Verzweigung
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„Ah, da bist du, ja, hier. Gefällt dir das Leben in der wahren Zeit?“ Sie hüpft aufgeregt auf und ab, wobei ihre metallische Kopfbedeckung vor sich hin klimpert.
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„Wo hast du all das Geld her?“
„Ich war mal total in der Realitätsfalle gefangen – Häuser, ja, Kinder, Familie, Essen – alles eine Falle.“
„Hab falsche Zeit damit gebracht, Falschgeld zu verdienen. Ein schlechter Witz. Subcomandante Bagman hat mir das klargemacht.“
Verzweigung
„Deine Kinder waren Teil der Falle?“
„Ja. Zwei davon und ein Ehemann, von denen ich dachte, sie mehr zu lieben als das Leben selbst. Bis ich erkannte – es gibt kein Leben.“
„Ich muss mich darauf konzentrieren, aus der Realität auszubrechen.“
Als dir klar wird, was sie da eben gesagt hat, läuft es dir eiskalt den Rücken hinunter.
Irgendwo auf den Straßen Quisachs hält ein wohlhabender Teenager seine kleine Schwester an der Hand und mustert das Gesicht jeder Bettlerin, jeder Ausgestoßenen, die am Kanal hockt oder durch die Gassen humpelt, und fragt sich, ob vielleicht …
Verzweigung
„Wie alt waren sie, als du sie verlassen hast?“
„Die Jüngere war fünf. Der Ältere war eine Illusion, die ich ganze neun Jahre gelebt habe.“
„Aha, sein Name war Juan!“ Sie lacht laut auf.
Es klingt wie ein Schmerzensschrei.
Das bleibt übrig, wenn man alle Verbindungen an den Wurzeln ausgerissen hat.
„Sein Name war Juan? Was ist mit ihm passiert?“
„Nein. Du hast recht. Er war nie aha, nie. Ich auch nicht …“
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„Und die Jüngere, wie hieß sie?“
„Ah … Ana.“
Eines ihrer Augen zuckt unkontrolliert. Ein Kurzschluss, ein Fehler.
„Andererseits … war sie nie aha, nie. Ich auch nicht …“
„Du hast sie im Stich gelassen.“
„Sie existieren nicht. Ich existiere auch nicht.“
„Du …“ Sie fixiert dich mit einem neugierigen Blick. „Ich bezweifle, dass du existierst, aber was weiß ich schon?“
Es hat keinen Zweck, es zu hinterfragen. Am besten beißt du die Zähne zusammen und machst einfach weiter.
Was weißt du schon?
Hier gibt es nichts zu überdenken. Das ist nur das Gerede einer Wahnsinnigen.
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„Ohne dich sind sie vermutlich besser dran, du bist wahnsinnig.“
„Manche Aufträge verlangen absolute Opfer.“
„Nein. Kein Opfer. Sie existieren nicht, also gibt es nichts zu opfern. Ich existiere auch nicht.“
„Was hast du gemacht, bevor du Metalldiebin wurdest?“
„'Immobilien'.“ Sie setzt das Wort mit ihren Fingern in Gänsefüßchen. „Haus kaufen, Haus verkaufen. Geld hinzufügen, Geld abziehen. Zum Schreien, wenn man darüber nachdenkt.“
„Ja, ich habe das 'Spiel des Lebens' gewonnen. Schlechtes Spiel. Der Preis ist immer mehr desselben.“
„Na ja, falls es dich tröstet, jetzt verlierst du dieses Spiel auf jeden Fall.“
„Aha, ja, aber ich will nicht mehr spielen. Bald schaffe ich es, ja, bald.“
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„Und du lebst immer noch von dem Geld, das du damals verdient hast?“
„Nicht leben. Ich versuche, auszubrechen.“
„Ja. Zum Schreien.“
„Ja.“
Humor: Unter null.
„Ich habe schon oft vermutet, dass das alles eine Falle ist. Erzähl mir mehr.“
„Aha, ja, viele von uns haben vermutet. Nagendes Gefühl spät Abends. Aber nichts mit dem Gefühl zu tun.“
„Ist dir die Sache über Zeit schon mal aufgefallen?“
„Was ist mit der Zeit?“
„Subcomandante Bagman hat mir das nähergebracht. Ja, ändert alles.“
„Stopp. Schau sofort auf deine Uhr. Bewegt sie sich?“
Ein Zeigefinger hämmert auf die Maus. Ein Klick und die Zeit springt genau eine Minute vorwärts.
