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„Hallo noch mal.“

Zeilen 839
Gesprächsbeginn

Verzweigung

1

Verzweigung

2

Verzweigung

3
„Hallo noch mal.“

Verzweigung

5
„Kennen Sie jemanden namens Reno?“

Alternative Formulierung

„Wissen Sie, wo Reno lebt?“

Verzweigung

7
„Da würde mir nur der Geschäftsführer von Renotel einfallen. Ist das die Person, nach der Sie suchen?“
„Ich schätze schon. Wissen Sie, wo ich ihn finden kann?“
„Woher denn? Diese Seite des Lebens steht jenen, die sich größeren Bestrebungen als dem finanziellen Wachstum verschreiben, nicht offen.“
BlaupausenSW 10
Das stimmt. Geld spielt eine große Rolle dabei, die Gesellschaft zu spalten, ob das den Leuten nun gefällt oder nicht.
„Sicher täten Sie besser daran, diese Frage jemandem zu stellen, der etwas mehr ökonomisches Gewicht auf die Waage bringt. Jedenfalls keinem Künstler.“

Verzweigung

13
„Wer könnte es sonst sein?“
„In Ordnung, ich verstehe, worauf Sie hinaus wollen. Was ist mit ihm?“
„Ich muss ihn finden. Wo könnte er sein?“
„Sie meinten, Sie könnten dieses Buch nicht beenden. Was ist denn damit?“ (Du zeigst ihr 'Blutgruppe: Hekatombe'.)

Verzweigung

18
„Dem Autor fehlte es offensichtlich an Zielgerichtetheit und an der Fähigkeit, seine Prosa mit oberflächlicher Bedeutung zu versehen. Ganz zu schweigen von tiefer liegenden Ebenen, die auszugraben sich lohnen würde.“
PoetikSW 9
Oder die Ebenen reichten so tief, dass sie nicht bis zu ihnen vordringen konnte.

Verzweigung

21
PersonalismusSW 10
HOLOCENE hat nie etwas anderes getan, als nach Bedeutung zu suchen … Besonders dort, wo es keine gibt.
„Vielleicht haben Sie das Buch nicht gründlich genug gelesen?“
„Ich kann Ihnen versichern, dass wenn es mir nicht gelingt, irgendwelche lohnenden Verbindungen herzustellen, das auch niemandem sonst gelingen wird. Hier liegt ein Versagen des Schreibers vor, nicht des Lesers.“

Verzweigung

25
„Trotzdem könnte es sein, dass Sie etwas finden, was ich übersehen habe. So etwas ist schon mal passiert.“

Verzweigung

27
„Wenn Sie es trotzdem versuchen möchten, finden Sie das Buch in der Sci-Fi-Abteilung. Viel Glück!“
„Wie schade. Ich hatte mir einen Mehrwert erhofft, egal wie abgedreht.“
„Ja. Ich würde dieses Werk nicht empfehlen, aber es läge mir auch fern, jemanden vom Lesen abzuhalten … Selbst dann, wenn die Person nur Schund liest.“
„Ich brauche das Buch nur als Referenzmaterial. Ich habe nicht vor, es zu lesen.“

Verzweigung

32
„So ist es wohl am besten. Kann ich noch etwas für Sie tun?“
„So ist es wohl am besten. Sie sollten das Buch in der Sci-Fi-Abteilung finden. Viel Glück!“
PersonalismusSW 10
HOLOCENE tut nichts anderes, als nach Bedeutung zu suchen … Besonders dort, wo es keine gibt.
„Haben Sie vielleicht dieses Buch gelesen?“ (Du zeigst ihr 'Blutgruppe: Hekatombe'.)
„Ich habe es versucht. Allerdings konnte ich es nicht beenden und das will was heißen – Es ist mein Ziel, jedes Buch zu beenden, das ich anfange.“ Sie wirft dir einen Blick zu, aus dem ihr Urteil Bände spricht.
„Was ist denn damit?“

Verzweigung

39
„Kennen Sie ein Buch mit dem Titel 'Blutgruppe: Hekatombe'? Ich bin auf der Suche nach einem Exemplar.“
„Ja, das kenne ich tatsächlich. Ein solcher Titel bleibt wohl im Gedächtnis … was auch so ungefähr das einzig Positive sein dürfte, was ich über dieses Buch sagen kann.“
PersonalismusSW 10
Wenig überraschend. Nur wenige teilen HOLOCENEs Ansichten – Wenn es neben dem Autor besagten Buches überhaupt andere gibt, die so denken.
„Ich habe vor einer Weile ein Exemplar im Ehrenbücherstand gesehen, aber vielleicht hat das schon jemand mitgenommen.“
„Was daran hat Ihnen denn nicht gefallen?“
„Nun, ich habe es nicht beendet und das will was heißen – Es ist mein Ziel, jedes Buch zu beenden, das ich anfange.“ Sie wirft dir einen Blick zu, aus dem ihr Urteil Bände spricht. „Um Ihre Frage zu beantworten …“
„Danke. Ich sehe mich mal um.“
„Wenn es hier ist, dann in der Sci-Fi-Abteilung. Viel Glück!“

Verzweigung

48

Verzweigung

49
„Ich habe mir eine Meinung zu Ihrer letzten Ausgabe gebildet.“
„Und? Was halten Sie davon?“

Verzweigung

52
„Es ist mir eine Ehre, dass eines meiner Gedichte ausgewählt wurde, um in einer so hochwertigen Publikation zu erscheinen.“
„Es freut mich, dass Sie das so sehen. Wir haben bei der Review hohe Ansprüche, also ist es eine Leistung, es ins Magazin zu schaffen. Ich hoffe, das wird Sie anspornen.“
SensorenSW 8
Es fühlt sich an, als würde jemand dein Gehirn massieren. Jede Bewegung ruft eine Welle angenehmer Zufriedenheit hervor.

Verzweigung

56
„Mein Gedicht war doch ziemlich sicher besser als jedes von diesen.“
„Ich will nicht unhöflich sein, aber das war es nicht. Ich sage das ganz objektiv.“

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59

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60

Verzweigung

61
„Haben Sie hier vor Kurzem einen Mann im Anzug gesehen, der eine Brille trägt?“
„Nicht, das ich wüsste. Unsere Beiträger kleiden sich in der Regel nicht ganz so formell.“
VerschränkungSW 8
Ein schneller Zusammenschnitt der Leute, die über die Monate hinweg diesen Raum betreten und verlassen haben. Alle tragen sie schlecht sitzende Outfits in nicht zueinander passenden Farben.
PersonalismusSW 10
Künstler-Typen haben ihre eigene Uniform – und die ist in der Regel das genaue Gegenteil von formell.

Verzweigung

66
„Ich habe übrigens Ihre letzte Ausgabe gelesen.“
„Wunderbar. Und was halten Sie von unserer Auswahl?“
„Erzählen Sie mir mehr über diese Review, an der Sie arbeiten.“
„Die Review ist ein Magazin für moderne Dichtkunst. Gibt es etwas Bestimmtes, worüber Sie mehr erfahren möchten?“

Verzweigung

71
„Was für Gedichte veröffentlichen Sie?“
„Alle Genre können in der Review vertreten sein: Lyrik, Balladen, Elegien, Aubaden, Pastorale, Päane. Ab und an sogar eine Ekloge.“
KoordinationSW 9
All diese seltsamen Wörter sind ihr flüssig wie eine andere Sprache von der Zunge gegangen.
PoetikSW 10
Such dir eins davon aus und zeig ihr, dass du dich auskennst – du weißt schon, als Dichter-Kollegin.

Verzweigung

76
„Eklogen gehören zu meinen Favoriten.“
„Ah, ich verstehe. Die Sehnsucht nach einem idealisierten 'Zustand der Natur'. Das Genre wird oft einfach abgetan, aber manchmal findet man dort wirklich faszinierende Umkehrungen.“
Siehst du? Das hat ihr gefallen. Und sie hat die ganze Arbeit für dich erledigt.
SchattenspielSW 8
Du hast das Ziel dazu gebracht, die Lücken für dich zu füllen. Gut gemacht.

Verzweigung

81
„Ein paar davon gibt es doch nicht wirklich, oder? Manche dieser Worte habe ich noch nie gehört.“
„Wirklich?“ Sie blickt dich ungläubig an. „Dann schlage ich vor, dass Sie etwas recherchieren, wenn Sie eine Dichterin sein wollen. Es ist von höchster Wichtigkeit, den Rahmen zu kennen, in dem man schafft.“
PersonalismusSW 8
Ein Hauch von Misstrauen.
„Das klingt, als würden sie einfach alles veröffentlichen.“
„Manche dieser Formen sieht man heutzutage nicht mehr oft auf dem Markt, das stimmt. Aber wir halten die Augen nach allem offen, das Potenzial hat. Die Form ist dabei egal.“
„So wie in Ihrer letzten Ausgabe?“ (Du zeigst ihr das Magazin.)
„Ja, ganz genau.“ Sie kann sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen. „Bald wird auch die nächste Ausgabe fertig sein. Ich hoffe, Sie sind schon gespannt.“
„Kann ich eine Ausgabe haben?“

Alternative Formulierung

„Kann ich eine Ausgabe haben? Ich habe meine weggegeben.“
„Bitte sehr. Irgendwann wird man von ihnen erschlagen.“
„In der Box neben der Tür liegen noch ein paar. Sie können gerne kostenlos eine mitnehmen.“
„Sind hier wirklich nur Sie beide?“
„Wir sind nur eine kleine Redaktion, das muss ich zugeben. Im Moment arbeiten hier nur ich und meine Redakteurin.“ Sie wirft einen Blick in Richtung der anderen Frau.
„Wir leisten einander Gesellschaft, nicht wahr, Haya?“
„Es überrascht mich, dass Sie dieses Magazin allein veröffentlichen. Das ist viel Arbeit.“
„Das stimmt. Auch ohne eine volle Redaktion brauchen die Druckpressen wirklich viel Platz.“
„Also sind Sie ihre Chefin.“
„Ähm, ja. Schätze schon.“
NervenstärkeSW 8
Sie wirkt, als hätte man sie gerade auf eine Bühne gestoßen und die Scheinwerfer aktiviert.
„Ich persönlich bevorzuge flachere Organisationsstrukturen.“
„Nun … Ich …“
„Haya hat die Review von Grund aus aufgebaut. Sie ist mehr als nur die Chefin hier.“
(Du wendest dich Haya zu.) „Spricht sie immer für Sie?“
„Ganz sicher nicht.“ Mehr fügt sie nicht an.
„Wie großzügig, dass Sie Ihrer Redakteurin den größeren Schreibtisch überlassen.“
„Da Sie eine dreifache Rolle als Verwalterin, Hausmeisterin und meine Assistentin ausfüllt, braucht sie viel Platz für allerlei Ausrüstung.“
BlaupausenSW 8
Hausmeisterin? Deshalb hat sie dich also reingelassen – sie ist für die Türen zuständig.

Verzweigung

108
Auch für die im Keller, für die man einen Code braucht.
„Wow, Sie führen ja ein hartes Regime.“
„Das tue ich. Aber eigentlich hat unser Sponsor ihr diese Rollen zugewiesen. Ich konzentriere mich auf die Herausgabe des Magazins.“
„Sie konzentriert sich ganz auf die Kunst, nicht wahr, Haya? So wollte es der Trust.“
„Es ist eine große Hilfe.“
Cold ReadingSW 10
Ihre Intonation ist bewusst und erzwungen. Direkt in die Kamera. Die Waffe ist nicht im Bild.

Verzweigung

115
DoppelgängSW 10
Die Untergebene hat hier das Sagen, Gäng.
„Warum stellen Sie nicht weitere Leute ein, die diese Rollen ausfüllen?“
„Unser Sponsor kümmert sich um Einstellungen und Büros und ich übernehme die Aufsicht über das Magazin. So können alle sich auf ihre Bereiche konzentrieren.“
„Ich verstehe. Irgendwer muss dafür sorgen, dass das Licht brennt.“
„Nicht jeder hat von Natur aus das Zeug zum Chef.“
„Das glaube ich gerne. Allerdings ist das hier kein Problem.“ Sie verschränkt die Arme, sodass ihre Ärmel ineinander wallen.
PersonalismusSW 8
Sie hätte durchaus das Zeug zum Chef, aber irgendetwas hat ihre Autorität untergraben.

Verzweigung

123
Graue SubstanzSW 7
Sicher musste sie einen hohen Preis zahlen, um EMTERR als Sponsor zu gewinnen. Irgendwie bezahlt sie noch dafür.

Verzweigung

125

Verzweigung

126
Graue SubstanzSW 7
Das muss etwas mit ihrem Sponsor zu tun haben, dem Civilisation Trust. Solche Arrangements haben in der Regel irgendwelche versteckten Kosten.

