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„Operantin … bist du beschäftigt?“

Zeilen 237
Gesprächsbeginn

Verzweigung

1
„Operantin … bist du beschäftigt?“
Cold ReadingSW 8
Eine seltsame Kadenz, unruhige Silben, die über einen schlurfenden Takt stolpern.
„Melita.“
„Ja, Ich bin's.“
PersonalismusSW 8
Sie klingt ziemlich betrunken.

Verzweigung

7
„Du trinkst wieder.“
„Wieder. Bei dir klingt das, als hätte ich aufgehört.“

Verzweigung

10
„Was ist los?“
„Ich wollte nur sicherstellen, dass du noch da bist.“
„Wo soll ich denn sonst sein?“
„Keine Ahnung. Deswegen wollte ich es ja rausfinden.“
VerschränkungSW 12
Sie schaut über Novessa hinaus – mit trüben, suchenden Augen.
„Ich bin hier.“
„Gut. Es tut gut, das zu hören.“
„Was ist los, Mel?“
„Heute wurde ein weiterer Operant im Einsatz ausgeschaltet.“
NervenstärkeSW 12
„Ein weiterer …“
„Niemand, den du kennst. HOPSCOTCH. Unsere ehemalige rechte Hand in Mirzäa wurde von Monotheisten hingerichtet.“ Sie schluckt. „Das ganze Netzwerk ist auch dahin.“
„Wer war der Controller?“
„Was meinst du wohl?“
SensorenSW 8
Ein dumpfes Geräusch knallt durch den Hörer. Ein schweres Glas, das auf dem Schreibtisch landet.
„Das muss weh tun.“
„Ja.“
„HOPSCOTCH bekommt einen unmarkierten Stern am Kulturpalast. Heute Abend treffen sich alle Controller in der Hyacinth-Bar und trinken Vana Kohila, bis wir kaum mehr laufen können.“
„Und man taucht am nächsten Tag einfach auf …“
„Als wäre nichts gewesen, weil das unsere Rolle ist. Wer sollte deine Anrufe annehmen, wenn wir es nicht täten?“
„Wer hat Mist gebaut?“
„Das lässt sich noch nicht sagen. Nach 48 Stunden ohne Zwischenmeldung habe ich HOPSCOTCHs magische Kiste angerufen und dort eine mir völlig unbekannte Stimme gehört.“
„Eine Frau. Sie war älter und völlig nonchalant. Vermutlich eine Rentnerin. Ich meinte, ich hätte mich wohl verwählt. Weißt du, was sie dann gesagt hat?“
Cold ReadingSW 9
Natürlich weißt du das.
„Vielleicht nicht.“
„Nein, das hat sie nicht gesagt. Sie meinte …“
„'Schon in Ordnung, Schätzchen. Häng dich nicht daran auf.' Da wusste ich sofort, das HOPSCOTCH tot war.“
VerschränkungSW 8
Sanft über dem Boden schwingende Füße. Die linken Schnürsenkel offen.
. . . . .
„Ihre Stimme werde ich noch lange in Erinnerung behalten.“
„Das tut mir leid, Mel.“
„Na klar, es tut uns allen furchtbar leid. Insgesamt eine sehr unglückliche Situation.“

Alternative Formulierung

„Das hast du schon gesagt.“
„Sag etwas anderes. Bring ein bisschen Sonne rein.“
PersonalismusSW 8
Das ist schnell ziemlich düster geworden. Wird nicht leicht, davon wegzukommen.
InstinkteSW 8
In Gesellschaft des Todes glänzt die Präsenz des Lebens umwerfend in aller Zerbrechlichkeit. Zieh sie heran.

Verzweigung

45
PersonalismusSW 16
Du sagst ihr, was sie dir bedeutet.
Selbst wenn du diesen Auftrag überlebst und sie dir noch hundert weitere geben kann, bekommst du vielleicht nie wieder die Chance, ihr dein Herz so zu offenbaren.
„Weißt du, ich nehme all diese Aufträge nur an, um deine Stimme zu hören.“
„Red keinen Scheiß, CASCADE.“
„Das ist mein Ernst.“
„Ich hab es satt, so zu tun, als ob. Es gibt Dutzende anderer Controller, mit denen es genau dasselbe wäre.“
Das war eher eine Vorlage als eine Beschuldigung.
SensorenSW 8
Du kannst ihren Atem so deutlich hören, dass du ihn fast schon im Nacken spürst. So weit weg wie eh und je, aber trotzdem irgendwie nah.