„Natürlich tut sie das.“
„Wirklich?“
„Schau genauer hin. Man sagt, die Zeit 'fließt', aber fließt sie wirklich, oder stottert und springt sie vorwärts?“
„Jetzt, wo du das sagst …“
„Sprung!“ Sie klatscht in die Hände.
Eine Minute vergeht.
„Sprung!“ Lüstern.
Noch eine Minute vergeht.
„Was passiert hier?“
„Du verstehst die Sache über Zeit noch nicht, aber du bist nah dran, ja, ich merke, dass du nah dran bist …“
„Solange wir uns in der falschen Zeit befinden, ist alles Teil der Realitätsfalle. Falsche Zeit verstärkt Realität.“
„Entkommen wir der falschen Zeit – entkommen wir der Realität. Dann wissen wir es. Dann sehen wir es.“
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„Argh! Mach, dass es aufhört!“
„Ja, ja, das versuche ich gerade.“
„Sie fließt! Natürlich tut sie das!“
„Ich meine … das hat sie gerade noch getan. Vor einer Sekunde.“
„Einer Sekunde oder einem Satz?“
„Mir gefällt nicht, worauf das hinausläuft.“
„Aha, weil du die Wahrheit schon vermutest.“
Dein Gehirn schreckt vor der Frage zurück wie eine Jägerin in der Steinzeit, die sich fragt, was wohl hinter dem Horizont liegt. Du willst die Ränder deiner Welt nicht berühren.
„Nein.“
„Nein, und ich habe gerade nicht die Zeit, es zu erkennen.“ (Zurück.)
„Aha, keine Zeit! Sie sagt, sie hat keine Zeit, sehr gut.“ Sie grunzt erfreut.
„Wir befinden uns in der falschen Zeit. Falsche Zeit hast du genug, so viel du willst.“
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„Aber ist das wirklich realer als dein vorheriges Leben?“
„Nein, nein, ich bin immer noch in der Falle. Die Realität ist die Falle.“
„Na schön, was ist diese 'Sache über Zeit'?“
Alternative Formulierung
„Was meinst du mit 'falscher Zeit'?“
„Wirklich? Ist es dir noch nie aufgefallen?“
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Du erlebst den Fluss der Zeit.
Nichts passiert.
Bis doch etwas passiert.
Die Jägerin zögert. Die Angst in ihr ist der Keim, aus dem eines Tages Religion entsteht – eine Intuition von Mächten, die außerhalb ihrer Welt existieren.
Was zum …
Mit jedem vergehenden Gedanken, jeder vergehenden Aktion, vergeht auch die Zeit.
Es gibt keinen Fluss, der sich erleben lässt. Nur ein Stillstand, der von Momenten der Tat durchbohrt wird.
Du könntest den Stillstand ausweiten … für immer.
Aber wenn du irgendwas tust – auch nur über den Stillstand nachdenkst – springt die Zeit vorwärts, ohne dass du es auch nur bemerkst.
„Ja, ich sehe, dass du die Sache über Zeit bemerkst. Falsche Zeit. Danach ist nichts mehr wie es war. Nichts kann mehr real sein.“
„Aber ich glaube gerne, dass die Dinge real sind.“
„Aha, ja, ja. Realität macht süchtig. Wenn du dagegentrittst, geht es dir tagelang schlecht.“
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„Wie geht es weiter? Erzähl mir mehr, heb den Schleier von meinen Augen!“
„Aha, schau dir Bagman an. 'The Reality Situation'. Ich kann dir helfen, Dinge zu bemerken. Er kann sie erklären.“
Die Jägerin tötet ein Wildschwein, aber anstatt es zu essen, steckt sie die riesige Leiche in Brand und sieht zu, wie der Rauch davon aufsteigt – eine Opfergabe an die Überstrukturen, die sie nur als Götter begreifen kann.