Verzweigung

128
Graue SubstanzSW 7
Das muss etwas mit ihrem Sponsor zu tun haben. Solche Arrangements haben in der Regel irgendwelche versteckten Kosten.
„Schön, dass wir das klären konnten.“
„Es gab nichts zu klären. Ich bin für dieses Magazin verantwortlich und war es von Anfang an.“
StaatsmachtSW 9
EINE TAKTISCH FORMULIERTE ANTWORT. EINEN TEIL HAT SIE WEGGELASSEN.
Graue SubstanzSW 11
Sie hat nur gesagt, dass sie für das Magazin verantwortlich ist – nicht für ihre Redakteurin und auch nicht für das Gebäude.

Verzweigung

134
„Großartige Kunst kann nicht innerhalb von Hierarchien entstehen.“
Du nickst den beiden zu und lächelst freundlich.
„Das tun wir!“
Cold ReadingSW 8
Ihr Kiefer ist angespannt.
BlaupausenSW 10
Zwischen diesen beiden Frauen besteht eine enorme Spannung.

Verzweigung

140
(Du nickst in Richtung der Tafel.) „Woran arbeiten Sie hier?“
„Das sind alles Entwürfe für unsere nächste Ausgabe. Alle Seiten sind bereits gestaltet und formatiert, nur ihre Reihenfolge muss noch festgelegt werden.“
PersonalismusSW 9
Das Streben nach Ordnung. Daran hat sie Freude, es gibt ihr Halt.

Verzweigung

144
(Du senkst die Stimme.) „Ich glaube nicht, dass Ihre Redakteurin viel von Dichtkunst versteht.“
„Ach?“ Sie passt ihre Lautstärke deiner an und wirft der anderen Frau einen Blick zu. „Wie kommen Sie auf die Idee?“
„Sie klaubt Metaphern zusammen, als wollte sie ein Casting veranstalten.“
„Meinen Sie Ihre Übungen zum Versmaß? Ich kann Ihnen versichern, dass sich dahinter nichts Böses verbirgt. Es heißt nicht ohne Grund 'künstlerisches Streben'.“
Graue SubstanzSW 11
Sie scheint sie zu decken. Und ihre Fähigkeiten nicht bewerten zu wollen.

Verzweigung

150
„Wollen Sie etwa sagen, dass Sie ebenfalls noch üben, Gedichte zu lesen?“
„Das Genießen von Kunst und ihre Schöpfung sind zwei völlig verschiedene Prozesse. Die wenigsten von uns sind zu beidem fähig.“

Verzweigung

153
„Ich habe nicht den Eindruck, dass sie Gedichte auch nur mag.“
„Na schön. Das ist nicht mein Fachgebiet.“ (Du lässt es gut sein.)
„Sie müssen nicht so hart mit sich selbst sein. Meiner Erfahrung nach wissen angehende Dichter wie Sie oft mehr, als ihnen bewusst ist. Es braucht nur das richtige Feedback.“
SchattenspielSW 8
Solange du hier bist, ist das Dichten dein Fachgebiet, schon vergessen? Bitte versuch wenigstens, deine Rolle zu spielen.
PersonalismusSW 10
Manche Menschen operieren von einer Basis der Freundlichkeit aus.
„Ich glaube, sie nutzt ihre Gedichte, um esoterische, verschlüsselte Nachrichten zu schreiben.“
„Sie wirkt nicht wie eine von uns.“ (Du hältst eine Hand an deinen Mund.) „Sie wissen schon. Kreativ.“
„Wenn ich es richtig verstanden habe, ist sie aus genau diesem Grund hier – um den Beruf zu erlernen. Es heißt nicht ohne Grund 'künstlerisches Streben'.“
„Vielleicht hatte ich einen falschen Eindruck. Vergessen Sie es.“
„So ist es wohl am besten.“ Sie richtet sich auf. „Sonst noch was?“

Verzweigung

164
(Du senkst die Stimme.) „Ich glaube nicht, dass die Frau da drüben viel von Dichtkunst versteht.“
„Wie kann dieser Laden weiterhin laufen?“
„Wir haben das Glück, eine kleine, aber Treue Leserschaft gewonnen zu haben.“

Verzweigung

168
PersonalismusSW 8
Das ist die Antwort, die sie geben möchte – Sie hat es sorgsam vermieden, ihren 'Sponsor' zu erwähnen.
„Und was ist mit der Unterstützung durch Ihren Sponsor?“
„Natürlich, Sie haben recht. Ab und zu erhalten wir Geldmittel aus dem Civilisation Trust.“

Verzweigung

172

Verzweigung

173
AufzeichnungenSW 7
Der Aktenschrank mit deinen Erinnerungen zittert. Irgendwo hast du das schon mal gehört …

Verzweigung

175
„Und was ist mit der Unterstützung durch den Civilisation Trust?“
„Ah, nun, die erhalten wir natürlich auch.“ Sie räuspert sich.

Verzweigung

178
„Gibt es hier in Portofiro wirklich so viele Liebhaber der Dichtkunst?“
„Aktuell haben wir zweihundertzweiundsechzig einzelne Abonnenten. Hinzu kommen natürlich Schulen, Universitäten und Bibliotheken.“
„Und das reicht, um das Magazin über Wasser zu halten?“

Verzweigung

182
„Nun, zusätzlich erhalten wir wie gesagt Unterstützung über den Civilisation Trust.“
„Nein. Also … ab und zu erhalten wir Geldmittel aus dem Civilisation Trust.“
„Klingt lukrativ.“
„Wie treu sind Ihre Leser wirklich?“
„Oh, extrem! Tatsächlich erreichen uns auch die meisten Beiträge über Leser, die den Wunsch verspüren, sich in den Kreis unserer Dichter einzureihen.“
Graue SubstanzSW 8
Das Venn-Diagramm ist nur ein Kreis.

Verzweigung

189
„Dann … bezahlen sie sich selbst?“
„Weitere Fragen zum Magazin habe ich nicht, vielen Dank.“ (Zurück.)
„Aber gerne. Jederzeit.“

Verzweigung

193
„Ich habe noch ein paar Fragen zur Noscorrentes Review.“
„Das kann ich mir gut vorstellen. Bitte, stellen Sie sie.“
„Könnte ich irgendwo hier ein Gedicht verfassen?“
„Das hier ist ein Verlagshaus und keine Schreibstube. Außerdem ist eine solche Umgebung nicht gerade förderlich für die Art inspirierte Poesie, nach der wir suchen.“
„Wo kann ich meine Kreativität denn entfesseln?“
„Ich würde vorschlagen, dass Sie sich einen eigenen Schreibtisch für Ihre Arbeit suchen. Sicher haben Sie zuhause einen?“

Verzweigung

200
BlaupausenSW 6
In Foto 24 gibt es einen Schreibtisch – den, auf dem der rote Ordner liegt. Das sollte gehen.
„Ich würde Ihnen raten, sich einen ruhigen Ort zu suchen und sich viel Zeit zum Nachdenken zu nehmen, ehe Sie etwas zu Papier bringen.“

Verzweigung

203
BlaupausenSW 6
Der einzige Ort, den du in dieser Stadt auch nur annährend als dein Zuhause bezeichnen könntest, ist das obere Zimmer in Foto 24. Such dir dort einen Schreibtisch und fang an.
„Was macht ein Gedicht würdig, veröffentlicht zu werden?“
„Das Vorhandensein großer poetischer Reserven. Insbesondere solcher, die ohne Scheu hervorgeholt werden.“
PersonalismusSW 9
Der innere Kern einer Person. Sie möchte, dass die Leute das offenbaren, was sie antreibt.
PoetikSW 11
Typisch Dichter. Sie kann nichts beschreiben, ohne mit mehrsilbigen Wörtern um sich zu werfen.
„Poesie ist eine natürliche Ressource. Nicht mehr, nicht weniger. Ihre Aufgabe ist es, diese Ressource abzubauen, sie unter großem persönlichen Einsatz zu veredeln und sie den Ansprüchen unserer Leser anzupassen.“
„Ein natürlicher Prozess, alles klar. Ich bin quasi schon fertig.“
„Sie haben das Zeug dazu. Sie müssen es nur furchtlos hervorholen.“

Verzweigung

212
„Können Sie das nochmal so ausdrücken, dass eine normale Person es versteht.“
„Auf gar keinen Fall. Ein Dichter sollte seine Verse niemals banaler machen, damit andere sie verstehen. Es liegt an Ihnen, die Bedeutung zu verstehen.“
StaatsmachtSW 10
DAS MONSTER DER 'KUNST UM DER KUNST WILLEN' ZEIGT SEINEN SNOBISTISCHEN KOPF.
PoetikSW 10
Wie schön, dass sich hier jemand für das Wort einsetzt.
„Aber dann ist die Dichtkunst für niemanden außer der Elite mehr zugänglich. Sie sollte allen offenstehen.“
„Hach, die üblichen Argumente.“ Sie verdreht die Augen. „Nein, für den Dichter sollte es vor allem darum gehen, sich auf der Seite auszudrücken. Jeder andere Ansatz würde die Kunst abstumpfen.“

Verzweigung

219
„Das klingt für mich nach einem intellektuellen Aufplustern.“
„Meistens ist es das auch. Aber manchmal hat Kunst nur für ihren Schöpfer einen Sinn und dient als Ausdruck für dessen tiefste Gefühle und Gedanken.“
„Ein Gedicht hat seinen Zweck schon erfüllt, wenn es existiert.“
„Da haben Sie recht. Letzten Endes kommt es nur auf den reinen Ausdruck an.“
„Huch, das war aber einfach. Normalerweise ziehen solche Debatten sich stundenlang hin und keine Seite gibt nach. Wie erfrischend.“
Du nickst höflich. (Du hältst dich aus dieser Sache raus.)
„Es tut mir leid, wenn das kleinkariert wirkte. Dieses Thema bedeutet mir sehr viel.“

Verzweigung

227
„Haben Sie Lieblingsdichter?“
„Diese Frage kann ich unmöglich beantworten. Ich habe keine Lieblingsdichter, nur Lieblingsgedichte.“
PersonalismusSW 10
Sie geht also nicht gern unter Leute.
„Ich habe nur gefragt.“

Verzweigung

232
„Wenn Sie sich ein paar Beispiele ansehen wollen, um sich inspirieren zu lassen, empfehle ich einen erneuten Blick in unsere letzte Ausgabe.“ Sie räuspert sich.
„Pflügen Sie die Felder der Schrift, schlagen Sie sich durch das Gestrüpp. Verwandeln Sie Ihre Narben in Träume und schmieden Sie Verse im Feuer.“
PoetikSW 11
Keine schlechte Wort-Ökonomie. Die Bilder sind etwas uneinheitlich, aber es hört sich schön an.
„Nicht schlecht. An Ihren Metaphern könnten Sie noch etwas arbeiten.“
„Dürfte ich vorschlagen, dass Sie lernen, die Stärken eines Dichters hervorzuheben und ihn aufzubauen, wenn Sie sich als Kritikerin versuchen möchten.“ Sie wendet sich von dir ab.
Kritisiere die Kritik. Eine typische Eigenschaft derjenigen, die nur schwer Kritik annehmen können, es aber lieben sie zu äußern.

Verzweigung

239
„Das ist eines von Ihnen, nehme ich an?“
„Nicht wirklich. Ich habe eine Strophe von LaGrace genommen und angepasst, damit es alle motivieren kann, die sich auf unsere Seiten vorwagen wollen. Es steht in all unseren Auflagen unterhalb der Richtlinien für die Einreichung.“
„Soll das inspirierend klingen?“
„Das tut es und viele unserer Leser haben das bereits bestätigt.“ Sie hebt den Kopf. „Es steht in all unseren Auflagen unterhalb der Richtlinien für die Einreichung.“
„Unbestreitbar wunderschön.“ (Du lächelst sie an.)
„Nicht wahr? Ich habe eine Strophe von LaGrace genommen und angepasst, damit es alle motivieren kann, die sich auf unsere Seiten vorwagen wollen. Es steht in all unseren Auflagen unterhalb der Richtlinien für die Einreichung.“
„Wenn Sie sich ein paar Beispiele ansehen wollen, um sich inspirieren zu lassen, empfehle ich einen Blick in unsere letzte Ausgabe.“ Sie räuspert sich.
„Gut, dann Lieblingsgedichte. Schießen Sie los.“
„Vergessen Sie es.“ (Zurück.)
„Sehr gerne. Eine solche Kategorisierung erscheint mir nur selten nützlich.“

Verzweigung

250
„Das behalte ich im Hinterkopf. Vielen Dank.“ (Abschließen.)
„Ich bitte darum.“

Verzweigung

253
„Wenn alle Dichter so dramatisch sind, bin ich nicht sicher, ob ich wirklich einer werden will.“
„Das liegt in unserer Natur. Glauben Sie mir, Sie haben das Zeug dazu. Sie müssen es nur furchtlos hervorholen.“
„Bei Ihnen klingt das Dichten sehr tiefgründig.“
„Oh, das ist es.“
Cold ReadingSW 10
Ein Schatten huscht über ihr Gesicht. In der Dunkelheit ziehen ihre Pupillen sich kurz zusammen.
VerschränkungSW 10
Benzinfeuer verdunkeln den Himmel über einem abgeholzten Dschungel. Berge wurden durch die Sklavenarbeit tausender Ameisen dem Erdboden gleichgemacht, deren einziges Ziel darin bestand, eine einzige, leuchtende Scherbe zu finden …
„Also, kann ich ein Gedicht einreichen?“

Alternative Formulierung

„Ich würde gerne noch ein Gedicht einreichen.“

Alternative Formulierung

„Ich würde gerne ein Gedicht einreichen.“

Verzweigung

261

Verzweigung

262
„Noch mal? Ich bewundere Ihr eisernes Durchhaltevermögen.“
PersonalismusSW 10
Übersetzung: Bitte hör auf, ich ertrage das nicht mehr.