Verzweigung

54
„Weißt du, warum man uns einander zugewiesen hat?“
„Operanten liefern im Einsatz bessere Leistungen, wenn eine Bindung zu ihren Controllern besteht. Also ja – die Psychozauberer haben deshalb empfohlen, uns zu kombinieren.“
Cold ReadingSW 8
Also haben sie auch empfohlen, dass sie und HOPSCOTCH zusammenarbeiten.

Verzweigung

58
„Du klingst fast enttäuscht darüber, dass sie glauben, ich wäre wie für dich gemacht.“
„Oder ich für dich. Für die ist völlig irrelevant, wie rum das Pferd aufgezäumt wird. Wenn es überhaupt einen Unterschied macht.“

Verzweigung

61
„Leistungen? Inwiefern?“
„Effizienz, Raffinesse, Tempo … andere Dinge, die schwerer einzuordnen sind.“
„Hingabe zu dir?“
„Ha. Ein Hang zur Selbstopferung gehört dazu, ja, aber auch die Bereitschaft, hohe Risiken einzugehen.“
SensorenSW 8
Sie gibt ein Geräusch von sich, das irgendwo zwischen einem Lachen und einem Seufzen liegt.
„Müssen wir über die Arbeit sprechen?“
„Denkst du an mich, wenn du nicht arbeitest?“

Verzweigung

69
„Ich arbeite ständig, CASCADE.“
DoppelgängSW 9
Unsere gesichtslose Herrin mit der eisernen Seele.

Verzweigung

72

Verzweigung

73
„Also ist das alles nur eine Nummer, um mich zu besseren Leistungen zu bewegen.“
„Nein, nie. Ich weiß nicht mal, woran sie all das festmachen, aber ich könnte nicht mal gewollt so tun, als ob. Also muss es wohl echt sein.“
PoetikSW 11
Das ist immer noch alles Schauspielerei, aber keine von euch hat das Drehbuch.
„Cool, ich wollte nur mal nachhaken.“
„Mhm.“
Sie lacht dir sanft ins Ohr.
„Das ist jetzt unangenehm, weil von meiner Seite aus alles nur gespielt ist.“
„Ich hatte ja keine Ahnung, dass ich es mit einem derartigen Profi zu tun habe. Das muss wohl 'Method-Spionage' sein.“
„Denkst du an mich, wenn du nicht arbeitest?“
„War das mit HOPSCOTCH auch echt?“
Eine lange, leere Stille.
„Das war brutal.“
„Eindrucksvolle Präsenz im Einsatz?“
„Ich würde das Ganze eher 'Anführerpotenzial' nennen, aber ja, die Fähigkeit, von anderen das zu bekommen, was man will. Das ist viel wert.“
„Ich kann raffiniert sein, wenn du willst.“
„In all den Jahren, in denen wir zusammenarbeiten, hast du kein einziges Mal auch nur einen Hinweis darauf gezeigt, dass da was dran sein könnte. Und nein, das will ich nicht. Nicht im Moment.“
„Und mit 'Bindung' meinst du 'unerfüllte Erotik-Sache'?“
„Das legst du jetzt so aus.“
Cold ReadingSW 10
Und sie tut es nicht.
„Sie sagen jedenfalls, dass das Ganze echt sein muss, weil es sonst nicht funktioniert. Also ist es wohl echt.“
„Wenn du nicht so tun willst, als ob, dann benutz meinen richtigen Namen.“
Du hörst ein scharfes Schnappen nach Luft.
SensorenSW 7
In deinem Nacken stellen sich die Haare auf.
Das war kein Schock, sondern eher Befriedigung wegen der Frage – und dann dem Klang deiner Erwartung.
„Bitte.“
„CASCADE …“
PoetikSW 10
Ein einziges Mal klingt es wie ein Gebet.
„Ich kann nicht. Das könnte ich nie wieder zurücknehmen.
InstinkteSW 9
Sie will eine Liebhaberin. Sie will dich.