„Realität macht äußerst süchtig. Wenn du dagegentrittst, geht es dir tagelang schlecht.“
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„Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Gefühl umgehen soll …“
„Mach dich bereit, viel, viel mehr davon zu fühlen … bei allem.“
„Na und? Für mich war sowieso nichts real.“
„Aha, aber du tust so, als wäre es das gewesen. Ich glaube, du bist immer noch süchtig nach der Realität, ja.“
Wenn ich also einfach …
Du hörst, wie der Wind durch die spärliche Vegetation und die Metallruinen pfeift, spürst das angespannte Schlagen deines Herzens …
Alles Dinge, die in der Zeit passieren, aber die Zeit selbst spürst du nicht.
Als würdest du meditieren wollen – je härter du versuchst, danach zu greifen, desto weiter entgleitet sie dir.
„Ich spüre nichts.“
„Ah, du bist zu tief in der Falle, ja, das bist du. Glaubst daran, dass alles ist, wie es scheint. Nicht deine Schuld.“
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„Wie entkommt man der falschen Zeit?“
„Kupfer.“ Sie grinst. „Jede Menge Kupfer. Du wirst sehen.“
„Kupfer durchbohrt die falsche Zeit. Hilf mir, Kupfer zu finden, dann wirst du sehen, ja.“
„Kennst du Subcomandante Bagman? Schau dir Bagman an, er erklärt alles. Besser als ich.“
„Der Typ mit der Verschwörungs-Show im Fernsehen?“
„Nein. Keine Verschwörung. Wahrheit. So wahr, wie etwas in der Realität sein kann. Schau genauer hin. Schau zu. Du wirst lernen.“
„Durch ihn ist mir die Sache über Zeit aufgefallen. Danach kann nichts mehr sein, wie es war.“
Das ist ansteckend. Und du hast es dir schon halb eingefangen.
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„'Bag-man'? Wer soll das sein?“
„Er hat eine Show, the Reality Situation. Läuft jeden Nachmittag, ja, jeden Nachmittag. Solltest du dir ansehen.“
„Wenn du Geld hast, wofür brauchst du dann Kupfer?“
„Um der falschen Zeit zu entkommen.“
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„Falsche Zeit verstärkt die Realität und Kupfer durchbohrt falsche Zeit.“
„Erzähl mir von diesem Subcomandante Bagman.“
„Der Offenbarer. Das braune Phantom, Gastgeber der Reality Situation. Schau ihn an, dann wirst du sehen. Dann wirst du verstehen.“
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Sie trinkt aus demselben Brunnen wie Malens Vater, der entführt wurde, nachdem er in eben dieser Show vom 'Telefon, das Leute verschwinden lässt', gehört hat.
Dieser Bagman ist der Strang, aus dem das Netz ist, das sämtliche Paranoia in Portofiro verbindet.
„The Reality Situation läuft jeden Nachmittag. Du solltest ihn dir mindestens einmal ansehen.“
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„Ich will ablehnen, aber diese Sache über Zeit war … seltsam.“
„Erst der Anfang. Ja, schau weiter, ja. Mehr wird enthüllt.“
„Wie die falsche Zeit wirst du bald erkennen, dass mehr und mehr Dinge falsch sind, wenn du ihm zuschaust. Fast alles.“
Reißt man genug Illusionen weg, hat man nichts mehr übrig, nicht einmal die Grundsäulen des Menschseins.
„Und das ist gut?“
„Subcomandante Bagman hat mich befreit. Er kann dir auch helfen, frei zu sein. Ich sehe, dass du auch gefangen bist, ja. In den flachsten aller Illusionen.“
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„Ich bin nicht sicher, ob ich erkennen will, dass nichts echt ist.“
„Aha, ja, du bist glücklich in den Illusionen gefangen, ja.“
„Wenn du unglücklich in deinem Käfig wirst, vielleicht, irgendwann. Dann schau ihn an. Dann wirst du sehen.“
„Es klingt so, als würdest du jedes Wort glauben, das aus dem Mund dieses Kerls kommt.“
„Alles davon, du kannst es mit eigenen Augen sehen.“
„Ist das der Typ wegen dem du deine Familie im Stich gelassen hast?“
„Aha, ja. Er hat mir geholfen mich von vielen Illusionen zu befreien.“
„Ich glaube, ich verzichte.“
„Bewusstsein züchtet Nervosität. Blindheit züchtet Zufriedenheit.“
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„Vielleicht schaue ich mir das mal an, wenn ich Zeit habe.“
„Hoffentlich verstehst du es. Viele schauen ihm zu, wenige verstehen ihn.“
„Erzähl mir mehr über Subcomandante Bagman.“
„Was weißt du über das Silo da drüben?“
„Warum?“ Sie zieht die Silben in die Länge und kaut fast darauf herum.