Verzweigung

265

Verzweigung

266
Du überreichst ihr dein ganz persönliches Gedicht.
Sie nimmt dein Werk entgegen und betrachtet es. Beim Lesen wird ihre Stimme immer lauter, je weiter sie kommt.
PersonalismusSW 10
Ihr Gesicht wird weicher – diesen Ausdruck hast du bei ihr noch nicht gesehen.
PoetikSW 12
Die Worte singen zu dem leisen Summen der Maschinen im Raum. Sie steigen durch die Decke auf, vorbei an den Wolken, die die Welt umgeben, und stoßen vor in ein Reich, das von göttlichem Strahlen in gleichmäßiges Licht getaucht wird.
„Nun … da ist Material vorhanden, das kann ich nicht leugnen. Ich erkenne Anzeichen der Kunst.“
„Wirklich?“
„Hier bei der Review gibt es nichts geschenkt. Wenn ich sage, dass dieses Werk Substanz hat, dann ist dem so.“
„Ich werde Ihr Werk jetzt den künstlerischen Standards der Noscorrentes Review anpassen.“ Sie blickt zu der anderen Frau. „Könntest du bitte den Türdienst für mich übernehmen?“
„Aber sicher, Haya.“ Sie zögert kurz und denkt nach. „Hey, warum bringe ich das nicht raus? Ich könnte die Übung brauchen.“
InstinkteSW 9
Blut. Blitz. Heiß! Verlangen …

Verzweigung

277
„Moment, sind Sie sicher, dass Sie meinen Versen gewachsen sind?“
„Natürlich. Ich arbeite jetzt schon eine ganze Weile unter Haya. Mit einem kleinen Gedicht werde ich fertig.“
„Mir wäre es lieber, wenn die Chefredakteurin meine Arbeit ansieht.“
„Ich werde ganz besonders auf die Länge der Silben und die Betonungsmuster achten, Haya.“
„Warum gehen Sie …“, sie wendet sich dir zu, „nicht schon mal runter in mein Büro? Ich komme gleich nach. Ich muss nur überprüfen, ob mein Stift funktioniert.“
Sie fasst kurz an den roten Stift, den sie um den Hals trägt, und lächelt.
„Steht da unten nicht alles unter Wasser?“
„Was glauben Sie, warum sie diese Gummistiefel trägt?“ Sie hebt die Augenbrauen und wendet sich wieder der Tafel zu.

Verzweigung

286

Ende dieses Zweigs

„Ich dachte, da unten wäre nur ein Archiv? Gibt es da auch Büros?“
„Das kann ich Ihnen nicht sagen. Da unten ist das Reich meiner Redakteurin.“ Sie zuckt mit den Schultern und wendet sich wieder der Tafel zu.
„Da unten gibt es Büros? Meinten Sie nicht, dass Sie noch nie im Keller waren?“
„War ich auch nicht. Da unten ist das Reich meiner Redakteurin.“ Sie zuckt mit den Schultern und wendet sich wieder der Tafel zu.
„Verhält sie sich immer so?“ (Du nickst in Richtung der Redakteurin.)
„Normalerweise nicht, nein.“ Sie wendet sich wieder der Tafel so. „Aber immerhin verschafft das mir die Zeit, diese Korrekturen noch mal durchzugehen.“
„Wünschen Sie mir Glück.“
„Glück brauchen nur Leute, denen das nötige Talent fehlt.“ Sie wendet sich wieder der Tafel so. „Immerhin verschafft das mir die Zeit, diese Korrekturen noch mal durchzugehen.“
„Das klingt nach einer guten Idee.“ (Du willigst ein.)
„O-Okay. Wenn ihr beiden euch da sicher seid.“
NervenstärkeSW 10
Sie hält sich zurück – als wäre es unvorteilhaft für sie, das nicht zu tun.
„Ich wusste es. Ich wurde zum Dichten geboren.“
„Wenn das Ihr erster Vorstoß in das Gebiet der Dichtkunst war, verstehe ich, wie dieser Eindruck entstehen könnte.“
„Das war das Schwerste, was ich je getan habe.“
Die Chefredakteurin lächelt dir aufmunternd zu.
Du überreichst ihr dein ultraminimalistisches Gedicht.
Sie nimmt dein Werk entgegen und betrachtet es. Dabei murmelt sie die Worte leise vor sich hin.
Cold ReadingSW 10
Allem Anschein nach ist sie … nicht gerade beeindruckt.
„Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber diesem Gedicht fehlt jegliche Substanz.“
PoetikSW 9
Sie versteht es nicht. Oder dich. Oder Gedichte.
„Ah, ich verstehe. Sie verstehen es nicht.“
„Entschuldigung?“ Ihr Gesicht verdüstert sich. „Ich habe tausende Gedichte gelesen, hunderte wie dieses – Ich versichere Ihnen, dass ich es sehr wohl verstehe.“

Verzweigung

309
„Ich würde Ihnen raten, mehr zu üben. Probieren Sie verschiedene Stilformen aus, lesen Sie die Werke anderer Dichter und suchen Sie nach Ihrem innersten Selbst. Wenn Sie bereit sind, können Sie gerne wiederkommen und es erneut versuchen.“

Verzweigung

311

Verzweigung

312
„Was soll das heißen? Ein besseres Gedicht als dieses wurde nie verfasst!“
„Es hat ein paar gute Seite, aber … es ist noch nicht ganz geformt. Ein Wesen, das noch nicht bereit ist, außerhalb des Mutterleibes zu existieren, in dem es heranwächst.“

Verzweigung

315
„Hätten Sie Interesse an ein paar kurzen Notizen und Anmerkungen? Ich kann Ihnen zeigen, wie Sie es besser machen können.“
NervenstärkeSW 9
Dein Feedback zu ihren Versen geistert ihr noch durch den Kopf.

Verzweigung

318
„Schlachten Sie mich öffentlich aus. Ich verkrafte das.“
„Sie haben nicht tief genug geschnitten, das fehlt daran.“
PoetikSW 10
Blutdurst. Abstrahiert bis zur höchsten Stufe, aber von reiner Natur.

Verzweigung

322
InstinkteSW 9
Die Schlampe will Blut sehen!
„'Anmerkungen' also … Das klingt, als wäre es nicht gut fürs Selbstvertrauen.“
„Gut. Davon sollte ein Dichter niemals zu viel haben.“
„Ich hätte auch ein paar Anmerkungen. Hauptsächlich dazu, wohin Sie sich Ihre schieben können.“
„Ja, das höre ich oft.“ Ihr Gesicht verhärtet sich. „Aber, wie ich in solchen Fällen zu sagen pflege, das ist genau die Energie, auf die Sie zugreifen sollen.“
„Ich krieche einfach zurück in mein Loch, wenn es Ihnen recht ist.“
„Hätten Sie Interesse an ein paar kurzen Notizen und Anmerkungen?“
„Ich habe es eigentlich gar nicht richtig versucht. Ich habe es nicht gespürt.“
„Das sieht man.“ Einen Moment lang legt sie sich nachdenklich einen Finger auf die Lippen.
„Das ist es also. Das Ende der Poesie.“
„So weit würde ich nicht gehen.“
„Darum geht es ja gerade! Es ist ultraminimalistisch. Voller Anti-Substanz.“
„Viel zu Lesen gibt es nicht. Und das, was vorhanden ist, lohnt nicht.“
„Sind Sie sicher? Wirklich ganz sicher?“
„Ich fürchte ja. Tatsächlich sogar sehr sicher.“
Du überreichst ihr dein mittelmäßiges Gedicht.
Sie liest dein Werk und murmelt dabei die Worte leise vor sich hin.
„Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber das ist eine der schlechtesten Einreichungen, die wir je hatten.“
DoppelgängSW 8
Ein Frontalangriff, Gäng. Eine Kritik aus dem fahrenden Auto heraus, alle Mann in Deckung!
NervenstärkeSW 12
So ein Kommentar würde stark am Selbstvertrauen der meisten Menschen nagen. Aber nicht an deinem – du bist solchen Mist gewöhnt.
„Ich hatte auch den Eindruck, dass etwas fehlt.“
„Ja. Ein Hauch von Fertigkeit oder Talent zum Beispiel.“ Sie verschränkt die Arme.
PersonalismusSW 12
Hui. Ein heftiger Schlag. Ein unwiderruflicher Hershel-Vernichter.
SchattenspielSW 7
Kein Grund, dramatisch zu werden. Du bist eine Operantin, keine Dichterin – komm darüber hinweg.
„Ach kommen Sie. So schlimm kann es nicht sein.“
„Nein, ich bin mir sicher. Es ist fast schon beeindruckend schlecht. Ich wundere mich, dass Sie in vollständigen Sätzen sprechen können.“
„Entschuldigung? Das bin ich da auf der Seite – Sie versetzen mir hier sozusagen einen Stich ins Herz.“
„Wenn das alles ist, was Sie in sich tragen … fürchte ich, dass Sie wirklich nicht viel Tiefe haben.“
NervenstärkeSW 12
Auf einen solchen Schlag warst du nicht vorbereitet. Die Gefühle, die er hervorbringt, lassen sich nicht kontrollieren.
Du überreichst ihr dein Nicht-Gedicht.
Du hältst ihr deine leere Hand hin.
„Ähm, Sie scheinen Ihr Gedicht verlegt zu haben.“ Sie wirft dir einen mitleidigen Blick zu.
„Das ist ein Nicht-Gedicht. Ich weiß, dass Sie mit dem Konzept vertraut sind.“
„Och nein, nicht schon wieder. Ich habe schon zwei davon in der nächsten Ausgabe. Noch eins kann ich nicht annehmen. Auf keinen Fall.“

Verzweigung

357
„Oh, stimmt. Ich Dussel.“ (Du machst einen Rückzieher.)
„Sie können es gerne erneut versuchen, sobald Sie etwas haben, das Sie einreichen können.“ Sie wirkt fast belustigt.
Du überreichst ihr dein Faksimile eines Gedichts.
Sie nimmt dein Werk entgegen und liest es langsam und methodisch durch.
Cold ReadingSW 8
Ihre Augen zucken wie eine Maschine von links nach rechts. Manchmal hält sie kurz inne, um einen Gedanken zu verarbeiten, ehe sie weitermacht.
PersonalismusSW 10
Das ist genau ihr Ding.
SchattenspielSW 8
Du hast dich gut geschlagen, Operantin.
„Nun … da ist Material vorhanden, das kann ich nicht leugnen. Ich erkenne Anzeichen der Kunst.“
„Wirklich?“
„Hier bei der Review gibt es nichts geschenkt. Wenn ich sage, dass dieses Werk Substanz hat, dann ist dem so.“

Verzweigung

368
„Ich wusste es. Ich wurde zum Dichten geboren.“
„Wenn das Ihr erster Vorstoß in das Gebiet der Dichtkunst war, verstehe ich, wie dieser Eindruck entstehen könnte …“
Du zeigst ihr das Gedicht, das du im Müll gefunden hast.
„Soll das eine Art Witz sein? Versuchen Sie, herauszufinden, ob wir unsere Einsendungen auch lesen?“
„Nun, das tun wir. Dieses Gedicht wurde vor drei Tagen von einer zerzausten Frau eingereicht. Eine wirklich traurige Gestalt.“
„Wie eigenartig. Wir haben dasselbe Gedicht geschrieben? Das muss Schicksal sein.“
„Ja und auf demselben Blatt Papier. Faszinierend. Bitte verschwenden Sie unser beider Zeit nicht weiter mit solchen Spielchen.“

Verzweigung

376
„Also schön, ist ja gut. Ich habe es draußen gefunden.“
„Und hielten es für eine gute Idee, es wieder rein zu bringen. Bitte verschwenden Sie unser beider Zeit nicht weiter mit solchen Spielchen.“
„Ich komme wieder, sobald ich meine Verse sortiert habe.“

Verzweigung

380
„Ist das also etwas, das Sie häufiger tun?“

Verzweigung

382
PersonalismusSW 9
Falsche Versprechungen machen und Leute enttäuschen? Das gehört zu deinen Spezialfähigkeiten.

Verzweigung

384
„Sie sind hier, um etwas einzureichen, das Sie nicht haben. Wir stecken gewissermaßen in einer Zwickmühle.“
NervenstärkeSW 10
Ihr Spott fährt durch jedes bisschen Coolness, über das du vielleicht verfügt hast.

