Verzweigung
Verzweigung
„Hier draußen ist es kalt.“ Das Mädchen zieht die Schultern hoch und stampft leicht mit dem Fuß auf.
„Ein bisschen kalt.“
„Im Unterschlupf war es allerdings auch kalt.“
Alternative Formulierung
„Das ist ungefähr das, was die Welt verdient hat, was, Hersh?“ Du hörst das angedeutete Lächeln in ihrer Stimme.
Sie schwingt sich ihr tragbares Keyboard auf die andere Schulter und starrt über das schwarze Seewasser hinweg.
Um euch herum zerrt die Nacht den Tag außer Sichtweite.
Über euch hängen langsam blinkende Satelliten, die aussehen, als würden sie gleich einschlafen.
„Dieses Boot fährt nicht in die Ostrepublik, oder?“
„Es fährt nach Luz.“
„Das dachte ich mir.“
Verzweigung
„Du hast da etwas Glitzer im Gesicht.“ (Du wischst ihn nicht weg.)
„Nein. Nein, habe ich nicht“, sagt sie mit fester Stimme, während sie die Tränen erstickt.
Das Mädchen hebt den Kopf und schaut auf die sich brechenden Wellen hinaus.
„Nein. Nein, habe ich nicht“, sagt sie mit fester Stimme, während sie die Tränen erstickt.„Ich denke, ich glaube dir nicht.“„Du verstehst es überhaupt nicht. Vielleicht kannst du das nicht. Vielleicht ist das meine Schuld …“„Du meinst meine Manager? Du redest wirres Zeug.“„Schon okay, ich verstehe.“
„Warum tust du mir das an?“
Verzweigung
„Weil das mein Ding ist, ich enttäusche Leute.“
„Dann muss es wirklich traurig sein, du zu sein, Hershel.“
Auf der anderen Seite des Piers nähern sich zwei Gestalten aus der Dunkelheit.
„Dann muss es wirklich traurig sein, du zu sein, Hershel.“Das erste Mal, dass sie damit konfrontiert ist, dass sich jemand gegen sie stellt. Ihr wahres Ich.„Für dich bin ich also nur eine Ware. So wie für alle anderen auch.“Ihre Worte sind voller Überzeugung, obwohl sie von einem sanften Zittern übermannt wurde.„Alles gut.“ Das Mädchen hält mit ruhiger Hand einen Daumen nach oben.„Yana meinte, das würdest du nicht.“ Sie nickt sich selbst zu.
Die Augen des alten Mannes huschen zwischen dir und dem Mädchen hin und her. Er wirkt zerbrechlicher als seine Stimme vermuten ließ.
Verzweigung
„Hersh … Glaubst du wirklich, dass das sicher ist …?
KALEIDOSCOPE starrt Ultra Violeta an, als könnte er nicht wegsehen.
Verzweigung
„Das ist der Mann, der dich übernimmt. Er wird nicht zulassen, dass dir etwas geschieht.“
„Er schaut mich ganz komisch an …“
„Schon gut, ich hab ihn vorbereitet.“
„Oh, okay. Danke, Hersh.“
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„Ich wünschte übrigens, du würdest das nicht tragen.“ Sie nickt in Richtung deines T-Shirts.
„Ich will nur, dass du weißt, was du zurücklässt.“
„Keine Sorge, das vergesse ich nicht. Und ich bin mir sicherer denn je.“
„Verabschiede dich bitte für mich von Yana. Bevor wir gegangen sind, habe ich sie gefragt, ob sie vielleicht mitkommen will … aber sie hat nur weggeschaut.“
„Ich werde sie vermissen, aber wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt.“
„Auf jeden Fall.“
„Danke.“ Sie schaut sich um. „Ich wünschte … Ich wünschte wirklich, sie wäre hier …“
Jetzt, wo sie so darüber nachdenkt, ist es seltsam, dass sie es nicht ist.
„Leb wohl, Hersh. Ich werde dich nicht vergessen.“
Jetzt, wo sie so darüber nachdenkt, ist es seltsam, dass sie es nicht ist.So furchtbar allein.„Ja, da hast du wohl recht. Es ist schwer, in Kontakt zu bleiben.“„Vielleicht dachte Yana das. Aber ich …“ Sie schüttelt sanft den Kopf. „Es stimmt wohl. Sobald dein Gesicht…„Wenn es sicher ist“, antwortet sie unter pflichtbewusstem Nicken.
Sie schaut dich an. Schau nicht zurück. Diese Wunde verheilt nie wieder.
Du schaust sie an.
Sie lächelt dich an und nickt kurz. Der Wind hat ihr sonst so perfektes Haar zerzaust. Sie hebt eine Hand und streift sich eine lose Strähne aus den Augen.
Dieser stechende Schmerz ist vertraut, fast schon nostalgisch. Das wird Spuren hinterlassen.
Ein weiterer Tropfen Phantomblut im klaren Gewässer deiner Seele.
„Geh.“
Das Mädchen schreitet voran und das Keyboard schwingt auf ihrem Rücken umher, als der alte Mann auf der anderen Seite des Piers zu ihr hinüberschlurft.
Wenn ein Stern von einem schwarzen Loch verschluckt wird, strahlt er regelmäßige Lichtstöße aus, die Wissenschaftler mit Todesschreien gleichsetzen.
Plötzlich hält sie inne und schaut zu dir zurück, ihr Gesicht zu einer Maske erstarrt.
Jegliche Gelassenheit dahin. Animalische Panik.
„Was macht Minister Reyes hier?“
Deine Rippen werden von frostigem Eis umhüllt.
WAS WIRST DU DEM GRAUSAMEN ENGEL SAGEN …
„Minister Reyes? Der Große Lich? Wo?“
„Hersh … Was passiert hier …“
Sie zeigt mit dem Finger auf den alten Mann, der auf euch zuschlurft.
Du schaust den Mann an.
Ein kleiner, gebeugter Mann, der wohl rund 70 Jahre alt sein muss. Er starrt direkt zu dir zurück.
Verzweigung
-- DER AUF DICH WARTET --
„Das ist nicht der Lich, das ist nur irgendein alter Gefangener …“
„Nein, das ist er. Das ist er …“
Das ganze Auditorium keucht schockiert. Hinter dem Vorhang kichert der Magier.
Das kann nicht sein … oder doch?
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-- WENN ER DICH FRAGT, WAS DU GETAN HAST --
„Ist das alles ein Traum? Träume ich etwa?“
Verzweigung
-- MIT DEINEM HERZEN?
Während er weitergeht, behält der alte Mann dich im Auge.
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„Es ist schon alles im Gange. Du musst gehen, V. Jetzt.“
„Nenn mich bitte nicht so …“
„Geh weiter.“
„Mache ich, ich gehe ja … Ich verstehe das alles nicht …“
Du schaust sie nicht an.
Du spürst, wie ihr Blick ein paar Sekunden auf dir ruht, bevor du fühlst, wie er nachlässt.
So furchtbar allein.
„Das solltet ihr besser nicht.“
„Warum?“
„Weil der Kontakt irgendwann im Sand verläuft. Und das tut nur noch viel mehr weh.“
„Ja, da hast du wohl recht. Es ist schwer, in Kontakt zu bleiben.“
„Weil ihr nie wirklich Freunde wart.“
„Vielleicht dachte Yana das. Aber ich …“ Sie schüttelt sanft den Kopf. „Es stimmt wohl. Sobald dein Gesicht auf einem Gebäude prangt, gewinnst du dein Leben lang nie wieder einen echten Freund.“
„Wenn es sicher ist.“
„Wenn es sicher ist“, antwortet sie unter pflichtbewusstem Nicken.
„Tut mir leid, ich hatte irgendwie vergessen, dass ich es trage.“
„Na ja, ist jetzt wohl auch egal. Ein letzter Blick, bevor ich sie hinter mir lasse.“
„Keine Sorge, er ist ein riesiger Fan.“
„Oh, ich verstehe … Einer von denen …“ Sie blickt leicht besorgter drein als zuvor.
„Mein Rat? Setz dich auf dem Boot nicht zu nah neben ihn.“
„Okay, gut zu wissen.“ Sie tritt unruhig von einem Fuß auf den anderen.
„Geh zu diesem Mann, er wird dich ab hier mitnehmen.“
„Klingt so, als hättest du alles im Griff.“ Das Mädchen schaut über die linke Schulter an dir vorbei und in den Nebel des Meeres hinter dir.
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„Dieses T-Shirt, das du da trägst, muss reine Ironie sein.“
„Tut mir leid, ich hatte irgendwie vergessen, dass ich es trage …“
„Ist jetzt auch egal.“
So eisig, wie du sie noch nie zuvor gefühlt hast.
„Wusste Yana davon?“
Erspar ihr zumindest diese Klinge.
Durchtrenne die Bande ohne Gnade. Das macht es leichter, nicht zurückzuschauen.
„Ja.“
„Es stimmt wohl. Sobald dein Gesicht auf einem Gebäude prangt, gewinnst du dein Leben lang nie wieder einen echten Freund.“
„Leb wohl, Hersh. Wenn sie mich ins All schicken, werde ich dich hier unten beobachten, wie du deine traurigen kleinen Kreise ziehst.“
„Meine Kreise sind riesig und voller Glück. Beweg dich.“
„Hab Spaß im All. Ich hab gehört, dass man dort in Beutel pisst.“
„Wie gemein.“
„Spiel nicht die beleidigte Leberwurst, nur weil ich dich enttarnt habe, du luzianische Spionin.“
„Ich bin keine …“ Sie schüttelt den Kopf. „Ist ja auch egal.“
„Du kannst es nicht einmal mehr leugnen. Bewegung.“
„Sie wollte es nicht tun. Ich musste sie zwingen.“
„Du wirst sie nie wieder sehen.“
„Es war ihre Idee.“
„Oh.“ Sie hält inne, als sie das sacken lässt. „Was für eine Verschwendung.“
„Nein.“ (Du lügst.)
„Gut. Das ist gut. Sag ihr, dass ich es raus geschafft habe.“
„Nein, ich bin ein echter Fan. Ich kann es kaum erwarten, dass du nach Hause kommst, um ein neues Album zu machen.“
„Das ist alles nur für dich, Hershel. Ich mache es für dich ganz allein.“
„Massiv. Deine Musik ist pure Scheiße.“
„Danke, Hershel. Deine Meinung bedeutet mir viel.“
„Lauf.“
„Ja, ich verstehe schon.“ Das Mädchen schaut über die linke Schulter an dir vorbei und in den Nebel des Meeres hinter dir.
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„Lass dich nicht erschießen, Hershel. Das wäre eine echte Schande.“
„Hast du keine Waffe dabei, Hershel? Das macht einen sehr amateurhaften Eindruck.“
„Weil ich nicht weiß, wessen Interesse du wirklich dienst. Ich kann dir nicht trauen.“
„Warum nicht? Ich habe dir nichts getan. Ich habe einfach nur versucht, nett zu dir zu sein …“
Das erste Mal, dass sie damit konfrontiert ist, dass sich jemand gegen sie stellt. Ihr wahres Ich.
„Weil ich Informationen brauche und du der Preis dafür bist.“
„Für dich bin ich also nur eine Ware. So wie für alle anderen auch.“
Alternative Formulierung
„Ich habe dir schon einmal gesagt, dass die meisten Leute sich wünschen würden, mich nie kennengelernt zu haben. Ich wünschte, ich hätte dich nie kennengelernt.“
„Weil du dorthin zurück gehörst.“
„Ich habe nicht mehr viel zu geben. Und ich glaube, das wissen sie auch.“
„Dann improvisier einfach.“
„Niemals. Das machen nur Amateure.“
Ihre Worte sind voller Überzeugung, obwohl sie von einem sanften Zittern übermannt wurde.
„Das dachte ich von mir auch. Aber es gibt immer noch mehr.“
„Ja, es gibt immer noch mehr, das sie sich nehmen können. Ich rede von dem, was ich zu geben bereit bin.“
„Es tut mir leid.“
„Ich denke, ich glaube dir nicht.“
„Du bist ein Star, V. Du gehörst zum Rest von denen da oben.“
„Du verstehst es überhaupt nicht. Vielleicht kannst du das nicht. Vielleicht ist das meine Schuld …“
„Zurück zu deinen luzianischen Kontaktmännern. Auftrag fehlgeschlagen.“
„Du meinst meine Manager? Du redest wirres Zeug.“
„Natürlich ist es das.“
Diese vier Worte sprichst du mit Leichtigkeit aus. Mit Überzeugung. Du überraschst dich selbst.
Das Mädchen starrt dich an und nimmt sich einen Moment Zeit, sich selbst von deinen Worten zu überzeugen.
„Okay. Dann vertraue ich dir, Hersh.“
„Das war der einzige Weg. Er mag ein bisschen holprig sein, aber das wird schon.“
„Alles gut.“ Das Mädchen hält mit ruhiger Hand einen Daumen nach oben.
„Ich werde dich nicht enttäuschen, V.“
„Yana meinte, das würdest du nicht.“ Sie nickt sich selbst zu.
Du kennst den Text, aber als du ihn abrufen willst, befindet sich an seiner Stelle nur ein leerer Raum.
Du sagst nichts.
Irgendwo hat ein anderes Du sie vor dir gefunden und dir weggeschnappt.
„Oh. Das dachte ich nicht.“
Ihre Augen füllen sich mit Tränen.
Verzweigung
Du sagst nichts.
„Schon okay, ich verstehe.“
„Es ist fast vorbei.“
„Wenn du das sagst, Hersh.“
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„Bereit, Kurs auf die Ostrepublik zu setzen, Flugleutnant.“ Das Mädchen salutiert dir mit zu einem V geformten Fingern und lächelt.
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„Sieht aus, als würdest du mich anfeuern.“ Sie deutet auf dein T-Shirt.“
„Das schien irgendwie passend.“
„Vielleicht nur heute.“ Ein Lächeln – ein ehrliches.
„Danke dafür, Hersh. Wirklich. Unter allen Personen, denen ich je begegnet bin, bist du eine der einzigen, die nicht versucht, irgendetwas aus mir herauszuschlagen.“
Die Stadt war ihr Kokon.
„Deine zweite Chance auf ein Leben geht auf mich.“
„Ich werde dich nicht enttäuschen.“
„Mir geht schon den ganzen Tag dieser dämliche Song im Kopf rum.“ Das Mädchen wippt in einem geheimen Takt mit dem Bein.
„Ein Neuer?“
„Ein Alter.“
„Da war ich noch jünger, deutlich jünger. Ich habe diese Tagesausflüge mit meinen Eltern gemacht, bei denen mein Vater Kassetten im Auto abgespielt hat.“
„Es war ganz stupider Drei-Akkorde-Rock, nicht mit dem zu vergleichen, was ich heute mache … aber erst neulich dachte ich mir, dass ich ohne diese Tapes … vielleicht nie Musikerin geworden wäre.“
Eine grundlegende Veränderung mit irrelevanter Form: Der Unterschied zwischen Taubheit und Hören, Dunkelheit und Licht.
„Was für ein Song ist es?“
„Dark Flight 709. Er handelt von der Freundin eines Typen, die in einer Rakete davonfliegt.“
„Ist er ihr nachgeflogen?“
„Ich glaube, er musste einfach von der Erde aus zusehen, wie sie verschwindet.“
„Wie geht er?“
„Ein Zwölfzeiler in D, glaube ich, du weißt schon … D7, G7, die ganzen 7-Noten …“ Das Mädchen schließt die Augen und singt leise vor sich hin.
„Had a feeling we'd lose all our time … My baby's leaving on the 709 …“
Selbst dieser Ausschnitt wirkt seltsam und schmerzhaft. Wie ein verwelktes Blatt im Hochsommer.
Ein fünfjähriges Mädchen mit einer zu großen Sonnenbrille klopft in perfektem Rhythmus zum Song ihre kleine Hand auf ihr Knie – zu einer Art Predigt, die aus dem Autolautsprecher dröhnt.
Du lässt sie zu Ende singen.
„No point in trying to wonder, or picking up pace …“
„My baby said she needed some space …“
UNGESUNDES VIBRATO IN DER STIMME. POPULISTISCH.
„Lost her in my dreams, then I lost her to the 709.“
„Keine Ahnung. Der Song ist doof, aber irgendwie hängt er mir im Kopf.“
„Mach's gut, V.“
„Du auch, Hersh.“
Eines Tages wird sie in einem geheimen Song über dich singen – und du wirst ihn hören, ohne jemals zu wissen, dass er für dich gedacht war.
Ultras, in Formation.
„Wir sehen uns auf der späteren Flugbahn wieder.“
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Ende dieses Zweigs
„Behalt es, da.“
„Natürlich. Mach's gut, Hersh.“
„Viel Glück bei deinem kreativen Unterfangen.“
„Glück hat damit nichts zu tun, aber danke.“ Das Mädchen nickt und lächelt. „Mach's gut, Hersh.“
„Denk dran – 'Abtrünnige'. Nicht 'Flüchtige'.“
„Voll abtrünnig.“ Das Mädchen nickt und lächelt. „Mach's gut, Hersh.“
„Nicht schlecht.“
„Danke.“
Ihre Stimme ist wie immer schön, aber sie berührt nichts in dir.
„Ich habe Anmerkungen dazu.“
„Oh, ja. Na klar. Das ist einfach nur Standard-Zeug.“
Plötzlich nicht mehr ganz so selbstbewusst.
„Sagt mir nichts.“
Das Mädchen schließt die Augen und singt leise vor sich hin.
„Einer von deinen eigenen?“
„Nein, nein, ich hasse es, meine eigenen Sachen anzuhören.“
„Einer für unterwegs?“
„Ja, das könnte man so sagen.“
„Das ist eher was für Yana, aber gern.“
„Das freut mich. Sie braucht ein bisschen Gnade von irgendjemandem.“
„Schreib irgendwann bitte einen furchtbar traurigen Song über mich.“
„Vielleicht widme ich dir einen, ja.“ Sie wirkt unsicher. „Wie dem auch sei …“
„Ich hatte tatsächlich irgendwie vergessen, dass ich das trage …“
„Solange du nicht unter die Fan-Shifter gehst.“ Ein ehrliches Lächeln.
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„Du kommst und gehst ziemlich oft, Hersh.“ Sie erzwingt ein Lächeln.
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„Gute Neuigkeiten, V. Es ist alles geregelt. Du kommst endlich raus.“ (Du lügst.)
„… Wirklich?“ Ihr Blick hält an deinem fest.
Zeit, der Krebspatientin ein Partyhütchen aufzusetzen und ihr zu sagen, dass sie sich keine Sorgen um die Zukunft machen soll.
„Ich stehe hinter dir, V – immer.“ (Du setzt dein 'Freundschaftsgesicht' auf.)
„Wow, Hersh … du bist wie eine Art … schmuddeliger Engel. Du bist aus dem Nichts aufgetaucht, um mich zu retten.“
Du fühlst nichts. Das gehört alles zum großen Comeback, Baby.
„Schreib irgendwann bitte einen furchtbar traurigen Song über mich.“
„Vielleicht widme ich dir einen, ja.“ Sie wirkt unsicher.
„Das werde ich nie vergessen, Hersh.“
„Vielleicht widme ich dir einen, ja.“ Sie wirkt unsicher.„Ich glaube nicht, dass das eine echte Zusammenarbeit war … aber okay. War mir eine Freude.“„Jawohl, Sir.“ Sie salutiert mit einer schnellen Geste. „Stehe auf Abruf.“„Oh, danke. Entschuldige. Ich habe eine Weile mit Make-Up herumexperimentiert … es gab ja nicht viel zu tun…„Ich finde schon, dass das der Rede wert ist.“
Das wird sie nicht. Das Messer bekommt sie nie wieder raus.