Verzweigung

103
Du wartest auf sie.
„Sprich weiter. Ich will deine Stimme hören.“
„Jetzt machst du es dir zu gemütlich.“ Du hörst das Lächeln heraus. „Was soll ich denn sagen?“

Verzweigung

107
„Sag mir, wie du aussiehst.“
„Ich habe … braune Augen, eine hohe, gewölbte Nase. Ein spitzes Kinn. Ich schaue immer leicht böse drein … als würde ich ständig über ein Problem nachdenken“, kichert sie. „Ich habe blonde Haare, die mir bis zum Kiefer reichen.“
Cold ReadingSW 8
Das bist du.
„Ich bin auch ziemlich blass. So blass, dass die dunklen Ringe unter meinen Augen mir ziemlich gut stehen und eher wie Deko wirken, als wie Schlaflosigkeit. Aber vermutlich bin ich im Moment etwas rot …“
„Du beschreibst mich, Mel.“
„Tue ich das? Vielleicht bin ich durcheinandergekommen, weil du mir jetzt so nah bist.“

Verzweigung

114
„Was stellst du dir vor, wenn du an mich denkst?“
„Nur deine Stimme, mehr kenne ich nicht.“
„Du stellst dir sicher all die Dinge vor, die ich nicht zu dir sage. Dass ich jemand anders wäre, der dir Sachen sagt wie 'ich vermisse dich' oder 'ich will das'.“
SensorenSW 11
Das Blut hämmert bei ihren Worten in deinen Gefäßen. Dein Herz tanzt, deine Nippel schmerzen.
„Sei etwas … nur einen Moment lang.“
„Aber dann bin ich nicht ich.“

Verzweigung

121
„Es wird langsam spät, Mel.“ (Du legst auf.)
„Das wird es. Danke für das Gespräch. Heute Nacht hatten wir wohl vertauschte Rollen.“
Die Leitung bricht ab und gibt einen tiefen, anhaltenden Ton von sich. Er klingt wie ein Klagen.

Verzweigung

125

Verzweigung

126

Verzweigung

127

Ende dieses Zweigs

„Warum sagst du diese Sachen nicht?“
„Weil ich niemand anders bin.“
„Wie du dich anfühlst, wie es wäre, dich zu berühren.“
„Ich fühle mich nach gar nichts an. Ich bin ein Geist, ein Fehler. Selbst wenn du dich an mir festhalten und dich in mich verwickeln könntest, wäre da nichts.“
„Das tue ich nicht.“
„Oh …“

Verzweigung

134

Verzweigung

135
„Ich mag, dass du mir nie genau das sagst, was ich hören will.“

Verzweigung

137
„Ja, das haben die Analysten schon gesagt. Wieso soll ich also jetzt damit anfangen, wenn du so nah dran bist?“
„Warum sollte ich dann jetzt damit anfangen, wo du so nah dran bist?“
„Ich hasse, dass du mir nie genau das sagst, was ich hören will.“
„Nein, tust du nicht. Es gefällt dir. Deshalb gehst du immer wieder ans Telefon. Also warum sollte ich das jetzt ändern, wo du so nah dran bist?“
„Verrate mir deinen Namen.“
„Wenn du ihn aussprichst, lautet er 'Melita'. Obwohl das nicht stimmt, höre ich mich auf deinen Lippen. Das macht es wahr.“
„Melita.“
„Komm schon, mach das nicht.“
Sie will nicht, dass du aufhörst.
„Nein, das macht es nicht. Ich will deinen Namen.“
„Sag mir, dass ich eine gute Operantin bin.“
Gelächter, warm wie Sonnenstrahlen.
„Du bist draufgängerisch, unzuverlässig, regellos …“ Ein Glucksen, dann mehr Gelächter. „Du hast mir mal gesagt, dass du Statisten 'nach Gefühl' rekrutierst. Du bist schrecklich.“
SensorenSW 8
Liebe in jedem einzelnen Wort.
„Du liebst mich.“
„Mach das nicht.“
Das meint sie ernst.

Alternative Formulierung

Diesmal meint sie es ernst.
„Warum gibst du dich dann noch mit mir ab?“
„Ich habe keine Ahnung. Vielleicht finde ich dich amüsant.“
„Ich bin großartig.“
„Du bist speziell. Wie der Klang einer Mandoline oder … keine Ahnung … Vana Kohila.“
PersonalismusSW 6
Als sie an ihren Verlust erinnert wird, schmeckt der Alkohol wie honigsüße Trauer auf ihrer Zunge.
„Schlaf dich aus, Mel.“ (Du legst auf.)
„Ich dachte … ja, CASCADE. Du hast recht. Danke.“
Sie ist weg. Diesmal wirklich.