Verzweigung

387
„In Ordnung, wenn Sie dieses Mal wirklich ein Gedicht haben.“

Verzweigung

389
„Wunderbar. Dann zeigen Sie es mal her.“
„Ah. Nun, natürlich.“ Sie scheint sich vor Unbehagen zu winden.
Cold ReadingSW 10
Eine Reaktion, als hättest du beim Abendessen einen unanständigen Vorschlag gemacht.
„Stimmt etwas nicht?“
„Oh nein, natürlich nicht.“ Sie wischt durch ihren Pony.
Als trüge ihre Frisur Schuld am Schatten der Ablehnung.
„Wie schaffe ich es, dass meine Verse an der Ausgabenwand landen?“
„Wir akzeptieren Einreichungen per Post oder persönlich. Es müssen Versgedichte sein und die allgemeinen Formatierungsregeln gelten. Schriftgröße zwölf, doppelter Zeilenabstand.“
„Erzählen Sie mir etwas über Ihren Bewertungsprozess.“
„Zuerst lese ich das Gedicht. Falls es vielversprechend ist, arbeiten wir gemeinsam an weiteren Versionen, um es zum Singen zu bringen. In der nächsten Ausgabe ist noch Platz für ein weiteres Gedicht.“
„Und wenn ich ein Gedicht einreiche, bin ich quasi im Magazin?“
„Sie meinten doch, dass alle Einreichungen willkommen sind.“
„Das stimmt auch. Diese Anfrage hat mich nur überrascht, das ist alles.“ Sie rückt ihre Brille zurecht.
„Das klingt jetzt vielleicht, als wäre ich wahnsinnig, aber ist hier vielleicht irgendwo ein Mann versteckt?“

Verzweigung

404
„Geht es wieder um den Mann mit der Brille im Anzug?“
„Nein, um einen anderen. Einen alten.“
„Noch ein Mann? Das ist doch eine Art Scherz, oder?“ Sie hebt eine Augenbraue.

Verzweigung

408
Auf der anderen Seite des Raumes, wo die Redakteurin sitzt, ist es plötzlich ganz still geworden.
SchattenspielSW 7
Du gibst dir eine Blöße, hör sofort auf damit.
Graue SubstanzSW 10
Nur, weil du Worte in deinem Kopf geformt hast, musst du sie nicht gleich aussprechen.

Verzweigung

412
„Nein, das ist ganz bestimmt kein Scherz. Warum sollte es einer sein?“

Verzweigung

414
„Ich weiß nicht, ob Sie meine Antwort auf diese Frage hören wollen.“ Sie starrt deinen offensichtlich falschen Bart an.
„Also, fürs Protokoll: In diesem Gebäude befindet sich kein einziger Träger eines Y-Chromosoms.“ Sie zögert einen Augenblick. „Sie eingeschlossen.“

Verzweigung

417
„Ich werde diese Frage nicht durch eine Antwort validieren.“ Sie schnalzt mit der Zunge und seufzt.
„Ja. Am besten an einem Stück.“
„Diese Frage ist wirklich ziemlich vage, aber ich kann sie Ihnen beantworten. Soweit ich weiß befindet sich kein einziger Träger eines Y-Chromosoms in diesem Gebäude.“
„Ich suche nach jemandem. Es besteht eine geringe Chance, dass er hier sein könnte.“
„Na ja, egal.“
„Nur fürs Protokoll: In diesem Gebäude befindet sich kein einziger Träger eines Y-Chromosoms.“
Graue SubstanzSW 10
Das ist genau das, was der Auftrag verlangt hat. Ein bisschen fortschrittliche Denkarbeit.
Auf der anderen Seite des Raumes, wo die andere Frau sitzt, ist es plötzlich ganz still geworden.

Verzweigung

426
„Ein Mann?“ Sie hebt eine Augenbraue. „Der sich versteckt? Ist das eine Art Scherz?“
„Ein Mann?“ Sie hebt eine Augenbraue. „Der sich versteckt?“
„Was müsste ich tun, um dieses Hinterzimmer zu betreten?“

Verzweigung

430
„Wie ich bereits sagte, ist dieser Bereich unseren Angestellten und unseren Beiträgern vorbehalten. Es ist ein geteilter Arbeitsbereich.“

Verzweigung

432
„Sie haben zwar ein Gedicht für die nächste Ausgabe eingereicht, aber damit Sie als Beiträgerin gelten, muss Ihre Einreichung auch angenommen werden. Nur dann laden wir Sie ein, Teil des Revisionsprozesses zu werden.“

Verzweigung

434

Verzweigung

435
„Was müsste ich tun, um da hinten reinzukommen?“
„Wie gesagt, dieser Bereich ist unseren Angestellten und unseren Beiträgern vorbehalten. Es ist ein geteilter Arbeitsbereich.“

Verzweigung

438
„Sie haben zwar ein Gedicht für die nächste Ausgabe eingereicht, aber damit Sie als Beiträgerin gelten, muss Ihre Einreichung auch angenommen werden. Nur dann laden wir Sie ein, Teil des Revisionsprozesses zu werden.“

Verzweigung

440
„In Ihrem Fall brauchen Sie nur ein Gedicht für die nächste Ausgabe einzureichen. Wenn wir es annehmen, werden Sie offiziell eine unserer Beiträgerinnen und wir werden Sie einladen, Teil des Revisionsprozesses zu werden.“
„Ist in diesem Privatbüro irgendetwas?“
„Nicht wirklich. Es sei denn, Sie möchten gerne hunderte abgelehnte Gedichtsbeiträge lesen.“

Verzweigung

444
PoetikSW 9
Für immer in ein Hinterzimmer verbannt. Das schlimmste Schicksal, das verfasste Worte ereilen kann – und das auch einigen deiner Werke wiederfahren ist.

Verzweigung

446
PoetikSW 9
Für immer in ein Hinterzimmer verbannt. Das schlimmste Schicksal, das verfasste Worte ereilen kann.
„Was ist in Ihrem Keller?“
„Nichts. Ich fürchte, die gesamte Etage wird aktuell überhaupt nicht genutzt. Selbst ich war noch nie da unten.“

Verzweigung

450
SchattenspielSW 9
Da unten befindet sich also das Gefängnis.

Verzweigung

452
„Aber sie meinte, da unten befände sich ein Archiv?“ (Du nickst in Richtung der Redakteurin.)
„Ach so?“ Ihre Augen huschen zu der anderen Frau.
Cold ReadingSW 10
Ein besorgter Blick. Sie hat gerade gegen eine Abmachung verstoßen.
„Das ist ihr Aufgabenbereich – sie ist für die Archivierungen zuständig. Es würde ja wenig Sinn ergeben, wenn wir beide da unten herumwaten.“
„Wegen der Schleuse in der Nähe wird der Keller ständig überflutet. Eigentlich sollte er abgedichtet sein, aber die Wände werden wohl langsam alt.“
BlaupausenSW 8
Was auch immer da unten ist, ist ein Geheimnis, das sie nicht kennt.
InstinkteSW 9
In dir greifen einige Puzzleteile endlich ineinander.

Verzweigung

460
„Sie waren noch nie im Keller Ihres eigenen Gebäudes?“
„Ich bin keine besonders gute Schwimmerin, muss ich zugeben.“
„Warum wird er nicht verwendet?“
„Wissen Sie, was in diesem Gebäude war, ehe Sie hier eingezogen sind?“
„Vor unserem Einzug stand dieses Gebäude mehrere Jahre lang leer. Wenn ich mich richtig erinnere, befand sich hier mal eine Abwasser-Aufbereitungsanlage.“

Verzweigung

466
„Was hat es mit diesen Sprechanlagen auf sich?“
„Sie sind behördlich vorgeschrieben. Eine der wenigen Vorgaben unseres großzügigen Sponsors lautet, dass wir uns an bestimmte Sicherheitsvorkehrungen halten müssen.“
„Das wirkt für ein Poesiemagazin etwas übertrieben, finden Sie nicht?“
„Soweit ich weiß, entspricht es den normalen Gebäudevorgaben. Unser Sponsor unterstützt alle möglichen Projekte – und auch an sehr viel zwielichtigeren Orten als Portofiro.“
„Und wer ist dieser Sponsor?“
„Der Civilisation Trust. Davon haben Sie bestimmt schon gehört.“

Verzweigung

473

Verzweigung

474
AufzeichnungenSW 7
Das ist die 'Institution', die die Redakteurin erwähnt hat … Du hast den Namen schon mal irgendwo gehört …

Verzweigung

476
AufzeichnungenSW 7
Der Aktenschrank mit deinen Erinnerungen zittert. Irgendwo hast du das schon mal gehört …
„Und Ihr Sponsor ist der Civilisation Trust, richtig?“
„Natürlich.“
„Das wirkt etwas übertrieben, aber gut.“
„Die Umstände, die dadurch entstehen, sind ein Witz verglichen mit der Großzügigkeit, von der wir profitieren dürfen.“
„Ich weiß jetzt genug über das Gebäude.“
„Wenn Sie meinen.“

Verzweigung

484

Verzweigung

485

Verzweigung

486

Verzweigung

487
BlaupausenSW 6
Damit ist es so gut wie sicher – diese ganze Nummer ist nur eine Fassade für das geheime Gefängnis. Sicher halten sie den Gefangenen irgendwo hinter dieser Tür da hinten fest.

Verzweigung

489
Das passt schon, aber diese Frau scheint nicht der Typ zu sein …
Die besten Fassaden, sind solche, die nicht wissen – oder nicht wissen wollen – dass sie Fassaden sind.
Es gibt nur einen Weg, das rauszufinden. Du musst da runter.

Verzweigung

493
PoetikSW 6
Der einfachste Weg durch diese Tür könnte sein, erfolgreich ein Gedicht einzureichen.

Verzweigung

495

Verzweigung

496
NervenstärkeSW 8
Es bleibt auch immer noch die gefährliche Option. Eillieferung.
Ich lebe für Gefahren. Sprich weiter.

Verzweigung

499

Verzweigung

500
Verschwinde über das angezapfte Münztelefon. Lande mit dem vermissten Vater im Keller.

Verzweigung

502
BlaupausenSW 9
Wenn du es etwas unauffälliger willst, könntest du die Schleuse nutzen, die du abgelassen hast.

Verzweigung

504

Verzweigung

505
„Haben Sie noch Fragen zu diesem Gebäude?“ Die Stimme der Frau reißt dich aus deinen Gedanken.

Verzweigung

507

Verzweigung

508

Verzweigung

509
BlaupausenSW 9
Wenn es unauffälliger sein soll, denk daran, dass das kleine Mädchen eine Tür im der Schleusenkanal erwähnt hat …
BlaupausenSW 9
Oder du könntest den Rest des Gebäudes durchsuchen, um herauszufinden, ob es noch einen anderen Weg da runter gibt.
Verschwinde über das angezapfte Münztelefon. Lande im Keller — vielleicht findest du sogar diesen verschwundenen Vater.
Verschwinde über das angezapfte Münztelefon. Lande im Keller.
Auf gar keinen Fall.
Na schön, aber wenn du keine andere Wahl mehr hast, wird das Münztelefon, das Leute verschwinden lässt, immer noch da sein.
Ein Gedicht? Ich bin Spionin.
Darum geht es hier. Du weißt schon – meterweise Wörter auf einer Seite.
Wenn es nicht mehr als ein Gedicht braucht, habe ich Glück gehabt. Mit Worten kann ich umgehen.

Verzweigung

519
An die Arbeit. Im Fotoladen findest du einen Stapel Briefpapier und einen Stift auf deinem Schreibtisch.

Verzweigung

521
KoordinationSW 8
Spar dir den blöden Stift der Oper. Du hast jetzt einen Herausgeberstift!
An die Arbeit. Auf dem Schreibtisch im Fotoladen findest du sicher Werkzeug zum Schreiben.

Verzweigung

524
KoordinationSW 8
Eine gute Gelegenheit, den Herausgeberstift über die Seite tanzen zu sehen.
Graue SubstanzSW 6
Diese Leute lieben Wörter. Nutze sie, um herauszufinden, was du tun musst, damit sie dir die Tür öffnen.

Verzweigung

527
Das hier sind die Telefon-Entführer.
Sie haben den Luzianer im Keller. Ich kann es spüren.
Ich weiß nicht, vielleicht bin ich zu paranoid.
BlaupausenSW 10
Warte mal kurz. Tritt einen Schritt zurück und bewerte, was du siehst.