Sie hat noch nicht einmal bemerkt, dass du es ihr reingerammt hast.
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„Es war mir ein Vergnügen, mir dir zusammenzuarbeiten.“
„Ich glaube nicht, dass das eine echte Zusammenarbeit war … aber okay. War mir eine Freude.“
„Mach dich bereit, bald loszuziehen.“
„Jawohl, Sir.“ Sie salutiert mit einer schnellen Geste. „Stehe auf Abruf.“
„Du hast da etwas Glitzer im Gesicht.“ (Du wischst ihn weg.)
„Oh, danke. Entschuldige. Ich habe eine Weile mit Make-Up herumexperimentiert … es gab ja nicht viel zu tun …“ Sie lacht peinlich berührt.
In deiner Magengrube bilden sich neue Knoten.
„Dank mir nicht. Das ist doch nicht der Rede wert.“
„Ich finde schon, dass das der Rede wert ist.“
„Jap. Du kommst raus.“
„Wow, Hersh … es ist fast so, als hätte meine Welt wieder Farbe erlangt …“
„Yana hat sich wirklich für dich reingehängt.“
„Ich bin wirklich froh, sie zu haben. Und dich auch, Hersh.“
„Ich kann versuchen, dir diese Ausreisepapiere zu besorgen.“
„Oh, danke, Hersh, das weiß ich wirklich zu schätzen. Was die Logistik angeht, musst du aber mit Yana sprechen. Da mische ich mich nicht ein.“
Die Künstlerin hat ein neues Management, ist aber weiterhin auf Tour.
„Du schaffst das. Wir glauben an dich.“
Nur weil du kannst, heißt das nicht, dass du solltest. Dein Pfad zum Lich führt über dieses Mädchen. Andernfalls musst du den langen Weg außen herum nehmen.
Du kannst. Und du solltest.
Verzweigung
„Dieser kritische Schritt scheint dich irgendwie kalt zu lassen.“
„Ich kann hier nicht weg, Hersh.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Außerdem ist Logistik nicht mein Ding. Die Leute müssen immer auf mich warten.“
Einer der Vorteile daran, an der Spitze der sozialen Nahrungskette zu stehen. Zeit wird von einer Realität zu einer Art Vorschlag.
„Und jetzt fühlt es sich so an, als müsste ich auf die ganze Welt warten. Ich weiß nicht mal, ob sie sich noch dreht.“
Verzweigung
„Hast du ein Foto von dir?“
„Nein.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Aber von mir gibt es überall Bilder. Also wirklich überall.“
„Du solltest besser vorbereitet sein, V!“
„Tempo meinte, er würde sich um all das Zeug kümmern. Er meinte, es wäre sein 'verdammter Move'. Wie soll ich denn irgendwas davon übernehmen? Ich bin untergetaucht.“
Du hast ein Bild von diesem Mädchen in deiner Tasche. Die Postkarte.
„Tempo meinte, er würde sich um all das Zeug kümmern. Er meinte, es wäre sein 'verdammter Move'. Wie soll ich…„Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll, Hersh. Normalerweise tanze ich einfach nur zu Fotoshootings an und…„Sei doch nicht gleich so … Ich trage keine Fotos von mir rum, weil die Welt ein riesiger Spiegel für mich…
Sie trägt eine Pilotenbrille!
Na ja, vielleicht ist sie ja jetzt Pilotin.
„Ich will nicht nerven, Hersh. Tut mir leid. Ich brauche einfach etwas Hilfe. Und ich vertraue darauf, dass du mich durch diese Sache bringst.“
Zum ersten Mal – wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde – siehst du in ihr ein ängstliches Mädchen, das bei jeder Bewegung vor der Tür zusammenzuckt.
Eine Blume am Abhang.
„Ich kümmere mich drum.“
„Das weiß ich wirklich zu schätzen.“
Verzweigung
„Ich kann nichts versprechen.“
„Ich brauche keine Versprechen. Du musst es bitte einfach schaffen.“
„Jedes Mal, wenn du mir fast leid tust, fällt mir deine problematische Vergangenheit als Techno-Faschistin ein.“
„Der versuche ich zu entkommen, Hersh. Hilf mir. Ich will nicht mehr diese Marionette spielen.“
Mit geschickter Hand würde die Postkarte der Besessenen von ihr ausreichen.
Dafür muss die Hand aber sehr geschickt sein, sie ist gekleidet wie eine Kampfpilotin …
Tja, deine Hände sind wohl jedenfalls gebunden. Zumindest wenn du sie hier rausholen willst.
„In Anbetracht der gefälschten Ausweispapiere ist das schlecht.“
„Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll, Hersh. Normalerweise tanze ich einfach nur zu Fotoshootings an und es wurde schon alles geklärt.“
„Wunderbar, okay, dann schnappe ich mir einfach schnell diese riesige projizierte Werbung von dir, dann dürfte ja alles passen.“
„Sei doch nicht gleich so … Ich trage keine Fotos von mir rum, weil die Welt ein riesiger Spiegel für mich ist. Ich sehe mein Gesicht oft genug.“
„Hast du Ideen für einen neuen Namen?“
„Der Name ist egal. Mir ist nur mein neuer Bühnen-Name wichtig. Aber dazu komme ich später.“
Die erste Tramfahrt nach Portofiro, HOLOCENE an deiner Seite, das Gesicht zum Fenster gedreht und eine zwanzigminütige Antwort auf eine der gewöhnlichsten Fragen der Welt abspulend.
„… Und deshalb habe ich meinen Namen philosophisch betrachtet abgelegt. Ein Name kann zum Verhängnis werden, CASCADE. Es ist viel besser, keinen zu haben. Oder einige davon.“
„Ich kann dich nicht ständig HOLOCENE nennen.“
„Ich glaube schon, dass du das kannst.“
„'Joe', richtig? Die Memoratoren ganz oben nennen dich 'Joe'.“
„Ein Konstrukt der Ratten ganz oben. Als ich der Oper beigetreten bin, habe ich meinen eigenen Namen mithilfe von akuter Auto-Hypnose vergessen. Das Ganze hat sieben Monate gedauert.“
Bei dem Gedanken zieht sich dein Magen zusammen.
„Das ist übel. Ein Name beschützt einen doch irgendwie. Vor der Welt.“
„Wenn die Namensgebung eine Art Zauber ist, muss es auch einen gegenteiligen, aber genauso mächtigen Zauber für die Namensentfernung geben.“
„Ich werde rare Magie immer gewöhnlichen Zaubern vorziehen.“
Das Mädchen starrt dich an und wartet auf eine Antwort.
„Ich hatte mal einen Freund ohne Namen. Er war sehr seltsam.“
Alternative Formulierung
„Ich habe einen Freund ohne Namen. Er ist nach wie vor sehr seltsam.“
Alternative Formulierung
„Ich hatte mal einen Freund ohne Namen. Er ist jetzt tot.“
„Oh. Cool. Vielleicht ist kein Name die beste Option. Sehr alternativ.“
Alternative Formulierung
„Es tut mir leid, das zu hören. Er hat sich cool angehört. Sehr alternativ.“
Verzweigung
„Ich kann mir einen Namen für dich ausdenken.“
Alternative Formulierung
„Ich kann mir einen Namen für dich ausdenken, Partner.“
Verzweigung
„Okay, Hersh. Ich überlasse es dir.“
Alternative Formulierung
„Oh, du machst das? Okay … Ich denke, das geht … Mal sehen, was Yana denkt …“
Alternative Formulierung
„Okay, Hersh. Ich vertraue dir.“
Verzweigung
„Aber … wie willst du ohne Namen überhaupt existieren?“
„Genau.“
„So eine Löschung fände ich tatsächlich toll, ich hasse mich allgemein und grundsätzlich.“
„So, wie ich deine Aufmerksamkeitsspanne kenne, CASCADE, solltest du dir mindestens 16 Monate freihalten.“
„Okay, vergiss es.“
„Schon vergessen. Aber nicht wirklich.“
Jetzt nicht, HOLOCENE.
Du steckst die Erinnerung in Brand. Ein ruhiges, kontrolliertes Feuer.
„Irgendwas Standardmäßiges reicht. Sag ihnen, dass ich nicht wählerisch bin.“
„Was ist schon ein weiterer Name?“
„Ich sag ihnen, dass sie einfach irgendwas aufschreiben sollen.“
„Ich kann mir einen für dich ausdenken.“
Alternative Formulierung
„Ich kann mir einen für dich ausdenken, Partner.“
„Ich werde sehen, was ich in Sachen Papiere tun kann.“ (Abschließen.)
„Klasse, Hersh.“ Der Popstar nickt dir ermutigend zu. „Ich bin mir sicher, dass du sie findest.“
Verzweigung
„Also, V, nehmen wir mal an, du müsstest nach Hause … was würdest du dann tun?“
„Ich gehe nicht. Niemals.“
„Ich weiß, V, ich weiß. Aber rein hypothetisch. Würde das dann auf Suizid in Gefangenschaft rauslaufen?“
„Nein, ich würde mich nicht umbringen. Wahrscheinlich würden sie sonst nur irgendeinen Stümper bezahlen, um billige Kopien meiner Songs zu schreiben und mich dann als Hologramm nachstellen.“
„Warum fragst du mich das, Hersh?“
„Weil ich glaube, dass du vielleicht einen riesigen Fehler machst.“
„Das glaube ich nicht. Ich glaube, du kennst mich überhaupt nicht.“
„Ich hatte etwas Großartiges, etwas Echtes. Dann bin ich gegangen, obwohl ich hätte bleiben sollen.“
„Was ist passiert?“
Verzweigung
„Ich habe mit meinem Abgang viele Leute im Stich gelassen.“
„Tut mir leid, dass du das so siehst. Oder dass sie das so sehen.“
„Wir sind völlig unterschiedliche Menschen, Hersh. Wir klammern uns an ganz verschiedene Kometenschweife.“
Nicht allzu verschieden. Ihr formt beide die Welt – eine von euch im Dunkeln, die andere im Licht.
„Ganz im Ernst – du gehst das ganz falsch an, V.“
„Ich gehe nichts und niemanden an. Ich will einfach nur frei sein …“
Wirf ihr den eingängigen Refrain um die Ohren, bohr ihn in ihren Kopf:
„In five years time, you'll do anything to get it all back.“
Der junge Popstar starrt dich eindringlich an.
„Steckt Yana dahinter?“
Sie wenden sich gegeneinander. Nutz es aus.
„Wir hatten viele Gespräche, und sie glaubt auch, dass es das Beste ist.“
„Ach ja? Ich dachte, dass Yana mich versteht. Zumindest … ein bisschen …“
„Hör mal, ich verstehe schon, was du meinst … aber ich fühle es einfach nicht.“ Sie schüttelt sanft den Kopf und sieht verunsichert aus. „Ich kann es nicht fühlen.“
Verzweigung
„Nein, das kommt von mir.“
„Du hast etwas Beunruhigendes an dir, Hersh. Sogar etwas Beängstigendes.“
„Danke.“
„Du projizierst da was.“
Du sagst nichts.
„Sie will, dass ich verschwinde, das weiß ich. Ich kann ihr nicht mal einen Vorwurf machen. Ich glaube, ich habe ihr wirklich das Leben versaut.“
„Das denke ich eigentlich nicht.“
„Was willst du mir dann sagen?“
„Die Welt hat uns zerlegt, wie sie es immer tut.“
„Die Welt macht mir keine Angst. Wegen mir kann sie meinen Namen vergessen.“
„Ich habe die professionelle Operantin gemimt und dabei vergessen, dass je etwas Gutes existiert hat.“
„Bis jetzt, oder?“
„Ich habe gelernt, dass es für ein emotionales Problem keine geografische Lösung gibt.“
„Die Lösung hab ich noch gar nicht ausprobiert.“
„Ist egal. Vergiss es.“ (Zurück.)
„Hab ich schon.“
Verzweigung
„Deine Chancen als Flüchtige sind nicht besonders hoch.“
„Ich lebe mit niedrigen Chancen. Yana wird mich nicht im Stich lassen. Da bin ich mir sicher.“
Mit jeder Stunde, die vergeht, wird sie unsicherer.
„Sehr gut. Behalt die positive Einstellung bei.“
„Das ist einfach nur die Wahrheit, keine 'Einstellung'.“
„Seltsame Frage am Rande, aber … kannst du ein Flugzeug fliegen?“
„Na klar. Der Flugdienst in der kaiserlichen Marine ist Pflicht für alle jungen Luzianer-Erwachsenen. Auch für Popstars.“
Verzweigung
„Warte, machst du Witze?“
„Nein“, sagt sie ganz schlicht.
Verzweigung
„Ich wusste es. Was bist du geflogen?“
„Die Rei-16 Ricochete. Ich hab gefragt, ob sie sie lila lackieren würden, aber sie haben sich geweigert.“
Ein luzianischer Kampfjet der sechsten Generation. Wird in den meisten ihrer „militärischen Wiedervereinigungs-Aktionen“ eingesetzt. Echt schnelles Gerät.
„Also könnte man dich tatsächlich einziehen, wenn Luz in den Krieg ziehen würde?“
„Luz befindet sich immer im Krieg.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Ich glaube nicht, dass man mich an irgendeine Front schicken würde – da würde man mich sofort ins Visier nehmen und töten.“
Ein lilafarbenes Flugzeug würde dabei sicher nicht helfen.
„Danach haben sie mich zur offiziellen Kultur-Botschafterin der kaiserlichen Marine gemacht. Manchmal malen sie sogar Bilder von mir auf die Nasen der Flugzeuge.“
Der letzte Anblick der Bauern von Saskia, bevor es Bomben hagelte – Ultra Violetas Gesicht, das hinter ihrem berühmten V-Salut hervorzwinkert.
ULTRA VIOLATOR.
Verzweigung
„Ziemlich anspruchsvoll für eine aktive Offizierin.“
„Das Schwarz hat mir nicht gefallen.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Na ja, ich war nur in der Ausbildung. Man hat mich nirgends hingeschickt.“
„Wie lang warst du dabei?“
„Drei von sechs Monaten. Mein Dienst wurde verkürzt. Sie meinten, das BIP würde negativ beeinflusst.“ Sie schaut frustriert weg.
„Ich durfte nicht mal eins der coolen Manöver durchführen.“
„Das ist ja mies. Also warst du quasi kaum wirklich Pilotin.“
„Wenigstens habe ich die Schallmauer durchbrochen.“
„Okay das ist schon etwas cooler.“
„Da oben war alles so befreiend. Manchmal denke ich noch daran – hier drin kann ich nicht mal den Himmel sehen.“
„Wenn du mich beeindrucken willst, flieg einen Looping.“
„So weit kam es bei mir nicht. Vielleicht eines Tages. Dann werde ich direkt über dich hinwegfliegen, Hersh.“
DANN WIRD SIE DICH AUCH GLEICH BOMBARDIEREN. GRÜSSE AUS LA LUZ.
„Kannst du eine Fassrolle fliegen?“
„Ja, das war nicht allzu schwer. Aber die Verteidigungsspirale wollte ich wirklich gern ausprobieren.“
Sie befindet sich gerade in einer.
„Ich war nur neugierig. Danke.“ (Zurück.)
Sie salutiert kurz.
Verzweigung
„Du solltest Yana prägen, oder, V?“
„Woher weiß sie von dem Plan?“ Sie wirft Yana einen verheißungsvollen Blick zu.
„Weil Hersh eine kommunistische Spionin ist.“
„Oh.“ Sie wendet sich dir wieder zu. „Cool.“
Ehrlich. Du hast eine berühmte Person neugierig gemacht.
Verzweigung
„V, warum hast du dich Tempo bei dieser Sache angeschlossen?“
„Weil Tempo meinte, er würde mich weit von hier weg bringen, inklusive Ausreisepapieren und allem Drum und Dran. Das schien mir die beste Chance zu sein, rauszukommen.“
Sie hält es für einen miesen Deal, aber es ist wenigstens einer.
„Die Ostrepublik war der Plan – die sind bei den Einreisebestimmungen echt locker. Wie V schon gesagt hat, die beste Chance.“
„Also hab ich zugesagt. Ich habe Tempo vertraut.“ Sie schaut sich in dem beengten, schmutzigen Raum um. „Und jetzt sitze ich hier fest.“
„Tut mir leid, dass meine eigenwillige Statistin dich in all das reingezogen hat.“
„Hey, ich bin gleich hier, Hersh. Arsch.“
„Kein Grund für Entschuldigungen. Ich wollte raus und das will ich immer noch.“ Sie nickt sich selbst zu. „Das werde ich immer noch.“
Verzweigung
„Kein Grund für Entschuldigungen. Ich wollte raus und das will ich immer noch.“ Sie nickt sich selbst zu.…Verzweigung 427Verzweigung 442Verzweigung 450Verzweigung 464Verzweigung 474„Das stimmt. Das interessiert mich alles herzlich wenig.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Ich will einfach nur…„Ohne Yana hätte ich längst aufgegeben. Ich weiß, dass sie ihr Bestes gibt, um mich rauszuholen.“„Es ist ein beschissener Raum, das stimmt. Und ich weiß, wer ich sein will, Hersh. Das kann ich aber nur…
„Aus welcher Sache genau willst du denn raus? Eine erfolgreiche Sängerin zu sein?“
„Der Gesang an sich ist ganz weit unten auf der Liste dessen, was ich war. Oder was ich bin. Oder wofür ich stehe.“
„Das ist keine richtige Antwort.“
„Dann … sagen wir einfach, das neue Material hat meine Ansprüche nicht erfüllt. Ich dachte, es wäre an der Zeit, solo weiterzumachen, und den Rest hinter mir zu lassen.“
„Ich will raus aus La Luz. Raus aus meinem eigenen Schatten. Ich will weg von 'Ultra Violeta'.“
„Warum?“
„Manche Leute würden alles tun, um mich zu treffen, weißt du? Aber sobald sie das schaffen, erlischt ein kleines Licht in ihren Augen. Danach wünscht sich ein kleiner Teil von ihnen, mich nie kennengelernt zu haben.“
Ein beneidenswertes Leben … wenn man ein Auge zudrückt.
Verzweigung
„Du klingst so, als hättest du das nie gewollt.“
„Was bist du denn dann?“
„Eine Sängerin.“ Sie lächelt.
„Wofür stehst du?“
„Das Ende der Kultur, wenn man den Kritikern Glauben schenken mag.“ Sie hebt eine Augenbraue.
„Deine Musik scheint den Leuten viel zu bedeuten.“
„Genau diese Leute würden mich nur auslöschen, um mich noch mal neu entdecken zu können. Oder mich töten, damit ich nie einen schlechten Song schreiben, alt werden oder mehr oder weniger als ein Traum außer ihrer Reichweite sein könnte …“
„Die sollen sich ficken.“
Aus ihrem Mund klingt das nach Blasphemie.
Ein kriminelles Kribbeln an deinem Innenschenkel.
„Sag das bitte noch mal.“
„Was? Ficken?“
Oh ja.Ja. Das muss sie aufnehmen.
„Es klingt vielleicht hart … aber ganz ehrlich, so sehe ich das manchmal. Ich darf es nur nie zeigen.“
Verzweigung
„Ja. Ich verstehe.“ (Du nickst das Gefühl weg.)
„Aber das Geld, V. Das Geld.“
„Geld für was? Um irgendeinem Traum hinterherzujagen und dabei langsam alles zu vergessen, was dich überhaupt erst würdig gemacht hat? Das werde ich nicht sein.