Verzweigung

163

Verzweigung

164
„Tu so, als wäre es die Wahrheit.“
„Du kennst meine Gefühle für dich.“
„Ich habe nie das Gefühl, etwas erlebt zu haben, bis ich dir danach davon erzählen kann.“
Zu nah, zu verletzlich. Eine hitzesuchende Rakete voller Realität klebt dir an den Fersen – Zeit für Gegenmaßnahmen.
„Ich finde es gut, dass wir professionell bleiben.“
„Ich glaube, das kann ich von mir ehrlich nicht behaupten. Es wird langsam zu einem Problem, zumindest für mich.“
In ihrer Stimme liegt jetzt eine eindeutige Schärfe. Die Lampen in deinem Cockpit leuchten in schreiendem Rot.
„Für mich ist es kein Problem.“
„Nein. Das ist irgendwie deine Gabe. Du bürdest dir keine Verantwortung gegenüber anderen auf. Vielleicht macht dich das zu einer effizienten Operantin.“
„Es macht dich auch zu einem absoluten Albtraum im gemeinsamen Arbeitsleben.“

Verzweigung

175
„Du bist einfach nur betrunken.“

Verzweigung

177
„Als könntest du das behaupten, ohne selbst zu wanken.“

Verzweigung

179

Verzweigung

180
„Was ist denn los mit dir?“
„Du hast natürlich keinen Schimmer. Was in anderen Personen vorgehen könnte, ist dir ein völliges Rätsel.“
Distanz zum Ziel: 400 Meter, 300, 250 …
„Das ist nicht fair.“

Verzweigung

185
„Du bist so sehr in deinem Märtyrer-Quatsch über 'Vergebung' gefangen – als wärst du die erste Spionin, die ihr Netzwerk verloren hat.“
Ein weißer Blitz erfüllt das Cockpit. Die G-Kräfte schmettern dein Gesicht gegen deine eigene Steuerzentrale.

Verzweigung

188
„Klar, du erledigst deine Aufgaben. Aber irgendwie scheinst du zu glauben, deinen Job zu machen, gibt dir das Recht, dich zu verhalten, wie es dir passt.“
InstinkteSW 9
Die Drosselklappe geht auf. Abstand halten.
StaatsmachtSW 10
ABSOLUTE BLAMAGE AUF DER WELTBÜHNE.
„Okay, okay! Vielleicht ist es ein bisschen fair.“
„Danke, dass du das anerkennst.“
NervenstärkeSW 10
Ätzende Verachtung. Sie dringt direkt durch deine Verteidigung.

Verzweigung

195
„In einer Sache hab ich dich unterschätzt. Ich dachte nicht, dass du wirklich ein Team zusammenstellen könntest. Hoffentlich schauen die Sterne gnädig auf sie herab, denn das Weinende Auge wird es nicht tun.“
Am Himmel über dem Noscorrentes-Meer verliert ein Einzelkampfjet mit Superbloc-Lackierung die Kontrolle und zieht eine Rauchspirale hinter sich her, bevor er auf die verspiegelte Oberfläche des Wassers aufprallt.
„Der Vorhang fällt. Es gibt keine Zugabe. Hab einen schönen Abend, Operantin.“

Alternative Formulierung

„Der Vorhang fällt. Es gibt keine Zugabe. Hab einen seltsamen Abend, Operantin.“

Alternative Formulierung

„Der Vorhang fällt. Es gibt keine Zugabe. Hab einen professionellen Abend, Operantin.“
Damit kommt der Anruf zum Ende. Du lässt dich wieder ins Bett sinken und hoffst auf erholsamen Schlaf.

Verzweigung

200

Verzweigung

201
„Wundert es dich etwa, dass du noch kein Team zusammenstellen konntest? Hoffentlich schauen die Sterne gnädig auf dich herab, denn das Weinende Auge wird es nicht tun.“
„Mel …“
„Ich bin noch nicht fertig.“
Du lässt sie ausreden.

Verzweigung

206
„Du erfüllst die Aufgaben, die man dir gibt, mit Müh und Not, und erwartest dann noch eine verdammte Parade dafür.“
„Du hast jede Menge unerfüllte Aufgaben auf dem Zettel, weil du den ganzen Tag rumrennst und weiß der Geier was treibst, und tust dabei so, als wäre alles 'cool'.“
„Du bist so von irgendwelchem Unsinn rund um Schattengitter und Augmentoiden vereinnahmt, dass du nicht merkst, wie sich die wahren Verschwörungen direkt vor deiner Nase entfalten.“
„Du bist zu beschäftigt damit, deine 'Hardcore'-Rolle zu pflegen. Hör gut zu: In diesem Garten wird außer schwarzem Unkraut nie was wachsen.“
„Du bist zu beschäftigt damit, deine philosophischen Vorurteile weiter zu befeuern. Ständig sprichst du von Zeug, das niemand versteht, und fühlst dich anderen damit überlegen.“
„Scheiß drauf.“ (Du legst auf.)
Du knallst den Hörer auf die Gabel und deinen Kopf aufs Kissen.