Verzweigung

532
Hier ist es, oder?

Verzweigung

534

Verzweigung

535
Du hast die Antwort direkt vor der Nase – EMTERR hat ein abgelegenes Gebäude als Magazinbüro umfunktioniert und fortschrittliche Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet. Genau auf die Suche nach so einem Ort hat Hauzmann dich geschickt.

Verzweigung

537
SchattenspielSW 8
Ganz zu schweigen von dem rätselhafte, überfluteten Keller, den niemand betreten darf.
Es scheint, als wäre diese ganze Nummer nur eine Fassade für das geheime Gefängnis. Der Gefangene muss irgendwo hinter dieser Tür da hinten sein.
Du hast die Antwort direkt vor der Nase – EMTERR hat ein abgelegenes Gebäude als Magazinbüro umfunktioniert und fortschrittliche Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet. Genau auf die Suche nach so einem Ort hat der herzlose Mann dich geschickt.

Verzweigung

541
Du hast die Antwort direkt vor der Nase – EMTERR besitzt ein Gebäude in abgelegener Lage und mit fortschrittlichem Sicherheitskonzept. Ganz zu schweigen von einem rätselhaften, überfluteten Keller, den niemand betreten darf.
Du hast die Antwort direkt vor der Nase – EMTERR besitzt ein Gebäude in abgelegener Lage und mit fortschrittlichem Sicherheitskonzept.
Was sehe ich?

Verzweigung

545

Verzweigung

546
BlaupausenSW 10
Plötzlich erfasst dich das fürchterliche Gefühl, dass du etwas Offensichtliches übersiehst.
Was sehe ich nicht?

Verzweigung

549
BlaupausenSW 6
Es scheint, als wäre dieser Ort eine Fassade für das geheime Gefängnis. Der Gefangene muss irgendwo hinter dieser Tür da hinten sein.

Verzweigung

551
„In Ihrem Fall brauchen Sie nur ein Gedicht für die nächste Ausgabe einzureichen. Wenn wir es annehmen, werden Sie offiziell eine unserer Beiträgerinnen und wir werden Sie einladen, Teil des Revisionsprozesses zu werden.“
„Dieser Bereich ist unseren Angestellten und unseren Beiträgern vorbehalten. Es ist ein geteilter Arbeitsbereich.“
AufzeichnungenSW 12
Wo hast du schon mal vom Civilisation Trust gehört?
Der Trust ist eine bekannte Tarnorganisation und der Geldgeber ist …

Verzweigung

556
Die portofirische Regierung?
Autsch, tut mir leid! Der Staat hat schon 86 sämtliche Geldmittel für die Kunst und die Geisteswissenschaften gestrichen.

Verzweigung

559
Das luzianische Ministerium für Massenkultur?
Nicht ganz! Das Ministerium für Massenkultur bezeichnet den Trust sogar als einen 'Haufen böswilliger Akteure, die auf der Weltbühne herumhampeln'.
Die großzügige Unterstützung von Kunden wie mir?
Ach Mensch, so knapp! Du hast dem Trust bisher noch keinen Sol gezahlt.
EMTERR?
Ding-ding-ding! Richtig!

Verzweigung

566
Der Trust ist nur eine der vielen Fassaden, hinter denen sich das Empire sans Territoire verbirgt.
Sanfte Macht! Richtig ausgefuchst!
'Förderer' der Kunst … denen es um alles außer um die Kunst geht.

Verzweigung

570
„Die Leute von EMTERR. Die stecken hinter dem Civilisation Trust.“
„Ja, die Leute von EMTERR“, sagt sie abwehrend.
„In der Welt der Kunst kann man sich nicht bewegen, ohne irgendwann auf den Trust zu stoßen. Dank seiner Förderung existieren dutzende Magazine, Theater und Zeitungen.“
StaatsmachtSW 10
PRIVATE STIFUNGEN: KOLOSTOMIEBEUTEL FÜR DIE SOGENANNTEN 'HOHEN KÜNSTE'.
„Wie nett, dass der Markt uns ein bisschen Kunst gönnt. Als Leckerei. Sie sollten Ihr eigenes Magazin führen.“
„Ich kann Ihnen da nicht widersprechen, aber das ist heutzutage einfach nicht machbar. Ohne den Trust gäbe es vielleicht gar keine Kultur, zumindest keine, die Sie oder ich erkennen würden.“
„Ist Ihnen aufgefallen, was da draußen in letzter Zeit als Kunst durchgeht? Funkelnder L-Pop-Blödsinn und Cartoons, die epileptische Anfälle auslösen könnten – Erwachsene Menschen lassen ihren Geist verkümmern und füllen ihn mit Müll, der für präpubertäre Kinder gemacht ist.“

Verzweigung

578
„Das klingt ziemlich traurig.“
„Die Kultur ist wie die Luft, die wir atmen. Man nimmt sie ganz einfach als Selbstverständlichkeit wahr, bis sie plötzlich weg ist und man japsend auf dem kalten Boden zusammenbricht.“
PersonalismusSW 10
Langsam begreifst du, dass dieses kleine Magazin womöglich das gesamte Lebenswerk und Vermächtnis dieser Frau darstellt.

Verzweigung

582
„Sie glauben also, dass der Trust einen kulturellen Zusammenbruch verhindert?“
„Sagen wir einfach, dass er die Existenz von Kunst ermöglicht, die nicht um die Anerkennung von Teenagern buhlen muss.“ Sie schürzt die Lippen.
„Ich finde, Sie übertreiben da etwas. Vieles da draußen ist gar nicht so schlecht.“
„Ja und genau das ist das Problem, oder? Es ist gar nicht so schlecht. Man hört es, es klingt in Ordnung aber genau diese Annehmlichkeit zeugt von geistiger Trägheit.“
„'66 Wolves' ist der Wahnsinn, mehr von diesem Gerede höre ich mir nicht an.“
„Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden und bete, dass das auch immer so bleiben wird.“
„Das sind alles gute Wege, die Massen zu bewegen. Vergessen Sie nicht die Musik und Cartoons.“
„Ich versichere Ihnen, dass mehr als genug Geld in diese Richtungen fließt. Wir müssen die alten Künste genießen und am Leben halten, solange wir können.“
„Gut investiertes Geld. Die Mittelschicht braucht ein wenig Schönheit in ihrem Leben.“
„Da haben Sie recht. Leiter schrumpft die Zahl der Menschen, die so denken, immer weiter.“
„Ohne den Trust gäbe es das Magazin also gar nicht?“
„Sehr wahrscheinlich. Ohne den Trust gäbe es in dieser Stadt tatsächlich überhaupt keine kulturellen Einrichtungen. Zumindest keine, die diese Bezeichnung verdienen würden.“
„Und wo an der Sache mit dem Trust ist der Haken?“
„Oh, es gibt keinen Haken. Die Leute vom Trust sind nur sehr … aufmerksam.“
„Sie meinen, sie mischen sich ein?“
„Nein, eigentlich ist alles gut. Es ist schön zu wissen, dass uns immer jemand über die Schulter blickt und die Veröffentlichungen nochmal durchgeht. Irgendwie befreiend.“
Die Redakteurin lächelt in eure Richtung und spielt mit ihrem roten Stift.

Verzweigung

600
„Was hat der Trust davon?“
„Das Prestige, das mit der Finanzierung wichtiger kultureller Arbeit einhergeht.“
„Es gibt immer einen Haken.“
„Nun, es freut mich, dass Sie so großzügig finanziert werden.“ (Weiter.)
„Ja. Das ist schön, oder?“ Sie wirft der Frau in der Ecke einen Blick zu.
Die Frau winkt euch beiden kurz zu. Mit nur leichter Verzögerung lächelt sie auch.

Verzweigung

607
SchattenspielSW 8
Diese 'Redakteurin' ist eine Operantin von EMTERR, so viel ist sicher. Rang: unbekannt.
Ich passe auf, was ich sage.
Und was du tust.

Verzweigung

611

Verzweigung

612
Ich habe keine Angst vor ihr.
Du weißt noch nicht, wozu sie in der Lage ist.
Die Geldleute verstecken ihre wahren Absichten hinter dem Deckmantel der 'Kultur'.
EMTERR, alias L'Empire sans Territoire, alias „die Bank“. Zu gleichen Teilen internationaler Entwicklungsfonds und Geheimdienst. Der Dreh- und Angelpunkt der Entwickelten Welt.

Verzweigung

617

Verzweigung

618
Dir fällt überhaupt nichts ein. Dein Geist ist so leer, als hätte es dich in der Vergangenheit gar nicht gegeben. Nicht eine Erinnerung kannst du vorweisen.

Verzweigung

620
Du schickst deinen Geist auf eine Reise in die Vergangenheit … und ja, da ist es! Ein Mund, aus der Nähe betrachtet, spricht genau diese Worte aus.
Wer? Wann?
Die Kamera zoomt vom Mund her hinaus und offenbart … das geisterhafte Gesicht der Chefredakteurin. Du bist nicht weit genug zurückgereist. Na ja, du hast es versucht!
Schlangenmenschen.
Ich wusste es.
Homo Serpentes. Die, die die Post kontrollieren. Oder war es der Luftverkehr? Jedenfalls hast du mal eine Doku darüber gesehen.
Ach ja. Ramses und ich waren extrem high, als wir die gesehen haben.
„Glaubst du auch, dass die Trams von Schlangenmenschen betrieben werden?“
„Schlangen fühlen sich in großen Höhen unwohl, Ram. Lass die Witze.“
„Ich weiß nicht, der Fahrer der Linie 4 hat schon etwas … Schlangenhaftes.“
Die Erinnerung mag angenehm sein, aber nützen tut sie dir nichts.
Der Name entzieht sich deinem Griff und tut damit genau das, was Namen von rätselhaften Organisationen tun sollen. Er bietet deinem Geist keinerlei Halt.

Verzweigung

633
„Auf jeden Fall.“
„Ich habe dem Fahrer der Linie 4 noch nie vertraut. Ich wusste immer, dass er … schlangenhaft ist.“ Er nickt.
Stimmt, das war gar keine Doku …
„Wenn Sie Civilisation Trust sagen … meinen Sie dann die Schlangenmenschen?“
„Das ist ein schädliches, rassistisches Vorurteil, das ich in meinem Büro nicht reproduziert haben will.“
Jetzt fällt es dir wieder ein! Das war gar keine Doku, es wirkte eher wie ein xenophobischer Wortschwall, dem man aus irgendeinem Grund ein mittleres Budget gewährt hat.

Verzweigung

640
Das sagt mir gar nichts.
Du alte Lügnerin. Wie kannst du es wagen, die Erinnerungen an eine Doku zu unterdrücken, die etwas in dir ausgelöst hat.
„Wohin führt die Tür da hinten?“
„Zu unserem privaten Büro. Oh und in den Keller, schätze ich.“

Verzweigung

645
„Nur dahin? Was ist mit dem Rest des Gebäudes?“
„Es gibt keinen Rest des Gebäudes.“ Sie funkelt dich an.
„Könnten Sie die Tür für mich öffnen?“
„Entschuldigen Sie, aber woher rührt dieses ungewöhnliche Interesse an unseren Büros?“
SchattenspielSW 7
Diese direkten Fragen ziehen viel zu viel Aufmerksamkeit auf dich.

Verzweigung

651
„Was ist so ungewöhnlich daran?“
„Also gut. Stellen Sie so viele Fragen, wie Sie möchten.“ Ihr Blick wird kalt. „Allerdings ist das Gebäude nicht sonderlich interessant, also erwarten Sie nicht zu viel.“

Verzweigung

654
PersonalismusSW 16
Du besänftigst sie mit einer Lüge.
Das wäre ein guter Zeitpunkt, um deine Stellung als Dichterin zu festigen. Sag ihr, dass alles, was du tust, im Namen der Verse geschieht.
BlaupausenSW 10
Du findest die Reize der Architektur oft inspirierend. Nutze das.
„Meine Kreativität kommt in Räumen meiner Vorstellung erst so richtig in Fahrt.“
„Wie ungewöhnlich. Aber ich kann mir vorstellen, wie es funktioniert … und habe schon von seltsameren Methoden gehört.“ Sie entspannt sich ein wenig. „Also schön, fragen Sie los.“
„Suchen Sie nicht überall nach Inspiration? Insbesondere, wenn es etwas Neuartiges ist.“
„Ah, ich verstehe. Es dürstet Sie nach Originalität und neuen Formen des Ausdrucks. Sie haben ganz recht – ich werde von demselben Durst getrieben.“ Sie entspannt sich. „Also schön, fragen Sie los.“
Jede Geschichte und Halbwahrheit entzieht sich dir. Sie stieben davon wie Fische nach einem Steinwurf in einen See. Dir bleibt nichts als die reine Wahrheit.
„Ich spähe dieses Gebäude aus, weil ich wissen will, was sich darin verbirgt.“
„Was? Warum sollte irgendjemand das tun?“ Sie lacht nervös. „Wir haben hier keine Geheimnisse. Überhaupt keine.“
NervenstärkeSW 9
Sie schafft es kaum, die Fassung zu wahren, während sie diese Worte ausspricht.
Die Frau in der Mitte des Raumes sortiert lautstark ihre Papiere.
„Das Gebäude ist an sich nicht sonderlich interessant.“ Sie schluckt trocken. „Also tun Sie sich keinen Zwang an, stellen Sie Ihre Fragen. Erwarten Sie nur nicht zu viel.“
SchattenspielSW 7
Du hattest gerade extremes Glück, Operantin. Beim nächsten Mal wirst du nicht so glimpflich davonkommen.
„Ich sagte doch, dass ich nach einem Mann suche.“
„Wenn er keine amphibischen Züge hat, glaube ich nicht, dass Sie ihn da unten finden werden.“
Ein Rascheln ist zu hören, als die Frau in der Mitte des Raumes lautstark ihre Papiere sortiert.
SchattenspielSW 7
Operantin! Hast du beim letzten Mal gar nichts gelernt? Verhalte dich unauffällig.