„Ich sehe, wie all diese Künstler blasse Nachahmungen in kalten Studios aufnehmen, bevor sie in die Häuser zurückkriechen, für die ihre echte Arbeit bezahlt hat. Häuser, die von jüngeren Versionen dieser Künstler heimgesucht werden.“
„Ein paar alte Bands haben es immer noch drauf.“
„Nein. Haben sie nicht. Manchmal tun wir so, aber eigentlich wissen wir das alle.“
„Wenn es einmal weg ist, dann für immer.“
Verzweigung
„Ein paar alte Bands haben immer noch das gewisse 'Es'.“
„Dies Häuser … haben die Pools?“
„Meistens nicht nur einen. Meiner Meinung nach ist das obszön.“
„Ich sehe da kein Problem.“
„Für eine Kommunistin klingt das sicher gut.“
„Ja, mir wäre ein großer Pool lieber.“
„Der wäre viel zu groß.“ Sie schüttelt langsam den Kopf.
„Zeit für Wiederaneignung.“
„Hör bitte auf, beunruhigende Kommunistendinge zu sagen.“
„Ich höre nur 'Opfergerede'. Du bist absolut mitverantwortlich für das Ganze.“
„Vielleicht bin ich das. Aber ob du es glaubst oder nicht, Hersh, selbst Popstars sind manchmal in der Lage, kritisch zu denken.“
„Da gibt es kein 'Vielleicht'. Du bist das plakative Vorzeigemädchen des Techno-Faschismus.“
„Und schon bald zeigt man nur noch Plakate von mir vor, auf denen ich als vermisst gemeldet werde.“ Sie schaut auf ihr Keyboard. „Falls ich es raus schaffe.“
Verzweigung
„Denk nicht zu kritisch, das kann auch zu Problemen führen.“
„Richtig. Nachher wird man noch versehentlich zur 'Kritikerin'.“ Ein gewitztes Lächeln. „Das schlimmste Schicksal überhaupt.“
„Die Welt denkt, man hätte dich entführt.“
„Ich weiß. Das ist ziemlich lustig.“ Sie kichert und hält sich die Hand vor den Mund.
„Wenn ganz Luz nach einer Gruppe nicht existenter Antikultur-Arschlöcher sucht, ist das für uns umso besser.“
Das hat man in Luz gesagt, aber glauben tut es niemand. Sie wollen nur eine Ausrede dafür, auf fremdem Gebiet zu agieren – je schwammiger desto besser.
„Das ist die Geschichte, die Luz erzählt. Wahrscheinlich sind sie einfach Opportunisten.“
„Wie gesagt. Umso besser für uns.“
„Wir sind immer noch nicht in Sicherheit, Yana. Unsere Geheimpolizei … wird überall suchen. Sie ist wirklich furchteinflößend.“
Verzweigung
„Ich gehöre technisch gesehen zur Antikultur. Und jetzt weiß ich Bescheid.“
„Aber ich wurde nicht entführt. Ich will hier sein. Ich muss hier sein.“
„Entführung mit Einwilligung. Wenn die Jugend davon erfährt, wird das der letzte Schrei.“
„Gibt es … eine Belohnung dafür, dich zurückzubringen, V?“
„Wahrscheinlich die luzianische Staatsbürgerschaft und ein Armband, mit dem man überall reinkommt.“
„Denk gar nicht erst dran, Hersh.“
„Kapiert. Du scheinst fest entschlossen zu sein, kein L-Popstar mehr zu sein.“ (Abschließen.)
„Nicht jede Träne war unecht. Aber viele davon.“ Das Mädchen zuckt mit den Schultern.
„Ich werde sie nach wie vor in die Ostrepublik schaffen. Das hier ist nur eine … was auch immer diese Scheiße ist. Eine kreative Pause.“
„Ich glaube ihr. Yana ist das Beste für mich. Klasse S.“
Als du dir die beiden Mädchen anschaust, wirst du daran erinnert, dass alle engeren Beziehungen, die du je geführt hast, entweder in einer Tragödie oder einem Missverständnis geendet haben – meistens in beidem.
Die Gäng erkennt die Gäng, wenn sie sie sieht.
„Bewahr dir das. Das wirst du brauchen.“
„Werde ich. Werden wir.“ Sie wirft Yana einen kurzen Blick zu und erhält dafür ein kleines Lächeln.
Verzweigung
„Tempo war eher nur Klasse A für mich. Aber sehr nah an S.“
„Und du bist für mich Klasse F, Hersh.“ Rauch schießt aus ihrem Mundwinkel hervor. „Rate mal, wofür das 'F' steht.“
Neben ihr fängt der Popstar an zu kichern.
Entzückend abgewürgt. Mehr davon.
„Ihr werdet schon einen Weg finden, einander im Stich zu lassen.“
„In La Luz sagt man immer, dass Kommunisten sehr pessimistisch seien.“ Der Popstar dreht sich mit ernstem Blick zu Yana um.
„Als hätten sie nichts, wofür es sich zu leben lohnt. Was für eine verschissen traurige Welt.“
„Küsst euch doch.“
„Hersh, du verdammte Perverse. Reiß dich zusammen.“
„Sehr unangebracht, Hersh.“
„Und jetzt ist Tempo tot. Bist du eine hochrangige luzianische Statistin?“
„V ist keine Spionin, Hersh – sie registriert internationale Politik kaum.“
„Das stimmt. Das interessiert mich alles herzlich wenig.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Ich will einfach nur raus.“
„Und jetzt wurde Tempo gewangt. Bist du eine hochrangige luzianische Statistin?“
„Was Tempo hier treibt, wirkt wie eine echte Anfänger-Operation.“
„Er muss von den Besten gelernt haben.“ Sie schaut dich scharf an.
„Ohne Yana hätte ich längst aufgegeben. Ich weiß, dass sie ihr Bestes gibt, um mich rauszuholen.“
„Viele Leute entdecken sich in Übergangsräumen selbst.“
„Das ist kein verdammtes Resort, es ist ein beschissener Raum in einem noch viel beschisseneren Apartment.“
„Es ist ein beschissener Raum, das stimmt. Und ich weiß, wer ich sein will, Hersh. Das kann ich aber nur erreichen, wenn ich rauskomme.“
„Yana, die ganze Präge-Geschichte war für dich in Ordnung?“
„Eine hochkarätige Künstlerin auf dem Gipfel ihres Ruhms und Talents zu werden? Ja. Ich hab mich freiwillig gemeldet.“
„Aber wie es sich herausstellte, bin ich eine lesbische Bootleggerin mittleren Alters mit einer Nikotinabhängigkeit. Lustig, wie das Leben einen fickt.“
Verzweigung
„V, die ganze Präge-Geschichte war für dich in Ordnung?“
„Es ist ja ihr Leben.“ Das Mädchen zuckt mit den Schultern. „Wenn sie es sich wegbleichen will, ist das ihre Sache.“
Eine Schönheits-OP für die Seele.
Ein vermasselter Job.
Das andere Mädchen schaut nach unten und greift instinktiv nach der Zigarettenschachtel.
Verzweigung
Ist die Gäng nicht sowieso eine Ansammlung aller, mit der sie Gäng-Sachen gemacht hat?
„Und du bist absolut kein Teil dieser Verhandlungen um ein geheimes Abkommen zwischen EMTERR und La Luz?“
„Verhandlungen?“ Das Mädchen rümpft die perfekte Nase. „Dafür hat man doch Manager.“
„Wirklich? Du weißt gar nichts davon?“
„Nein, tut mir leid. Vielleicht solltest du dir einen Manager besorgen.“ Der Popstar zuckt mit den Schultern.
„Sie hat nichts damit zu tun, Hersh. Lass es gut sein.“
Verzweigung
„Es würde mir wirklich helfen, wenn du etwas wüsstest.“
„Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen. Ich weiß nichts davon.“
„Sie nimmt dir deinen Job nicht ab, Hersh. Komm schon.“
„Na gut, vergiss es.“
„Okay. Erledigt.“ Sie nickt dir höflich zu.
„Also will dieser Typ mit den seltsamen Kopfhörern V jetzt … retten oder so?“
„So in der Art. Der arme Bastard.“
„Wahrscheinlich will er mich nach Luz zurückschicken. Damit ich für immer Ultra Violeta bleibe.“ Sie neigt den Kopf. „Die Ultra-Community meint das alles ziemlich ernst.“
Verzweigung
„Ich glaube, ich habe ein grobes Bild von der ganzen Sache.“ (Abschließen.)
„Insgesamt ist es eigentlich recht simpel. V ist immer noch V, ich bin Tempo und Tempo ist tot.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Schon ist die Intrige geplatzt.“
„Erwischt.“ Der Popstar nickt ernst.
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Das ist eine Gelegenheit, Operantin. Du musst keine Informationen mit KALEIDOSCOPE tauschen – schlag einen sauberen Tausch vor. Der Gefangene gegen das verlorene Mädchen.
Und dann überlasse ich V diesem … Psycho?
Was fängst du mit einem flüchtigen Luzianer-Popstar an? Sie ist ein Trumpf. Spiel sie aus.
Du musst dich noch nicht festlegen. Bleib dran, um die Situation auszuspähen. Du hast kaum etwas zu verlieren.
Was fängst du mit einem flüchtigen Luzianer-Popstar an? Sie ist ein Trumpf. Spiel sie aus.Dein Statist hat dir das Bühnenbild gestellt. Du musst nur noch deine Rolle spielen.Sie bedeutet dir nichts. Der Auftrag ist alles.Es ist der einzige Move. Informationen? Langweilig. Menschen? Hardcore. Damit fickt niemand.
„Sonst noch was, Hersh?“
„Ja, wach auf, Hersh. V hat nicht den ganzen Tag Zeit.“
„Eigentlich schon, Yana.“ Sie lächelt dich matt an.
Verzweigung
Optimal. Danke, Tempo.
Dein Statist hat dir das Bühnenbild gestellt. Du musst nur noch deine Rolle spielen.
KALEIDOSCOPE will nur 'Infos'? Kinderkram. Hier ist sie – biete sie zum Handel an. Hol den Perversen von den Füßen.
Ich soll V verkaufen?
Sie bedeutet dir nichts. Der Auftrag ist alles.
Das wäre der Experten-Move.
Es ist der einzige Move. Informationen? Langweilig. Menschen? Hardcore. Damit fickt niemand.
Verzweigung
Verzweigung
Das hat sie ernst gemeint. Gäng-Potenzial.
„Yana, warum hast du einen hochkarätigen Popstar in einem kleinen Geheimraum?“
„Weil ich genau das sein sollte. Bevor alles den Bach runterging.“
„Tempo wollte ein Bootleg einer Person schaffen?“
„Das ultimative Bootleg. Wir wollten zu dritt die ganze Welt aus den Angeln heben, Hersh.“
„Wir waren uns alle einig. Das stimmt.“ Sie wirft Yana einen vielsagenden Blick zu.
„Ich verstehe es immer noch nicht.“
„Tempo wollte sie auf mich kopieren. Wir alle wollten das.“
„Wirst du das nicht vermissen? Deine Hyper-Berühmtheit?“
„Ich weiß gar nicht, ob das jemals wirklich passiert ist. Die Ausbilder bei La Fábrice nehmen dir zu allererst den Namen weg und geben dir einen eigenen.“
„Was ist La Fábrica?“
„Der Ort, an dem alle L-Popstars ausgebildet werden. Ein widerlicher Wettbewerb, aber total spannend.“
Sie hat jede Sekunde davon geliebt.
„Das klingt nach einer harten Zeit.“
„Die härteste Zeit von allen, wenn man nicht alles gibt. Die Ausschlussrate liegt bei 78 %.“
„Und am Ende mussten 20 Mädchen bis zum Tod kämpfen, und die Überlebende hat einen Plattenvertrag bekommen.“
Hochkarätiges Pay-TV. Nicht zu verpassen.
„Warte, im Ernst?“
„Nein, natürlich nicht, Hersh.“ Sie hält sich die Hand vor den Mund und fängt an zu kichern.
Du fragst dich, wie dein Bühnen-Name wohl gelautet hätte, wärst du zur Popstar-Schule gegangen.
„Ich habe mit sechs Jahren dort angefangen. Deswegen fühlt sich das alles an, als würde es jemand anderem passieren. Irgendeinem Mädchen namens Ultra Violeta.“
„Und die will ich nicht mehr sein.“
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Die Gäng hätte an der Popstar-Schule total abgerissen. Wir hätten das Rudel angeführt.
„Dafür würde ich Geld bezahlen.“
„Das war ein Witz, Hersh.“
„Oh, ja, klar. Ich hab nur einen Witz über deinen Witz gerissen*.“
„Oh … okay. Manchmal versteh ich den Humor älterer Leute nicht.“ Sie lächelt matt.
„Ich würde viel Geld bezahlen.“
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„Die Wochencharts und die Award-Shows sind schlimm genug, wirklich.“ Sie zieht eine Grimasse.
„Ich auch, um ehrlich zu sein.“
„Die besten Tage deines Lebens.“
„Ja, Hersh. Das waren sie. So vielversprechend.“
„Wie lautet dein echter Name?“
„Das ist egal. Das ist vollkommen egal.“
Ayami.
A … Er fängt mit … A an …
„Ist das deine?“ (Du zeigst ihr die rote Disc, auf der ihr Name steht.)
„Wo hast du die her?“ Sie weicht leicht vor der Disc zurück.
Wie ein böses Omen.
„Sie scheint dir Angst zu machen.“
„Ich bin nur … überrascht, sie zu sehen.“
„Ich war mir sicher, mein Plattenlabel hätte sie eingestampft … Ich glaube nicht, dass du die haben solltest. Niemand sollte das.“
Verzweigung
„Warum sollte ich sie nicht haben?“
„Weil sie nicht fertig ist. Ich habe den finalen Mix tatsächlich nie gehört.“
„Wie kommt's?“
„Da musst du Espada Records fragen. Ich kontrolliere die Masters nicht.“
Moment! Das Timing ist zu eindeutig. Sie hat die Veröffentlichung manipuliert, indem sie verschwunden ist.
„Aber du bist stattdessen verschwunden. Damit sie sie gar nicht veröffentlichen konnten.“
„Ich hatte ein echt schlechtes Gefühl dabei. Also ja, gut erkannt, Hersh. Es wäre sehr seltsam, wenn sie einen Song veröffentlichen würden, während die Künstlerin vermisst wird.“
„Also ist das die Single, die keine Single ist. 'Du, aber aus einem Traum'.“
„Ich hatte ein echt schlechtes Gefühl dabei. Also ja, gut erkannt, Hersh. Es wäre sehr seltsam, wenn sie…„Es war auf jeden Fall alles drin, von dem sie nicht genug bekommen können. Die Folklore und die Nostalgie.…„Nein, ganz ehrlich, der Song ist gut, Hersh. Vielleicht lag es einfach am Studio.“„Nein. Wenn es um Musik geht, pfuscht mir niemand rein.“
„'Du, aber aus einem Traum'“, wiederholt sie.
Die Welt dreht sich einen Sekundenbruchteil langsamer, bevor sie wieder normale Geschwindigkeit aufnimmt.
„Da war dieser Tontechniker dabei, Paulo. Er war wirklich nett. Eines Tages kam dann so ein neuer Kerl namens Fondo. Er war weniger nett.“
„Und am Ende ist dieser große Minister im Studio aufgekreuzt, um sich ein paar Mixes anzuhören. Das war besonders seltsam.“
Popmusik zählt als 'Kultur'. Der Minister muss Reyes gewesen sein. Dein Ziel.
„Hieß dieser Minister zufällig 'Reyes'?“
„Facundo Reyes. Ganz genau. Ziemlich alt, wie die meistens sind. Und höflich. Minister für Massenkultur oder so.“
„Bevor er verschwunden ist, hat er alle außer mir aus dem Studio gescheucht und sich mit mir in den Aufnahmeraum gesetzt. Da waren nur wir zwei zwischen all den Kabeln und kalten Instrumenten.“
Es war unheimlich, denkt sie. Alle Musik ist im Gravitationsfeld dieses Mannes verstummt.
„Was wollte er?“
„Er hat mir erzählt, wie sehr er sich auf diesen Song freut. Wie wichtig er für Luz sein würde. Er meinte, er würde zum 'Soundtrack der Reunión' werden.“
In einem düsteren Tonstudio in der luzianischen Hauptstadt Cicatriz Frontera sprechen ein junges Mädchen und ein alter Mann über die Entfaltung des Lichts. Eine kulturelle Supernova. Eine Karte in den Sternen.
DIE KRIEGSADRESSE. GENERAL UND CHAMPION.
„Er hat auch irgendwas von einem Konzert im Weltall erzählt. Das Ganze wirkte total seltsam. Oder vielleicht … war es auch zu logisch. Tut mir leid. Ich kann es nicht so ganz erklären.“
Verzweigung
„Habt ihr zusammengearbeitet?“
„Nein … aber er hat erwähnt, früher mal Flamencogitarre gespielt zu haben. Bei Beerdigungen in seiner Heimat.“
„'Großer Minister'?“
„Der Minister für Massenkultur. Reyes. Facundo Reyes.“
„Der Große Lich des Techno-Faschismus. Deine Beute.“
„Der Große Lich des Techno-Faschismus. Dein Ziel.“
„Vielleicht war es zu traurig. Also auf dem Level einer Selbstverletzungs-Epidemie.“
„Es war auf jeden Fall alles drin, von dem sie nicht genug bekommen können. Die Folklore und die Nostalgie. Aber diesmal hat es sich echt angefühlt …“
„Der Song war mies, oder? Gib's einfach zu.“
„Nein, ganz ehrlich, der Song ist gut, Hersh. Vielleicht lag es einfach am Studio.“
„Komm schon, sei ehrlich. Hat dich jemand damit beauftragt? Oder gesagt, du sollst deinen Namen drunter setzen?“
„Nein. Wenn es um Musik geht, pfuscht mir niemand rein.“
„War der Song schlecht?“
„Nein, der Song ist gut … vielleicht sogar sehr gut.“
„Klingt so, als wärst du sehr von deinem eigenen Material distanziert. Besorgniserregend …“
„Eigentlich bin ich bis zur Veröffentlichung sehr involviert. Aber diesmal …“ Sie hält ewig inne. „Diesmal war ich es nicht.“
„Konzerte im Weltall?“
„Das hab ich von meiner Publizistin gehört, aber Donatella redet ständig solches Zeug. Davon passiert nur knapp ein Viertel je wirklich.“
Ultra Violeta live: aus dem Orbit des Mondes.
„Klingt cool.“
„Wirklich? Vielleicht reagiere ich einfach über …“
Verzweigung
„Klingt nach einem Gimmick.“
„Ein Gimmick? Mag sein. Mir kam es sehr seltsam vor.“
„Klingt nach abartigen Ticketpreisen.“
„Jetzt kann ich dich auf die Gästeliste packen, Hersh“, grinst sie.
„Hast du eine Ahnung, wo Minister Reyes jetzt sein könnte? Wann er nach Portofiro kommt, wo er sein wird oder so was?“
„Ich plane keine Kalender, also habe ich keinen Schimmer von solchen Dingen.“
„Woher kennst du Minister Reyes überhaupt?“
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„Wir arbeiten auch zusammen.“
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„Viel Erfolg mit eurer Zusammenarbeit. Schade, dass du bei all dem, was passiert, keine Zeit für unsere haben wirst.“
Verzweigung
„Viel Erfolg mit eurer Zusammenarbeit. Schade, dass du bei all dem, was passiert, keine Zeit für unsere haben…„Ich glaube, unsere Geheimpolizei wird dich zuerst töten. Sie ist sehr gründlich, mein Bodyguard war ein…„Ja, Minister Reyes gibt es schon ewig. Ich weiß nicht, wie man ihn als internationale Schauspielerin nicht…Verzweigung 676„Das ist echt verdammt zwielichtig. Jetzt mach ich mir Sorgen, Hersh.“
„Verdammt unglaubwürdig.“
„Ich soll ihn umbringen.“
Verzweigung
„Minister Reyes … umbringen? Ein Attentat?“
Interessante Bühnenkunst, Operantin. Der möglichen Techno-Faschistinnen-Statistin von dem geheimen Plan erzählen, ein Mitglied ihrer Regierung zu töten.