Verzweigung

214

Verzweigung

215

Verzweigung

216
Du sagst nichts.
. . . . .
PoetikSW 12
Es sind maximal ein paar Sekunden, aber gefühlt vergehen Äonen. Ganze Zivilisationen wachsen heran und verschwinden in den Nebeln des Nichts, bevor sie wieder das Wort ergreift.
DoppelgängSW 10
Die Gäng leidet furchtbare Schmerzen, weil die Sekunden so langsam vergehen.
„Du bist nicht die erste Operantin, mit der ich dieses … Problem hatte. Das sagt wohl mindestens so viel über mich aus wie über dich.“

Verzweigung

222
„Wenn das der Grund wäre, würde es dir wirklich in den Kram passen, was?“
„Was willst du? Eine Karte?“
„Ich weiß es nicht, Operantin. Ich weiß nicht mehr, was ich noch von dir will.“ Sie seufzt. „Ich bezweifle aber, dass es eine scheiß Karte ist.“
„Hör mal, es tut mir leid.“
„Nein, tut es dir nicht. 'Es tut mir leid' ist nur die Rolle, die du spielst, wenn du jemanden verletzt hast. Es ist kein Gefühl, das du tatsächlich empfinden kannst.“
„Was willst du dagegen tun, Mel?“
„Hör auf, mich so zu nennen. 'Mel'. Das ist so vertraut, dabei kennst du mich gar nicht. Wahrscheinlich denkst du, das ist mein echter Name, oder?“
„Unsere Dynamik ist echt seltsam.“
„'Seltsam', wie? Und was genau macht sie deiner Meinung nach seltsam?“
In ihrer Stimme liegt jetzt eine eindeutige Schärfe. Die Lampen in deinem Cockpit leuchten in schreiendem Rot.
„Ach komm, du weißt schon …“
„Nein, tue ich nicht. Erläutere es mir.“
„Ich dachte …“
„Was auch immer es war, du hast falsch gedacht. Und es wird Zeit, diesen Fehler zu beheben.“
„Du klingst wütend, Mel.“
„Vergiss es, das war schlechte Wortwahl.“
„Sehe ich anders. Ich finde, es war eine sehr interessante Wahl.“
„Ich habe nichts zu sagen.“

Verzweigung

241
„Du hast wohl recht. Ich hab keine Ahnung, was ich erwartet habe …“
„Mein Gott, werde ich morgen Kopfschmerzen haben.“
BlaupausenSW 7
Ihre Stimme klingt weit entfernt, als würde sie schon den Hörer weglegen.
Die Verbindung bricht ab.

Verzweigung

246

Verzweigung

247
„Ich glaube, es gibt nichts mehr zu sagen.“
„Vielleicht war das gar keine fremde Stimme, vielleicht war es HOPSCOTCH selbst, um den eigenen Tod vorzutäuschen.“
„Nicht …“
„Sei jetzt nicht so. Sprich einfach mit mir und sag irgendwas, um die Stimmung aufzuhellen.“
„Was willst du von mir?“
„Bleib menschlich. Werde kein unmarkierter Stern. Was gibt es sonst noch zu sagen?“
Du sagst nichts und gönnst ihr einen Moment.
„Sitz nicht einfach nur rum, während ich hier zerfalle. Sag was.“
„Was denn?“
„Ich hab ja nur gefragt.“
„Ja, alle fragen immer nur. Seit Tagen höre ich nur noch Fragen, aber am Ende ändert sich nichts.“
„Es tut mir leid.“
„Na klar, es tut uns allen furchtbar leid. Insgesamt eine sehr unglückliche Situation.“
„Einer von deinen eigenen?“
„Ja.“
„Ich gehe wieder ins Bett. Gute Nacht.“

Verzweigung

264
„Warte mal, CASCADE …“
„Was?“

Verzweigung

267
Du legst auf.
Die Verbindung verstummt. Du schließt die Augen.

Verzweigung

270

Verzweigung

271
Du sagst nichts.
„Das ist nicht witzig. Sag irgendwas.“
„Ich habe keine Zeit für so was. Gute Nacht.“
„Es ist mitten in der Nacht.“
„Ah, Tatsache. Na ja.“
„Operantin … bist du beschäftigt?“ - ZERO PARADES