Verzweigung

673
„Ich bin nicht besonders interessiert. Ich mache nur Konversation.“
„Wirklich? Also gut, dann stellen Sie so viele Fragen, wie Sie möchten.“ Ihr Blick wird kalt. „Allerdings ist das Gebäude nicht sonderlich interessant, also erwarten Sie nicht zu viel.“
„Cool.“
„Ja. Sehr cool.“

Verzweigung

678
„Reden wir noch einmal über das Gebäude.“
„Ich habe wirklich keine Zeit dafür, also fassen Sie sich kurz.“

Verzweigung

681
„Wer schreibt den Kryptogramm-Abschnitt für die Noscorrentes Review?“
„Den schreibe ich. Ich bin begeisterte Kryptografin. Manchmal träume ich nach einer langen Sitzung sogar verschlüsselt.“

Verzweigung

684
„Wie kann ich einen Einstieg in dieses Feld finden?“
„Das ist nichts Ungewöhnliches für jemanden, der sich den Worten so verschrieben hat. Sowohl Kryptogramme als auch Gedichte ähneln sich schließlich darin, wie sie Bedeutung in sorgfältigen Buchstaben-Arrangements verstecken.“

Verzweigung

687

Verzweigung

688

Verzweigung

689
„Was halten Sie davon?“ (Du zeigst ihr HOLOCENEs Chiffre.)
„Ah … ein Beispiel von Kryptographie aus der freien Wildbahn. Woher haben Sie die?“
„Was soll das heißen, freie Wildbahn?“
„Ich spiele nur darauf an, dass Kryptographie heutzutage meist in Zeitschriften dafür erscheint. Es kommt nicht oft vor, dass man einen echten Code zu Gesicht bekommt.“
„Da könnte man sich glatt fragen, wo Sie sich so herumtreiben.“
SchattenspielSW 8
Du hast sehr viel mehr preisgegeben als du solltest, als du dieser Frau das Kryptogramm gezeigt hast.
„Können Sie das entschlüsseln oder nicht?“
„Sie würden mir also den entschlüsselten Inhalt dieses Schreibens anvertrauen, ja?“
„Äh …“
„Nun, in dem Fall geben Sie mir etwas Zeit … Ich liebe eine Herausforderung.“
„Kommen Sie in ein paar Stunden wieder. Dann werde ich etwas für Sie haben.“

Verzweigung

701
„Sicher. Sie werden damit ohnehin nichts anfangen können.“
„Doch, da haben Sie recht. Nein.“
„Tja, dann ist die Antwort auf diese Frage wohl nicht von Belang.“

Verzweigung

705
„Ein Freund von mir steckt in Schwierigkeiten. Er versucht, auf diese Weise mit mir zu kommunizieren.“
„Dann sind seine Schwierigkeiten wohl nicht von der drängenden Sorte? Nun, dann geben Sie mir etwas Zeit … Ich liebe eine Herausforderung.“
„Vergessen Sie's.“
„Wie Sie wollen.“

Verzweigung

710
„Hätten Sie ein paar Tipps für eine angehende Kryptografin?“
„Wie in allen Dingen ist auch die Kryptografie eine Frage der Übung“, sagt sie knapp.
„Das ist alles?“

Verzweigung

714
„Es tut mir leid, aber da die Review pausiert wurde … fällt es mir schwer, die alte Begeisterung für dieses Hobby aufzubringen. Das Publikum fehlt, verstehen Sie?“

Verzweigung

716
„Es tut mir leid, ich tue mich in letzter Zeit schwer damit, die alte Begeisterung für dieses Hobby aufzubringen.“
PersonalismusSW 9
Es wirkt fast, als hätte sie einen wichtigen Teil von sich verloren.
„Übung macht den Meister.“
„In der Tat.“
„Cool, cool.“
„Das sind sie, nicht wahr?“ Sie nickt zufrieden.

Verzweigung

723
PoetikSW 10
Vielleicht hat all die Arbeit als Operantin dich nur darauf vorbereitet, die größte Dichterin aller Zeiten zu werden.

Verzweigung

725
SchattenspielSW 9
Wohl kaum. Bisher hast du als Dichterin kläglich versagt.

Verzweigung

727
SchattenspielSW 9
Acker nur weiter. Vielleicht kannst du beweisen, dass du das Zeug zur Spionin hast, ehe dir ein solcher Übergang gelingt.
„Hätten Sie ein paar Tipps für eine angehende Kryptografin?“

Verzweigung

730
„Wie gesagt, am schnellsten wird man besser, indem man übt. Unser Kryptogramm-Abschnitt wäre ein guter Einstieg.“

Verzweigung

732
„Nun, zunächst ist die beste Methode, in irgendetwas besser zu werden, eine Menge Übung. Sie sollten sich mal unseren Kryptogramm-Abschnitt ansehen.“
„Aber außerdem … sollten Sie sich nicht der Illusion der Einsamkeit hingeben.“
„Wie meinen Sie das?“
„Kryptographie ist wie eine Partie Schach gegen einen Abwesenden Spieler. Sie mag aussehen wie etwas, das man allein tut, aber eigentlich liefern Sie sich ein Duell mit Ihrem Gegenspieler.“
SchattenspielSW 9
Ein asymmetrischer Walzer des Ungesehenen. Damit bist du vertraut.

Verzweigung

738
„Einsamkeit ist keine Illusion, ich habe all meine Freunde verloren.“
„Das wird Sie zu einer besseren Künstlerin machen, glauben Sie mit.“ Sie fokussiert ihren Blick.
SchattenspielSW 9
Leider macht es dich nicht zu einer besseren Spionin.
DoppelgängSW 8
Du brauchst keine Kunst, sondern eine Gäng. Etwas Echtes.
„Aber um wieder zum Thema zu kommen … Kryptographie ist wie eine Partie Schach gegen einen Abwesenden Spieler. Sie mag aussehen wie etwas, das man allein tut, aber eigentlich liefern Sie sich ein Duell mit Ihrem Gegenspieler.“
„Cool, cool.“ (Zurück.)
„Das sind sie, nicht wahr?“ Sie nickt zufrieden.

Verzweigung

746
„Wegen dieser Kryptogramme …“
„Ich sehe schon, Sie sind Ihrem Reiz erlegen.“
PoetikSW 11
Eine seltsame Freude, die nur empfindliche Geister spüren können.
„Haben Sie eine Ahnung, wo ich ein 'Wunder' finden könnte?“ (Du zeigst ihr die Visitenkarte.)
„Liebe Güte …“ Sie ist völlig perplex. „Sehen Sie sich diese Satzstellung an. Ein Graus. Ich bitte Sie, entfernen Sie das augenblicklich aus meinem Blickfeld.“
PoetikSW 9
Sie hat nicht ganz Unrecht. Das verstößt gegen alle guten Sitten.

Verzweigung

753
„Also gut, ich komme später wieder.“ [Du gehst.]
„Adieu. Ich hoffe, die Inspiration wird Sie bald finden.“
„Ich glaube, das würde ich besser hinkriegen.“

Verzweigung

757
„Wenn die Review irgendwann wieder auf die Beine kommt, können Sie gern ein Gedicht einreichen. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Talenten.“

Verzweigung

759
„Dann reichen Sie doch bitte ein Gedicht ein und ich werde sehen, ob diese Behauptung der Wahrheit entspricht.“

Verzweigung

761
„Ich konnte mir noch keine Meinung bilden.“
„Dann tun Sie das bitte so bald wie möglich. Es würde mir und vielen unserer talentierten Beiträger viel bedeuten.“

Verzweigung

764

Verzweigung

765

Verzweigung

766
„Das war inspirierend, innovativ und erfrischend. Bravo!“ (Du klatschst einmal.)
„Oh, es freut mich, das zu hören. Vielen Dank.“ Sie strahlt dich an. „Es ist immer schön, wenn harte Arbeit sich auszeichnet.“

Verzweigung

769
PersonalismusSW 9
Ein Sonnenstrahl dringt durch die Dunkelheit, die sie umfängt. Lange wird er nicht bleiben.

Verzweigung

771

Verzweigung

772
„Nicht viel, um ehrlich zu sein. Es fehlt eindeutig an Substanz.“ (Du lügst.)
„Die Review ist eben nicht für jedermann. Das war uns immer bewusst. Danke, dass Sie es wenigstens versucht haben.“

Verzweigung

775
NervenstärkeSW 9
Ihre Haltung ist tadellos, aber das reicht nicht, um den Schmerz zu verbergen, der sie durchfährt.
DoppelgängSW 8
Das kommt mir etwas barsch vor. Vielleicht hat die Gäng es übertrieben …

Verzweigung

778
NervenstärkeSW 9
Ihre Haltung ist tadellos. Wenn diese Bemerkung sie getroffen hat, lässt sie sich davon überhaupt nichts anmerken.

Verzweigung

780
„Nicht viel, um ehrlich zu sein. Es fehlt eindeutig an Substanz.“
„Ich konnte mir noch keine Meinung bilden.“ (Du lügst.)
„Es war wirklich inspirierend. Wirklich, richtig innovativ.“ (Du lügst.)
„Ich habe es noch nicht gelesen.“

Verzweigung

785
„Wussten Sie, dass sich unterhalb Ihrer Büros ein geheimes Gefängnis befindet?“
„Ich wusste, dass da unten etwas ist, gebe aber gerne zu, ein rückgratloser Feigling zu sein. Meine Strategie besteht darin, nicht so genau hinzusehen, solange die Review funktioniert.“

Verzweigung

788
„Da unten wurde jemand gefangen gehalten, aber ich habe ihn befreit.“
„Ach ja? Nun, das sind doch immerhin gute Neuigkeiten. Ich hoffe, niemand musste einen hohen Preis dafür zahlen.“

Verzweigung

791
VerschränkungSW 10
Blut hängt in dunklen Schlieren in den trüben Gewässern der Schlucht. Neugierige Forellen folgen der Spur und finden eine Leiche. Ihr Inneres fließt langsam aus einem brutalen Krater, wo mal ein Auge war.
InstinkteSW 8
Du spürst das Gewicht einer getroffenen Entscheidung, die sich nicht rückgängig machen lässt.

Verzweigung

794

Verzweigung

795
PoetikSW 8
Die Umrisse eines Mannes. Sein Rücken und seine Schultern sind für dich im Geiste klar zu erkennen – bis er in der Dunkelheit verschwindet, aus der er nie mehr auftauchen wird.

Verzweigung

797
AufzeichnungenSW 8
Im Geiste siehst du einen Mann wegrennen. Haken schlagend, aber sehr wohl am Leben, rennt er auf ein unbekanntes Schicksal zu.
„Da unten wird jemand gefangen gehalten.“
„Das ist schlimmer, als ich befürchtet hatte.“ Sie legt sich eine Hand an die Stirn und starrt mit kaltem Blick auf den Boden.

Verzweigung

801
NervenstärkeSW 8
Das Zittern ihrer Hand wird stärker. Sie sieht krank aus.
NervenstärkeSW 8
Sie sieht krank aus.
„Ich wurde da unten gefoltert. Von Ihrer Redakteurin.“
„Lieber Himmel!“ Ihre Augen weiten sich vor Schreck. „Sie wirkte immer so … naiv. Ich glaube Ihnen, keine Sorge. Aber, oh je, geht es Ihnen gut? Brauchen Sie einen Arzt?“
„Sie ist vor Ihnen nie aus der Rolle gefallen?“
„Nie. Ich dachte, sie wäre nur ein dümmliches, unschuldiges Mädchen.“ Sie wedelt abweisend mit der Hand. „Aber das ist jetzt nicht wichtig. Sind Sie verletzt?“
„Ich werde es überleben. Ich habe bekommen, was ich verdiene.“
„Das meinen Sie doch nicht ernst?“ Ihre Augen sind voller Sorge. „Niemand hat so etwas verdient.“
PersonalismusSW 10
'Außer vielleicht ich', denkt sie sich im Stillen.
„Reden wir über etwas anderes. Das alles ist doch sehr düster. Ich fürchte, das bringt uns nicht weiter.“

Verzweigung

812
„Tun Sie nicht so, als würde sie das schockieren. Ich weiß, dass Sie beteiligt waren.“
„Sie glauben, ich –“ Sie keucht. „Nein, nein, nein. Bitte, das verstehen Sie völlig falsch. Ich war ebenso ein Opfer wie Sie … nun ja, fast. Mein Gott, ich war so dumm.“
Cold ReadingSW 10
An ihrer Reaktion ist nichts gespielt.
SchattenspielSW 9
In der Welt, in der du lebst, kannst du niemandem trauen. Du wirst immer und überall getäuscht.