„Bei so was kann ich dir nicht helfen, Hersh. Halt mich bitte da raus, ich stecke schon in genug Schwierigkeiten. Aber ich glaube …“
„Ich glaube, unsere Geheimpolizei wird dich zuerst töten. Sie ist sehr gründlich, mein Bodyguard war ein ehemaliges Mitglied. Sei vorsichtig, Hersh. Ich bevorzuge dich lebendig.“
„Ja! Das ist die erste Liga! Du bringst richtig krasse Aktionen, Hersh.“
„Ich soll ihn wangen.“
„Ich kenne ihn überhaupt nicht, ich interessiere mich nur für internationale Beziehungen.“
Verzweigung
„Ja, Minister Reyes gibt es schon ewig. Ich weiß nicht, wie man ihn als internationale Schauspielerin nicht kennen kann …“
„Für eine große Spionin hast du echt wenig Ahnung.“
„Ist egal. Mach dir keine Sorgen.“
„Okay, werde ich nicht.“
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„Das ist echt verdammt zwielichtig. Jetzt mach ich mir Sorgen, Hersh.“
„Wusstest du, dass deine gesamte politische Klasse Kopien dieses uralten Techno-Philosophen sind?“
„Sowas habe ich schon mal gehört, ja.“ Sie denkt einen Moment nach und zuckt dann mit den Achseln. „Tut mir leid, Hersh, ich mach mir nicht viel aus Politik.“
„Du wirst regiert von einer Prozession fotokopierter Männer.“
„Ist das nicht überall so?“
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„Musik ist Politik.“
„Nur wenn du versuchst, Leute zu manipulieren.“
„Nichts gegen einzuwenden, ziemlich ödes Zeug.“
„Öde und ziemlich vorhersehbar.“
„Ich hab deinen neuen Song gehört.“ (Du lügst.)
„Oh, wirklich?“ Das Mädchen drückt mit einem zerbrechlichen Finger auf eine Keyboardtaste. „Wie fandest du ihn?“
Sollte nonchalant klingen, ging aber weit darüber hinaus.
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„Ganz okay.“ (Du zuckst mit den Schultern.)
„Cool.“
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„Musikkritiker nehmen meiner Meinung nach die niedrigste Stufe der Existenz ein.“
EIGENTLICH LÄCHERLICH, WENN ES VON EINER ZWEIFELSOHNE VON EUGENIK BESESSENEN MUSO-FASCHISTIN KOMMT, ABER IN DIESEM FALL HAT SIE TATSÄCHLICH RECHT.
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„Ich wusste ja, dass du ein Drecksstück bist, Hersh, aber dass du Musikkritikerin bist, ist mir neu.“
„Er hätte trauriger sein können.“
„Du klingst genau wie alle anderen in der Ultra-Community.“
„Das ist das Beste, was du je geschaffen hast. Höher wird der Gipfel nicht mehr.“
„Oh, danke.“ Sie schwingt ihre Haare nach vorn, um das kleine Lächeln zu verstecken.
„Ehrlich gesagt, hatte ich nur eine Seite der Kopfhörer auf.“
„Nur eine Seite … Na dann hoffe ich, dass es die linke war, ich packe nämlich alle guten Sachen auf den linken Kanal.“
Hättest du gesagt, dass du ihn hasst, wäre sie weniger enttäuscht gewesen.
„Ich habe die leere Disc abgespielt – und dann wurde es ziemlich komisch.“
„Diese roten Discs lassen sich nur einmal abspielen – da sind alle Promo-Singles drauf …“
„Was meinst du mit 'komisch'?“
Verzweigung
„Einzeltone XR ist der Höhepunkt der Audiotechnik."
„Ja, die sind ziemlich cool. In lila wären sie mir aber lieber.“
„Mein Freund Petre ist auf Formate spezialisiert. Er liebt Einzeltone, würde aber eigentlich bevorzugen, wenn es sie nicht gäbe.“
„Warum?“
„Er hat Angst, dass sie jemand anhört.“
„Hmm.“ Das Mädchen denkt einen Moment lang nach. „Er klingt ziemlich cool.“
Verzweigung
Ein Händler mittleren Alters fängt an, sorgfältig Planen über seine Waren zu legen. Während er die Falten glattstreicht, summt er eine sanfte Melodie, die niemand außer ihm hören soll.
„Aber du meintest doch, dass dir das Anhören der Leeren ein … komisches Gefühl verliehen hat? Inwiefern komisch?“
Verzweigung
Ein Händler mittleren Alters sortiert seine Waren sorgfältig nach strikter persönlicher Vorliebe. Dabei summt er eine sanfte Melodie, die niemand außer ihm hören soll.
„Ich verstehe es nicht. Aber ich glaube, ihr beide würdet euch sogar verstehen. Also sobald er aufhört, dich zu hassen.“
„Der Typ klingt in Ordnung. Den würde ich gern kennenlernen.“
„Abgefahren.“
„Vielleicht bist du einfach darauf konditioniert, etwas zu hören, und es nicht zu hören, hat etwas in dir ausgelöst.“
Aus irgendeinem Grund scheint es ihr unangenehm zu sein, darüber zu reden.
„Vielleicht bist du einfach darauf konditioniert, etwas zu hören, und es nicht zu hören, hat etwas in dir…„Es hat etwas Unheimliches, wenn etwas ausgespielt ist … Völlig verbraucht … Das Rot hilft auch nicht gerade.“Wow. Dieses unfassbar schöne Wesen höherer Natur sagt dir, dass du Existenzprobleme hast.
„Eine komische Frage, aber hast du schon mal davon gehört, dass Discs als Waffen genutzt werden?“
„Ich kann mich an einen Skandal vor einigen Jahren in Luz erinnern, bei dem das Weinende Auge Schallfolter genutzt hat … Aber Disc? Promo-Discs? Nein, davon hab ich nie gehört.“
„Aber man kann Menschen mit Musik retten. Daran glaube ich.“ Sie rückt unruhig hin und her. „Also denke ich, dass man sie auch damit töten kann.“
Verzweigung
„Dem gehe ich auf den Grund.“
„Tu das, Hersh. Hör es dir vielleicht nur nicht noch mal an.“
„Das könnten Überreste der unbeschreiblichen Melancholie sein.“
„Traumatische Überreste. Vielleicht, ja. Ich glaube, das Musik Spuren hinterlassen kann, wenn man nicht aufpasst.“
„Ich weiß sogar, dass sie das kann.“
„Finster.“
„Es hat etwas Unheimliches, wenn etwas ausgespielt ist … Völlig verbraucht … Das Rot hilft auch nicht gerade.“
„Existenziell.“
„Ich will nicht zu direkt sein, Hersh, aber das klingt eher nach deinem persönlichen Problem.“
Wow. Dieses unfassbar schöne Wesen höherer Natur sagt dir, dass du Existenzprobleme hast.
„Ich glaube, diese Disc hat meinen Partner erledigt.“
„Was meinst du mit 'erledigt'?“
„Sie hat ihn mit dem Leben inkompatibel gemacht.“
„Ach du meine Güte …“
Verzweigung
Verzweigung
„Keine Sorge, was auch immer passiert ist, war auf jeden Fall meine Schuld.“
„Du solltest nicht so hart zu dir selbst sein. Niemand ist je allein an etwas schuld.“
„Diese Disc … sie hat deinen Freund also schlimm verletzt?“
„Du solltest nicht so hart zu dir selbst sein. Niemand ist je allein an etwas schuld.“„Ich bin einfach nur eine Sängerin, Hersh. Hör bitte auf damit.“„Sag so was bitte nicht, ich bekomme sowieso schon genug Morddrohungen.“„Ich glaube, Musik kann einem eine Seele schenken, und sie nicht nur retten. Aber ja, das würde auch…
Die Gäng würde sagen, sie hat ihn abgefuckt.
Verzweigung
„Sie hat meinen Freund verletzt, ja.“
„Das tut mir wirklich leid …“
„V, du musst doch irgendeine Ahnung haben, was hier passiert.“
„Das tut mir wirklich leid …“„Tut mir leid. Ich weiß, wie es ist, mitten in einer Tour gute Leute zu verlieren.“„Das klingt nach einer seltsamen Kommunisten-Geschichte. Mit Politik kenne ich mich nicht aus.“„Aber das ist doch ein noch viel größerer Verlust, oder? Nie gekannt zu haben, was einem genommen wurde.“
„Nein, keinen Schimmer …“
„Es gibt hunderte Bootlegs meiner Arbeit da draußen … vielleicht bin nicht mal ich da drauf …“
Verzweigung
Wie Petre schon gesagt hat – Einzeltone XR ist immun gegen Bootlegs.
„Es gibt keine Bootlegs von einem Einzeltone, V.“
„Na ja, vielleicht … hat jemand daran rumgepfuscht …“ Sie schweift ab und schaut wieder auf die Disc.
„Ich habe einfach einen Song aufgenommen, wie ich es immer tue, Hersh. Das mit deinem Freund tut mir leid, aber ich … ich weiß nicht, wieso meine Musik so was tun sollte.“
„Na ja, vielleicht … hat jemand daran rumgepfuscht …“ Sie schweift ab und schaut wieder auf die Disc.„Sieht aus wie eine echte Promo-Disc, ja.“ Sie schaut die Disc erneut an.„Falls es dich irgendwie tröstet, ich glaube nicht, dass Menschen einfach verschwinden können … er muss…„Ich hoffe es. Ganz ehrlich.“
Ihre Augen füllen sich mit Tränen.
„Den Teil glaube ich.“
„Das will ich nicht für meine Musik, überhaupt nicht … Noch ein Grund mehr, alles hinter mir zu lassen.“
Verzweigung
„Das will ich nicht für meine Musik, überhaupt nicht … Noch ein Grund mehr, alles hinter mir zu lassen.“„Ich hasse sie dafür, dass sie das getan hat. Wirklich. Noch ein Grund, all das hinter mir zu lassen.“„Okay, Hersh. Ich höre, was du sagst. Aber es ist trotzdem passiert … Noch ein Grund mehr, alles hinter mir…
„So war es aber. Du bist nur eine Marionette.“
„Ich hasse sie dafür, dass sie das getan hat. Wirklich. Noch ein Grund, all das hinter mir zu lassen.“
„Ich habe dir doch gesagt, dass er nicht mein Freund ist.“
„Okay, Hersh. Ich höre, was du sagst. Aber es ist trotzdem passiert … Noch ein Grund mehr, alles hinter mir zu lassen.“
„Das ist echt und das weißt du auch.“
„Sieht aus wie eine echte Promo-Disc, ja.“ Sie schaut die Disc erneut an.
„Was auch immer das war, jetzt ist es leer. Genau wie mein Double.“
„Falls es dich irgendwie tröstet, ich glaube nicht, dass Menschen einfach verschwinden können … er muss irgendwo sein.“
„Nur einmal abspielbar. Wer weiß?“
„Ich hoffe es. Ganz ehrlich.“
„Sie hat sie sofort erkannt. Das ist kein Bootleg.
„Du meintest, Reyes wäre dich besuchen gekommen. Das hängt auf jeden Fall zusammen. Hör auf, dich dumm zu stellen.“
„Das tut mir wirklich leid …“„Tut mir leid. Ich weiß, wie es ist, mitten in einer Tour gute Leute zu verlieren.“„Das klingt nach einer seltsamen Kommunisten-Geschichte. Mit Politik kenne ich mich nicht aus.“„Aber das ist doch ein noch viel größerer Verlust, oder? Nie gekannt zu haben, was einem genommen wurde.“
„Das mache ich nicht, ich hab nur so ein Gefühl …“
„Sie hat der Person geschadet, der ich Bericht erstatte.“
„Tut mir leid. Ich weiß, wie es ist, mitten in einer Tour gute Leute zu verlieren.“
„Sie hat meinen Kameraden in der ewigen Revolution verletzt.“
„Das klingt nach einer seltsamen Kommunisten-Geschichte. Mit Politik kenne ich mich nicht aus.“
„Er war nicht mein Freund. Ich bin ihm nie begegnet.“
„Aber das ist doch ein noch viel größerer Verlust, oder? Nie gekannt zu haben, was einem genommen wurde.“
„Ich habe dich für eine luzianische Statistin gehalten, aber jetzt betrachte ich dich als vollwertige Operantin.“
„Ich bin einfach nur eine Sängerin, Hersh. Hör bitte auf damit.“
„Da steht dein Name drauf. Du hast das Attentat quasi ausgeführt.“
„Sag so was bitte nicht, ich bekomme sowieso schon genug Morddrohungen.“
„Musik kann die Seele retten, sie aber auch rauben.“
„Ich glaube, Musik kann einem eine Seele schenken, und sie nicht nur retten. Aber ja, das würde auch bedeuten, dass sie sie sich zurückholen kann.“
„Ist das dein Ernst, Hersh? Eine Disc?“
„Ich bin mir ziemlich sicher.“
„Heilige Scheiße.“ Sie schaut den Popstar mit offenem Mund an.
„Yana, ich weiß nichts davon …“
„Ungefähr so.“ (Du verdrehst die Augen und gibst ein gurgelndes Geräusch von dir.)
„Na ja, es war entweder das oder ewige sexuelle Melancholie. Jedenfalls warst du darin involviert.“
„Ich verstehe nicht, was du da sagst …“
„Ich behalte die Disc fürs Erste.“ (Zurück.)
„Bitte erwähn es nicht wieder.“ Das Mädchen rollt mit den Schultern und schaut weg.
Verzweigung
„Von einem Freund.“
Verzweigung
„Damit könntest du eine riesige Scheißmenge Kohle machen, Hersh.“
Eine 'Scheißmenge': 54.567.389 Superbloc-Kupongs.
„Das ist nicht wichtig.“
Verzweigung
„Das ist echt hochwertiges Material, Hersh. Damit könntest du eine riesige Scheißmenge Kohle machen.“
„Was deine rote Disc angeht …“
„Das ist nicht wirklich meine …“ Sie windet sich. „Was ist damit?“
Was zur Hölle war auf dieser roten Disc drauf?
Nichts von dieser Welt. Das ist das wirklich Erschreckende daran.
„Dieser Song … 'Du, aber aus einem Traum' … Woher genau stammt er?“
„Alle Zeiten und Orte vor dir, leuchtend … sinnvoll und sinnlos, die Kosmologie eines Traums, den du vielleicht gelebt hast und vielleicht noch einmal leben wirst …“
Verzweigung
Diese Worte hast du schon mal gehört – ein wahnsinniger Psychologe hat sie aus der Luft gegriffen.
Lass sie reden. Mal sehen, woher diese Worte ihrer Meinung nach stammen.
„Ich habe diesen Text nicht geschrieben. Aber irgendwie doch.“
Das Mädchen ist eine Antenne. Ein Blitzableiter.
„Ich glaube eigentlich, das hast du nicht. Ich glaube eher, das war … Transkription.“
„Vielleicht … stimmt beides. Als hätte ich mich in eine Art entfernte Station eingeklinkt.“
„Shared dreams passed round from consciousness to consciousness, covered with invisible fingerprints …“
Oder nur ein einziger Traum, auf den sich die schlafenden Millionen nachts beziehen.
Ein gesellschaftliches Gemälde an der Wand im Hof einer Irrenanstalt.
„Ich habe mir vorgestellt …“ Du verlierst sie einen Moment, als hätte sie komplett vergessen, dass du da bist.
„Ich habe mir vorgestellt, am Rande eines schwarzen Lochs zu stehen, bevor ich hindurchgefallen bin … und die Sterne haben hinter mir gesungen.“
„Den Text gesungen?“
„Vielleicht diesen Text, vielleicht auch etwas anderes. Ich weiß nicht, was danach passiert ist … nur, dass es schon passiert war.“
Die ewige Null. Das Licht würde sich in sich selbst falten und die Zeit mit dem Gesicht auf dem Asphalt des Kosmos voran hinter sich herziehen.
Vor dir wäre die wahre Dunkelheit – aber würdest du zurückschauen, wärst du die letzte Zeugin der Vollendung des Universums, der Spule, die dem Licht entrinnt.
Was wäre das Letzte, was ich sehen würde?
Deinen eigenen Hinterkopf.
Und für fast eintausend Jahre wärst du für die Erstaunten unter dir nur als Aufnahme in Zeitlupe zu sehen. Als Monument des Schreckens und der Wunder.
„Ich fand das alles ehrlich gesagt etwas unheimlich. Aber schön … Das mit deinem Partner tut mir leid, Hersh, wirklich, ich wollte nie jemandem weh tun. Aber ich hab den Song nicht wirklich geschrieben.“
„Irgendwas anderes hat das getan.“
Verzweigung
Eine Spionin darf wohl noch träumen …
CASCADE, heldenhafte Spionin, die zur Kosmonautin wurde, nimmt es mit der Schwerkraft höchstpersönlich auf.
Scheiße, ja. Niemand hält die Gäng am Boden.
Weltraum-Gedöns interessiert mich nicht. (Du schüttelst es ab.)
„Wie hat es sich angefühlt, es zu durchqueren?“
„Ich weiß es nicht. Ich habe nur den ersten Moment des Falls erlebt. Dann bin ich aufgewacht.“
Es müsste sich so anfühlen: Licht, das sich in sich selbst faltet und die Zeit mit dem Gesicht auf dem Asphalt des Kosmos voran hinter sich herzieht.
„Wer hätte ihn sonst schreiben können?“
„Ich weiß es nicht. Die Welt? Die Sterne?“
„Du musst etwas genauer sein, V.“
„Der Text floss durch mich. Aber ich hab ihn nicht erschaffen. Ich habe ihn irgendwoher kanalisiert.“
Sie hat einige Puzzleteile auf ihre eigene Art zusammengefügt. Kein Grund, vorzugreifen.
„Was ist das?“
„Ein Text, den ich nicht geschrieben habe. Aber irgendwie doch.“
„Wer hat ihn sonst geschrieben?“
„Oh, also arbeitest du mit anderen Leuten zusammen? Mit wem, V? Mit wem?“
„Das ist immer noch recht vage, V.“
„Das ist keine richtige Antwort, oder?“
„Es ist ein Teil der Antwort. Der Text ist nicht von mir. Aber irgendwie doch.“
Verzweigung
… Wirst du gerade verarscht?
„Vielleicht ist gar nichts auf dieser Disc und das ist alles nur ein riesiger Bluff.“
„… Was?“
Verzweigung
Verzweigung
Künstler würden fast alles tun, um ihren Ruf zu schützen. Der neue Song ist Müll – und das weiß sie auch.
„Hör mal, V … Es klingt eben so, als wäre der Song einfach ziemlich mies gewesen …“
„Der Song war gut, Hersh. Glaub mir.“
Verzweigung
„Wir könnten ihn uns zusammen anschauen und das eine oder andere umschreiben … das wäre gut für die Zusammenarbeit.“
„Oh … ich glaube, das ist nicht nötig. Aber vielen Dank.“
Das Mädchen wendet den Kopf von dir ab und konzentriert sich auf das Keyboard.
Verzweigung
„Dieser riesige Produktion, die du inszeniert hast … Du kannst es gut sein lassen. Der Song war schlecht. Das ist okay. Niemand liefert zu 100 % Hits ab.“
„Ich schon. Ich liefere zu 200 % Hits ab. Schluss damit.“
Verzweigung
Dr. Gonza hatte recht. Das muss was Sexuelles sein. Er hat nur nicht das große Ganze betrachtet.