Etwas blitzt in ihren Augen auf. Derselbe Ton von Paranoia, aber dreimal heller.
„Du überlegst, da reinzugehen? Da runter?“
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„Da war ich schon.“
„Und was hast du da unten gefunden?“
Heller. Wahnsinniger.
„Hauptsächlich seltsame Gefühle.“
„Nur das?“
Die Hitze ungewollter Aufmerksamkeit prickelt auf deiner Haut. Sie will etwas von dir.
„Nur das?“„Aha, mehr nicht? bist du dir sicher?“„Aha, ja, den habe ich gesehen. Er ist ein Sklave. Rennt und rennt die ganze Zeit. Als könnte man dieser…„Bist du dir da sicher?“„Klingt wie ein Programm der Regierung.“ Sie beäugt dich misstrauisch.„Aha, ja, ja, natürlich …“Aber sie lächelt, als täte es das doch.
„Silo wurde hastig verlassen. Viele Sachen zurückgelassen, in gutem Zustand, ja. Dokumente, Papiere, Discs … andere Dinge.“
„Warst du da unten?“
„Nein. Nie.“
„Du weißt, was da unten ist, oder? Die Dinge, die sie in der Dunkelheit züchten?“
„Von welchen 'Dingen' redest du da?“
„Delfin-Mensch-Hybride. Eine gequälte Spezies. Eigentlich zur Raumfahrt gezüchtet, dann als nicht haltbar eingestampft.“
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Du schaust ihr in die Augen. Sie ist nicht auf chemischen Drogen, aber auch nicht nüchtern. Das ist eine andere Art von High.
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„Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber es gibt keine Delfin-Hybride.“
„Aha, vielleicht gibt es Räume, die du noch nicht erreicht hast. Geheimnisse in Geheimnissen, Schichten unter Schichten.“
Ihr Glaube ist undurchdringbar. Was auch immer du widerlegst, erhält eine Antwort, die es umwickelt und erdrückt.
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„Hat Bagman dir das auch erzählt? Wenn ja, redet er nämlich gequirlte Scheiße.“
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„Das klingt nach Quatsch. Hast du das auch von Bagman?“
„Da liegst du falsch. Es gibt Geheimnisse in Geheimnissen, Projekte in Projekten. Nestors Weltraumprogramm hat sein Zuchtprogramm getarnt. Ja, der Subcomandante hat das gut erklärt.“
Sie will wirklich, dass du das Silo für sie erkundest.
„Da liegst du falsch. Es gibt Geheimnisse in Geheimnissen, Projekte in Projekten. Nestors Weltraumprogramm…„Geh und schau selbst nach. Ja, geh runter und finde es raus. Ich warte hier auf dich.“„Das sagt man. Geh runter und finde es raus. Ich warte hier auf dich.“„Oh ja. Ja, tu das. Ich warte hier auf dich.“
Es geht nicht um die Delfine. Da ist noch was anderes.
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„Das klingt nach Quatsch.“
„Geh und schau selbst nach. Ja, geh runter und finde es raus. Ich warte hier auf dich.“
„Woah. Sind sie noch da unten?“
„Das sagt man. Geh runter und finde es raus. Ich warte hier auf dich.“
„Danke, ich glaube, ich gehe das Risiko ein.“
„Oh ja. Ja, tu das. Ich warte hier auf dich.“
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„Ich dachte, das wäre ein Raketensilo.“
„Optik, täuschend. Gute Tarnung für das, was wirklich passiert.“
„Zum Beispiel?“
„Nein, nichts dergleichen.“
„Aha, hier oben blind, da unten blind.“
„Du weißt nicht, was da unten ist, oder? Was sie in der Dunkelheit züchten?“
„Ein alter Freund.“
„Du hast … Freunde da unten? Was für eine Art?“
Statist oder Ex-Statist, du solltest HOLOCENE auf keinen Fall verraten.