Verzweigung

817
„Keine Sorge. Ich glaube Ihnen.“
„Gut, ich sage nämlich die Wahrheit. Es würde mich belasten, wenn Sie etwas anderes denken würden.“

Verzweigung

820
„Wenn ich mich irre, dann soll es so sein. Vorsicht ist besser als Nachsicht.“
„Das ist wohl sinnig. Trotzdem möchte ich, nur fürs Protokoll, anmerken, dass ich nicht zu denen gehöre. Daher bin ich auch ganz allein hier draußen.“
AufzeichnungenSW 9
Du erinnerst an all die Male, bei denen du einen Ort oder eine Person beschatten musstest. Ganz allein – zu jeder Uhrzeit, bei jedem Wetter.“
BlaupausenSW 11
Überall um dich herum sind hohe Gebäude mit zahlreichen Aussichtspunkten von den Dächern und Fenstern aus. Du spürst, dass von einem dieser Punkte aus Augen auf dir liegen. Vielleicht wirst du nie erfahren, wem sie gehören.
„Nichts, was Sie sagen, wird meine Meinung ändern.“
„Ich … aber …“ Sie weiß nicht, was sie darauf erwidern soll.
NervenstärkeSW 9
Resigniert sinkt sie in sich zusammen und gibt sich alle Mühe, ihren Stolz hinunterzuschlucken.

Verzweigung

828
PersonalismusSW 10
'Ich habe viel Schlimmeres verdient', denkt sie sich im Stillen.

Verzweigung

830
„Das ist das normale Tagesgeschäft. Vielleicht springe ich morgen aus einer explodierenden Tram.“
„Nun, ich bin froh, zu hören, dass Sie in einem Stück da rausgekommen sind. Ich schätze, ein besseres Ergebnis hätte sich keine von uns wünschen können.“
„Ich wurde da unten gefoltert.“
„Lieber Himmel!“ Ihre Augen weiten sich vor Schreck. „Das glaube ich Ihnen sogar. Wie schrecklich. Geht es Ihnen gut? Brauchen Sie einen Arzt?“
„Ihr Unwissen macht Sie mitschuldig. Falls Sie nicht ohnehin eine von denen sind.“

Verzweigung

836
„Wir müssen das nicht weiter vertiefen.“
„Danke. Leider fürchte ich, dass es mir mit diesem Wissen nicht besser gehen wird. Ich schätze, das ist eine Gelegenheit, über alles nachzudenken … Vielleicht lässt sich da Material finden.“

Verzweigung

839
„Ich war mit Ihrer Redakteurin auf einem Date.“

Verzweigung

841
„Nach allem, was sie Ihnen angetan hat? Warum würde irgendjemand so etwas tun?“
„Wir gehören zur selben Art. Wir beide haben andere Menschen verletzt und eine Strafe dafür verdient.“
„Was haben Sie denn getan, das an ihre Verbrechen heranreichen würde?“ Eine Sekunde lang hält sie deinen Blick. „Obwohl, nein, erzählen Sie es mir nicht. Ich will es nicht wissen. Wechseln wir das Thema.“

Verzweigung

845
„Ich habe es für das größere Streben nach Kunst getan. Sie verstehen schon.“
„Ja, ich glaube, das tue ich. Sehr gut sogar.“ Sie nickt wissend.
„Ich habe auf sie geschossen. Und ihr eine fiese Wunde verpasst.“
„Hahaha …“ Sie lacht nervös und betrachtet dich mit neuem Blick. „Das meinen Sie doch nicht ernst?“
Cold ReadingSW 10
Ein Schlucken. Trockener Mund. Angst in den Knochen.
SchattenspielSW 8
Riskierst du gerade deine Tarnung, um dich einen Moment lang cool zu fühlen? Versuch doch bitte, etwas Vernunft aufzutreiben.
„Ernster könnte ich es nicht meinen.“
„Ha! Natürlich tun Sie das nicht.“ Sie macht eine wegwerfende Handbewegung. „Wie dusselig von mir, etwas anderes anzunehmen.“

Verzweigung

854
Dieses Mal hast du Glück gehabt. Sorg dafür, dass es kein nächstes Mal gibt.

Verzweigung

856
„Natürlich nicht. Das ist nur eine alberne Geschichte, die ich mir ausgedacht habe.“
„Natürlich. Wie dusselig von mir, etwas anderes anzunehmen.“ Sie seufzt erleichtert.
„Ich lebe in einer einsamen Welt. Da hat man nicht viel Gesellschaft.“
„Hm. Ich weiß, wovon Sie sprechen.“ Sie blickt nach draußen auf die Stadt und seufzt. „Wenigstens haben wir die Poesie, um uns durch die schlimmsten Zeiten zu helfen.“

Verzweigung

861
„Ich auch nicht.“
„Viele Dichter haben sich mit der unergründlichen Natur des Herzens befasst. Wir alle sind seinen Launen ausgeliefert.“ Sie zuckt nachdenklich mit den Schultern.
„Davon hätte ich abgeraten, bedenkt man, für wen sie arbeitet.“
„Was lesen Sie gerade?“
„Das hier ist eine Gedichtsammlung mit dem Titel 'Obstwerdung'. Sie enthält nicht viel Gutes, fürchte ich.“

Verzweigung

867
„Dichten Sie auch?“
„Das tue ich. Ich bin außerdem Editorin eines Poesiemagazins, der Noscorrentes Review. Allerdings ist die Herausgabe aktuell pausiert.“

Verzweigung

870
AufzeichnungenSW 8
Das ist das Poesiemagazin, das Hauzmann dir gegeben hat. Glänzendes Cover, ziemlich hochwertig.

Verzweigung

872
„Ist das eine nettere Art, zu sagen, dass das Magazin eingestellt wurde?“
„Hoffentlich nicht. Allerdings weiß ich, dass viele Magazine in letzter Zeit Probleme haben. Unser Sponsor hat unsere Finanzierung vorübergehend eingestellt, es liegt also an ihm, ob wir zurückkommen oder nicht.“
NervenstärkeSW 11
Tief in ihrem Inneren windet sie sich und kämpft darum, den schlimmsten Fall nicht in Betracht zu ziehen.

Verzweigung

876
„Jetzt holen Sie also ein wenig Lektüre nach?“
„Ja. Das hilft, in unruhigen Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren. Sobald ich mich der leeren Seite wieder stellen kann, werde ich meine Gefühle in Versen ausdrücken, wie es meine Art ist.“
„Ich habe ehrlich gesagt noch nie von der Noscorrentes Review gehört.“
„Das wundert mich nicht. Wir hatten nur eine kleine, aber treue Leserschaft. Wenn es Sie interessiert, finden Sie unsere neueste Ausgabe in dem Stand hinter mir.“
„Konzentrieren wir uns lieber auf dieses Buch.“ (Abschließen.)
„Ja, bitte.“ Ein ernstes Nicken.

Verzweigung

883

Verzweigung

884
AufzeichnungenSW 8
Das ist das Poesiemagazin, das du in der Tasche hast. Glänzendes Cover, ziemlich hochwertig.

Verzweigung

886
BlaupausenSW 8
Das ist das Poesiemagazin, von dem du gehört hast. Die Hauptredaktion ist hier in der Nähe – oder war es zumindest.

Verzweigung

888
AufzeichnungenSW 8
Das ist das Poesiemagazin, das du in dem Buchständer hinter ihr gefunden hast.
„Hat der Titel irgendeine Bedeutung?“
„Ich bin ganz sicher, dass es eine Metapher sein soll, aber warum ausgerechnet diese ausgewählt wurde, ist mir auch nach der Lektüre eines Großteils des Inhalts ein Rätsel.“
PoetikSW 11
Also eine misslungene Metapher.

Verzweigung

893
„Stimmt mit den Gedichten etwas nicht?“
„Es ist nicht direkt so, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Es ist eher eine Frage des Geschmacks. Wenn man so viele Gedichte gelesen hat wie ich, findet man alles, was nicht wirklich frisch ist, schnell ermüdend.“
„Was macht ein Gedicht frisch?“
„Alles Mögliche kann diesen Effekt bewirken. Die Kombination der Worte, die Struktur, die Perspektive, sogar eine einzige, hervorragende Metapher. So lange es etwas ist, das ich noch nicht gesehen habe und das gut umgesetzt wurde, wird es mir auffallen.“

Verzweigung

898
„Ist das der Fehler an meinem Gedicht?“
„Daran erinnere ich mich ehrlich gesagt nicht wirklich. Seitdem ist viel passiert und ich sehe so viele schlechte Gedichte, dass sie alle irgendwie miteinander verschwimmen.“
Graue SubstanzSW 8
Es war also nur schlecht, nicht unterirdisch. Dann wäre es nämlich im Gedächtnis geblieben.
PoetikSW 7
Irgendwie ist es auch eine Leistung, so etwas Schlechtes abzuliefern.
„Vielleicht gehen Sie zu analytisch heran. Können Sie sie nicht einfach genießen?“
„Ich wünschte, das könnte ich. Aber nachdem ich jahrelang Gedichte gelesen, geschrieben und verlegt habe, kann ich fast keine Freude mehr aus ihnen schöpfen. Fast fühlt es sich an, als wäre ich verflucht – mit Leidenschaft.“
SchattenspielSW 9
Ich hätte mal eine Frage an dich: Wann hast du deine eigene Arbeit das letzte Mal genossen?
NervenstärkeSW 9
Hoffentlich sind all der Stress, die Einsamkeit und die Paranoia die Sache wert.
„Ich nehme Sie mal beim Wort.“
„Das sollten Sie auch. Ich habe jahrelange Erfahrung im Aufbau und im Verständnis von lyrischen Versen. Das ist schon etwas wert.“
PersonalismusSW 9
Sie geht stark in die Defensive. Das ist normalerweise ein Zeichen von Unsicherheit.
„Reden wir über etwas anderes.“
„Aber gerne. Ich habe Zeit.“

Verzweigung

912
„Sie wirken … anders.“
„Ja? Das könnte daran liegen, dass du mich zur Abwechslung mal Abseits der Arbeit erwischst. Ich gönne mir einen Moment der Entspannung nach dem Erscheinen der letzten Ausgabe.“
PersonalismusSW 12
Es steckt mehr dahinter als das. Sie hat sich diese Pause nicht ausgesucht.
„Irgendetwas verschweigen Sie mir.“
„Ja, da haben Sie recht.“ Sie senkt kurz den Kopf. „Diese Ausgabe wird nicht in den Druck gehen. Uns wurden die Geldmittel gestrichen, zumindest für den Moment.“

Verzweigung

918
„Deshalb ist es nie eine gute Idee, Geschäfte mit der Bank zu machen.“
„Wer verzweifelt ist, muss auch mit den Monstern dieser Welt ins Bett steigen.“ Sie seufzt.

Verzweigung

921
„Es tut mir leid, das zu hören. Sie sind sicher am Boden zerstört.“
„Ich versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen, aber ja, das war ein ziemlicher Schlag. Ich werde es überstehen. Das Schicksal des Magazins steht allerdings auf einem anderen Blatt.“
PersonalismusSW 10
Es hat sie viel schwerer getroffen, als sie sich anmerken lässt. Dieses Magazin war ihr Leben.
„Welcher Grund wurde genannt?“ (Weiter.)
„Mir wurde gesagt, dass die Sicherheitsvorkehrungen angezogen werden müssen. Mehr nicht. Dann wurde ich rausgeworfen.“

Verzweigung

927
Graue SubstanzSW 9
Da ging es ohne Zweifel um die Sicherheitslücke, die du aufgerissen hast. Ein bedauerlicher Nebeneffekt.