„Du hast eine ASD veröffentlicht, nicht wahr?“
„Was ist eine ASD?“
„Audio Sex Disc.“
„Meine Güte, Hersh … nein.“
Nur Sound – mutig. Möglicherweise sogar schärfer als Optik, wenn man es richtig anstellt …
Verzweigung
„Reiß dich zusammen, Hersh. Komm uns nicht mit dieser Scheiße.“
„Deswegen war die Security auf Tour so wichtig.“ Sie schaut Yana ernst an.
Verzweigung
„Deswegen ist sie so schwer zu bekommen. Deshalb musstest du Luz verlassen … voller Schande.“
„Hör bitte auf. Ich hatte so viele Probleme mit Fans und meiner Sexualität. Du holst das alles wieder hoch.“
„Du bist mir gerade echt unsympathisch, Hershel.“
Der Duft eines Skandals liegt in der Luft. Stell es dir nur vor … etwas derart Tiefgründiges, dass es kleinen Kommunistenjungfrauen den Schädel sprengen könnte?
„Ich glaube, ich weiß woher der Text zu 'Du, aber aus einem Traum' stammt.“
„Was meinst du?“
Verzweigung
„Versprich mir erst, dass du nicht petzt.“
„Ich bin keine Ratte, Hersh.“
Klingt wahrscheinlich. Künstler sind die reuelosesten Ratten überhaupt.
„Sag mal, V, hast du je etwas in deinen Texten gebeichtet?“
„Ja, klar.“
„Dann erzähl mir nichts über Ratten.“
„Du hast recht. Sagen wir … ich verpetze maximal mich selbst.“ Sie nickt und wirkt zufrieden mit ihrer Antwort.
Verzweigung
Du hebst die Augenbrauen.
„Vielleicht nicht, aber du bist Luzianerin.“
„Dafür kann ich nichts. Ich versuche schon, keine Luzianerin mehr zu sein, falls das zählt.“
„Gut.“
„Ja. Sehr gut.“
„Was weißt du über Projekt Autonomia, das Weltraumprogramm von Portofiro?“
„Die explodierte Rakete? Ich habe das Video gesehen. Die Leute haben in Luz noch jahrelang darüber gesprochen.“ Sie schüttelt den Kopf. „Warum fragst du?“
„Moment mal. Was sagen die Luzianer darüber?“
„Es wurde zu einer Art Running Gag. Du weißt schon – über die sogenannte Entwickelte Welt. Die veraltete Technik wurde immer wieder in den Fokus gerückt.“
„Ich persönlich fand es nie witzig.“
„Die Rakete ist nicht explodiert. Sie hat es in die Umlaufbahn geschafft.“
„Wirklich?“ Ihre Kinnlade klappt leicht nach unten. „Aber was ist mit den Videos?“
„Wie amüsant. Ihr Zivilisten glaubt wirklich noch an 'Videos'.“
„Ich bin keine Zivilistin, Hersh. Ich habe seit drei Jahren keinen Fuß mehr in einen Laden gesetzt. Was genau hat das alles mit meinen Texten zu tun?“
„Ein Arzt verlor auf einer geheimen Weltraummission den Verstand. Er hat mehr oder weniger versucht, menschliche Antennen aus der Besatzung zu machen. Er hat genau diese Worte gehört.“
Verzweigung 886„Ich bin keine Zivilistin, Hersh. Ich habe seit drei Jahren keinen Fuß mehr in einen Laden gesetzt. Was genau…„Für mich hat es echt genug ausgesehen, Hersh, Als Kind.“ Unangenehme Stille. „Was genau hat das mit meinem…„Verstehe …“ Sie denkt einen Moment lang darüber nach. „Was genau hat das mit meinem Text zu tun?“
„Oh mein Gott … Wie lang ist das her?“
„77.“
„Da war ich zwei Jahre alt.“ Sie schaut nach oben, als wolle sie durch die Decke starren. „Aber wenn das stimmt …“
„Was auch immer du auf kreativer Ebene mit diesem Song gemacht hast … du hast dich dabei in die Sterne geschaltet.“
„Der kreative Prozess hat die Sterne erreicht? Ich war ein Medium … Was für ein fesselnder Gedanke …“
Licht erstrahlt hinter ihren Pupillen.
„Worte, die in die Leere gesprochen wurden, suchen sich ihren Weg zu uns. Vielleicht wurden sie nicht mal gesprochen …“
„Nicht zu uns. Nur zu dir. Und zu diesem anderen Weltraum-Psycho.“
„Aber das weißt du nicht sicher, oder?“ Sie hält einen Finger hoch. „Weißt du was? Sag's mir nicht.“
„Ich mochte den Gedanken, dass meine Texte mir gehören, nie. So denke ich nicht über sie – so schreibe ich sie nicht einmal. Aber wenn die Worte da draußen sind und nur darauf warten, gehört zu werden …“
„Vielleicht singt das Universum ja ständig, und wir dürfen hin und wieder einstimmen.“
„Das klingt schön.“
„Finde ich auch.“
PSEUDOPOD sieht das vielleicht anders.
„Ich hoffe nur, die Sterne können hören, wie wir zurücksingen.“
Es wäre besser, sie wissen gar nicht erst, dass du existierst.
„Das hoffe ich auch.“
„Ich werde weitersingen, Hersh. Das ist die einzige Sache, die ich wirklich gut kann.“
Verzweigung
„Falls ja, hoffe ich, sie verstehen uns nicht falsch.“
„Ich glaube, die Sterne wissen schon Bescheid, Hersh.“
„Ich will nur klarstellen, dass ich die Sterne nicht für unsere Freunde halte.“
„Okay, Hersh.“
Du siehst nach oben.
Die schmutzig weiße Decke schält sich knapp 60 cm über dir. Sie ist von einem Riss durchzogen, der aussieht, wie ein schwarzer Blitz.
Der Popstar folgt deinem Blick nach oben. Einen Moment lang starrt ihr beide still an die Decke und träumt von Wesen, die sich weit dahinter befinden.
„Was glaubst du, wozu der Gesang dienen soll?“
„Um Lärm zu machen. Um die Melodie mit der Leere zu füllen.“
„Danke, V, mein kosmischer Nervenzusammenbruch hatte gerade eine Kernschmelze.“
„Ist das so viel schlimmer als die Alternative? Dass wir wirklich so klein sind? Dass es da draußen nichts für uns gibt?“
„Ich wiederhole: Hat sie irgendwie alle umgebracht.“
„Ich weiß, das ist furchtbar … Aber ist es nicht gleichzeitig irgendwie wunderschön, beim Sterben den Worten der Engel zu lauschen?“
„Ich wiederhole: Hat sie irgendwie alle gewangt.“
„Der Gedanke stört dich gar nicht?“
„Mir persönlich verleiht er eine Art kosmischen Nervenzusammenbruch.“
„Das Ganze wirft wohl ein paar Fragen auf …“ Sie schüttelt den Kopf. „Aber die Fragen sind viel interessanter als die Antworten. Es macht mir keine Angst.“
Oh-oh. Die Gäng glaubt, die ganze Sternenfickerei gefällt ihr.
„77. Er hat sie danach auch irgendwie alle umgebracht.“
„Oh …“ Sie schaut nach unten und ihr Pony bedeckt ihre Augen. „Das ist echt verstörend …“
„77. Er hat sie danach auch irgendwie alle gewangt.“
„Wow. So ehrlich. Seid ihr Luzianer alle so leicht für Propaganda zu begeistern? Das erklärt einiges.“
„Für mich hat es echt genug ausgesehen, Hersh, Als Kind.“ Unangenehme Stille. „Was genau hat das mit meinem Text zu tun?“
„Die Explosionen waren echt – sie stammten nur nicht von der Rakete.“
„Verstehe …“ Sie denkt einen Moment lang darüber nach. „Was genau hat das mit meinem Text zu tun?“
„Vielleicht sollten wir über was anderes reden.“ (Du wechselst das Thema.)
„Ich bin etwas verwirrt, aber … okay.“ Sie schaut dich erwartungsvoll an.
Verzweigung
„Ich glaube, ich verstehe es. Die unbeschreibliche Melancholie des L-Pop.“
„Was soll das sein?“ Das Mädchen wirkt ehrlich interessiert.
„Die unbeschreibliche Melancholie. Man kann sie nicht beschreiben und auch nicht ohne sie leben.“
„Ja, das Leben birgt definitiv eine gewisse Traurigkeit.“ Ein Lächeln umspielt ihre Lippen. „Aber ich glaube, ich weiß, was du meinst.“
„Es gibt Melancholie, die sich beschreiben lässt, und Melancholie, bei der das nicht geht.“
„Aber wenn du es verstanden hast, Hersh …“ Sie legt langsam einen Finger an die Lippen. „Solltest du nichts mehr darüber sagen.“
„Weil du nicht kannst.“
Verzweigung
„Ich glaube, das ist das, was deine Musik gut macht.“
„Ich weiß nicht, ob es eine bestimmte Sache ist … aber ich glaube, ich weiß, was du meinst.“
„Erzähl mir mehr über luzianischen Elektropop.“
„Wir können einfach L-Pop sagen. Was willst du wissen?“
Verzweigung
„Was für eine Geschichte steckt dahinter?“
„Das Genre ist rund 30 Jahre alt, würde ich sagen. Ungefähr von 65.“
So alt wie sie. Sie ist L-Pop.
„Es hat sich aus traditionellen luzianischen Beerdigungsballaden entwickelt, besteht aber instrumental nur aus Synthesizern. Daran kann man es zeitlich festmachen – gewissen Synth-Sounds für gewisse Jahre.“
„Die anfänglichen Songs waren auch noch in der Luza-Réquiem-Form verfasst, sie hatten nur erweiterte Ouvertüren vor den Strophen. Heutzutage sind sie eher nach klassischem Pop strukturiert.“
„War das Genre schon immer so beliebt?“
„Anfangs war es eher … unabhängig. Aber nach rund einem Jahrzehnt ist es explodiert. Die letzten zwanzig Jahre hat der L-Pop regiert.“
Verzweigung
„Anfangs war es eher … unabhängig. Aber nach rund einem Jahrzehnt ist es explodiert. Die letzten zwanzig…Vielleicht wurde sie sogar dazu gezeugt. Scharf. Traurig und scharf.„Wir sind allein hier, Hersh. Sehe ich für dich nicht echt aus?“ Sie hält den Blick auf dich gerichtet. „Du…Sie schwindet nicht. Sie glänzt.Kein Bass? Anfängerin.
„Wann hast du ihn zum ersten Mal gehört?“
„Das kann ich unmöglich sagen. Einige der Songs brennen mir schon länger im Kopf als meine Erinnerungen zurückgehen. Ich glaube, ich habe schon bei meiner Geburt L-Pop gehört.“
Vielleicht wurde sie sogar dazu gezeugt. Scharf. Traurig und scharf.
„Und jetzt ist er nur eine weitere Handelsware. Mein Herz schlägt unterirdisch, V.“
„Nein.“ Sie schüttelt widerspenstig den Kopf. „Die Labels lassen die Künstler voranmarschieren. Ich spiele sechs Instrumente, Hersh. Ich habe die kreative Richtung meiner Musik vom Text bis hin zur Optik und der Beleuchtung bei den Shows in der Hand. Ich glaube, deshalb kommt sie bei den Leuten an. Sie ist echt. Ein echtes Gefühl.“
Und dann, ohne zu verstehen, wie es passiert ist, aber sehr glücklich über die Tatsache, schleichen die Erwachsenen heran und schöpfen ihren Anteil von oben ab.
„Also ist sie nur so echt wie du.“
Verzweigung
„Wir sind allein hier, Hersh. Sehe ich für dich nicht echt aus?“ Sie hält den Blick auf dich gerichtet. „Du für mich schon.“
„Ich weiß, dass ich langsam dahinschwinde, aber ich bin immer noch da, Hersh.“ Sie lächelt.
Sie schwindet nicht. Sie glänzt.
„Sechs Instrumente?“
„Klavier, Gitarre, Violine, Klarinette, Schlagzeug und Harfe. Und Portugiesische Gitarre, aber das fällt für mich in die Kategorie 'Gitarre'.“
Kein Bass? Anfängerin.
„Ich habe einen deiner Songs in der Werbung in der Partygasse gehört. Er klang wirklich traurig.“
„Na klar. Darin schlägt das Herz des L-Pop. Etwas ging verloren.“
Ein kleines Grab im Herzen.
„Tut mir leid, ich bin nicht so gut darin, den Hintergrund zu erklären. Ich lasse lieber meine Musik für mich sprechen. Oder das Gefühl. Aber eins weiß ich:“
„Melancholie ist das Herz dieses Genres. Wenn du Melancholie nicht anerkennst, wird L-Pop dich nie berühren.“
„Glaub mir, Melancholie verstehe ich.“
„Ja? Ich glaube, viele Menschen denken, dass sie das tun … aber die Wahrheit ist schwerer zu begreifen.“
„Ein Song kann mit dir kommunizieren, als wäre er nur für dich gemacht. Wie ein psychisches Medium. L-Pop kann einen eiskalt erwischen, wenn man nicht aufpasst.“
Fließendes Gedächtnis. Spricht Geistersprache. Hat einen gesprächigen Traum.
„Ich bevorzuge Musik, die meine Seele erweckt, und sie nicht beklagt.“
„Wenn man erweckt werden will, muss man aber erst schlafen, richtig? Zuerst musst du träumen.“
DIE PARTEI SCHLÄFT NIE. SIE IST IMMER WACH. MUSIK ZU HÖREN, DIE NEGATIVE EMOTIONEN FESTIGT, IST BURGEOISES SCHMOLLEN.
Verzweigung
DIE PARTEI SCHLÄFT NIE. SIE IST IMMER WACH. MUSIK ZU HÖREN, DIE NEGATIVE EMOTIONEN FESTIGT, IST BURGEOISES…Verschiedene Discs. Eigene Keyboards. Ausverkaufte Touren. Diese Trauergeschichte ist ein Goldesel.Nicht nötig. Für diesen Auftrag braucht es keine 'Melancholie'. Nur eine Waffe und eine ruhige Hand.Das Leben ist traurig. Das ist der Grund. Es fängt traurig an und wird immer trauriger.Songs können einen länger heimsuchen als Menschen. Bis zum Ende des Lebens auf Schleife im Hinterkopf.
„Menschen Dinge fühlen zu lassen, ist viel Geld wert.“
„Das stimmt … Die Abrechnungen lügen nicht.“
Verschiedene Discs. Eigene Keyboards. Ausverkaufte Touren. Diese Trauergeschichte ist ein Goldesel.
„Ich bin bereit, das zum Gipfel des künstlerischen Ausdrucks zu ernennen.“
„Aber du hast es doch kaum gehört, oder?“ Sie lächelt. „Normalerweise würde ich meinen Manager bitten, dir meine Diskografie zu geben … aber diesmal bist du vielleicht auf dich allein gestellt, Hersh.“
Nicht nötig. Für diesen Auftrag braucht es keine 'Melancholie'. Nur eine Waffe und eine ruhige Hand.
„Vermutlich ein vorübergehender Hype. Genres kommen und gehen.“
„Das glaube ich nicht. Es hat einen guten Grund, dass es so beliebt ist.“ Sie zuckt mit den Schultern.
Das Leben ist traurig. Das ist der Grund. Es fängt traurig an und wird immer trauriger.
„Klingt nach einer Warnung.“
„Nein, gar nicht. Es ist nur … schwer. Es ist keine leichte Musik. Wenn man sie richtig macht … haftet sie an einem.“
Songs können einen länger heimsuchen als Menschen. Bis zum Ende des Lebens auf Schleife im Hinterkopf.
„Traurige Musik für traurige Menschen, verstanden. Hier gibt es nichts zu sehen.“
„Aber dabei fehlt das Herz des Ganzen, Hersh. Traurigkeit und Melancholie sind zwei verschiedene Dinge. Ähnlich, ja … aber verschieden.“
„Ist das nicht die Definition des Menschseins? Glück, möglich. Melancholie, unvermeidlich.“
„Natürlich. Aber je genauer man das Ganze kennt, desto besser wird es.“
„Wie würdest du den Klang von L-Pop beschreiben? Was macht ihn aus?“
„Schicksal. Verlangen. Sehnsucht. Als hätte man etwas verloren.“
„Sind alle L-Popstars weiblich?“
„Die meisten, ja. Über die Jahre wurden viele Formationen ausprobiert. Gruppen, männliche Duos, Zwillinge.“ Sie schneidet eine Grimasse.
„Aber die größten Namen im L-Pop sind auf jeden Fall Mädels. Zwischen 16 und 30.“
„Das ist nicht viel Zeit, um Eindruck zu hinterlassen.“
„Brennt hell, verkohlt schnell. So lautete das Motto bei La Fábrica.“
Verzweigung
„Bestimmt erschießen sie euch, wenn ihr 31 werdet.“
„Die meisten von uns werden Manager oder Choreografinnen. Bei allem Respekt – scheiß darauf.“
„Das muss die standardmäßige Traurigkeit von Frauen in ihren Zwanzigern sein.“
„Ich glaube, es hat mit den Fans zu tun. Teenager-Mädchen legen die Regeln fest. Alle andern befolgen sie nur.“
„Worüber schreibst du in deinen Texten?“
„Hauptsächlich über mein Leben. Über was auch sonst?“
Sex.
Fehlschläge.
DIE ARBEITERKLASSE
„Die Menschen.“
„Ich rede mit ihnen. Darum geht es ja. Ist wie ein Spiegel.“
„Mein Job ist es, ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Sobald ich Emotionen aus meinem Leben bündle, übertrage ich sie auf die Hörer. Dann werde ich zu einer Leere – und sie können es alles auf mich zurückprojizieren.“
Verzweigung
„Mein Job ist es, ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Sobald ich Emotionen aus meinem Leben bündle, übertrage…„Ist doch viel spaßiger, wenn du es nicht tust, oder?“ Ein kurzes Lächeln.„Hat das mit deinen alten Freunden zu tun? Von dem Foto? Das wird schon wieder, Hersh, das weiß ich.“„Für mich siehst du ziemlich hart im Nehmen aus, Hersh. Ich bin froh, dich auf meiner Seite zu haben.“„Daraus wird irgendwann ein guter Song.“ Ein kurzes Lächeln. „Der Abschluss für ein Album.“„Nur, wenn sie weh tut.“ Ein kurzes Lächeln.
„Mich.“
„Wir haben uns eben erst kennengelernt, Hersh. Aber sag niemals nie … Ich habe schon Songs über Menschen geschrieben, die niemals erfahren werden, dass es darin um sie geht.“
„Ich würde es gern wissen.“
„Ist doch viel spaßiger, wenn du es nicht tust, oder?“ Ein kurzes Lächeln.
„Ich trage viele Fehlschläge mit mir rum. Echt trauriges Zeug, da wirst du mir sicher zustimmen.“
Verzweigung
„Hat das mit deinen alten Freunden zu tun? Von dem Foto? Das wird schon wieder, Hersh, das weiß ich.“
„Für mich siehst du ziemlich hart im Nehmen aus, Hersh. Ich bin froh, dich auf meiner Seite zu haben.“
„Also … Jungs und so was?“
„Nicht, wenn ich es vermeiden kann. Beziehungen gehen im Rampenlicht in Flammen auf.“
Deine brauchen dafür offensichtlich nicht mal Rampenlicht.
„Also lässt du zu Hause niemanden zurück?“
„Es ist nicht …“ Sie schaut peinlich berührt zu Boden. „Vielleicht gab es da eine Person. Aber ich weiß nicht, wie echt die Sache überhaupt war. Das sehe ich eigentlich nie.“
Ein weiterer Fluch des übermäßigen Ruhms und der existenziellen Schönheit.
„Daraus wird irgendwann ein guter Song.“ Ein kurzes Lächeln. „Der Abschluss für ein Album.“
„Was ist mit Liebe? Singst du darüber?“
„Nur, wenn sie weh tut.“ Ein kurzes Lächeln.