„Die paranoide Art. Ihr würdet euch gut verstehen.“
„Menschlich?“ Die Neugier in ihren Augen wird zu Unruhe. „Keiner … von denen?“
„Ja, ausdrücklich menschlich.“
„Ah, gut.“ Sie sieht tatsächlich erleichtert aus.
„Wer sind 'die'?“
„Die da unten. Die, die sie in der Dunkelheit gezüchtet haben. Hast du sie nicht gesehen?“
„Klug. Exzentrisch.“
„Ich habe meinen alten, metaphorischen Freund gemeint. Die Einsamkeit.“
„Aha, mehr nicht? bist du dir sicher?“
„Da gibt es diesen seltsamen alten Typen, der Sport auf der Treppe macht.“
„Aha, ja, den habe ich gesehen. Er ist ein Sklave. Rennt und rennt die ganze Zeit. Als könnte man dieser Falle davonrennen. Was noch?“
„Nichts. Rein gar nichts.“
„Bist du dir da sicher?“
„Vielleicht schaue ich mir das mal an.“
„Nur sehr wenige gehen da runter. Noch weniger aus Neugier.“
Wahnsinnig, aber nicht dumm – sie verfolgt einen anderen Zweck.
„Ich bin aus seltenem Holz geschnitzt.“
„Holz, ja. Klar.“
„Vielleicht gehe ich doch nicht runter.“
„Oh, nein. Doch, das solltest du, das solltest du.“
„Ja, ich suche da drin nach etwas.“
„Ach so, ach ja … Wonach suchst du?“
„Nach etwas namens M.I.H.O. …“
„Klingt wie ein Programm der Regierung.“ Sie beäugt dich misstrauisch.
„Es hat etwas mit Nestors Weltraumprogramm zu tun.“
„Aha, ja, ja, natürlich …“
„Keine Sorge. Es geht nicht um Kupfer.“
„Aha, nein. Schlimmere und bessere Dinge als Kupfer da unten.“
„Was interessiert es dich?“
„Aha, tut es nicht. Natürlich nicht.“
Aber sie lächelt, als täte es das doch.
„Mir gefällt nicht, wie du mich anschaust.“
„Aha, warum?“
„Hast du schon mal von etwas namens 'M.I.H.O.' gehört?“
„Mhm, Subcomandante Bagman hat nie von so etwas gesprochen.“
„Klingt wie ein Programm der Regierung.“ Sie beäugt dich misstrauisch.
DER SPION DES VOLKES IST EIN REGIERUNGSPROGRAMM.
„Es ist nichts falsch daran, dem Volk zu dienen.“
„Hmmmrr …“ Sie gibt ein langes Knurren von sich und beäugt dich wie ein Tier in Habachtstellung.
Da offenbart sich eine wilde Gerissenheit. Bereitschaft, bei der ersten falschen Bewegung zu flüchten oder sich auf dich zu stürzen.
„Dachte mir so was schon. Keine Angst vor dir.“
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„Was auch immer es ist, ich glaube, es ist ganz unten im Silo.“
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„Aha, deshalb bist du so neugierig, ja?“
„Geh, geh und finde raus, was sie für dich haben. Ich warte hier, ja, um herauszufinden, was du entdeckst …“ Sie nickt schnell und offenbart damit ihre fast schon kranke Vorfreude.
Eine wahnsinnige Kupferdiebin will dich als Kanarienvogel in eine Kohlemine schicken.
Es wird Zeit, die Entscheidungen zu überdenken, die dich hierher geführt haben.
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„Ganz unten …?“
Etwas blitzt in ihren Augen auf. Derselbe Ton von Paranoia, aber dreimal heller.
„Du gehst nach unten? Da ist, was dich interessiert, ja?“
„Ja.“
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„Vielleicht …“
„Warum bist du plötzlich so neugierig?“
„Man hat mir ein Fax geschickt … aus dem Silo.“
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„Aus dem Silo, sagst du?“
„Ich habe dir etwas Kupfer mitgebracht.“
Alternative Formulierung
„Ich habe dir mehr Kupfer mitgebracht.“
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„Mal sehen …“ Sie nimmt dir die Federn aus der Hand.
