
Nur für einen kurzen Moment scheint das Bruchstück des Mondes, das du hinter den Umrissen von Portofiro ausmachen kannst, heller zu leuchten.
SchattenspielSW 12
Eine Pfütze von Blut trocknet auf einem Fliesenboden und auf Haut, die schnell alle Wärme verliert. Der Fleck wird bleiben, doch der Körper selbst wird zurück in die Schatten gleiten, als wäre er niemals dort gewesen.

Verzweigung

68
Die Sonne linst durch die Wolken und für einen Moment bist du im Licht halbblind.
„Ich vermute, der Schimmel ist zu einem M.I.H.O.-Operanten geworden. Möge deine Organisation in dieser neuen Form gedeihen.“
„Du hattest Talent, aber kein Glück. Mögest du nicht länger durch den Wald der Spiegel irren.“
„Wo auch immer du bist, ich hoffe, du hast keine Angst mehr.“
Ich weiß nicht, nichts davon fühlt sich richtig an.
„Hohle Phrasen, CASCADE.“ Seine Stimme hallt in deinem Kopf wider. „Die können wir in unserem Berufsfeld nicht gebrauchen.“

Verzweigung

75
„Ultra Violeta …“
Nicht aller Beute gelingt die Flucht.
„Ich wollte dich nicht opfern. Es tut mir leid, dass es so weit gekommen ist.“
Der Wind ändert die Richtung und für einen Moment weht der Geruch des Meeres zu dir herüber.
VerschränkungSW 12
An Deck eines Schiffes, das in Richtung des Erleuchteten Imperiums unterwegs ist, überlegt eine junge Frau, sich ins Meer zu stürzen. Das Wasser ist kalt, dunkel und klar.

Verzweigung

81
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass du sowieso unter falscher Flagge unterwegs warst.“
„Pech gehabt. Du hättest dir bessere Freunde suchen sollen.“
„Hoffentlich findest du in der Arbeit einen neuen Sinn.“
Das fühlt sich falsch an. Ich habe kein Recht dazu.
Feuchte Luft legt sich wie eine schwere Decke um dich.
Vielleicht ist jetzt doch nicht der Zeitpunkt dafür.
Eine Brise raschelt durch das Papiergeld.

Verzweigung

89
Du trittst vom Schrein zurück. [Du gehst.]
Über dir schreit eine Möwe, als du vom Schrein wegtrittst.

Verzweigung

92

Ende dieses Zweigs

Das vom Wetter arg zugerichtete hölzerne Vordach schützt Opfergaben für den Engel Rotanev – Papiergeld, eine Reihe kalter Kerzen und Bilderrahmen. Ehemalige Plastik-Regenbögen, die von der Sonne zu identischen Farbtönen gebleicht wurden.

Verzweigung

94
AufzeichnungenSW 7
Rotanev: Engel der Jäger und der Beute. Außerdem der der Dialekte und des Investment-Banking.
Rotanevs Schrein steht ungestört unter seinem abgenutzten hölzernen Vordach. - ZERO PARADES