„Was hältst du von der Kulturblockade?“
„Ich kann verstehen, warum es sie gibt – eine Menge Leute haben Angst vor La Luz. Aber ich hätte gerne, dass sich L-Pop weiter über die Welt ausbreitet, so weit, wie nur irgend möglich.“
„Es sollte keine Blockade für Musik geben. Keine Grenze für die Ausbreitung von Kunst.“
Verzweigung
„'Bedecke den Mond, wenn ich fort bin' – worum geht es da?“
„Ich hab mich von einem alten luzianischen Todesritus inspirieren lassen – er sieht vor, alle Spiegel drei Tage lang zu verschleiern, nachdem jemand gestorben ist.“
„Warum?“
„Damit die tote Person nicht in der Reflexion steckenbleibt. Heute sieht man das in der Stadt kaum noch, aber in den kleineren Städtchen und Dörfern … Ich weiß noch, dass sie das bei der Beerdigung meiner Großmutter gemacht haben. Als Kind war das sehr imposant.“
Ein sechsjähriges Mädchen hebt langsam die Ecke eines schweren weißen Lakens mit ausgefransten Ecken an. Hinter dem Laken befindet sich ein Spiegel. Niemand sonst ist im Wohnzimmer. Das Mädchen erhascht einen Blick auf sich selbst und lässt das Laken schockiert fallen.
„Jedenfalls habe ich irgendwann mal geträumt, ich wäre im Mond gefangen gewesen.“
„Im Mond, nicht darauf?“
„Im. Ja. Im Inneren. Es war wie eine riesige Spiegelkugel.“
„Ehrlich gesagt, war es eher ein Albtraum. Deswegen dachte ich, wenn ich mal sterbe, muss irgendjemand den Mond drei Tage lang mit einem riesigen Laken bedecken. Damit ich nicht darin steckenbleibe.“
Wahre Dunkelheit. Kein Licht am Nachthimmel, nur die toten Sterne.
„Dann habe ich aus diesem Bild heraus den Song geschrieben.“ Sie zuckt mit den Schultern.
„Das ist ein heftiges Thema für Mainstream-Pop.“
„Ich denke, man kann sich damit identifizieren.“ Sie schnippt etwas von ihrem Ärmel. „Die Charts lügen nicht.“
Verzweigung
„V, du bist so cool.“
„Danke, Hersh. Du auch.“
Alternative Formulierung
„Danke, Hersh. Du auch, wenn du nicht gerade total seltsam bist.“
„Das ist aber weit hergeholt.“
„Alles klar, Hersh. Nächstes Mal suche ich einfach den niedrigsten gemeinsamen Nenner.“
„Cool.“
„Eigentlich gar nicht cool. Ich konnte zwar nach draußen sehen, aber da drin gab es keinen Ton, keine Musik, keine Stimme … nur Totenstille.“
„Ist L-Pop nicht nur eine weitere Waffe im gigantischen kulturellen Siegesschema von Luz?“
„Er hat sicher eine Propaganda-Seite, ja. In einem Staat, der Kultur tatsächlich zu schätzen weiß, lässt sich das nicht vermeiden.“
Du sprichst mit dem absoluten Übersoldaten dieser Macht. Ihrer Wunderwaffe.
„Gut, dass du da rausgekommen bist.“
„Danke. Aber noch bin ich nicht draußen. Ich hänge noch mit einem Fuß fest.“
Verzweigung
Und du kannst ihn befreien oder sie wieder hineintreten.
Verzweigung
Ein Fuß im Imperium. Ein Fuß in den Schatten.
„Du hast Blut an den Händen, V.“
„Und du bist eine Spionin, Hersh. Vergleichen wir unsere nationalen Schandtaten nicht.“
Verzweigung
„Du hast mir eben erst erzählt, dass du vorhast, Minister Reyes zu töten. Das ist buchstäbliches Blut an deinen Händen, nicht nur im übertragenen Sinne.“
DIESES DUMME MÄDCHEN VERWECHSELT REVOLUTION MIT MORD.
„Ich weiß eigentlich nichts über den Superbloc, aber ich habe in Geschichte gelernt, dass Kommunisten immer irgendwas planen.“
UNAUFHALTSAME PLÄNE SEIT ZEHNTAUSEND JAHREN.
„Du bist das große Geschütz, dein Platz ist an der Front, wo du Propaganda-Hits raushaust!“
„Dann nenn mich eine Deserteurin. Ich habe genug getan. Das war's, Hersh.“
„Wie sehen die Zahlen zur Suizid-Epidemie aus?“
„Ich glaube nicht, dass da jemand mitzählt“, sagt sie trocken.
„Irgendjemand schon, das garantiere ich dir.“
„Mag sein. Da müsstest du beim Ministerium für Massenkultur nachhaken.“
Verzweigung
„Ich bin nicht davon überzeugt, dass dieses Zeug nicht als Waffe genutzt wird.“
„Also wenn, dann sind es wunderschöne Waffen.“
„Danke für diese Einführung in den L-Pop-“ (Das reicht fürs Erste.)
„Kein Problem, Hersh.“
Verzweigung
„Nur noch ein paar Fragen über L-Pop …“
„Schieß los.“ Der Popstar nickt.
„Da draußen warten ein paar Fan-Shifter, V.“
„Toll. Das, vor dem ich eigentlich flüchten will, steht direkt vor der Tür.“
Alternative Formulierung
„Ja, das hast du schon erwähnt.“
„Die waren zäh, aber lustig.“
„Sie sind wie besessen … Und ich weiß nicht, ich glaube, dabei geht viel Bedeutung der Musik verloren. Ich glaube, sie ziehen die falschen Schlüsse daraus.“
Es ist ihr unangenehm.
„Sie sind wie besessen … Und ich weiß nicht, ich glaube, dabei geht viel Bedeutung der Musik verloren. Ich…„Ich kenne diese Leute. Sie sind besessen. Eigentlich ist es ja harmlos, aber … ich weiß auch nicht.“„Ich weiß. Manchmal höre ich die 'Ultras' in den ersten Reihen bei den Shows. Das bringt mich völlig aus dem…
Verzweigung
„Deine Musik wird für verschiedene Leute immer unterschiedliche Dinge bedeuten.“
„Ja, da hast du recht, Hersh. Das kann ich nicht kontrollieren.“
„Na ja, eigentlich kann ich es schon.“ Sie schaut sich im Raum um. „Ich kann den Staat verlassen und nie wieder zurückkommen.“
Verzweigung
„Haben sie von Suizid gesprochen? Von 'gefallenen Ultras'?“
„Zufällige Akte der Selbstzerstörung sind in der Ultra-Community nicht ungewöhnlich.“ Sie schaut zu Boden. „Ich mag es nicht, wenn das passiert, aber es kommt hin und wieder vor, ja.“
„Sie schicken mir auch Briefe … Mittlerweile werden die schlimmsten unter ihnen herausgefiltert …“
Noch etwas, vor dem sie flüchten will.
„Kann L-Pop einen wirklich in den Suizid treiben?“
„Die Musik selbst nicht, schätze ich, aber wenn sie einen zerstörten Teil in dir berührt …“
„Wir reden hier von der menschlichen Seele, Hersh. Da drin kann es ziemlich fies werden.“
„Hat schon mal jemand versucht, dich umzubringen?“
„Ich hatte den einen oder anderen Stalker, aber nichts davon war allzu ernst. Meine Security kümmert sich in der Regel ziemlich schnell um so was.“
Sie ist eine Statistin des Staates. Das Weinende Auge würde sich voller Vorurteile sofort um alle Bedrohungen von außen kümmern.
„Aber vor zwei Jahren hat sich ein Mädchen bei einem meiner Konzerte umgebracht. Mit einer Pistole.“
„Das ist heftig, V.“
„Ja. Dritte Reihe. Sie hat mir in die Augen geschaut.“ Sie drückt auf eine einzelne Keyboardtaste. „Leonor Souza. Sie war 15 Jahre alt.“
Verzweigung
„Danach habe ich sechs Monate lang keine Shows gespielt.“
Sie ist auch nicht vor die Tür gegangen.
Verzweigung
„Fuck, das wusste ich nicht, V.“
Du sagst nichts.
„Hat schon mal jemand versucht, dich zu wangen?“
„Sie fanden es wohl cool. Als wäre es irgendeine Art Status-Ding.“
„Ich finde das ganz offensichtlich nicht 'cool' …“
„Genau deshalb hasse ich diese ganze Geschichte mit dem 'Fan-Shifting'. Die treiben es zu weit. Und dann ermutigen sie einander … In meiner Musik geht es ums Fühlen. Nicht ums Aufgeben.“
„Der Preis des Ruhmes, schätze ich.“
„Vielleicht. Vielleicht sehe ich die Dinge unrealistisch.“
„Sie glauben, deine Musik zu hören, ist so, als würde man sich den Musikantenknochen anschlagen. Das machen sie dann miteinander.“
Der Popstar blinzelt dich an, als die Worte Anklang finden.
„Dazu hab ich nichts zu sagen.“
Verzweigung
„Was bedeutet 'moonglow'? Das sagen sie oft.“
„Ich hab das tatsächlich nie gesagt. Das war so eine Phrase, die sich das PR-Team für das letzte Album ausgedacht hat. Leider hat es sich durchgesetzt.“
„Bis zum Herbst haben sie vergessen, warum es ihnen gefallen hat. Dann ist 'moonglow' auch nicht mehr 'moonglow'.“
Verzweigung
„Yana ist ja eigentlich so was wie die ultimative Fan-Shifterin, oder?“
Verzweigung
„Wie meinst du das?“
„Na ja … sie sollte tatsächlich du sein.“
Verzweigung
„Ich glaube nicht, dass Yana ich sein wollte. Ich denke eher, sie wollte einfach nicht sie selbst sein.“
Jetzt ist sie Fan-Shifterin von Tempo – als homosexuelle Kriminelle mittleren Alters.
Verzweigung
„Das ist irgendwie anders, Hersh. Ich wollte nicht V sein, sondern einfach irgendjemand anders, nur nicht ich selbst. Wie man sieht, da ich stattdessen ja verdammt noch mal Fan-Shifting für Tempo betrieben habe.“
„Ich kannte euch beide vor der Prägung, Yana. Du bist nicht nur Tempo oder Yana. Du bist jetzt dein eigener Mensch. Ein zweitöniges Kaleidoskop.“
Das Mädchen wirft dem Popstar einen schnellen Blick und ein halbes Lächeln zu.
„Steck mich nicht in eine Schublade mit diesen Drecksschlampen, Hersh.“
„Wie meinst du das, Hersh?“
„Genug zum Thema Fan-Shifting.“ (Zurück.)
„Dem stimme ich zu. Ich werde sie nicht vermissen.“
Verzweigung
„Ehrlich gesagt, repräsentieren sie dich ziemlich mies.“
„Ich kenne diese Leute. Sie sind besessen. Eigentlich ist es ja harmlos, aber … ich weiß auch nicht.“
„Die können kein Stück singen.“
„Ich weiß. Manchmal höre ich die 'Ultras' in den ersten Reihen bei den Shows. Das bringt mich völlig aus dem Konzept, weil sie nicht mal im Takt singen können.“
„Was steht jetzt für dich an?“
„Ganz einfach. Ich flüchte weiter. Bis ich die Ostrepublik erreiche.“ Sie schlägt eine einzelne Taste dreimal an.
„Was gibt es in der Ostrepublik?“
„Eine gute Musikszene. Und ein fernes Ufer.“
„Also ein Leben als Flüchtige.“
„So hab ich das noch nie betrachtet. Aber ja. Flüchtige.“ Sie testet das Wort und spricht es zum ersten Mal mit neuer Bedeutung aus.
Eine Flüchtige vom einen Reich zum anderen. Wissen Engel jemals wirklich, ob sie sich durch die Lebenden oder die Toten bewegen?
Verzweigung
„Das wird dir viel abverlangen.“
„Ich hab keine Angst.“ Fast abwesend spielt das Mädchen eine kurze, sanfte Melodie.
„Solange ich etwas an meiner Seite habe, das Töne erzeugen kann, habe ich keine Angst, zu verschwinden.“
Verzweigung
„Du wirst es nicht schaffen, weißt du?“
„Du liegst falsch, das werde ich.“ Fast abwesend spielt das Mädchen eine kurze, sanfte Melodie.
Verzweigung
„Das wird sie.“ Ein Nicken und ein Ausatmen.
„Du solltest dich eine 'Abtrünnige' nennen, keine 'Flüchtige'. Das klingt cooler.“
„Und irgendwie mutiger.“ Fast abwesend spielt das Mädchen eine kurze, sanfte Melodie.
Eine, die überhaupt nicht zur Atmosphäre in diesem Raum passt.
„Du flüchtest nicht. Du steckst in einem Raum fest.“
„Dann lasse ich mich vom Licht tragen.“
„Du weißt, dass die gesamte luzianische Regierung hinter dir her ist, oder?“
„Oh, ja. Die sind sicher stinksauer. Verträge und all das.“
„Ich bin momentan für 6,2 % des BIPs von La Luz verantwortlich, die werden mir nichts antun, außer mich zur nächsten Riesenbühne zu eskortieren.“
„Arbeitest du an neuem Material?“ (Du nickst in Richtung des Keyboards.)
„Ich versuche es, ja. Kennst du mein altes Material?“
STREU SALZ AUF DIE ERDE. LEHNE DIE 'JUGENDKULTUR' AB. DER ZAUBER DES NEUEN IST EIN TRICK DES FEINDES.
„Neofaschistische Hymnen.“
„Musik muss nicht immer eine politische Bewegung sein. Sie muss nur irgendjemanden bewegen.“
„Wie dem auch sein mag, L-Pop ist zwar immer traurig, aber nicht immer schlecht. Hier und da hab ich ein paar gute Songs geschrieben.“
„Musik muss nicht immer eine politische Bewegung sein. Sie muss nur irgendjemanden bewegen.“„Ich glaube, das ist genau der Sinn dahinter. Gesponsert vom Staat.“„Es ist schon eintönig, das muss ich zugeben.“„Ich denke, das geht in Ordnung …“„Cool. Manche Freaks akzeptieren nämlich kein 'Nein'.“Verzweigung 1324„Sie meinte, du sollst nicht komisch werden, Hersh. Auch nicht 'möglicherweise'.“
Ein paar, auf die sie sogar ziemlich stolz ist.
„Warte mal, du darfst dein eigenes Material schreiben? Hat man dich nicht … vom Fließband der Popstar-Fabrik geholt?“
„Die meisten L-Pop-Künstler bringen ein hartes Training hinter sich, das stimmt, aber wir schreiben alle unser eigenes Zeug. Das ist ein wichtiger Teil dessen, was sie uns neben Tanzeinlagen beibringen – Ausdruck, Freiheit und Mut in der Kreativität.“
„Etwas, das von einem Komitee erschaffen wurde, wird immer ein Loch haben. Das spürt jeder. Etwas, das von einem Herzen kommt, hat ein … ein Herz. Von Mensch zu Mensch.“
„Und wie ist das neue Zeug im Vergleich zu L-Pop?“
„Es ist … schön. Und ein bisschen beängstigend. Ich will nicht mehr nur traurige Musik spielen, aber das ist der einzige Ton, den ich kenne. Ich versuche, neue Töne zu finden.“
Sie spielt ein paar langsame Zeilen, diesmal mit beiden Händen. Bass gesellt sich zu den Höhen und Emotionen erscheinen aus dem Nichts.
Sie erinnern dich an die letzte Zeile eines Gedichts.
BEERDINGUNGS-PLAYLIST. SARG-OUTRO.
Verzweigung
„Was du da spielst, klingt schön für mich.“
„Weil es eine schöne Melodie ist. Davon kann ich hundert Stück schreiben, immerhin spiele ich Klavier, seit ich fünf Jahre alt bin. Ich weiß nicht … man nennt mich perfektionistisch.“
„Man kann Perfektionist sein, oder zum Rest gehören. So sehe ich das.“
Verzweigung
„Mach einfach weiter. Die Welt wird immer Musik brauchen.“
„Ich glaube, die Welt hat schon zu viel Musik. Sie ist überall. In Läden, Restaurants, Cafés, Aufzügen, auf Dächern – Yana sagt, selbst die Aero-Trams hätten jetzt schon Musik. Warum?“
DIE ANTWORT IST OFFENSICHTLICH. UM DIE MASSEN STETS LEICHT SEDIERT ZU HALTEN.
„Vermutlich, damit die Leute nicht zu viel denken.“
„Ja. Genau. Als eine Art … Betäubungsmittel.“ Sie nickt einmal empathisch.
„Das genaue Gegenteil von dem, was Musik eigentlich sein sollte.“
„Ja. Genau. Als eine Art … Betäubungsmittel.“ Sie nickt einmal empathisch.„Ich glaube, sie soll die Leute davon abhalten, zu fühlen.“„Ja. Als hätte er sich selbst längst aufgegeben. Und alle, die seine Musik hören könnten, ebenfalls.“„Das finde ich nicht. So was wie eine echte Imitation gibt es nicht – das sind nur ewige Antworten auf ewige…„Dann haben sie dich schon genau da, wo sie dich haben wollen. Den Klängen gegenüber völlig gleichgültig.“
Verzweigung
„Weil das Leben mit einem Soundtrack viel mehr Spaß macht.“
„Ich glaube, sie soll die Leute davon abhalten, zu fühlen.“
„Die Kultur verblutet, V. Und die Leute laufen einfach daran vorbei.“
„Nimm irgendein Album in die Hand, und alle Cover sehen gleich aus. Schalte es an und all die Musik klingt gleich. Es ist wie … Musik für Geister. Hymnen für rein gar nichts.“
„Ich habe mal mit einem Gitarristen gearbeitet, der eine utopische Summe für genau den Verstärker hingeblättert hat, den eine seiner Lieblingsbands mal auf einer Platte genutzt hat. Und er war … stolz darauf. Er meinte, das wäre 'authentisch'.“
Keine Verachtung, nur sanfte Traurigkeit.
„Wie mies.“
„Ja. Als hätte er sich selbst längst aufgegeben. Und alle, die seine Musik hören könnten, ebenfalls.“
„Manchmal sind Imitationen echter als die Originale.“
„Das finde ich nicht. So was wie eine echte Imitation gibt es nicht – das sind nur ewige Antworten auf ewige Rufe, die mit jeder Runde schwächer werden.“
„Über solche Dinge denke ich nicht nach. Entweder es läuft Musik oder es läuft keine.“
„Dann haben sie dich schon genau da, wo sie dich haben wollen. Den Klängen gegenüber völlig gleichgültig.“
„Denkst du je an deine alte Band?“
„Ich bin Solokünstlerin. Ich habe keine Band, nur Leute, mit denen ich zusammenarbeite.“
'Solo'? Pure Missachtung der Sound-Gäng und aller Mitwirkenden!
„Bedeutet Gäng dir nichts?“
„Gang …?“
„Gäng! Dein Team! Die, mit denen du zusammenarbeitest!“
„Mir ist wichtig, wie sie spielen. Ich hab schon viele Leute gefeuert. Es ist schwer, gute Musiker zu finden, weißt du? Die meisten von ihnen sind technisch kompetent, aber ihnen fehlt irgendwas …“
„Meinen Tänzerinnen war ich deutlich näher. Mit denen atmet man da oben im absoluten Einklang. Aurelia, Misty … Lulu. Marla. Ich vermisse die Mädels. Hoffentlich geht es ihnen gut.“
Vier junge Mädchen, die gefesselt in Zellen sitzen. Die Verhöre waren bislang nicht gewalttätig, aber gnadenlos.