„Aha, ja, das ist gutes Metall. Nimm es, nimm das Falschgeld!“ Sie gackert, als sie noch einen Klumpen Geld hervorholt und ihn auf dich wirft, ohne nachzuzählen.
Die zerknüllten Scheine prallen von deiner Brust ab. Du fängst ein paar davon auf, der Rest fällt zu Boden.
„Hey! Gib mir das ordentlich, sonst nehme ich es nicht an.“
„Aha, wen interessiert's? Bald brauchen wir kein Falschgeld mehr. Nein, brauchen wir nicht.“
Du hebst die Scheine auf.
Du hebst die einzelnen Scheine auf und faltest sie auseinander. Sie schaut dich nicht mal an, weil sie so in ihre neuen Kupferfedern vernarrt ist.
Noch nie wurdest du würdeloser bezahlt.
„Du willst mehr? Es gibt immer mehr. Bring mir mehr Kupfer, dann bekommst du mehr.“
Verzweigung
Du lässt es liegen.
Das Geld rollt und flattert in die weite Einöde davon.
Verzweigung
„Aha, du sagst, du bist keine Plünderin, aber du bist eine gute Plünderin. Ja, sehr kompetent!“ Sie drückt dir das Geld in die Hand.
„Hey, das ist viel weniger als letztes Mal!“
„Närrin! Das ist alles falsch. Null plus null ist immer noch null.“
„Hier, Närrin.“ Sie wirft eine weitere Handvoll in den Wind.
Sie ist wie ein Fass ohne Boden. Wenn du sie weiter bearbeitest, kommt noch mehr aus ihr raus.
„Ich bin nah dran, ja, ganz nah dran, es fertigzustellen. Bring mir noch eins. Noch ein Stück Kupfer, dann brechen wir aus der falschen Zeit aus …“
Verzweigung
Du nimmst es und gehst.
„Ah, ja. Oh, ja. Ja, das ist alles, was ich brauche.“ Sie reißt dir die Federn aus der Hand und starrt sie gierig an.
Hinter ihren Augen geht eine Sonne des Irrsinns auf.
Der Knoten in deinem Magen bestätigt es: Du hast gerade etwas sehr Schlechtes getan.
„Hey, was ist mit meinem Geld?!“
„Nimm es. Nimm alles. Wir werden es nicht mehr brauchen. Nein, das werden wir nicht.“ Sie leert ihre Taschen in zwei vollen Fäusten.
Als du die Häufen loser Scheine aufhebst, überkommt dich extremes Unwohlsein.
Irgendwie weißt du genau, dass sie recht hat. Wo du hingehst, wird Geld dir nicht helfen.
„Hervorragend. Danke.“
„Aha! Ja, ja, genieß dein Falschgeld!“
„Warte nur. Warte hier, sechs Stunden, ja, dann hab ich es gebaut.“
„Aha, sechs Stunden!“ Sie grunzt, während sie über eine Art geheimen Witz lacht.
„Ich habe keine Zeit, sechs Stunden zu warten.“
„Aha, Zeit, sagt sie! Keine Zeit!“ Sie macht kleine Freudensprünge.
Wenn sie sich bewegt, ertönt ein seltsames, leises Läuten. Wie ferne Glocken oder das Klirren von Baustangen.
Verzweigung
Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass der Himmel, der noch vor wenigen Augenblicken pechschwarz war, nun von den ersten Strahlen der Morgendämmerung erhellt wird.
Verzweigung
Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass der Himmel, der noch vor wenigen Augenblicken…Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass am Himmel, der noch vor wenigen Augenblicken halbdunkel…Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass der Himmel, der noch vor wenigen Augenblicken taghell…Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass der Himmel, an dem es noch vor wenigen Augenblicken…
„Was zum …?“
„Schau …“ Sie zieht eine Ecke ihres Bandanas hoch, unter der du dünne Kupferstränge siehst, die ineinander verwoben wurden.
„Netter Hut.“
„Es ist kein Hut, aber nett, ja, nett, es ist nett.“
„Nimm meine Hand.“
„Gefahr! Nicht anfassen.“
Angesichts echter Besorgnis schwindet deine Skepsis.
Du nimmst ihre Hand.