Verzweigung

929
Graue SubstanzSW 9
Dein kleiner Sicherheitsverstoß und deine Flucht haben bestimmt etwas damit zu tun.
„Also werden die Leute mein Gedicht bald in den Händen halten?“
„Ah, wegen dieser Sache …“ Sie senkt kurz den Kopf. „Ich fürchte, die Ausgabe wird nicht in den Druck gehen. Uns wurden die Geldmittel gestrichen, zumindest für den Moment.“
„Wie schade, dass ich kein Gedicht veröffentlichen konnte. Vielleicht beim nächsten Mal.“
„Wie aufregend. Es muss eine Erleichterung sein, alles erledigt zu haben.“
„Nun, das wäre es …“ Sie senkt kurz den Kopf. „Aber leider wird die Ausgabe nicht in den Druck gehen. Uns wurden die Geldmittel gestrichen, zumindest für den Moment.“
„Ihre Hände zittern. Ist alles in Ordnung?“
„Oh?“ Sie blickt auf ihre Gliedmaßen. „Ah, keine Sorge. Ich habe aktuell einiges um die Ohren. Das ist nichts Ungewöhnliches.“
Cold ReadingSW 8
Der Versuch eines Lächelns scheitert daran, den Schmerz dahinter zu verstecken.

Verzweigung

939
PersonalismusSW 8
Vermutlich besteht ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt und ihr Magazin eingestellt wurde.

Verzweigung

941
PersonalismusSW 10
Es steckt noch etwas mehr dahinter, aber sie zögert, es auszusprechen.
„Konnten Sie mit der Chiffre, die ich Ihnen gegeben habe, irgendetwas anfangen?“

Verzweigung

944
„Ah, ja … Die seltsame kleine Chiffre. Wissen Sie, ich komme nicht umhin, mich zu fragen, wer sie verfasst hat.“ Sie blickt dir tief in die Augen und wartet darauf, dass etwas geschieht.
„Ich habe es Ihnen doch gesagt. Ein Freund von mir, der in Schwierigkeiten steckt.“
„Tun wir das nicht alle.“
„Es handelt sich um eine mehrfache Verschiebechiffre. Einfach, aber tückisch. Alles wurde auf die übliche Weise verschlüsselt, allerdings beginnt das verschobene Alphabet bei eins statt bei null, wodurch Entschlüsselungsversuche vereitelt werden sollen.“
„Was bedeutet das?“
„Ich kann Ihnen sagen, dass man für die Entschlüsselung ein Passwort mit acht Buchstaben benötigt. Vier Buchstaben habe ich, aber für den Rest würde ich Tage brauchen … Hier, sehen Sie.“ Sie schiebt dir ein Blatt Papier zu.
Das Passwort starrt dich an. Es ist mehr ein Fehlen als eine Form: E S _ _ _ _ O N
Es … Es …
Plötzlich erscheint es mit übernatürlicher Klarheit in deinem Geist:
ESCHATON.
AufzeichnungenSW 8
Der Titel des Berichts, der herumlag, als er dich gebeten hat, aufzuräumen. Du hattest es die ganze Zeit über vor der Nase.
„ESCHATON.“
„Ah … natürlich. Das meinte ich, als ich sagte, Kryptographie sei wie eine Partie Schach. Das Wissen über das Gegenüber und seine Eigenheiten kann einem ungeahnte Vorteile verschaffen.“
„Danke für Ihre Hilfe.“
„Der Verfasser … bringen Sie ihn einmal her, wenn es möglich ist. Ich würde … diese Person unglaublich gerne mal treffen.“
„Tja, ich bezweifle, dass das möglich sein wird. Aber trotzdem danke.“
„Viel Glück.“ Ihr Blick hungert vor Neugier, als du dich zum Gehen umwendest.

Verzweigung

962
„Sicher. Sobald ich ihn davon überzeugen kann, sich aus dem Schoß der Erde herauszuwagen.“
„Wenn man es einmal ansieht, ist es ganz offensichtlich.“
„Zuerst unergründlich, dann unvermeidbar. Reine Eleganz.“
„Ich muss jetzt wirklich los.“
„Sie haben es, oder? Sie haben das Wort erraten.“
„Sie hätten das lösen sollen! Stattdessen haben Sie mir noch mehr Arbeit gemacht.“
„Wenn ich Rätsel lösen wollte, hätte ich mich selbst daran versucht. Was bedeutet es?“
„Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung.“
„Er ist ein ehemaliger kommunistischer Spion, der sich ganz unten in Nestors Raketensilo versteckt hat.“
„Ah, haha!“ Sie lacht laut auf. „Der war gut.“
„Das weiß ich erst, wenn ich die Lösung finde.“ (Du lügst.)
„Nun … Sie haben noch einen weiten Weg vor sich, aber ich kann Ihnen auf Ihrer Reise ein wenig helfen.“
„Ich fürchte, ich werde noch eine Weile dafür brauchen. Es ist ein tückischer kleiner Code.“

Verzweigung

976
„Wer schreibt den Kryptogramm-Abschnitt für die Noscorrentes Review?“
„Den schreibe ich. Ich bin begeisterte Kryptografin. Manchmal träume ich nach einer langen Sitzung sogar verschlüsselt.“
„Reden wir noch einmal über Kryptogramme.“
„Ich sehe schon, Sie sind Ihrem Reiz erlegen.“
PoetikSW 12
Eine seltsame Freude, die nur empfindliche Geister spüren können.
„Man sieht sich.“ [Du gehst.]
„Auf Wiedersehen.“

Verzweigung

984
Die Frau versteift sich, als du näher kommst, begrüßt dich aber trotzdem mit einem Lächeln.
„Ah, hallo … so sieht man sich wieder. Eine weitere ehrenhafte Stöberin, wie ich vermute?“

Verzweigung

987
Graue SubstanzSW 7
Sie spielt auf den Ehrenbücherstand neben sich an.

Verzweigung

989
„Ja, ich bin den schon einmal durchgegangen. Interessante Idee.“
„Nicht wahr? Meiner Meinung nach verdient jeder Versuch, Literatur zugänglicher zu machen, Anerkennung.“

Verzweigung

992

Verzweigung

993
„Das gleiche sollten wir auch mit Technologie machen. Die Techno-Zukunft in alle Häuser bringen.“
„Hm, ich muss zugeben, dass diese Idee mir missfällt. Fürs Erste sollten wir es bei Büchern belassen. Von ihnen wissen wir, dass sie einen direkten Nutzen haben und es keine unerwarteten Risiken gibt.“
„Wie auch immer, das reicht zu dem Thema. Gibt es etwas, das ich für Sie tun kann?“
Cold ReadingSW 10
Du bemerkst ein leichtes Zittern in der Hand, mit der sie ihr Buch hält.

Verzweigung

998
KoordinationSW 9
Das war beim letzten Mal nicht da.
KoordinationSW 9
Das könnte ein Zeichen für eine tiefergehende Störung sein. Es gibt keinen Grund, es anzusprechen und sie zu beunruhigen.
„Wir sollten noch einen Schritt weiter denken und Geld ganz abschaffen. Weg mit dem Klassensystem!“
„Oh!“ Sie ist ehrlich überrascht. „Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde, aber Ihre Begeisterung wirkt beinahe ansteckend.“
„Das wäre es, wenn es nicht die gängigen Bepreisungen untergraben würde.“
„Was für eine naive Ansicht. Die Menschen, die diesen Stand besuchen, könnten sich andernfalls keine Bücher leisten – es ist nicht so, als hätten sie sonst woanders Geld ausgegeben.“
Du nickst ihr ausdruckslos zu.
„Nun, ich glaube das jedenfalls. Wie auch immer, das reicht zu dem Thema. Gibt es etwas, das ich für Sie tun kann?“
„Führt dieses Ehrensystem nicht zu Diebstählen?“

Alternative Formulierung

„Führt dieses Ehrensystem nicht zu Diebstählen? Ich bin der Versuchung bereits erlegen.“
„Diebstahl ist es nur dann, wenn man sich etwas nimmt, das man bezahlen könnte, ohne es zu bezahlen. Andernfalls dient der Stand genau denen, die ihn brauchen, genau so, wie er soll.“
„Meiner Meinung nach verdient jeder Versuch, Literatur zugänglicher zu machen, Anerkennung.“
„Wovon reden Sie eigentlich?“
„Vom Ehrenbücherstand?“ Sie deutet auf den kleinen Verschlag neben sich. „Sie können sich ein beliebiges Buch nehmen und dafür so viel bezahlen, wie sie möchten. Eine wunderbare Idee.“
„Ich fürchte, Ehre habe ich nicht mehr viel zu bieten.“
„Ich meinte den Ehrenbücherstand?“ Sie deutet auf den kleinen Verschlag neben sich. „Sie können sich ein beliebiges Buch nehmen und dafür so viel bezahlen, wie sie möchten. Eine wunderbare Idee.“
„Eigentlich wollte ich nur mit Ihnen reden.“
„Oh?“ Sie senkt das Buch und begegnet deinem Blick. „Nun, ich habe gerade etwas Zeit, also bitte. Legen Sie los.“

Verzweigung

1.016
Die Frau hält sich und das Buch in ihren Händen aufrecht. Sie wurde offensichtlich gut erzogen.
„Hallo. Eine weitere ehrenhafte Stöberin?“

Verzweigung

1.019
„Bitte entschuldigen Sie. Ich habe gerade viel zu tun und muss mich konzentrieren.“ Sie sieht dich nicht einmal an.

Verzweigung

1.021
„Ah. Hallo nochmal.“

Verzweigung

1.023
AufzeichnungenSW 6
Sie hatte schon mal erwähnt, dass der Sponsor des Magazins der 'Civilisation Trust' ist. Plötzlich scheint es hochgradig relevant, dass du diesen Namen erkennst.

Verzweigung

1.025
Die Frau betrachtet die vor ihr ausgebreiteten Seiten. Als du dich ihr nährst, wirft sie verstohlen einen Blick über ihre Schulter.

Verzweigung

1.027
AufzeichnungenSW 8
Das ist die Frau, die das Krebsmädchen erwähnt hat.
„Ah, ich hatte heute niemanden mehr erwartet. Möchten Sie eine Einreichung machen?“
StaatsmachtSW 8
NEIN, DU MÖCHTEST EINE EROBERUNG VORNEHMEN.
SchattenspielSW 8
Spiel deine Rolle. Vermassele diese Chance nicht.

Verzweigung

1.032
„Ja, ich bin eine angehende Poetin. Ich bin wegen des Magazins hier.“
„Wie schön. Wir heißen alle angehenden Poeten, die unseren Qualitätsansprüchen genügen, herzlich willkommen.“
„Dann bin ich hier am richtigen Ort. Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen.“

Verzweigung

1.036
„Haya Gottschlich, Chefredakteurin. Was kann ich für Sie tun?“
„Ich habe jetzt gerade kein Gedicht dabei …“

Verzweigung

1.039

Verzweigung

1.040
„Entschuldigen Sie. Bei Ihrem künstlerischen Kleidungsstil dachte ich, Sie könnten eine angehende Beiträgerin sein.“

Verzweigung

1.042
Ihre Augen bleiben einen Moment an deiner Party-Perücke hängen, ehe sie sich wieder fasst.

Verzweigung

1.044
Ihre Augen bleiben einen Moment an deinem falschen Bart hängen, ehe sie sich wieder fasst.

Verzweigung

1.046
Ihre Augen bleiben einen Moment an deiner UFO-Brille hängen, ehe sie sich wieder fasst.

Verzweigung

1.048
Ihre Augen bleiben einen Moment an deinem riesigen Schaumkopf hängen, ehe sie sich wieder fasst.

Verzweigung

1.050
Ihre Augen bleiben einen Moment an deinem Zeitungshut hängen, ehe sie sich wieder fasst.

Verzweigung

1.052
Ihre Augen bleiben einen Moment an deinem Kimono hängen, ehe sie sich wieder fasst.

Verzweigung

1.054
Ihre Augen bleiben einen Moment an deinem Geschirr hängen, ehe sie sich wieder fasst.
Ihre Augen bleiben einen Moment an deinem Pelzmantel hängen, ehe sie sich wieder fasst.
„Entschuldigen Sie. Ich dachte, Sie wären eine angehende Beiträgerin für unser Magazin.“
„Das bin ich auch. Ihre Formulierung hat mich nur irritiert.“
„Ach so? Nun, dann hatten wir ja einen tollen Start miteinander, was?“
„Nicht nur eine angehende – Ich bin die Literatin Ihrer Träume.“
„Hm. Das hoffe ich.“ Sie wirkt nicht überzeugt.
„Das habe ich nur gesagt, um hier reinzukommen.“
„Ah, ich verstehe schon.“ Sie richtet sich ein wenig auf. „Eine weitere scheue Poetin zieht vor mit ihren Kopf ein.“
„Ich hätte ein paar Fragen an Sie, um entscheiden zu können, ob meine Werke zu Ihrer Publikation passen. Wenn das für Sie in Ordnung ist.“
„Aber sicher. Haya Gottschlich, Chefredakteurin. Was kann ich für Sie tun?“
„Ich reiche gar nichts irgendwo ein.“
„Ich glaube, ich habe mich in der Adresse geirrt.“ [Du gehst.]
„Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.“
„Hallo noch mal.“ - ZERO PARADES