Trotz der gesammelten Bemühungen des Weinenden Auges hat keine der vier irgendetwas über das plötzliche Verschwinden ihrer Frontfrau verraten.
Verzweigung
„Bedeuten dir die Leute, mit denen du arbeitest nichts?“
„Jetzt, wo du es sagst … Ich bin eigentlich auch eine Art Solokünstlerin.“
„Jede Menge Verantwortung, was?“
„Würdige dein Team nicht so herab!“
„Ich schätze gute Musiker. Aber die sitzen nicht mutterseelenallein mit all dem um Mitternacht im Tourbus.“
„Das ist meine alte Band.“ (Du zeigst ihr das Foto des Trupps)
Der Popstar lehnt sich nach vorn und schaut sich jedes Gesicht genau an.
„Das ist ein gutes Foto. Darin stecken Emotionen.“ Sie schaut dich an. „Ihr standet euch nah.“
Nah genug, dass sich unsere Schatten berührten.
Nah genug, dass es weh tut.
„Wir hatten unsere Momente.“
„Mehr können wir vom Leben nicht erwarten. Eine Aneinanderreihung von Momenten auf einem hauchdünnen Faden.“
Das Foto ist schwer anzuschauen, aber leicht zu berühren. Als deine Finger seine Kanten abtasten, werden sie von einer Art Kraft erfüllt.
„Danke, dass du mir das gezeigt hast, Hersh.“
Verzweigung
Du hättest dieses Foto nicht aufheben sollen. Du hättest es da liegen lassen sollen, wo du es gefunden hast – mit dem Blut deiner Verbündeten beschmiert, am Boden zertrampelt und hinter einer verschlossenen Tür weggesperrt.
„Nein, nicht wirklich.“
„Ich denke schon. Schau mal.“ Sie zeigt auf das Foto. „Sie kreisen um dich.“
„Die einzigen Freunde, die ich je hatte.“
„Ganze sechs Stück? Mehr braucht man nicht. Das sind mehr als die meisten Leute ihr Leben lang finden.“
„Denkst du nur an Musik?“
„Nein. Ich denke hauptsächlich an die Fehler.“
„Was für Fehler?“
„Töne, die ich nicht ganz getroffen habe. Songs, denen noch eine Strophe oder eine halbe Bridge fehlt, Albumnamen, die ich hingenommen habe, obwohl ich wusste, dass da noch mehr drin war – man errichtet wunderschöne Kathedralen für reine Kompromisse.“
„Manchmal kann ich mich nicht ausstehen. Die Schwäche. Die Banalität.“
„Du solltest etwas Nachsicht mit dir selbst haben.“
„Ich hasse es, wenn Leute das sagen.“ Sie lächelt dich an.
„Ein Mangel an Visionen. Das ist für mich unverzeihlich. Bei mir selbst und bei anderen.“
„Ich hasse es, wenn Leute das sagen.“ Sie lächelt dich an.„Natürlich tut es das. Selbst die Pinguine merken, wenn sie etwas berührt.“„Ja. Ja, da stimme ich zu, Hersh. Das muss sie. Das Schwerste, was man im Leben tun kann.“„Nein.“ Sie schüttelt widerspenstig den Kopf. „Sie müssen alle gut sein. Wenn sie das nicht sind, lasse ich…
Verzweigung
„Tut das was zur Sache? Die ganze Branche wird von künstlerisch analphabetischen Pinguinen in Anzügen kontrolliert.“
„Natürlich tut es das. Selbst die Pinguine merken, wenn sie etwas berührt.“
„Kunst muss genau so schwer sein.“
„Ja. Ja, da stimme ich zu, Hersh. Das muss sie. Das Schwerste, was man im Leben tun kann.“
„Manchmal macht man gute Dinge und manchmal schlechte. Eins folgt auf das andere.“
„Nein.“ Sie schüttelt widerspenstig den Kopf. „Sie müssen alle gut sein. Wenn sie das nicht sind, lasse ich es lieber gleich bleiben und spiele nie wieder einen einzigen Ton.“
„Oh, ja, haha. Damit kenne ich mich nicht aus.“ (Zurück.)
„Du Glückspilz.“
„Wie gehst du mit Kritikern um?“
„Ignoranz und Desinteresse.“
Mehr hat der Popstar zu diesem Thema nicht zu sagen.
Verzweigung
„Kunst ist beängstigend. Ich musste neulich ein Gedicht schreiben. Das war ein spirituelles Gemetzel.“
„Also bist du eine Art Lyrikerin?“
„Das hing mit einem Job zusammen. Die Deadline war knapp.“
„Kenne ich.“ Sie dreht den Kopf leicht.
Verzweigung
„Oh ja. Ich hab mir die Pulsadern aufgeschnitten und sie auf Papier fließen lassen.“
„Ja, die Einstellung muss ich mir angewöhnen.“ Sie nickt zustimmend. „Blut auf den Tasten. Da bekommt man, was man reinsteckt, weißt du?“
(Du nickst, als hättest du gerade nicht zum ersten Mal daran gedacht, eine 'Lyrikerin' sein zu können.) „Total Underground.“
„Ist das nicht nur ein anderes Wort für 'Amateur'? Na ja, was auch immer dich erfüllt.“
„Genug von Musik.“ (Zurück.)
„Okay.“ Sie spielt eine leichte Abschlussmelodie.
Das Mädchen hängt in der Luft und braucht dringend eine Partnerin! Zeit, zuzuschlagen. Also kulturell.
Ewig unterdrückte Träume des Popstar-Daseins treiben wie ertrunkene Leichen an die Oberfläche deines Bewusstseins.
Verzweigung
„Du könntest einfach mit der Musik aufhören. Was anderes machen.“
„Könnte ich. Aber daran würde meine Seele sterben. Als werde ich es nicht.“
„Ich wusste gar nicht, dass Techno-Faschismus so romantisch ist. Wenn er so befreiend ist, warum machst du dann keinen mehr?“
„Weil ich nicht will.“
„Gut für dich. Sprechen wir über was anderes.“ (Zurück.)
„Okay.“
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„Ja, L-Pop ist cool. Er wird zu oft gespielt, aber er ist cool.“
„Ich glaube, das ist genau der Sinn dahinter. Gesponsert vom Staat.“
„Ich habe gehört, es sei ziemlich traurig.“
„Es ist schon eintönig, das muss ich zugeben.“
„Ob ich es 'kenne'? Ich bin fast autistisch besessen davon.“
„Manchmal werden die Leute komisch. Du wirst doch wohl nicht komisch, oder?“
„Nicht komischer als bis jetzt.“
„Ich denke, das geht in Ordnung …“
„Ich hab auch schon andere Promis kennengelernt. Ich bin unbeeindruckt.“
„Cool. Manche Freaks akzeptieren nämlich kein 'Nein'.“
„Möglicherweise.“
„Mein Bodyguard hatte die Regel, dass rund zwei Meter Abstand herrschen müssen. Er ist nicht da, aber die Regel sollte trotzdem gelten.“
Verzweigung
„Sie meinte, du sollst nicht komisch werden, Hersh. Auch nicht 'möglicherweise'.“
„Du bist eine erfolgreiche Musikerin. Ich würde gern deine Meinung zu etwas Musik hören …“
„Okay. Die könnte aber heftiger ausfallen als du es dir erhoffst.“
Verzweigung
„Wir reden aber nicht von … deiner Musik, oder?“
„Noch nicht.“
„Okay … ich denke das geht in Ordnung.“ Sie sieht erleichtert aus.
Verzweigung
„Weit hergeholt, ich weiß, aber … Was hältst du von Blutgolem?“
„Manchmal finde ich den Golem ganz geil.“
„Wirklich?“
„Klar. Das ist der perfekte Kontrast zu meiner Musik. Melancholische Wut gegen melancholische Leere.“
Verzweiflung in verschiedenen Jahreszeiten.
„Ich höre sie manchmal an, bevor ich auf die Bühne gehe. Damit stimme ich mich emotional ein … Es ist komisch, ich kann es kaum beschreiben. Aber es funktioniert.“
„Es hat Seele.“
„Ja. Echte Emotionen.“
Verzweigung
„Ja. Echte Emotionen.“„Hmm …“ Sie denkt einen Moment lang nach, bevor sie fröhlich nickt. „Wahrscheinlich 'Bound in Piano Wire'.…Ein melancholischer Vorschlaghammer. Die Musikwelt wäre nicht bereit dafür.„Nicht ganz. Eher sehr gut zu beschreiben. Andererseits … sind viele ihrer Texte ziemlich schwer zu…
„Was ist dein Lieblingssong von ihnen?“
„Hmm …“ Sie denkt einen Moment lang nach, bevor sie fröhlich nickt. „Wahrscheinlich 'Bound in Piano Wire'. Der letzte Song auf 'I Will Know You by the Sound of Your Structures Collapsing.'“
„Ihr solltet was zusammen machen.“
„Das würde ich total gern. Oder eher hätte ich total gern. Das hat das Label aber nie zugelassen.“ Sie lächelt bei dem Gedanken.
Ein melancholischer Vorschlaghammer. Die Musikwelt wäre nicht bereit dafür.
„Machen sie auch unbeschreibliche Melancholie?“
„Nicht ganz. Eher sehr gut zu beschreiben. Andererseits … sind viele ihrer Texte ziemlich schwer zu verstehen.“
„Cool, V. Das hätte ich nicht von dir erwartet.“
„Ich weiß alles zu schätzen, was von Herzen kommt. Alles, was nicht kommerzialisiert ist. Das ist zudem der perfekte Kontrast zu meiner Musik – melancholische Wut gegen melancholische Leere.“
„Bist du Fan von Mimi Serafina?“
„Total! Ich hatte früher Poster von Mimi direkt über meinem Bett hängen.“
„Ich habe höchsten Respekt vor ihr. Sie hat mit nur 21 Jahren darum gekämpft, ihre eigene Platte aufzunehmen. Irgendwie hat sie es geschafft. Aber ihre Produktion war so fortschrittlich, dass die Leute, die sie gekauft haben, dachten, irgendwas würde mit dem Ton nicht stimmen.“
Sie hat die Ausrüstung unterworfen*. Stark.
„Ich kann mir kaum was Cooleres vorstellen.“
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„Du kennst doch sicher Un Deux, oder?“
„Nein.“
„Aufsteigende Scumsynth-Newcomer?“
„Scum … synth?“
Du siehst, wie ihre Nase sich nach oben bewegt.
„Halte die Ohren nach 'Go Go to the Beach' offen. Das wird ein Riesenhit.“
„Was für ein kindischer Titel.“
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„Ja, ist auch nicht mein Ding.“
„Wenn es dir gefällt, Hersh … lass dich von mir nicht bremsen. Du hast ein Recht auf deinen Scumsynth.“
„Sie haben das ganze Genre erst erfunden.“
„Oh, na dann. Gut für sie. Ich bewundere Individualität … selbst wenn sie von Schmutz bedeckt ist.“ Sie lächelt.
„Hast du je von einem Song namens 'Superbloc, Baby!' gehört?“
„'Superbloc Baby' … nein, ich glaube nicht. Sorry."
„Ist was Kommunistisches, aber nur ironisch.“
„So wie du, Hersh, oder?“
GULAG.
„Nein, ich bin eine echte Kommunistin.“
„Schon okay, wir können trotzdem Freunde sein.“ Sie lehnt sich zu dir und flüstert: „Ich bin keine echte Techno-Faschistin.“
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DAS ENTSCHEIDET IMMER NOCH DIE WAND. BEFRAG SIE.
„Wie geht 'Superbloc, Baby!'?“
Okay. Das ist das spontane Casting aus dem schon tausende Zusammenarbeiten entstanden sind.
„All that I need lately, is my Superbloc baby“ … (Du singst den Refrain.)
Der Popstar summt die Melodie nach und summt sie dann etwas tiefer erneut.
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„Das ist die Melodie, die du auf meinem Keyboard gespielt hast, oder?“
War sie das? Vielleicht.
„Vielleicht, ja.“
„Ich glaube schon. Nein, ich weiß es sogar, obwohl du gerade leicht neben den Tönen warst.“
„Schöne Melodie. Aber am Text muss noch gearbeitet werden.“
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„Ich bin nur eine Hülle für die Kultur, V, ich weiß nicht, was ich kanalisiere.“
„Sind wir das nicht alle? Aber wenn man sich die Mainstream-Kritiker anhört, bin ich eigentlich eher gegen Kultur.“
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Vor ihr Keyboard zu spielen, ist eine Sache … vor ihr zu singen eine ganz andere. Auf keinen Fall.
„Ich, äh … leihe dir die Disc irgendwann mal aus …“
„Cool. Die würde ich gern hören.“
Singen? Vor einem hypertalentierten Popstar? Mach halblang, CASCADE, das übersteigt dein Training deutlich.
„Genau wie ich.“
„Schön.“
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DOPPEL-GULAG.
„Du solltest ein Cover machen. Das wäre eine coole B-Seite.“
„Ich bin mir politisch gesehen nicht so sicher, aber vielleicht …“
„Hat La Luz vermutlich nie erreicht.“
„Wahrscheinlich nicht. Es klingt ketzerisch.“
„Vielen Dank für deine Meinung.“ (Zurück.)
„Kein Problem, Hersh.“
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„Dazu brauche ich keine Kommentare, danke.“
„Oh, okay. Gut.“ Sie sieht erleichtert aus.
„Mehr musikalische Meinungen, bitte …“
„Sicher.“
Du arbeitest mit dem psychedelisch berühmten Popstar zusammen.
Dieses Mädchen ist kein Popstar mehr – sie ist eine grenzwertige Künstlerin, die in einem grenzwertigen Raum gefangen ist. Sie braucht keine Hilfe mit ihrer Arbeit, sondern mit ihrer Identität.
„Wie soll dein neuer Bühnenname lauten?“
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„Das hab ich mich auch schon gefragt.“ Das Mädchen fixiert dich. „Ich habe einen ganzen Notizblock voller Ideen, aber keine fühlt sich nach … mir an.“
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„Aber 'Ultra Violeta' doch auch nicht."
„Nein. Sie war immer irgendwie eine Fremde.“
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„Und deinen echten Namen willst du nicht benutzen?“
„Ich glaube nicht. Den hat niemand mehr benutzt, seit ihr acht Jahre alt war. Der gehört auch jemand anderem.“
„Mir hat man auch einen Bühnennamen verliehen. Na ja, eher einen Anti-Bühnennamen. 'CASCADE'.“
„CASCADE …“ Das Mädchen wälzt den Namen im Kopf um. „Nicht übel.“
„Ich habe um einen Neuen gebeten, aber keinen bekommen.“
„Warum wolltest du einen Neuen?“
Weil du glaubst, dass er verflucht ist. CASCADE, Botin des Fehlschlags, des Todes und der menschlichen Spaltung.
„Das ist meine zweite Chance. Ich habe Angst … Dinge zu wiederholen. Mich selbst.“
„Ein schwieriges zweites Album.“ Das Mädchen nickt weise.
„Das erste Album war auch nicht gerade der Knaller.“
„Aber wenn du bei dem hier ablieferst, wissen sie vielleicht auch das erste Album etwas mehr zu schätzen.“
„Danke, Hersh.“ Der Popstar schaut dich mit etwas anderen Augen als zuvor an. „Cascade …“
„Auf Illuminado wäre 'Cascade' … 'Cascatear' … Ich finde, das hat was.“
Verzweigung
„Es gibt deutlich schlechtere Namen.“
„Das auf jeden Fall. Letztes Jahr hat sich irgend so eine arme L-Pop-Anfängerin Starla Starlight genannt. Ist auf Platz 39 in den Charts gelandet. Es gab keine zweite Single.“ Sie erschaudert.
„Das ist natürlich alles noch nicht final, dafür ist es viel zu frisch. Aber das hat Spaß gemacht, Hersh. Danke.“
Verzweigung
„Benutz auf jeden Fall nur Großbuchstaben. Das sieht härter aus.“
„CASCATEAR. Ja. Gar nicht übel.“
Alternative Formulierung
„CASCA TEAR. Ja. Gar nicht übel.“
„Nichts für Ungut, V, aber denk dir deinen eigenen Namen aus. CASCADE ist vergeben.“
„Kapiert, Hersh. Ich fand nur den Klang schön. Du kannst ihn behalten.“
Verzweigung
„Ist der Sinn dieser Spion-Kryptonyme nicht, dass sie so ziemlich niemand kennt?“
„Lass es gut sein, Yana. Hersh hängt offensichtlich an dem Namen. Und verteidigt ihn auch.“
„Ja. Gar nicht übel. Man könnte ihn sogar aufteilen – 'Casca Tear'.“
„Ja, könnte man … Gute Idee, Yana.“
„Casca full of tears - voller Tränen.“
„Stark.“ Sie schenkt dir ein Grinsen.
„Es war provisorisch, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir diesmal wieder diese Magie einfangen können.“
„Das weißt du erst, wenn du es versuchst. Aber ich finde, versuchen solltest du es auf jeden Fall …“
„Das erste war eine starke Demo. Das hier ist ein krasses Studioalbum mit Band und allem Drum und Dran.“
„Werkzeuge sind nur Werkzeuge. Die Konstante bleibt immer dein Herz.“
„Anfangs hat es mir auch gefallen. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.“
„Wie kommt's?“
„Hersh, sein kein Arschloch, ich hab gesagt, du sollst cool bleiben–“
„Schon okay, Yana. Das hab ich mich auch schon gefragt.“ Das Mädchen fixiert dich. „Ich habe einen ganzen Notizblock voller Ideen, aber keine fühlt sich nach … mir an.“
Spionin bei Nacht, Studiokünstlerin bei Tag – und auch bei Nacht. Starte mit dieser Zusammenarbeit durch und verkauf sie. Du hast jede Menge zu bieten.
„Vielleicht könnten wir ja mal, na ja, 'zusammenarbeiten'.“
„Oh …“ sagt sie leise. „Ja, sicher.“
„Du und ich, ein gleißend berühmter Popstar und eine Underground-Lyrikerin. Das ergibt total Sinn, oder?“
„Ja, das könnte cool werden.“
Sie findet diesen Vorschlag nicht nur nicht cool, es besteht auch absolut keine Chance darauf, dass diese 'Zusammenarbeit' jemals geschieht.
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Moment mal, keine Chance?
Unter Null. Die Idee solltest du aus deinem Gehirn ätzen.
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„Ja … gigantisch cool.“
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„Mhm.“ Sie schaut hilfesuchend nach irgendjemandem, der einschreiten könnte.
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„Mhm.“ Sie wirft Yana einen Blick aus dem Augenwinkel zu.
„Hersh.“
„Ich habe da tatsächlich ein paar Ideen …“
„Das ist toll. Die sind sicher alle super.“
„Ich stelle mir einen Dreiteiler vor. Jede Menge Ambiente. Riesiges Konzept.“
„Riesiges Konzept, verstehe.“
Eine galaktische Odyssee, die Suche nach dem Pedal der Entropie. V und du in holographischen Umhängen, von Keyboards umgeben. Synchrone Elektroflöten-Soli …
„Alle drei Alben auf Doppel-Disc. Alle Songs über 15 Minuten lang. Und natürlich keine Radio-Edits. Auf diesem Hügel sterben wir.“
„Das klingt echt cool.“ Sie schaut Yana an. „Die Vision gefällt mir.“
Alternative Formulierung
„Das klingt echt cool.“ Sie schaut zu Boden. „Die Vision gefällt mir.“
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„Wie dem auch sei, V … Yana hat meine Kontaktdaten.“
„Oh, das hilft.“ Sie rutscht unruhig hin und her und schaut weg.