Ihre ledrige Hand schließt sich wie eine Klammer um deine.
Ein blasses, von einem Bildschirm beleuchtetes Gesicht, schaut gespannt zu.
Du spürst nichts. Vielleicht hast du einen Energieschub, einen Rausch oder etwas in der Art erwartet, aber nichts davon geschieht. Und doch …
„Hätte ich irgendwas spüren sollen?“
„Schau auf deine Uhr.“
„Willkommen in der wahren Zeit.“
Verzweigung
„Das war's?“
„Nein, danke. Ich wollte dich eigentlich was anderes fragen …“
„Aha, Närrin! Nur an banalen Dingen interessiert.“
„Was willst du?“
Verzweigung
„Das ist alles? All das für einen Kupferhut?“
„Ignoranz ist dreist. Das ist kein Hut.“
„Sehr beeindruckend.“
„Netter Partytrick, aber was hast du sonst noch drauf?“
Verzweigung
Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass am Himmel, der noch vor wenigen Augenblicken halbdunkel war, unerklärlicherweise die Sonne an ihrem Zenit steht.
Verzweigung
Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass der Himmel, der noch vor wenigen Augenblicken taghell war, nun plötzlich zu dämmern beginnt.
Über ihre Schulter hinweg bemerkst du plötzlich, dass der Himmel, an dem es noch vor wenigen Augenblicken gedämmert hatte, nun plötzlich pechschwarz ist.
„Ähm … Ich komme dann wohl morgen zurück?“
„Aha, morgen sagt sie! Morgen!“ Sie macht kleine Freudensprünge.
„Also, äh … was nun?“
„Ähem.“ (Du räusperst dich.)
„Wir sehen uns später.“ [Du gehst.]
„Ja, ja, denk dran, du bringst mir Kupfer, ich gebe dir Falschgeld. Das wird dir gefallen.“
Verzweigung
Ende dieses Zweigs
„Du bist zurück. Was jetzt? Hast du Kupfer für mich?“
Verzweigung
„Bist du wegen des Kupfers hier? Wenn ja, kommst du zu spät.“ Die Frau drückt sich ihre Kupferdrähte eng an die Brust.
Rosa verbrannte Haut, die den Elementen der Stadt so lange ausgesetzt war, dass sie zu Elefantenhaut wurde.
Stark und ungesund. Eine Lebensform, die einfach nicht sterben würde, wenn man sie zerquetscht.
Warte. Irgendwas stimmt nicht daran, wie seltsam diese Frau ist … Sie ist nicht das, was sie zu sein scheint.
„Das ganze Kupfer wurde beansprucht. Ja, ja, alles davon.“
Verzweigung
„Von wem? Dir?“
„Ja.“
Auf ihrem Gesicht erscheint ein Lächeln, das zu sagen scheint, dass sie dich ausgespielt hat.
„Du kannst kein Kupfer haben, aber wenn du willst, darfst du mir helfen. Ich kann dich bezahlen, ja, ich kann dich gut bezahlen.“
Sie greift in die Taschen ihrer Shorts und holt mehrere zerknüllte Scheine hervor.
„Du kannst kein Kupfer haben, aber wenn du willst, darfst du mir helfen. Ich kann dich bezahlen, ja, ich kann…„Jetzt re-extrahiere ich es von Hand. Wenn du willst, darfst du mir helfen. Ich kann dich bezahlen, ja, ich…„Sehr effektiv beim Plündern. Willst du mir helfen? Ich kann dich bezahlen, ja, ich kann dich gut bezahlen.“„Ah, dann willst du mir ja vielleicht helfen? Ich kann dich bezahlen, ja, ich kann dich gut bezahlen.“„Ah, dann vielleicht eine Kooperation. Du findest Kupfer für mich und ich kann dich bezahlen, ja, ich kann…
„Falschgeld! Hier. Nimm, nimm.“ Sie hält ihre Hände voller Geld an deine Brust und drückt sie beständig an dich.
Du nimmst, was sie dir anbietet.
Deine Hände schließen sich um eine Masse aus hartem, zusammengeknülltem Papier.
Der Duft von einhundert schmutzigen Händen und dem Innenleben von Kassen. Die fasrige Härte von Papier, das sich in Wasser nicht auflöst.