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„Hat es dir komplett den Dachstuhl verbrannt, Hersh? Du wirst nicht mit V 'zusammenarbeiten'.“
„Halt dich da raus, das ist unser Projekt. Du kannst ja dein eigenes machen.“
„Yana, du meintest doch, sie wäre in Ordnung …“
„Wir sind mit diesem Thema durch. Rede verdammt noch mal über was anderes.“
„Pah, wegen mir. Hör mal, V … Yana hat meine Kontaktdaten …“
„Oh, das hilft.“ Sie rutscht unruhig hin und her und schaut weg.
„Du verstehst die Kultur nicht so wie wir.“
„Ich meine … Kultur finde ich gut.“ Sie rutscht unruhig hin und her und schaut weg.
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„Wie auch immer …“
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„Hersh.“
„Und natürlich keine Overdubs. Auf diesem Hügel sterben wir.“
„Da bin ich ganz bei dir.“ Sie schaut Yana an. „Wahnsinnig cool.“
Alternative Formulierung
„Da bin ich ganz bei dir.“ Sie schaut zu Boden. „Wahnsinnig cool.“
„Vielleicht etwas Rohes. Nur Keyboard und Gitarre. Wir nehmen live auf, dann haben wir den Klang im Raum, weißt du?“
„Roh, klar. Klingt cool.“
„Also soll ich einfach irgendwann vorbeikommen, oder …“
„Äh … klar doch. Irgendwann oder so.“
'Bitte niemals.'
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„Ich weiß ja, wo ich dich finde. Du läufst ja nicht weg, haha.“
„Ja, genau, ich werde hier sein.“ Sie nickt schwach.
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„Gerade bin ich ziemlich beschäftigt, aber halt mich auf jeden Fall auf dem Laufenden.“
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„Hersh.“
„Okay. Wie auch immer. Klingt gut, wir kriegen das schon hin.“ (Du wechselst das Thema.)
„Auf jeden Fall.“
Ausmaß des Rückschlags: Gigantisch. Fehlschlags-Einstufung: Spektakulär. Moralschaden: Katastrophal, aber vertraut.
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„Ich denke nur, wir haben beide viel zu bieten.“
„Ja, klar, ich verstehe dich. Die Idee ist theoretisch echt gut.“
„Du klingst nicht wirklich überzeugt.“
„Oh, doch, bin ich. Es klingt wirklich gut.“
„Bis dann, V.“ [Du gehst.]
„Schlaf gut, Hersh.“
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„Hallo.“ Die hoheitliche Königin des L-Pop schaut dich kaum an.
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„Nettes T-Shirt.“ Ein zweiter Blick auf deine Brust. „Sie sieht aus wie ich.“
Ihr Pony wirkt unruhig – langsame Wellen am Ufer.
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„Alles cool?“
„Cool ist schon lange nichts mehr, Hersh.“
„Tempo meinte, er würde mir bei der Flucht helfen … einer seiner Freunde sollte mir Ausreisepapiere oder so was besorgen. Aber das ist jetzt Wochen her und es passiert nichts.“
„Hast du mit Yana gesprochen?“
„Sie sagt ständig, dass es noch passiert, ist aber nicht sehr genau. Tatsächlich wird sie immer ungenauer. Das erinnert mich an meinen ersten Manager.“
„Ich glaube, du solltest mit Yana reden.“
„Wir haben schon jede Menge geredet. Ich weiß auch nicht. Ich will einfach wieder irgendeine Art Himmel sehen.“
„Hattest du jemals einen dieser Tage, an denen du gern die Welt und all ihre Geschöpfe niederbrennen wolltest, wenn du die Macht dazu gehabt hättest?“
DIE MASKE WURDE ABGELEGT. DIE TECHNO-FASCHISTIN MIT DEM SYMMETRISCHEN GESICHT DENKT AN ETHNISCHE REINIGUNG.
„Darauf willst du also hinaus. Techno-Genozid.“
„Nein, das ist nur so ein Gedanke. Vielleicht auch nur die Stimmung eines Tages. Was auch immer.“
„Ich fühle mich … eingezwängt, Hersh. Als würden die Wände immer näher kommen, wenn ich nicht hinschaue.“
„Nein, das ist nur so ein Gedanke. Vielleicht auch nur die Stimmung eines Tages. Was auch immer.“„Wie inspirierend.“Das sagst du jetzt, als es ein kühler und rationaler Gedanke ist. Aber ein unterdrückter Teil von dir…Hättest du ein Streichholz in der Hand und die in Benzin getränkte Welt zu Füßen gehabt, hättest du es sofort…Einen Moment lang schnellen ihre Gedanken an den Ort, an dem sie jegliches Leben mit einem einzigen Song…„Verstehe. Hoffentlich werde ich nicht zur Kommunistin …“ Falten zieren einen Moment lang ihr Gesicht.
Verzweigung
„So fühle ich mich grundsätzlich niemals.“
„Wie inspirierend.“
„Na ja … schon. Aber ich würde es nie wirklich tun.“
„Nein, klar. Ich natürlich auch nicht.“
Das sagst du jetzt, als es ein kühler und rationaler Gedanke ist. Aber ein unterdrückter Teil von dir erinnert sich genau an die Momente, wie sie wirklich waren.
Hättest du ein Streichholz in der Hand und die in Benzin getränkte Welt zu Füßen gehabt, hättest du es sofort gezündet und fallen gelassen.
„Ich glaube, man nennt das die 'unbeschreibliche Melancholie des Lebens'. Gewöhn dich dran.“
„Es ist keine Melancholie. Das ist irgendwas anderes. Nicht, dass ich dem je nachkommen würde …“
Einen Moment lang schnellen ihre Gedanken an den Ort, an dem sie jegliches Leben mit einem einzigen Song auslöscht. Ein dreiminütiges Kommunal-Ritual der Schönheit und des Schreckens.
„Schwester, ich hatte ganze Jahre, die so waren.“
„Verstehe. Hoffentlich werde ich nicht zur Kommunistin …“ Falten zieren einen Moment lang ihr Gesicht.
„Das sind große Schritte, V. So was dauert. Du bist jetzt nicht mehr im Popstar-Land.“
„Das ist mir bewusst. Aber danke, dass du es noch mal erwähnst.“
„Irgendwas passiert immer.“
„Von meiner Warte aus wirkt es nicht so. Es scheint eher so, als hätte die Welt angehalten.“
„Meine hat das zumindest, glaube ich.“
„Haben Yana und du Streit oder so?“
„Nein.“ Das Mädchen setzt sich etwas aufrechter hin. „Warum, hat sie was gesagt?“
„Na ja, sie sagt viel, wenn der Tag lang ist.“
„Ich weiß.“
„Nichts dergleichen, nein.“
„Das ist gut. Es ist nur …“
„Du schreibst sicher an einem neuen Song.“
„Wie kommst du darauf?“
„Du siehst traurig aus. Vielleicht läuft es nicht gut. Oder vielleicht … tut es das doch?“
„Tut es nicht. Nichts läuft. Das ist ja das Problem.“
„Du siehst aus, als würde dich die kreative Schöpfung runterziehen.“
„Es ist echt schwer, unter diesen Bedingungen irgendwas zu erschaffen.“
„Du siehst so trübselig aus wie deine Musik klingt.“
„Oh. Danke. Nein, ich schreibe gerade nichts.“
Verzweigung
„Hersh.“ Das Mädchen nickt dir kurz zu, als würde das deine Präsenz bestätigen.
Verzweigung
Das Mädchen lässt einen seltsamen Akkord in der Luft hängen und dreht sich zu dir um.
„Yana, wer ist das?“
Ihr Blick ist gleichzeitig standhaft und kämpferisch. Es ist schwer, ihm angemessen zu begegnen.
„Das ist Hersh. Sie ist eine Freundin von Tempo. Und eine Freundin von mir. Sie kann uns vielleicht helfen.“
„Wer bist du?“
Verzweigung
„Ich denke, das weißt du schon.“ Sie nickt in Richtung deines T-Shirts.
„Das bist du?“ (Du zeigst auf dein T-Shirt.)
„Das bin ich.“ Sie zeigt auch auf dein T-Shirt.
„Ich bin Ultra Violeta. Offensichtlich.“
„Der luzianische Elektro-Pop-Megastar?“ Sie schaut das andere Mädchen bestürzt an. „Tut mir leid. Hersh ist beängstigend kulturfremd.“
LUZIANERIN UND POPSTAR? ERZITTERE. ZWEI RIESIGE KREBSGESCHWÜRE HABEN METASTASEN GEWORFEN.
„Hallo, Hersh.“ Das Mädchen dreht sich auf seinem Stuhl zu dir um. „Schön, dich kennenzulernen.“
LUZIANERIN UND POPSTAR? ERZITTERE. ZWEI RIESIGE KREBSGESCHWÜRE HABEN METASTASEN GEWORFEN.Also hat PSEUDOPOD vor dem Ausschalten diesem Mädchen zugehört. Oder jemandem, der dieses Mädchen imitiert.„Ich hab doch gesagt, du sollst cool bleiben.“„Ja, verdammt noch mal ernsthaft. Was ist an dieser Situation bitte nicht ernst?“„Das ist sogar eine richtig große Sache. Vielleicht die größte Sache überhaupt.“„Schon okay, Yana. Ich weiß diese Herangehensweise tatsächlich zu schätzen.“„Schon okay, Yana.“ Ein kleines Lächeln.
„Gleichfalls, schätze ich.“
Verzweigung
„Auf der Bühne würde ich wohl einen besseren ersten Eindruck hinterlassen. Aber … ich mochte Menschenmengen noch nie. Komisch, oder?“
„Tut mir leid, man hat mir schön öfter gesagt, dass ich anfangs etwas kühl wirken kann.“ Das Mädchen lächelt. „Nenn mich 'V'.“
„Auf der Bühne würde ich wohl einen besseren ersten Eindruck hinterlassen. Aber … ich mochte Menschenmengen…„Oh, okay. Ich dachte, das wäre Ironie oder so.“„Ich denke, die meisten von ihnen konzentrieren sich auf die falschen Dinge. Aber … wer bin ich schon, ihnen…„Na dann … Glückwunsch. Manche Leute zahlen absurde Mengen an Geld für …“ Sie wedelt mit der Hand um sich…„Das klingt fair. Du kannst mir ja dann Bescheid sagen.“„Oh.“ Sie wirkt angenehm überrascht. „Schön, dass du das denkst.“AKKORDE IN 'MOLL 9' SIND MUTATIONEN DER MITTELSCHICHT, DIE DIE SCHLICHTE SCHÖNHEIT FUNKTIONELLER HARMONIEN…„Heilige scheiß Mutter Gottes.“ Sie drückt sich eine Faust gegen das Gesicht.„Sie erwarten immer, dass man die volle Montur trägt.“„Genau das will ich. Unsichtbar sein, auch wenn man mich direkt anstarrt.“„Schon okay, Yana. Ich habe Erfahrung mit so was.“
„Okay, V. Das werde ich.“
„Cool. Das gefällt mir.“ Sie nickt und ihr kantiger Pony hüpft auf ihrer Stirn umher.
Du wirst das Gefühl nicht ganz los, dass dieses Mädchen während eurem Gespräch Visionen deines Todes sieht, sie aber für sich behält.
„Cool. Das gefällt mir.“ Sie nickt und ihr kantiger Pony hüpft auf ihrer Stirn umher.„Ultra Violeta schon. Aber sie ist jetzt jemand anders. V kann einfach nur ich sein.“ Sie nickt und ihr…„Sehe ich auch so. Gute Philosophie.“ Sie nickt und ihr kantiger Pony hüpft auf ihrer Stirn umher.„Oh, das wurden wir. Das wurden wir auf jeden Fall.“ Sie nickt und ihr kantiger Pony hüpft auf ihrer Stirn…
Irgendwas an ihr ist auf jeden Fall tierisch unheimlich.
Neue Lieder, dieselben alten Zauber.
„Was machst du denn hier, Hersh?“
Liegt wohl an einer dieser Popstar-OPs …
Dieses Wesen vor dir ist gegen die Zeit immun. Du wirst innerhalb von Sekunden verenden, während sie die Ewigkeit überlebt.
Der Durchgang namens 'MITTE DREISSIG' schließt sich bald hinter dir wie ein schweres Stahltor.
So glänzend.
„Hör zu. Du bist extrem berühmt.“
Alternative Formulierung
„Hör zu. Anscheinend bist du extrem berühmt.“
„Ultra Violeta schon. Aber sie ist jetzt jemand anders. V kann einfach nur ich sein.“ Sie nickt und ihr kantiger Pony hüpft auf ihrer Stirn umher.
„'Etwas kühl' ist genau das, was die Welt verdient hat.“
„Sehe ich auch so. Gute Philosophie.“ Sie nickt und ihr kantiger Pony hüpft auf ihrer Stirn umher.
„Ich dachte, ihr wärt von den Medien ausgebildet worden?“
„Oh, das wurden wir. Das wurden wir auf jeden Fall.“ Sie nickt und ihr kantiger Pony hüpft auf ihrer Stirn umher.
„Also bist du kein 'Ultra'?“ Sie spielt eine einzelne Note auf dem Keyboard.
Das Wort gefällt ihr nicht.
Du zeigst einfühlsam auf dein UV-T-Shirt.
„Oh, okay. Ich dachte, das wäre Ironie oder so.“
„Du bist wohl kein Fan deiner Fans?“
„Ich denke, die meisten von ihnen konzentrieren sich auf die falschen Dinge. Aber … wer bin ich schon, ihnen zu sagen, wo sie hinschauen sollen?“
„Ich bin tatsächlich eine riesige Ultra. Bin erst kürzlich dazugestoßen.“
„Na dann … Glückwunsch. Manche Leute zahlen absurde Mengen an Geld für …“ Sie wedelt mit der Hand um sich selbst. „… das.“
„Aktuell noch unentschlossen.“
„Das klingt fair. Du kannst mir ja dann Bescheid sagen.“
„Alles, was so im Mainstream verankert ist wie du, muss einen enttäuschen.“
„Oh.“ Sie wirkt angenehm überrascht. „Schön, dass du das denkst.“
„Was hast du da gespielt?“
„Ach, gar nichts. Eine Abwandlung eines F-Moll 9.“ Das Mädchen spielt den Akkord erneut, die Noten sind sauber und fein verteilt.
Ein Stapel strahlender Hi-Fi-Ausrüstung, Lautsprecher auf Betonblöcken, die einzigen sauber aufgeräumten Dinge in diesem Apartment. Dein Statist drückt mit einem großen Finger auf 'WIEDERGABE':
„Den Scheiß bekommt man nirgends, Hersh. Der muss vom Boot fallen.“ Ein raubtierartiges Grinsen.
„Hör dir das mal an, eine Dynamik, da haut's dir Ohren raus.“ Er wird lauter, als die Musik beginnt. „Man könnte meinen, die verfickte Band steht direkt hier im Raum.“
Der Popstar schaut dich an, als die Noten ersticken.
„Ziemlich traurig.“
„Ja. Das hat Moll so an sich.“
AKKORDE IN 'MOLL 9' SIND MUTATIONEN DER MITTELSCHICHT, DIE DIE SCHLICHTE SCHÖNHEIT FUNKTIONELLER HARMONIEN VERSPOTTEN.
„Ziemlich … mysteriös.“
„Das ist wohl die 9, die du da hörst.“
„Schön.“
„Es ist nur ein Akkord. Er bedeutet gar nichts, bevor andere Akkorde ihm Bedeutung verleihen.“
„Ich mag keine Musik, die mich Dinge fühlen lässt.“
„Das ist echt tragisch für dich.“
Du badest in ihrem Glanz.
„Hersh? Du siehst aus wie meine Oma, wenn sie einen ihrer Aussetzer hat.“
Alternative Formulierung
„Hersh, hast du schon wieder einen Anfall? Blinzle, wenn du mich hörst.“
„Das passiert neuen Leuten manchmal.“ Sie schaut dich an. „Alles in Ordnung?“
„Jap, jap. Bin wieder da.“
„Okay. Dann willkommen zurück.“
„Heilige scheiß Mutter Gottes.“ Sie drückt sich eine Faust gegen das Gesicht.
„Alles gut, ich genieße das nur ein bisschen.“
„Oh, okay. Kein Problem. Lass dir Zeit.“
„Yana, woher weißt du, dass das die echte Ultra Violeta ist? Ich hab draußen noch zwei gesehen, die deutlich überzeugender aussahen.“
„Überzeugender als das Original?“
„Oh, ja. Die hier hat nicht mal ein Kostüm an.“
„Sie erwarten immer, dass man die volle Montur trägt.“
„In diesem ganzen Distrikt wimmelt es nur so vor falschen Popstars.“
„Genau das will ich. Unsichtbar sein, auch wenn man mich direkt anstarrt.“
„Ich weiß einfach nicht, wem ich noch vertrauen kann.“
„Ich kann nicht fassen, dass du jetzt schon so uncool bist. Du brichst jeden verschissenen Rekord.“
„Schon okay, Yana. Ich habe Erfahrung mit so was.“
Also hat PSEUDOPOD vor dem Ausschalten diesem Mädchen zugehört. Oder jemandem, der dieses Mädchen imitiert.
„Oh ja, das trage ich nur rein ironisch.“
„Oh. Das verstehe ich nicht so ganz. Aber cool, vielleicht liegt das an deinem Alter.“
„Es ist schon lange her, dass jemand das zu mir gesagt hat. Mein Name ist Ultra Violeta.“
Verzweigung
'Ultra Violeta'? Dafür könnte das 'UV' auf PSEUDOPODs roter Disc stehen …
„Du bist eine Musikerin, richtig?“
„Ja. Richtig. Du hast mich erwischt.“
„Immer noch nichts.“
„Oh, ja, ja. Jetzt hab ich's.“ (Du lügst.)
„Moment mal, ist das …“
Verzweigung
„Ja, ist sie. Das Mädchen auf deinem T-Shirt.“ Sie nickt in Richtung deiner Brust.
Die Tyrannenkönigen des verwundeten Herzens der Welt.
„Mein Herz ist ein unabhängiger Staat, sei bitte freundlich.“ (Du kniest nieder.)
„Ich hab doch gesagt, du sollst cool bleiben.“
„Ernsthaft?“
„Ja, verdammt noch mal ernsthaft. Was ist an dieser Situation bitte nicht ernst?“
„Keine große Sache.“ (Du spielst es herunter.)
„Das ist sogar eine richtig große Sache. Vielleicht die größte Sache überhaupt.“
„Ja, das ist es.“
„Hallöchen.“
„Hallo.“
„'Hallöchen'? Du stehst direkt vor dem größten Popstar der Welt und sagst 'Hallöchen'?“
Verzweigung
„Ich weiß schon, wer sie ist, ich wollte es nur neutral halten.“
Verzweigung
„Dein verficktes T-Shirt sagt aber was anderes.“ Sie nickt in Richtung deiner Brust.
„Schon okay, Yana. Ich weiß diese Herangehensweise tatsächlich zu schätzen.“
„Fragwürdig.“
(Du schaust das neue Mädchen mit zusammengekniffenen Augen an.) „Größter Popstar der Welt, hm? Nie von dir gehört.“
Verzweigung
„Aber du trägst ein Shirt mit meinem Gesicht drauf.“ Sie nickt in Richtung deines T-Shirts.
„Wow, du versaust das große Meet and Greet mal so richtig, Hersh.“
„Mir hat einfach nur das Design gefallen.“
„Das Design ist ihr Gesicht, du Clown.“
„Schon okay, Yana.“ Ein kleines Lächeln.
„Ich trage das nur ironisch.“
„Was für ein Statement. Die Kultur hält den Atem an.“
Verzweigung
Das schönste Gesicht, das du jemals gesehen hast. In dir zieht sich alles vor Panik zusammen.
Eine plötzliche Vision – Schrein, Priesterin und Engel in einem einzigen Bild.