An diesem Geld ist gar nichts falsch.
Du bist in eine Falle getappt. Du weißt nicht, wie, oder was für eine es ist, aber niemand verschenkt einfach so Geld.
Verzweigung
„Soll das ein Witz sein?“
„Aha, ja, ja, Geld ist ein Witz. Behalt es, behalt es. Ich hab mehr davon.“
Sie holt noch mehr davon hervor, um es dir zu zeigen. Ein paar Scheine entwischen ihr, aber sie scheint es gar nicht zu bemerken.
Das ist mehr Geld als du seit deiner Ankunft in Portofiro gesehen hast.
Die Diskrepanz zwischen Rolle und Subjekt ist zu groß. Dein Gehirn ist nicht in der Lage, das zu verarbeiten.
„Subcomandante Bagman hat uns schon gezeigt, dass Geld nichts wert ist. Aber wenn du willst, können wir tauschen, ja, Kupfer gegen Geld.“ Sie grunzt vor Lachen.
„Aber ich darf das Kupfer behalten.“
„Ich dachte, du hättest Falschgeld gesagt?“
„Ja, ja, Falschgeld. Behalt es, behalt es. Ich hab mehr davon.“
„Tja, dann bin ich jetzt wohl auch Kupferdiebin.“
„Ah, ja, es gefällt dir. Ja, das dachte ich mir. Behalte es, behalt es. Ich hab mehr davon.“
„Nein, ich will dein Brettspiel-Falschgeld nicht!“
„Nimm es, nimm es. Ich sehe, dass es dir gefällt.“ Sie nähert sich und deine Intimsphäre wird immer kleiner, als sie dir die Scheine gegen die Brust drückt.
Deine Hände schließen sich unfreiwillig um die Masse aus hartem, zusammengeknülltem Papier.
„Irgendwie wusste ich schon im ersten Moment, als ich dich gesehen habe, dass du Kupfer klaust.“
„Aha, ja, das mache ich. Genau das.“
„Sehe ich aus, als wäre ich zum Plündern hier?“
„Ignoranz ist dreist. Wir sind alle zum Plündern hier.“
„Die aktuelle Form unserer Spezies ist für High-Tech-Plündereien gemacht. Wir rauben dem Planeten die Teile.“
Um dich herum herrscht die karge Öde eines Ortes, an dem fast alles Wertvolle abgebaut wurde und nur riesige Ruinen und verkümmerte Pflanzen zurückblieben. Da kann man ihr kaum widersprechen.
„Das sieht für mich nach extrem primitiver Plünderung aus.“
„Aha, ja, du hast recht. Das Schwierigste ist schon geschafft. Kupfer extrahieren, verfeinern und zu Spulen umformen.“
„Jetzt re-extrahiere ich es von Hand. Wenn du willst, darfst du mir helfen. Ich kann dich bezahlen, ja, ich kann dich gut bezahlen.“
„Dazu gemacht? Von wem?“
„Wer weiß? Viele Theorien, nicht zu wissen. Menschen sind quasi aufgewertete Termiten. Gleich, können aber Maschinen bedienen.“
KAMERAD KASS HAT SEIN MODELL EINER ENDGÜLTIG ENTWICKELTEN MENSCHLICHEN GESELLSCHAFT AN DIE FUNKTION EINER TERMITENKOLONIE ANGELEHNT. MAXIMIERUNG KOMMUNISTISCHER ARBEIT.
„Sehr effektiv beim Plündern. Willst du mir helfen? Ich kann dich bezahlen, ja, ich kann dich gut bezahlen.“
„Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir überhaupt gemacht wurden …“
„Falsch. Total falsch.“ Sie schüttelt den Kopf. „Menschen sind quasi aufgewertete Termiten. Gleich, können aber Maschinen bedienen.“
„Wie dem auch sei, ich bin nicht zum Plündern hier.“
„Ah, dann willst du mir ja vielleicht helfen? Ich kann dich bezahlen, ja, ich kann dich gut bezahlen.“
„Beruhig dich, Mädchen, ich mache dir keine Konkurrenz.“
„Ah, dann vielleicht eine Kooperation. Du findest Kupfer für mich und ich kann dich bezahlen, ja, ich kann dich gut bezahlen.“